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Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Originaltitel: Star Wars: Episode IX - The Rise of Skywalker

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy,
Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,53 (43 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Kylo Ren findet nach langer Suche einen neuen Meister und die Rebellen müssen in einer alles entscheidenden Schlacht die frei Welt vor dem endgültigen Untergang bewahren. Derweil beginnt Rey Ihr Schicksal zu erfüllen und stellt sich den verbleibenden Sith-Lords. ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von thrax:

Bevor ich mit dieser Review starte möchte ich erstmal erwähnen das ich mich nicht zu den beinharten Star Wars-Fans zähle. Ich kenne jeweils nur die bisherigen Filme, habe nie welche der vielen Romane und Comics gelesen, bin kein fester Stammgast auf irgendwelchen Conventions, sammle Merchandise Artikel jedweder Art und etc.

Ich schaue lediglich ganz gerne die Filme, sehe sie auch nur als solche und lasse mich wie von allen anderen Filmen davon einfach unterhalten. Auch werde ich in dieser Review nicht nochmal die ganze Star Wars Geschichte aufrollen, denn ich glaube ein jeder der die Filme hier kennt, schätzt und schonmal hier rezensiert hat, hat dies schon zur Genüge getan. Trotz allem voran gegangenen geschriebenen Wort muss ich aber zugeben das diese Filme einer gewissen Faszination nicht entbehren und ich den Kult darum durchaus nachvollziehen kann.

 

So, nun ran an die Buletten und ab hier Vorsicht! Die Review enthält durchaus ein paar Spoiler! 

 

Das war es also! Das große Finale der Skywalker Saga die 1977 ihren Anfang nahm. Eine mittlerweile 42 Jahre andauernde Geschichte findet nun zu ihrem großen Ende. Die große Frage ist nun, ist dieses Ende gelungen? Ich würde sagen teilweise.

 

Story:

Diese setzt sich im Grunde aus zwei Teilen zusammen. Der eine Teil versucht Dinge aus "The Last Jedi" gerade zu biegen. Etwas das meiner Meinung eigentlich nur bedingt nötig war, da ich wohl einer der wenigen bin die Episode 8 nicht wirklich schlecht fanden. Johnsons Beitrag krankte eher an anderen Dingen als der Ausbruch aus festgefahrenen Mustern, sondern mehr an anderen Dingen wie schlechter Humor (vor allem schlecht getimter), Plotholes, unnötiger und sogar sinnloser Nebenhandlungen und Logikfehler. Die neuen Ideen die er eingebaut hat wie bspw. die Möglichkeiten der Macht auf ein neues und anderes Level zu heben und zu erweitern fand ich interessant. Davon hat Abrams auch nicht alles fallen lassen und behält die Idee weiter das es die Macht auch ermöglicht über eine Art telepathische Verbindung mit anderen Machtgesegneten zu kommunizieren, sie sogar sehen zu können als würden sie sich direkt gegenüber stehen (quasi Facetime der Macht) und das empfand ich als durchaus interessanten Ansatz.

Aber dann geht es los, Benicio Del Torros Charakter aus Episode 8 der aufgrund seiner Undurchsichtigkeit eigentlich gerade interessant war und bei dem ich gerne gesehen hätte was mit ihm weiter passiert, findet hier keinerlei Erwähnung mehr. Das macht für mich seine Einführung in Episode 8 völlig obsolet. Der in den Trailern schon hinreichend gespoilerte Palpatine wird wieder aus dem Hut gezaubert und das bereits schon nach fast weniger als 5 Minuten nachdem die berühmten gelben Texttafeln durchgelaufen sind. Snoke wird quasi auch kurz abgefrühstückt als quasi Marionette die Palpatine wohl immer im Hintergrund bedient hat obwohl aus diesem noch in Episode 7 ein großes Mysterium gemacht wurde, die aus Episode 8 bekannte Rose hat nur noch Sekundenauftritte und ihre Beziehung zu Finn, die man in Episode 8 noch so intensiv aufgebaut hat ist eigentlich nicht mehr existent. Diese und noch einige andere Dinge haben einem konsequent das Gefühl gegeben das Episode 8 völlig irrelevant für die neue Trilogie war, wodurch sich die neue Trilogie erst recht wie ein Stückwerk anfühlt und nicht wie aus einem Guss wie selbst noch die Prequel-Trilogie und natürlich die originale Trilogie.

Der zweite Teil der Storyline besteht aus ultimativen Fanservice. Lando Calrissian wird wieder eingeführt, es gibt diverse Cameos die den Fan ein Leuchten in die Augen treiben sollen, es wird ein Charakter eingeführt der wohl so eine Art Boba Fett sein soll, es gibt einen Moment in dem eine Figur eine Medaille verliehen bekommt die mich ein wenig die Augen verdrehen ließ, da vor allem Fans sich wohl denken können warum diese Figur in diesem Film eine verliehen bekommt...es wird so wie bei Episode 7 von Abrams und Disney auch hier völlig auf Nummer sicher gegangen, keine Risiken eingegangen oder irgendwelche Überraschungen eingebaut zu denen Rian Johnson noch (entschuldigt die Aussprache) die Eier gehabt hat den Versuch zu starten Star Wars etwas weiter zu entwickeln und die Fans zu fordern. Wie gesagt, sein Film krankte an anderen Dingen. Nicht an den neuen Ideen die er versuchte umzusetzen. Das alles macht TROS jetzt nicht schlecht und es unterhält trotzdem gerade weil es alles irgendwie vertraut wirkt, aber auf wirkliche Überraschungen sollte man sich nicht gerade einstellen, da man als Zuschauer der Story irgendwie immer einen Schritt voraus ist.

 

Effekte und handwerkliches:

Da kann der Film definitiv punkten und hat ein paar echt coole Momente zu bieten. Wenn Palpatine mit seinen Machtblitzen mal gerade die halbe Kampfflotte der Rebellen in der finalen Luftschlacht auseinander nimmt sieht das schon sehr imposant aus und besitzt einen gewissen Wow-Moment. Auch wenn der Millenium Falcon mit seinen Düsentriebwerken ein paar Stormtrooper wegbläst und Kylo Ren der einzige ist der sich dagegen stellt sieht das cool aus.

Die CGI Effekte sitzen also, was man aber bei so einer Produktion auch erwarten sollte und beißen sich auch nicht mit den handmade Effekten. Den wie auch schon in Episode 7 greift Abrams sowohl auf das eine als auch das andere zurück. Kostüme und Alienkreationen sind wieder sehr detailreich und kreativ und vor allem die verschiedenen Alienrassen bestehen zu großen Teilen aus aufwendigen Kostümen und animatronischen Modellen und man kann daher sagen das hier in diesem Punkt keine Kosten und Mühen gescheut wurden was für's Auge zu bieten.

 

Die Darsteller:

Hier gibt es diverse Pros und Contras.

Daisy Ridley als Rey funktioniert weiterhin als weiblicher Luke Skywalker ganz gut. Sie heult ein bisschen zu viel (gefühlt in jeder dritten Szene) und mir gefiel daher ihre Leistung in Episode 8 etwas mehr, aber alles in allem schlägt sie sich wacker.

Oscar Isaac als Aushilfs-Han Solo Poe Dameron und John Boyega als Finn sind für mich nach wie vor weder Fisch noch Fleisch.

Wo ich Poe in Episode 7 völlig uninteressant fand, empfand ich seine Rolle in Episode 8 wieder gewichtiger und von seiner Entwicklung in einen Schritt in die richtige Richtung zu einem interessanten Charakter um hier direkt wieder zu demselben uninteressanten Charakter degradiert zu werden der er schon in Episode 7 war, der bloß mit One-Linern um sich schmeißt und sonst nicht viel zur Handlung beiträgt. Das liegt noch nicht mal an Isaac selber, er macht das beste aus seiner Rolle. Aber das Drehbuch gibt ihm und seiner Figur einfach keine Chance.

Bei Finn ist es etwas anders. Fand ich die Idee noch gut in Episode 7 mal hinter den Helm eines Stormtroopers zu schauen und wie es wäre, wenn ein Stormtrooper moralische Aversionen gegenüber seiner Tätigkeit hat und deswegen die Seiten wechselt und seine Figur gerade deswegen interessant war, wurde sie genutzt um in Episode 8 eine völlig sinnlose und uninteressante Beziehung und im Grunde Romanze zu Rose aufzubauen, die letztlich ins Nichts führt um ihn dann in Episode 9 auch nur zu dem Receiver von Damerons Sprüchen zu machen so das man teilweise das Gefühl hatte Riggs und Murtaugh aus Lethal Weapon haben sich hier in den Film verirrt. Aber auch hier liegt der Hund nicht in Boyegas Leistung begraben, sondern an dem Drehbuch, dass Boyega auch nicht viel gibt mit dem er arbeiten kann.

Adam Driver als Kylo Ren stellt sich ein um's andere Mal als charakterlich der interessanteste Charakter der gesamten neuen Trilogie heraus. Was wurde auf ihn eingehackt nachdem er in Episode 7 seine Maske lüftete. Auch ich gebe zu das ich anfänglich enttäuscht über das sehr jungenhafte Äußere war und doch dachte ich mir das man es hier wohl doch mit der noch interessantesten Figur der neuen Trilogie zu tun hat. Seine charakterliche Entwicklung war für mich von Episode 7-9 mit die interessanteste und auch stellt Driver die innerliche Zerissenheit seines Charakters auch wirklich gut dar.

Die anderen Darsteller zu beurteilen spare ich mir an dieser Stelle, da viele von ihnen gar nicht wirklich die erforderliche Screentime besitzen um sie wirklich beurteilen zu können. Durch die vielen neuen Figuren die eingeführt wurden sind diese oft nämlich genau so schnell verschwunden sind wie sie den Bildschirm betreten haben.

 

John Williams Score:

Dies wird tatsächlich der kürzeste Absatz, da es hier wirklich nicht so viel zu sagen gibt. Am stärksten ist John Williams hier wenn er seine berühmten Star Wars-Themen einfließen lässt, variiert oder erweitert. Versucht er hier allerdings neues reinzubringen, muss ich doch sagen das ihn da gerne mal sein Genie verlässt das er eigentlich ist, denn nicht eine Melodie ist da wirklich bei mir hängen geblieben. Ertönt aber der Imperial March bspw. in leicht abgeänderter Form, dann sind wir daheim.

 

Fazit:

Alles in allem muss man zum neuen abschließenden Teil der Saga sagen das man es hier mit einem Film zu tun hat der auf zwei Teile gesplittet etwas besser funktioniert hätte. Durch die vielen neuen Figuren die eingeführt werden, viele Handlungstränge die eingeführt werden von denen manche gelöst und manche einfach fallen gelassen werden, den Fanservice und die (teilweise unnötigen) Wiedergutmachungen zu Episode 8 wirkt der Film teilweise schon wie ein ganz schöner Clusterfuck. Trotz allem unterhält das ganze aber größtenteils, kann mit guter Action aufwarten, einem starken Showdown und einem gelungenen Schlussbild, sowie guten Sets, Kostümen, Aliendesigns und Effektshots und mit den einen oder anderen Wow-Effekt überzeugen und man kann 142 Minuten sicherlich weniger kurzweilig verbringen.

 

6/10

6/10
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Kommentare

01.01.2020 18:16 Uhr - naSum
1x
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Sehr schön auf das wesentliche zusammengefasst und anschaulich als Position nachzuvollziehen. Deine Argumentation ist durchweg schlüssig und gut strukturiert, weshalb es mir eine wahre Lese Freude war.
Lediglich die unlinearen Charakterentwicklungen (Rose, del Toro...), die erst in diesem Film deutlich werden, würde ich eher Ryan Johnson ankreiden, als jetzt Abrams, da sich Johnson bekanntlich vom geplanten roten Faden entfernt hat und Abrams dies nun unfairerweise ausbügeln muss. Nur daher gebe ich einen Punkt mehr, aber seis drum...

Bei Kylo Ren bin ich gänzlich deiner Meinung und freue mich über jeden, der nicht flucht und meckert

01.01.2020 20:52 Uhr - Thrax
Herzlichen Dank für das positive Feedback.

Ich denke an Rian Johnson und seiner Episode 8 werden sich auf ewig die Geister scheiden.
Wie in meiner Review erwähnt gefielen mir persönlich seine Ideen und Versuche Star Wars ein etwas neuen Anstrich zu verpassen, gebe aber auch zu das dieses Vorhaben besser in einer eigenen und neuen Trilogie aufgehoben gewesen wäre (wie es Johnson angeblich ja immer noch plant wenn mich nicht alles täuscht) und nicht in der Mitte einer laufenden Trilogie deren Ton im Vorgänger bereits gesetzt wurde.

Kylo Ren wird auch aus meiner Sicht zu Unrecht gehatet. Zum einen gibt es genug Filme die beweisen das Adam Driver was drauf hat und er versteht es scheinbar durchaus aus seinem jeweiligen Charakter selbst bei einem schwachen Drehbuch das Maximum raus zu holen.
Und zum anderen darf man einem Bösewicht Stück für Stück in seiner Entstehung zuschauen und das empfinde ich als einen interessanten Prozess, wenn man einen Schauspieler hat der sein Handwerk versteht und das transportieren kann und Driver schafft das aus meiner Sicht.

01.01.2020 22:00 Uhr - Lukas
Sehr gut geschriebene Review, deren Argumentation ich überwiegend nachvollziehen kann, auch wenn punktetechnisch bei mir mit 7,5/10 etwas mehr rausspringt. Ep. VIII bleibt für mich aber trotzdem der leicht bessere Film, und die Kylo Ren Hater haben leider wohl nicht so den Durchblick. ;-)

02.01.2020 00:26 Uhr - CrazySpaniokel79
Das grausamste was Star Wars passieren konnte war EPI 8!! Furchtbar!!! 9 bekommt wegen dem übermäßigen Fanservice sogar nur 5 punkte von mir. Der beste der Neuen Star Wars Filme bleibt mit ganz großen Abstand Rogue One 👍👍👍

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