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Jigsaw

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Saw VIII
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,89 (47 Stimmen) Details
inhalt:
Die Stadt ist übersät von grausam entstellten Leichen. Die Ermittlungen führen schnell zu einem alten Bekannten: John Kramer. Doch der Mann, der auch Jigsaw genannt wird, soll seit mehr als einem Jahrzehnt tot sein. Aber wer steckt dann hinter den Morden? Ist einer seiner Schüler zum Lehrer geworden und führt Jigsaws Erbe fort? Steckt womöglich einer der Ermittler hinter den Morden? Die Spiele haben begonnen…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Nun also doch! 7 Jahre nach der "Vollendung" wagte das produzierende Studio Lionsgate mit "Jigsaw" den ersten Soft Reboot Versuch ihres erfolgreichsten Franchise, und der aus finanzieller Sicht erfolgreichsten Horror-/ Thriller-/ Splatterserie im Allgemeinen: "Saw". In gewisser Weise sollte es ein Neuanfang werden, der zwar die Stärken der Serie behält, aber die bisherige Geschichte bzw. Handlungsverläufe nicht weiter verfolgen sollte. Zugegebenermaßen war ich bei Erstsichtung des Trailers skeptisch ob das alles so funktionieren würde. Böse Erinnerungen wie die weichgespülte Optik von "Saw-Vollendung" oder der Verdacht des üblichen 08/15  Serien- Schemas wurden wurden bei den ersten bewegten Bildern in mir wachgerufen. Als "Saw"- Fan der ersten Stunde gab ich dieser "Fortsetzung" dann natürlich trotzdem eine Chance im Kino um in hoffnungsvoller Erwartung dann doch noch vom Gegenteil überzeugt zu werden.

Der neueste Output entstand diesmal unter den im Horrorgenre nicht ganz unbekannten Spierig Brothers. Diese hatten mit ihren Ethan Hawke Vehikeln "Daybreaker" und "Predestination" bewiesen, durchaus intelligente Stoffe stimmungsvoll in Szene setzten zu können. Böse Zungen behaupten, das sie diese "Auftragsarbeit" nur annahmen, um ihr Herzensprojekt "Winchester" mit Hellen Mirren umsetzten zu können. Eine Behauptung die durch den Fakt unterstrichen wird, dass die Regisseur- Geschwister unabhängig vom etwaigen Erfolg ihres Eintrages, für eine weitere Fortsetzung in keinem Fall zur Verfügung gestanden hätten. Mag es ein Gerücht oder von mir Einbildung sein, irgendwie merkt man dem fertigen Produkt diese Herangehensweise an.

Im Grunde werden dem Zuschauer hier wieder die altbekannten Zutaten serviert. Eine Gruppe von Opfern ( "Saw 2+5" ) muss in einem Folterparcour um ihre jeweiligen Leben kämpfen, während uns auf der anderen Seite ein handelsübliches Katz und Maus Spiel unter Beteiligung der Ordnugshüter präsentiert wird. Diese verlaufen, mit leichter Spoilerwarnung versehen, nur bedingt parallel. Dieser alte Hut wäre auch eigentlich nur halb so wild, würden die Spierig Brüder ihren Beitrag nicht noch zusätzlich mit der weichgespülten Optik  von Greutert's "Saw- Vollendung" versehen und sich ähnlich wie Darren Lynn Bousman ("Saw 2-4" ) in ihrer eigenen Story verheddern.  Allzu kompliziert wird es nicht, das gelingt ihnen aber auch nur, weil die neuen Drehbuchautoren Josh Stolberg und Pete Goldginger im Gegensatz zu ihren Vorgängern Dunstan und Melton ihr Skript eher schlicht halten. Auf der anderen Seite müssen sie sich dafür aber auch den Vorwurf gefallen lassen, wenig kreativ bzw. zu viel abgekupfert zu haben.

Den Schnitt übernimmt abermals Kevin Greutert, der von den Produzenten offensichtlich etwas gebremst wurde was seine allzu lockere Pfote am Schneidetisch anging. Dem Eintrag steht das ganz gut zu Gesicht weil man die Geschehnisse auch mal ohne der Gefahr einer drohenden Epilepsie verfolgen kann. Aber Spass beiseite, hier ist weniger einfach mehr. Auch die Beteiligung und Musik von Charlie Clouser darf abermals nicht fehlen, obwohl sie weit weniger inflationär genutzt wird wie noch in den Vorgängern. Aber keine Angst, der Schlusstwist mit dem typischen Gedudel fehlt auch hier nicht.

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Einträgen der Serie wird mit Ausnahme von Tobin Bell in seiner legendären Rolle, wieder verstärkt auf unbekannte Gesichter gesetzt. Matt Passmore's Flmografie hält sich nämlich ebenso in Grenzen wie die des Mario Van Peebles Sproß Mandela. Da hat die gute Laura Vandervoort ( "Ted"; "Into the Blue 2 "), klar die Nase vorn. Aber Erfahrung ist bei diesem Genre nicht unbedingt von Nöten und ihre Sache machen Sie eigentlich alle gut. Der neue Erbe Kramer's, kann durch seine markante Optik und der guten Visualisierung im Schlussakt, sogar noch ein paar Punkte auf der Charisma -Skala sammeln.

Was die Härten angeht, nimmt sich "Jigsaw" was die Verhältnisse im "Saw"- Universum angeht, wieder sichtbar zurück. Bis auf eine explizite Szene in der Pathologie und dem zugegebenermaßen äußert gelungene Effekt in der Abschluss Sequenz, hält sich das Fallen- Repertoire und dessen Auswirkungen doch ziemlich im Rahmen. Die "Keine Jugendfreigabe" Bescheinigung durch die FSK geht somit völlig in Ordnung.

"Jigsaw" mangelt es in seiner Gesamtheit an guten Ideen und einer gewissen Portion Eingenständigkeit oder vllt. besser gesagt Unabhängigkeit. Zu leichtfertig spult er Altbekanntes ab und macht es sich damit ziemlich leicht, um nicht viel mehr als gehobenen Fanservice zu präsentieren. Ich sehe in "Jigsaw" ein Stück weit verschenktes Potenzial und eventuell auch zu viel aufgewärmte Ideen. Trotzdem kann er durch das versierte Handwerk seiner Regisseure, der Beteiligung erfahrener Veteranen hinter den Kulissen und auch guter Kniffe was die Besetzung und Inszenierung der Protagonisten betrifft, zu großen Teilen überzeugen. Ein großer Wurf, wie man nach den Jahren hätte vermuten können oder bei der für das Franchise relativ langen Entwicklungszeit eventuell erhofft hatte, ist er indes nicht geworden. Ein Beitrag den ich rückwirkend betrachtet zu den besseren der Serie zählen muss, von dem man sich aber keinesfalls zu viel erwarten sollte.

7/10
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Kommentare

02.01.2020 14:04 Uhr - Lukas
1x
Damit wäre dein nächstes Mammutwerk beendet. ;-) Da ich den aktuellen Teil noch nicht gesehen habe, bin ich jetzt nur ganz oberflächlich über die Kritik drübergeflogen, aber an dieser Stelle vielen Dank, dass du dich mal wieder einer kompletten Filmreihe gewidmet hast, denn so eine Review-Serie ist immer besonders spannend zu lesen! :)

02.01.2020 15:25 Uhr - Mucki1979
1x
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Ich gebe offen zu, dem "Saw-Universum" nach dem dritten Teil den Rücken zugewendet zu haben. "Jigsaw" weckte wieder mein Interesse, vermochte bis auf die solide-konsequente Umsetzung allerdings kein neues Feuer bei mir zu entfachen.

Dies bringt dieses lesenwerte Review selbstredend nicht in Misskredit, lieber Chollo!

03.01.2020 01:31 Uhr - Fratze
1x
DB-Helfer
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So, nach diesem Abschluss kann ich sagen: Super rezensiert, die Reihe. Allesamt sehr lesenswerte Kritiken, immer wohlformuliert, schlüssig begründet und entsprechend bewertet (bzw. fast immer, s.u. 8P)

Dass ich ab Teil 5 wertungstechnisch ganz anderer Meinung bin, ist ja kein Geheimnis. Ich kann mir den 5ten (in Abständen) noch so oft ansehen, ich werd damit einfach nicht warm. Wohingegen ich das Franchise ab Teil 6 wieder im Aufwind empfand. Ich weiß auch nicht, ob man jetzt - da "Saw 6" ja der erfolgloseste Teil an der Kinokasse war - das Box Office als Maßstab für die Qualität heranziehen kann... k.A., ich fand den jedenfalls im Vergleich zum Vorgänger wieder deutlich besser.

Zu diesem hier bzw. zu einem Rev dazu: Sonst passte deine Schreibe immer auch zur Wertung, aber hier liest es sich insgesamt alles eigentlich schlechter als 7/10, was m.E. immer noch eine überdurchschnittliche Wertung ist. Von deiner Kritik her - keine guten Ideen, keine Eigenständigkeit, das meiste nur Aufguss und Wiederverwertung, und nicht mal besondere Härten werden erreicht - hätte ich den Streifen bei (maximal gehobenem) Mittelmaß gesehen, also bei 5 (bis höchstens 6) /10. Daher versteh ich hier nicht ganz, wie deine Wertung zustande kommt.
Die 6/10 hat er von mir ehrlich gesagt nur bekommen, weil ich ihn gerade noch so eben einen Tick besser fand als Teil 5, der von mir halt eine 5/10 erhalten hat.

Wie gesagt, ansonsten hab ich wie immer gerne mitgelesen, vielen Dank für die Lektüren und frohes Neues! ^^

03.01.2020 21:31 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Seit deine Review zu Teil 1 online war, wollte ich möglichst flott lesen und kommentieren - die Hoffnung, dass du die gesamte Reihe durchsägst, hat sich dann ja sehr schnell bestätigt ;)

Deshalb gebe ich jetzt einfach unter dem letzten Beitrag des Franchise meinen Sammelkommentar ab.

SAW: Brillant, konsequent und unerbittlich. Der Schlusstwist ist Filmgeschichte. Für mich neben der unerwarteten Wendung vor allem wegen der von dir angesprochenen Melodie,

SAW II: War für mich nach dem Erstling eine herbe Enttäuschung, das Storygerüst was gezimmert wurde, fand ich unsympathisch und uninteressant. Einzig Jigsaw stellt hier einen Lichtblick dar. Die Gewalt/Fallen scheinen trotz gestiegener Zahl ziemlich uninspiriert und erzwungen. Wird für mich persönlich nur von JIGSAW unterboten.

SAW III: Bietet imo mit der Rack-Trap eine der fiesesten Fallen. Die Handlung rund um Jeff fand ich wieder nicht sonderlich prickelnd, aber wie sich das Bild im Hintergrund allmählich fügt, fand ich doch ziemlich interessant. Gehört nach dem Erstling zu meinen Favoriten.

SAW IV: An diesen Teil habe ich die wenigste Erinnerung, was nicht zwingend für überragende Qualität sprechen muss. Ich glaube, da verspürte ich doch erste Ermüdungserscheinungen. Wie allerdings dann der Fokus aber zusehends in Richtung Strahm und Hoffmann verlagert wird, hat mich bei der Stange gehalten...

SAW V: ...auch wenn hier Jigsaws ursprüngliche Motivation ja nur noch sehr aufgeweicht umgesetzt wird. Die nach außen getragene Handlung um die Gruppe im Fallenparcours sagt mir auch hier wieder nicht sonderlich zu, aber dafür entschädigt das Katz-und-Maus-Spiel von Hoffmann und Strahm und das Finale ist in seiner brutalen Konsequenz selbst für dieses Franchise überraschend. Ebenfalls fies: Die Handkreissäge.

SAW VI: Den Auftakt in diesem Beitrag finde ich tatsächlich ziemlich gelungen. Den Verlauf um die Angestellten bzw. den persönlichen Rachefeldzug Jigsaws aber auch eher sehr uninspiriert, um nicht zu sagen: Unpassend.Überhaupt schafft es das Gegreuter im Zusammenspiel mit dem Score immer wieder mich in den Film zu ziehen - obwohl ich sonst kein Freund schneller Schnitte und Kamerafahrten bin.

SAW VII: Vom Gewaltgrad geizt Teil 7 nicht, man entsinne sich nur der wunderbar fiesen Garagen-Auto-Szene. Die Bezeichnung der Vollendung spottet aber jeder Beschreibung. Ich war im Vorfeld doch sehr angetan und vorfreudig, alles zu einem Abschluss geführt zu sehen. Und was bekommt man: Ein halbgares Finale, in dem Dr. Gordon für gefühlte 5 Sekunden in die Kamera winken darf und sich jeder nur noch denkt: WTF? Hat mich verärgert.

JIGSAW: Da meine Anteilnahme mit SAW VII drastisch gesunken ist und ich noch immer auf einen halbwegs runden Abschluss hoffte, hat mich die Prämisse, Teil 8 in der Zukunft mit gänzlich neuem Personal spielen zu lassen, völlig kalt gelassen. Pluspunkte aller Teile sind aber noch immer die saftigen Effekte gewesen. Und hier schwächelt der bis dato letzte Ableger ziemlich. Viel scheint mittels CGI aufgepeppt worden zu sein bzw. ist tatsächlich für die Serie außerordentlich zahm in Szene gesetzt. Nach SAW II, SAW VII der mit Abstand mieseste Vertreter.

So schwankend die einzelnen Beiträge mitunter in ihrer Qualität sind, die finalen Zusammenschnitte befriedigen mich ungemein. Und ja: Auch die Fallen und "Erziehungs"maßnahmen sind oft Köder genug. Aber wie auch nicht, wenn der begnadete François Dagenais seine Effektkunst zum besten gibt. Außer im in dieser Hinsicht sehr schwach inszenierten aktuell letzten Teil des Franchise.

Ich habe meim Schreiben des Kommentars festgestellt, wie wenig ich noch im Detail weiß...ein Rewatch oder zeitfressender Marathon wäre also mal wieder angebracht.

Aber: Eine sehr schöne Review-Reihe von dir!

04.01.2020 17:47 Uhr - CHOLLO
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.200

05.01.2020 11:30 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 8
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 936
Schönes Review Chollo und nachträglich ein frohes neues Jahr vom MovieStar!

Den Film hatte ich im Kino gesehen, da hat er mir sehr gut gefallen. Ein paar Monate später auf Blue Ray habe ich ihn ein zweites Mal gesehen, dann kam er schon merklich schlechter an. Ist für mich ein Film den man einmal sehen kann, aber nicht öfter wurde so 6/10 Punkte vergeben.

05.01.2020 11:56 Uhr - Horace Pinker
User-Level von Horace Pinker 21
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 9.782
Wunderbarer Abschluss deiner Saw-Review Reihe, bei dem wir auch wertungsmäßig übereinstimmen. Für mich war Jigsaw nach der recht misslungenen "Vollendung" auch wieder ein Schritt in die richtige Richtung der aber dank deutlichen Schwächen auch keinesfalls als Reihenhöhepunkt angesehen werden kann (besonders schade fand ich das die noch offenen Handlungsfäden aus den Originalen nicht wieder aufgegriffen und aufgelöst wurden). Nebenbei gesagt empfand ich den Kill mit der Laserfalle als höchst unpassend, hätte eher aus einem der Resident Evil Filme stammen können.

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