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Sick for Toys

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Immer an Weihnachten bekommt Emilia von ihrem Bruder Edward das gleiche Geschenk: Einen von ihr ausgewählten Mann mit dem sie in der Garage 'spielen' kann. Doch dieses Jahr möchte sie gleich zwei 'Spielzeuge' haben. Roy, der eigentlich seinen seit Tagen vermissten Freund Jason sucht, wird von Emilia zum Essen eingeladen und ahnt nicht, dass er seinem Ziel eigentlich schon sehr nahe ist. Er verliebt sich in das süße Mädchen und bemerkt zu spät, wie groß Edwards Fürsorge für seine Schwester ist. Der vermisste Freund wird gefunden, aber das kann Roy nicht retten. Emilia will spielen. Um jeden Preis und mit allen Mitteln...
eine kritik von kokoloko:

Sick for Toys

Die Mutter Gottes in der Krippe im Close-Up, gut gelaunte Weihnachtsmusik und ein langsamer Schwenk öffnen den Film, eine junge Dame im grünen Weihnachtsanzug läuft durch eine im 360°-Shot aufgelöste Garage, festliche Dekoration, Blut an der Wand - ich fühle mich heimisch. "I love playing with my new toys" heißt es, bevor sie den blutenden Mann vergewaltigt, der gefesselt am Boden liegt. Die Garage entpuppt sich als Container mitten im Nichts und nach drei Minuten prankt der Titel des 2018 von Schauspieler David Del Rio als Langfilmdebüt entstandenen Weihnachtshorrors auf dem Bildschirm. Ein junger Mann, ebenfalls weihnachtlich angezogen, erinnert unsere bisherigen Protagonistin daran, ihre Pillen zu nehmen, bevor wir das Setting wechseln und eine angetrunkene, direkte Frau mit großem Ausschnitt mit einem schüchternen Typen diniert. Sie besäuft sich, er fährt, auffallen tun das verständliche, realistische Sounddesign. Er bringt sie nach Hause und sie will Sex, er lehnt ab und bald lernen wir, dass der Typ im Haus unserer scheinbaren Killerin Edward heißt, allerdings nie gezeigt wird. Was folgt, ist eine leicht konstruierte, aber dennoch glaubhafte, routiniert geschnittene Mini-Romanze mit gutem Soundtrack, die im Endeffekt aber nur als elaboriertes Set-Up dient, um unseren Protagonisten, den schüchternen Typ namens Roy, zu der zuckersüßen Stimme am Telefon, Emilia zu bringen - welche natürlich scheinbar ordentlich einen an der Waffel hat und nur auf ihre titelgebenden, menschlichen Spielzeuge aus ist.

Das Treffen verläuft gut, Roy ist ein netter Kerl und Camille Montgomery spielt wirklich ziemlich gut, kurzerhand wird zum Weihnachtsessen eingeladen und unser Protagonist freut sich, nimmt die Einladung gerne entgegen. Weihnachtliche Dialoge, Settings und Atmosphäre sind dabei gegeben, das Erzähltempo vielleicht ein wenig behäbig, aber für so etwas kann ich Filmen hier kaum noch böse sein. Zu einer langsamen Spieluhrmelodie, mit sauberen, langen Shots und atmosphärischen Loops sieht man dann nach etwa 19 Minuten zum ersten Mal Edward, Emilias Bruder also, in Person und während sie verrückt "aber heiß" ist, charismatisch auch wenn sie wortwörtlich einem Kind da Spielzeug klaut, so ist er nur noch gruselig und unangenehm wie sonst was, was man als Lob verstehen kann.

Nach 20 Minuten und einem durchkomponierten Shot in der Apotheke sind wir dann zurück im Weihnachtscontainersetting und Emilia möchte spielen - Pillen werden zerkleinert, Spritzen präpariert und es scheint in Foltergebiete zu gehen, was aufgrund ihrer Beichte, Roy eingeladen zu haben, allerdings zu einem abrupten Ende kommt. Sowohl die Umgebungseinstellungen als auch die dekorativen Lichter sorgen für visuelle Pluspunkte und sind lobenswert, "I love christmas more than anything in the world" ist ein Filmzitat, das ich mitfühlen konnte und während diese Komponente also als gelungen zu bezeichnen ist und auch das Schauspiel nie ärgerlich schlecht war, so hab ich leider doch meine Probleme mit den folgenden ~60 Minuten Film. Das nach einer Zeit fünfköpfige Figurengespann kriegt durch Traumszenen mit wunderbaren Überblenden und Szenarien, charakterisierende Dialoge, inszestuöse Andeutungen, wechselnde Gruppendynamiken und die stete Bedrohung der Situation nämlich natürlich einiges an Stoff zum Spielen und erkunden, wirklich als neu oder originell herausstechen, tut aber leider nichts davon. Die ausgedehnte Tripszene ist wunderbar, die Backstories waren nicht allzu nervig oder langweilig und das Setting ist reizvoll für eine kurzweiligen Film, doch stellenweise ist "Sick for toys" leider ein konzentrierter, funktionierender Thriller und teils eher generischer, oft so oder so ähnlich gesehener Durchschnitt.

Demnach wartet man irgendwann auf die Action oder das Blut und wenn die entsprechenden Szenen dann kommen, sind die Effekte zwar gut und auch Gorehounds können sich auf einzelne Aufnahmen freuen, doch wirklich spannend oder atmosphärisch sind die Geschehnisse zu dem Zeitpunkt dann leider nicht mehr, zumal aus unerfindlichen Gründen in den wichtigen Szenen die Musik fehlt. Das Ende ist gut erzählt, der Cast in Ordnung bis gut, die Idee stimmt, das Herz ist an der echten richtigen Stelle - aber nein, irgendwie konnte mich "Sick for toys" dann doch nicht genug unterhalten, um auf mehr als die berüchtigte 6,5/10 und immerhin 3,5/5 Zuckerstangen zu kommen.

7/10
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Kommentare

06.01.2020 15:44 Uhr - cecil b
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Ein kreativ verfasster, mMn deutlicher Eindruck von einem Film, der meinen teilweise schlechten Geschmack treffen könnte. ;) Thanx!

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