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Psycho III

Herstellungsland:USA (1986)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Psycho 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (20 Stimmen) Details
inhalt:
Norman Bates ist zurück. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe ist der Serienmörder Norman BAtes wieder auf freiem Fuße. Als er die junge Maureen kennen lernt, scheint sich das Blatt zum Guten zu wenden. Doch dann geschieht etwas schreckliches ....
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                           PSYCHO III

1983, 23 Jahre nach dem legendären Original von Alfred Hitchcock, folgte ein verspätetes Psycho-Sequel. Die für fünf Millionen Dollar recht kostengünstig produzierte Fortsetzung spielte über 34 Millionen Dollar ein, so dass es nicht verwundert, dass mit Psycho III bereits drei Jahre später ein weiterer Film um Norman Bates in die Kinos kam. Diesmal übernahm Anthony Perkins nicht nur die Rolle des geistesgestörten Mörders und Motelbesitzers, sondern führte gleichzeitig auch Regie, wobei ihm ein ähnliches Budget wie beim Vorgänger zur Verfügung gestanden haben dürfte. Zur Besetzung, die sich vor der von Bruce Surtees (1937-2012 / Dirty Harry, 1971) geführten Kamera versammelte, gehörten Diana Scarwid (Max´s Bar, 1980), Jeff Fahey (Machete, 2010), Roberta Maxwell (Philadelphia, 1993) und Hugh Gillin, der seine Rolle aus Psycho II noch einmal aufnahm. Die Dreharbeiten fanden an verschiedenen Orten in Kalifornien statt.

Norman Bates (Anthony Perkins) lebt nach den Ereignissen in Psycho II mit der mumifizierten Leiche von Emma Spool zusammen und leitet weiterhin das Bates Motel. Von einem geregelten Betrieb kann allerdings keine Rede sein. So muss Bates den schmierigen Möchtegern-Rockstar Duane Duke (Jeff Fahey) als Aushilfe anstellen, feierwütige Sportfans beherbergen und die neugierige Reporterin Tracy Venable (Roberta Maxwell), die ihn zu seinen Morden befragen will, abwimmeln. Als die suizidale Maureen Coyle (Diana Scarwid) im Bates Motel auftaucht, beginnt Norman Gefühle für die verzweifelte junge Frau zu hegen. Hat „Mutter“ natürlich nicht so gern …

Psycho II lebte u.a. von der Frage, ob Norman Bates wirklich noch von seiner Mutter heimgesucht wird, ober ob ihm jemand einen üblen Streich spielt, was den Film auch so sehenswert macht. Psycho III dagegen fehlt ein solches frisches Element; teilweise wirkt er eher wie ein typisches Slashermovie, was sich z.B. in den Morden zeigt, die vom inszenatorischen Aufbau her denen aus Freitag, Der 13. und Co ähneln. Außerdem gibt es die für das Genre üblichen Spielregeln. So sind zwei der Opfer junge Frauen, die gegen diese Regeln verstoßen und z.B. vorehelichen Sex haben. Außerdem sind die Morde in Psycho III die blutigsten, die man bisher in einem Psycho-Film zu sehen bekam. Diese können es inszenatorisch (natürlich) nicht mit der berühmten Duschmord-Szene aus dem Original aufnehmen, dürften Genrefans aber durchaus zufriedenstellen. Um den Film allerdings nicht zu grausam ausfallen zu lassen, hat man Psycho III mit einigen schwarzhumorigen Untertönen versehen. Auf Maureen Coyles Bemerkung, dass das Bad nach ihrem Selbstmordversuch schrecklich ausgesehen haben müsse, erwidert Bates wahrheitsgemäß: „Ich habe es schon schlimmer erlebt.“ Damit man aber merkt, dass man sich immer noch in einem Norman Bates-Film befindet, haben der Regisseur und sein Drehbuchautor Charles Edward Pogue (Die Fliege, 1986) einige Elemente eingeflochten, die man seit Hitchcocks Erstling kennt und schätzt: die ausgestopften Vögel, das Guckloch etc. Somit wirkt Psycho III irgendwie beliebig und eher wie ein typisches Kind der Slashermovie-Zeit, ist deswegen aber auch nicht langweilig oder gar ein Totalausfall, da er – neben den drastisch inszenierten Morden – noch andere Stärken hat.

So gibt Anthony Perkins erneut eine überzeugende Darstellung als Norman Bates, die einmal mehr unterstreicht, dass niemand außer ihm diese Rolle spielen sollte. Auch Diane Scarwid als Ex-Novizin und Bates´ Love Interest hinterlässt bleibenden Eindruck, während man Roberta Maxwells Vorstellung als Journalistin als solide bis ordentlich bezeichnen kann. Gleiches gilt für Hugh Gillin, der seinen Sheriff-Part aus Psycho II noch einmal neu auflegt. Der heimliche Star des Films ist jedoch Jeff Fahey in der Rolle des herumstreunenden Rockmusikers, der bei Norman Bates als Aushilfe anheuert. Fahey, der hier noch am Anfang seiner Schauspielkarriere stand, brilliert in der Rolle des herrlich schmierigen, glücklosen Musikers, bei dem man nie so recht weiß, ob man ihn für seine Coolness bewundern oder ihn für seine zahlreichen negativen Seiten (z.B. wie er Frauen behandelt) verachten soll. Wie auch immer – Faheys darstellerische Leistung weicht einem auch lange nach Filmende nicht aus dem Gedächtnis.

In Psycho III war Anthony Perkins nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera aktiv, und man durfte gespannt sein, wie der Darsteller, der unter Alfred Hitchcocks Anleitung gearbeitet hat, seine Vision eines Psycho-Films umsetzen würde. Einen Vergleich mit der Arbeit des Meisters ist müßig, aber dennoch hat Perkins Psycho III solide inszeniert. Er leistet sich zwar keine inszenatorischen Kabinettstückchen und übertreibt es bisweilen ein wenig mit den religiösen Elementen des Films wie z.B. einer (angeblichen) Erscheinung der Jungfrau Maria, hat aber dennoch ein Händchen für packend inszenierte Szenen. Das gilt nicht nur für die bereits erwähnten Mordszenen, sondern auch für die Auftaktsequenz. Und auch abseits dieser Sequenzen beweist Perkins, dass er in der Lage ist, einen Film so zu inszenieren, dass das Interesse des Zuschauers nicht (dauerhaft) abflaut, was auch an der Unterstützung des exzellenten Kameramanns Bruce Surtees liegt, dem wir die Optik einiger der besten Clint Eastwood-Filme zu verdanken haben, und der auch in Psycho III ordentliche Arbeit leistet. Zwar treiben Perkins/Surtees dem Zuschauer zwar keine Schweißperlen vor Spannung auf die Stirn, da der Film deutlich überraschungsfreier ist als seine beiden Vorgänger, aber beide haben solide Arbeit geleistet.

Psycho III kommt nicht an die Klasse der beiden Teile heran und ist überdeutlich vom Achtzigerjahre-Slashermovie beeinflusst. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bzw. kein Meisterwerk im Stil des Originals erwartet, bekommt mit Psycho III einen ordentlichen, guten Psycho/Horror-Thriller mit einigen blutigen Einlagen zu sehen – nicht mehr, aber auch nicht weniger! Dem Publikum war das offensichtlich nicht genug, denn mit etwas über 14 Millionen Dollar spielte der Film in den USA deutlich weniger ein als die ersten beiden Teile. Da den Psycho-Machern 14 Millionen Dollar Umsatz anscheinend immer noch genug waren, wollte man nicht von der Filmserie lassen, weshalb man im Jahr 1990 Psycho IV – The Beginning ins Rennen schickte, der allerdings nichts ins Kino kam, sondern fürs Fernsehen produziert wurde.

7/10
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Kommentare

07.06.2021 22:10 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Mist ! Vor zig Jahren hab ich Teil 1+2 das erste und letzte Mal gesehen. Ich muss da echt mein Gedächtnis auffrischen. Diesen hier und auch den folgenden sah ich bis heute auch nicht. Verdammt !!!😁
Ich nehme das jetzt einfach mal als Aufforderung zur Sichtung an !
Danke Puni.

07.06.2021 22:42 Uhr - Punisher77
1x
DB-Helfer
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Ich habe zu danken - schön, dass Du das Review als Aufforderung/Anlass zur erneuten Sichtung nimmst.

08.06.2021 09:33 Uhr - TheMovieStar
2x
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Erfahrungspunkte von TheMovieStar 1.471
Ja Puni, deine unterhaltsam und informationsreichen Reviews machen viele Filme wieder schmackhaft, die man ewig schon nicht mehr gesehen hat, sowie auch dieser hier. Müsste echt die Psycho Reihe mal wieder schauen!

Wie immer saubere Arbeit!

08.06.2021 16:57 Uhr - CHOLLO
1x
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Den fand ich ebenfalls noch sehr gelungen, bin aber auch ein Slasherfilm Fan. Nette Kills, aber schon merklich weniger Spannung als bei den Vorgängern. Und Perkins braucht sich auch hinter der Kamera nicht zu verstecken, wie du schon ganz richtig erwähnst.

08.06.2021 19:13 Uhr - immi666
1x
Werde ebenfalls mal wieder die PSYCHO-Reihe
anschauen, zumindest die Teile 1 bis 3.

Schön, dass die Reviews wieder auf die Filme aufmerksam machen!

😀

09.06.2021 00:50 Uhr - Punisher77
DB-Helfer
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Vielen Dank für Eure netten Worte!

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