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Kickboxer 4: The Aggressor

Herstellungsland:USA (1994)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Martial Arts
Alternativtitel:Kickboxer 4
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,60 (20 Stimmen) Details
inhalt:
Kickbox-Champ und Drogenfahnder David sitzt wegen eines Mordes hinter Gittern, den ihm sein Intimfeind Tong Po angehängt hat. Als Tong Po jedoch beginnt, die USA von Mexiko aus mit Drogen zu überschwemmen, bieten die Behörden David einen Deal an: Wenn es ihm gelingt, Tong Po auf seiner festungsähnlichen Ranch zu töten, soll er seine Freiheit zurückerhalten. Da der Gangster gerade zum großen Kickbox-Turnier bittet, lässt sich David inkognito aus Teilnehmer einschreiben...
eine kritik von themoviestar:

Der Ebbe folgt bekanntlich die Flut, nach jeder Flaute kommt irgendwann eine Erfolgssträhne und auch nach tagelangem schlechten Wetter scheint letzten Endes wieder die Sonne. Bei der unter Martial-Arts und B-Actionfreunde beliebten Kickboxer Reihe kann ebenso von Licht und Schatten gesprochen werden. Teil 1 und 2 waren unterhaltsame, gelungene Kampfsportfilme, Teil 3 ein einziger, unterirdischer Reinfall und der mir jetzt vorliegende vierte Teil ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem direkten Vorgänger, obgleich richtig gut natürlich etwas anderes bedeutet, aber dies steht wieder auf einem anderen Blatt. Kickboxer 4 - The Aggressor wurde mit einem Budget von 400.000 $ produziert und feierte seine Weltpremiere im März 1994 direkt auf Video, in Südkorea gab es sogar ein kleines, limitiertes Kinorelease.

Nach dem von Dennis A. Pratt und Rick King verbrochenen Kickboxer 3 - The Art of war übernimmt Albert Pyun, der Drehbuchautor und Regisseur vom zweiten Teil, wieder storybezogen sowie inszenatorisch das Sagen und beglückt den Fan zunächst einmal mit einer wohl gefallenden Rückblende auf die bisherigen Geschehnisse der Kickboxer Serie. Der Plot ignoriert Teil 3 komplett und David Sloane (Sascha Mitchell) sitzt mittlerweile auf Grund einer Intrige seines Erzfeindes Tong Po (Kamel Krifa) im Gefängnis. Die Polizei bietet Sloane die Freiheit an, wenn er den mit Drogen handelnden Tong Po zur Strecke bringen kann. Da Po seine Frau entführt hat sagt Sloane zu um diese zu befreien und meldet sich unter falschem Namen als Kämpfer bei Tong Pos Full Contact Turnier in Mexiko an. Gemeinsam mit Lando Smith (Brad Thornton), einem verdeckten Ermittler der Drogenfahndung, mischt er das Teilnehmerfeld auf und sagt dem skrupellosen Tong Po den Kampf an...

Ein nur 400.000 Dollar teurer Film kann keine unterhaltsame Action bieten? Kickboxer 4 beweist das Gegenteil und zeigt, wenn man die überschaubaren, zur Verfügung stehenden Mittel mit berücksichtigt, solide realisierte und über weite Strecken  auch akzeptabel choreographierte Fights. Dabei ist die Quantität der Auseinandersetzungen deutlich höher angesiedelt als die letztendliche Qualität der technischen Umsetzung, was wegen der angesprochenen Geldknappheit jedoch kein Weltuntergang ist. Nicht jede Kameraneinstellung sitzt, partiell hören sich einzelne Schlaggeräusche wie klatschende Hände an und auch so manch blutiger Effekt wirkt ein kleines bisschen arg gekünstelt. Nichtsdestotrotz merkt man den Beteiligten aber zumindest das Bemühen an, annehmbar inszenierte Kämpfe auf die Leinwand bringen zu wollen und einige Sequenzen können sogar als durchweg gelungen bezeichnet werden, die Präsentation unterschiedlichster Fighter mit variablen Kampfstilen ist ebenfalls positiv zu bewerten.

Langweile kommt dank der hohen Anzahl an Martial-Arts Schlachten sowie der familienfreundlichen Spielzeit von knapp unter 90 Minuten nur bedingt auf und wer bereit ist, sich von jeglichem Anspruch an Nachvollziehbarkeit  und von schauspielerischer Klasse zu verabschieden, wird mit einem trashigen, kurzweiligen No Brainer belohnt. Ich  musste mich beispielsweise grundlegend fragen, welche Logik dahinter steckt, dass Sloane die ganze Zeit ohne Verkleidung für Tong Po unerkannt am Kampfturnier mitwirkt und erst, als er bei seinem nächtlichen Einbruch demaskiert wird, von Tong Po auf einmal identifiziert wird. An den Haaren herbeigezogen wirkt die plötzlich erwähnte kleine Schwester von Tong Po, die bei einem Sondereinsatz der Drogenfahndung im Feuer umgekommen sein soll, komisch nur das Po bis zu diesem Zeitpunkt nie eine Schwester hatte.

Ungeachtet der meist passablen Leistung der Akteure bei der Kampfdarstellung gebe ich der gesamten Besetzung einen gut gemeinten Rat, bitte besucht noch einmal eine Schauspielschule! Denn die katastrophale Performance, welche ihr hier abliefert, hat nichts mehr mit Schauspiel zu tun und ist selbst im untersten C-Movie Sumpf eine Zumutung. Den sprichwörtlichen Vogel schießt Kamel Krifia als Tong Po ab, was ist nur aus dem respektablen, gnadenlosen, furchteinflößenden Killer der ersten beiden Teile, in denen Michel Qissi ihn verkörperte, geworden? Kamel Krifia sieht wie eine in den Botoxeimer gefallene Karikatur aus, grinst wo es nichts zu lachen gibt und macht sich mit seinem amateurhaftem Acting unfreiwillig zum Affen. Der einzige Lichtblick, den ich hier wieder einmal sehe, ist Sascha Mitchell, doch auch dieser hat sich schon mal deutlich besser geschlagen.

Am Ende des Tages schafft es Kickboxer 4 - The Aggressor dank flotter, kurzweiliger Inszenierung, zahlreicher Action und einer über die Gesamtheit gesehen als ausreichend zu bewertenden technischen Fightumsetzung gerade noch ins filmische Mittelmaß. Die bereits beschriebenen, gravierenden Unzulänglichkeiten können zumindest oberflächlich betrachtet verschmerzbar übertüncht werden, so dass dem B-Action Anhänger mit angepasstem Anspruchsdenken ein unterhaltsamer Klopper für zwischendurch übrig bleibt, ich vergebe wohlwollend formulierte, 5 von 10 Punkte.

5/10
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Kommentare

17.01.2020 17:46 Uhr - FordFairlane
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Schöne Kritik zu einem Film der eher zu den durchschnittlichen Teilen der Reihe gehört.
Der Film ist ein reiner B-Movie und das sieht man dem Film in jeder Faser an.
Wenig Budget, schwache Kämpfe und miese Darsteller.
Kamel Krifa den viele nur aus "Mit Stählerner Faust" kennen mit seinem Irokesenschnitt, ist ein furchtbar schwacher Ersatz, der null Kämpfen kann.
Ich gehe auch mal davon aus, dass dieser niemals eine Kampfsportart betrieben hat.
Ein fataler Fehler bei so einem Genre, doch um das zu verstecken haben wir den guten Albert Pyun, der aus dem Budget wie immer ordentlich rausholt.
Würde man diesem Mann ein 100. Millionen Dollar Budget zu Verfügung stellen, dann würde er das Filmprojekt wie ein 500. Millionen Dollar Projekt aussehen lassen. Talent hat er ja und seine Crew ist auch dabei.


17.01.2020 19:34 Uhr - sonyericssohn
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Moderator
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Den hatte ich in meiner Videothek damals freudestrahlend in der Hand bis mir gesagt wurde daß der total verstümmelt sei. Das war mein erster und einziger Kontakt mit dem Ding. Aber scheinbar hab ich ned viel verpasst :-D

17.01.2020 22:05 Uhr - TheMovieStar
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Danke euch beiden fürs Lesen und für eurer positives Feedback.

@Ford:Stimmt Pyun hat aus dem wenigen Geld das optimale heraus geholt.

@Sony: Ja die alte deutsche VHS Fassung war stark cut.

20.01.2020 12:30 Uhr - JasonXtreme
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Ich sagte es doch, der is wieder besser :D treffend formuliert - Tunte Po war echt armselig, aber ingesamt is der schon unterhaltsam! Angesichts des Geldes sowieso - Pyun kann mit wenig Geld umgehen, wenn er denn will, aber 400k Dollar sind schon echt eigentlich No Budget ^^

21.01.2020 08:03 Uhr - TheMovieStar
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@ Jason: Danke auch dir fürs Lesen und dein positives Feedback. Ja da haben wir die gleiche Meinung, der Film ist wirklich wieder besser, vor allem wenn man sich den grottigen dritten Teil vor Augen führt. Pyun bekommt oft negative Kritiken, ich selber muss gestehen, dass ich seine Filme eigentlich ganz gern sehe und ja er holt aus niedrigem Budget vorzeigbare Ergebnisse raus!

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