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hudeley
Level 7
XP 684
Eintrag: 22.01.2020

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The Orphan Killer 2

(Originaltitel: Bound X Blood: The Orphan Killer 2)
Herstellungsland:USA (2015)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Bound X Blood: The Orphan Killer 2
The Orphan Killer 2 - Bound X Blood

Bewertung unserer Besucher:
Note: 2,40 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem sie den blutigen Killing Spree ihres psychisch kranken Bruders Marcus überlebt hat, lebt die attraktive Audrey ein zurückgezogenes Leben in Los Angeles. Von den damaligen Ereignissen immer noch traumatisiert, tröstet sie nur der Gedanke, dass Marcus nicht mehr unter den Lebenden weilt. Wie falsch sie mit dieser Annahme liegt, zeigt sich, als Marcus eines Tages vor ihr steht und wieder die Jagd auf sie eröffnet. Dabei verläuft alles anders, als man es vermuten würde … und der Bodycount steigt alsbald in astronomische Höhen.
eine kritik von hudeley:
Orphan Killer 2 - Bound X Blood
 
Der US Independent Slasher "Orphan Killer" wäre hierzulande sicherlich nie erschienen, wenn er Anfang 2012 nicht beschlagnahmt worden wäre. Ich erinnere mich noch an diverse Forendiskussionen, als selbst unter Experten Ratlosigkeit herrschte da niemand diesen Film kannte. Jaja, die Bundesprüfstelle als Vorreiter sozusagen.
"Orphan Killer" war ein Slasher nach Schema F aber dafür mit höchst asozialem Gewaltgrad. Auch Marcus Miller als maskentragender Schlächter war nicht zu verachten, sind doch die Slasher Fans seit jeher auf der Suche nach neuen, maskierten Helden. Und gerade nach der Jahrtausendwende gab es ehrlich gesagt nicht viele Antagonisten, an die man sich noch erinnern kann. Chromeskull aus "Laid To Rest" vielleicht, Victor Crowley aus "Hatchet" oder neuerdings Art The Clown aus dem "Terrifier" - aber im Grunde sieht es doch mau aus in einem Genre, was sich in den 80ern nahezu blind Kultcharaktere aus dem Ärmeln schütteln konnte. Abgesehen davon nervte "Orphan Killer" dafür mit seiner musikalischen Untermalung. Grottiges Metal Gebolze von vorne bis Ende. Nicht dass ich was gegen diese Art der Musik hätte - ist sie doch mein bevorzugtes Genre - aber in Filmen taugt Death Metal (oder der billige Abklatsch davon) überhaupt nicht.
Schnell wurde ein Sequel angekündigt und auch bald abgedreht. Im Jahre 2015 vollendet, kam "Bound X Blood - The Orphan Killer 2" erst Ende 2019 zeitgleich in Amerika und Deutschland heraus. Regisseur Matt Fransworth war zwischenzeitlich, das verraten diverse Facebook Fotos, in den letzten 4 Jahren wohl eher in seinem Beruf als Fittness-Trainer und im Bart wachsen lassen aktiv, doch daran scheint es nicht gelegen zu haben. Nicht dass ich Genaueres wüsste, aber die Fortzsetzung des durchaus soliden ersten Teil ist dermaßen verfahren und grottig schlecht, dass ich eher davon ausgehe, dass er entweder keinen Vertrieb außerhalb der in Eigenregie in den Staaten veröffentlichten Releases fand, oder Farnsworth sich selber nicht ganz sicher war, ob dieses Flickwerk an Mist das Licht der Welt erblicken sollte.
 
Dass sich die Interessen des Regisseurs vom Horrorgenre abgewendet zu haben scheinen liegt nahe und genauso schaut sich auch dieser Film. Klischee an Klischee, dabei - trotz gewolltem Trash- und Humor Einschlag - so dermaßen hölzern, dass es noch nicht einmal unterhalten kann. Hier mal ne Zeitlupe, da ein möglichst peinlich aufgesetzter cooler Spruch, egal, Hauptsache man bekommt die Laufzeit gefüllt. Ein Blick auf den Player verraten 118 quälend lange Minuten. Selbst anfangs, als ich dem Streifen noch wohlgesonnen war, hat mich die Länge schon leicht erschrocken. Denn meistens sind gerade Independent- oder einfach gestricktere Horrorfilme im Allgemeinen nur dann gut, wenn sie die 80 Minuten nicht überschreiten. 
 
Was macht der Film jetzt also genau falsch? Tja, schwierige Frage. Im Grunde muss man es selbst gesehen habe, denn man schämt sich beim Anschauen. Alleine die Story um Marcus Miller, der seine im ersten Teil gejagte Schwester auspührt und ihr - kein Scheiss, Zitat - "Killerblut" von sich in ihren Körper injiziert und sie innerhalb von Sekunden in eine ähnlich mordlüsterne Killermaschine verwandelt, ist hohl ohne Ende. Soll das trashig sein? Ist das ernst gemeint? Gabs überhaupt ein Drehbuch oder wurde nur improvisiert? Alles Fragen, die nicht einmal Matt Farnsworth selber beantworten kann. So ziellos wie hier, habe ich lange keinen Film mehr vor sich hin mäandern sehen. Gerade im Slashergenre, wo man wirklich die Fans mit immer derselben, geradlinig inszenierten Story im Normalfall bei Laune halten kann, ist ein so verquastes Flickwerk an Film wirklich ein Kuriosum. Nur halt kein sehenswertes.
 
Es gibt viele Aufnahme von Wäldern, verlassenen Straßen und Fabrikgeländen. Zumindest gegen Ende können gewisse Verfolgungsjagden in den verfallenen Gemäuern zumindest kurzzeitig vom Setting profitieren. Aber dass man eine Umgebung ausnutzt, den Protagonisten sich mal irgendwo verstecken lässt um irgendwie Stimmung aufzubauen, das bekommt der Film bei Weitem nicht hin. Zumindest beim Soundtrack hat man sich, obgleich Billo-Metal immernoch ab und aus den Boxen wummert, immerhin etwas zurückgehalten.
Dann gibts ja noch die Effekte. Diese sind ordentlich ausgefallen. Es wird immernoch im Grenzbereich des §131 geschnetzelt, aber dass wirklich etwas als besonders fies im Gedächtnis bleibt, ist nicht der Fall. Höchstens der Faustkampf, bei welchem am Ende ganze Brocken aus Körpern geboxt werden, mag annähernd an die Szenen herankommen, die dem ersten Teil dieses inzwischen mit Sicherheit in den Sand gesetzten Franchises seinen Ruf beschert haben. Wer sich wegen dieser Szene allerdings für eine Höllenknete das Mediabook zu "Bound X Blood" kauft, der sollte lieber in den Film "Adam Chaplin" investieren. Da gibts wirklich blutige Boxkämpfe galore. 
 
Erwähnenswert ist noch Chromeskull Darsteller Nick Principe, der unter anderem auch die Rolle des Killers Max Seed (in dem von Marcel Walz ähnlich verkorkstem Sequel "Seed 2" zu einem guten ersten Teil) verkörperte oder im vergessenen, aber durchaus soliden Schweinsmasken-Slasher "Madison County" den Bösewicht mimte. Dieser spielt hier einen Horroregisseur, der von dem tötenden Geschwisterpärchen entführt wird. Principe ist ne coole Socke, wenn ich den auf der Leinwand sehe gibts automatisch 'nen Pluspunkt.
 
Den billigen Digital-Look der an vielen Stellen kritisiert wurde, empfand ich nicht als störend. Als ob der erste "The Orphan Killer" Hochglanz gewesen wäre. Das sind unfaire Kritikpunkte, aber ich gebe gerne zu, dass der Erstling wesentlich besser geschnitten, besser ausgeleuchtet und gefilmt war. In "Bound X Blood" bekommt man oft den Eindruck, die Kamera filmt gerade völlig in die falsche Richtung. Links ist der Effekt, rechts wird gefilmt. Das war mit Sicherheit kein stilbedingtes Wegblenden, sondern einfach der von mir vermuteten Improvisation geschuldet. So sehen Filmergüsse aus, bei denen keiner am Set einen Plan hatte, was er denn zu machen hat. Getreu dem Motto: "Ich hab hier ne Gartenpumpe, 10 Liter Kunstblut und ein paar ausgegossene Alginat Abdrücke von einem Arm. Wenn ich nah genug die Kamera dranhalte merkt auch niemand, dass es eigentlich ein Fuß ist. Renne doch bitte einfach mal 5 Kilometer durch den Wald, hau dann dem Typen irgendeinen Gegenstand wo rein, grunze etwas durch deine merkwürdige Bondage Maske mit Killernieten dran, lol ... Killernieten, verstehst Du? Ich filme dann irgendwas im Halbdunkeln und ... wird schon passen! Bisschen Death Meddl drauf und ab die Rumba! Danach 5 Liegestützen und gut ist."
 
Wieso Ihr hier keine weitere Beschreibung der Story gelesen habt? Ich mache mir bestimmt nicht die Mühe, den Versuch des Filmemachers, aus Improtheater eine Handlung zu bauen, auseinanderzudröseln. Was punktet, sind bestenfalls die Effekte, ein paar wenige gut ausschauende, wenngleich auch ungenutzte Settings und Nick Principe. Alles andere, angefangen bei der Laufzeit, dämlichen Slo-Mo Aufnahmen, peinlichen Dialogen, hakeliger Kameraarbeit und diversen anderen Kinderkrankheiten, ist ein einziges Ärgernis. "Bound X Blood - The Orphan Killer 2" ist ein schnell heruntergekurbeltes, ziel- und liebloses Werk. Uninspiriert von vorne bis Ende. Und die paar Bluteffekte entschädigen nicht den Kauf.
 
2.5/10
3/10
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Kommentare

22.01.2020 08:02 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.318
Also spätestens jetzt bin ich gewarnt.

22.01.2020 15:00 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 3
Erfahrungspunkte von McGuinness 144
Ich fand den Vorgänger schon nicht sonderlich berauschend und dank deiner ausführlichen Review zu diesem zweiten Aufguss hier, werde ich mir diesen mit Sicherheit sparen 😁

22.01.2020 16:55 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 369
Teil 1 ist schon an mir vorüber gegangen, so dass mich Teil 2 quasi gar nicht hinter dem Ofen vorlockt.
Und: Wenn ein Film mehrere Jahre in der Produktionshölle schmort, ist man mit Vorsicht meist gut beraten :D

22.01.2020 17:13 Uhr - CHOLLO
1x
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Erfahrungspunkte von CHOLLO 913
Der gute hudeley ist ja in letzter Zeit produktiv wie Sau;)
Mir gefällts, ich verschlinge deine Reviews und finde sie köstlich.
Auch wenn wir nicht gerade den selben Film- bzw. Genregeschmack teilen.

22.01.2020 18:33 Uhr - kokoloko
1x
User-Level von kokoloko 10
Erfahrungspunkte von kokoloko 1.486
War bei den ersten Kritiken ganz ungläubig, da es schien als hätte Teil 1 genug Geld gemacht, um die Reihe im größeren oder gar professionellerem Rahmen hochzuziehen aber ja, klingt absolut entbehrlich. Teil 1 guck ich vielleicht mal, aber bestimmt nicht im 30€ Mediabook. Laid to Rest 2 fand ich auch grottig, große Stücke halt ich hingegen auf die endgültige Verkultung des gnadenlosen Collectors in Teil 3 bald. <3

23.01.2020 02:56 Uhr - hudeley
3x
User-Level von hudeley 7
Erfahrungspunkte von hudeley 684
Ja, hätte auch vermutet, dass man hier mit einem etwas höheren Budget hantieren hätte können. Leider Pustekuchen.
Mit LTR 2 hatte ich ebenfalls zu kämpfen, aber schön dass Du den Collector erwähnt hast, kokoloko! Habe den in meiner Aufzählung absolut vergessen! Teil 1 war überragend, mit Teil 2 war ich nicht ganz so zufrieden. Aber der bald erscheinende 3. Teil so ja wohl eher in Richtung des ersten schielen... als immer her damit!

... und danke Euch allen für das positive Feedback =)

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