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Rambo: Last Blood

Herstellungsland:USA, Bulgarien, Spanien (2019)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action
Alternativtitel:Rambo 5
Rambo V
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,52 (74 Stimmen) Details
inhalt:
Der ehemalige Vietnamveteran muss sich in Rambo 5: Last Blood nicht nur einem mexikanischen Menschenhandelsring stellen, sondern wird auch mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Rambo versucht auf der Farm seiner Eltern ein friedliches Leben zu führen. Nachdem jedoch die Tochter seiner Haushälterin von Menschenhändlern entführt wird, reist Rambo gemeinsam mit der Ex-Soldatin und Journalistin Carmen (Paz Vega) nach Mexiko. Dabei gerät er an den Kartellboss Hugo Martinez und dessen Bruder Victor. Bald findet sich Rambo in einem brutalen Kampf gegen die Kartellschergen wieder.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                        RAMBO: LAST BLOOD

Nachdem Sylvester Stallone der Figur des Rocky Balboa mit dem gleichnamigen Film im Jahr 2006 einen würdigen Abgang verschafft hatte, tat er das gleiche zwei Jahre später mit dem Vietnamveteranen John Rambo. Die Schlusseinstellung des John Rambo betitelten Films zeigte die Ein-Mann-Armee, wie sie nach einer kaum zu toppenden Schlacht – ähnlich wie zu Beginn von Rambo (1982) – einen Highway hinablief, um dann auf die Farm seiner Eltern zu treffen. Die Achtzigerjahre-Actionikone hatte ihren Frieden gefunden, die Geschichte war zu Ende erzählt … so schien es zumindest.

Aber irgendwie ließ Stallone die Idee eines fünften Rambo-Films nicht los, so dass Rambo V seit 2008 immer wieder angekündigt und abgesagt wurde. Neben einigen – im Nachhinein betrachtet – eher abstrusen Ideen (So sollte z.B. der Roman Hunter von James Byron Huggins als Vorlage dienen und Rambos nächster Gegner wäre ein genmanipuliertes Monstrum gewesen; außerdem gab es die Idee einer TV-Serie mit Rambos Sohn...) kristallisierten sich schon im Jahr 2008 zwei Elemente heraus, die auf das fertige, Rambo: Last Blood betitelte Endprodukt zutreffen sollten. Erstens: Der fünfte Rambo sollte kein weiterer Kriegsfilm, sondern etwas völlig anderes werden. Zweitens: Es sollte um ein Mädchen und Drogenbosse gehen und der Schauplatz sollte das amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet sein. Stallone hatte die Idee mit mexikanischen Drogenbossen also bereits Jahre vor Donald Trumps Präsidentschaft im Kopf, so dass Rambo: Last Blood also kein spontan zusammengeschraubtes Pro-Trump-Filmchen ist, aber dazu später mehr.

Nach Jahren voller Gerüchte, Halbwahrheiten und halbgarer Ankündigungen begannen die Dreharbeiten im Oktober 2018 in Bulgarien. Weitere Szenen entstanden in Spanien. Ursprünglich sollte Stallone bei Rambo: Last Blood Regie führen, doch diesen Job überließ er letztendlich Adrian Grünberg (Get The Gringo, 2012). Dafür zeichnete der Rambo-Darsteller für die Story (mit Dan Gordon) und das Drehbuch (mit Matthew Cirulnick) verantwortlich. Zur Besetzung der 50 Millionen Dollar teuren Produktion gehörten eher unbekannte Darsteller wie Paz Vega (Acts Of Vengeance, 2017), Sergio Peris-Mencheta (Resident Evil: Afterlife, 2010), Yvette Monreal (Stargirl, 2020), Oscar Jaenada (Pirates Of The Caribbean – Fremde Gezeiten, 2011) und Adriana Barraza (Drag Me To Hell, 2009).

John Rambo (Sylvester Stallone) scheint endlich Frieden gefunden zu haben. Seit Jahren bewirtschaftet er die Farm seines verstorbenen Vaters; dessen Haushälterin Maria (Adriana Barraza) und ihre Enkelin Gabriela (Yvette Monreal) sind wie eine Familie für den wortkargen Vietnamveteran, der sein Trauma, das ihn dann und wann in Form von Flashbacks heimsucht, mit Tabletten auf Abstand hält. Die Idylle wird jedoch brutal zerstört, als Gabriela auf eigene Faust nach Mexiko reist, um ihren leiblichen Vater zur Rede zu stellen. Als Rambo davon erfährt, reist er ihr Hals über Kopf hinterher, um sie zu suchen. In Mexiko gerät er in Konflikt mit Kartellboss Hugo Martinez (Sergio Peris-Mencheta), der Gabriela zur Prostitution zwingt und ihn selbst übel misshandeln lässt. Hätte er besser nicht getan …

Seit Jahren dürfte es – von Terminator: Dark Fate (2019) vielleicht abgesehen - wohl kaum einen so umstrittenen jüngeren Beitrag zu einer etablierten Filmreihe gegeben haben wie Rambo: Last Blood. Selbst Fans der Reihe waren skeptisch: Mit John Rambo hatte Sylvester Stallone die Figur, die das zweite Standbein seiner wechselhaften, aber dennoch beeindruckenden Karriere bildete, erfolgreich in Rente geschickt – warum also nach elf(!) Jahren noch ein fünfter Film? Was sollte da noch kommen? Auch die Trailer sorgten nicht überall für Begeisterung. Während die einen von der Westernatmosphäre insbesondere des ersten Trailers begeistert waren und auf einen Rambo im Erbarmungslos (1992)-Stil hofften, vermissten die anderen das typische Rambo-Feeling, da die Rambo: Last Blood-Vorschau den Titelhelden nicht in einem militärischen Konflikt platzierte. Außerdem gefiel vielen Fans die Idee nicht, dass sich nun auch „ihr“ John J. mit einem mexikanischen Drogenkartell herumschlagen musste, denn sein wir mal ehrlich – aufgrund ihrer quasi allgegenwärtigen Präsenz in Filmen und TV-Serien haben Kartellbosse als Schurken mittlerweile einiges an Anziehungskraft und Originalität verloren.

Die Kritiker gingen – wie gewohnt – alles andere als freundlich mit Rambo: Last Blood um. Diesmal spielte bei den Verrissen von John Rambos fünftem Leinwandfeldzug allerdings – und zwar so extrem wie seit Rambo II – Der Auftrag (1985) nicht mehr – eine politische Komponente eine Rolle. Der Film wurde dafür kritisiert, Mexiko und Mexikaner/Latinos ausschließlich von ihrer schäbigsten Seite zu zeigen und damit rassistische Vorurteile zu befeuern. Viele Kritiker sahen in Rambo: Last Blood eine Film gewordene Trump-Fantasie; schließlich hat der Präsident der Vereinigten Staaten Mexikaner immer wieder als Vergewaltiger und Verbrecher bezeichnet, die das Land mit Drogen überfluten und einfach so über die Grenze in die USA kommen – all das bekommt man auch im fünften Rambo-Film zu sehen, weshalb man Stallone eine Freundschaft zum Präsidenten andichtete, die so nicht existiert, auch wenn Sly sich nicht offensiv mit Trump auseinandersetzt wie es sein Buddy Arnold Schwarzenegger (Terminator – Dark Fate, 2019) tut. David Morrell, Autor des Romans First Blood und Erfinder der Figur John Rambo, war von dem Film so angeekelt, dass er sich von ihm distanzierte und bedauerte, dass sein Name mit dem Projekt in Verbindung gebracht werde. Bei all diesen Kontroversen um die Darstellung Mexikos verkamen die für die Reihe seit Rambo II üblichen Kritikpunkte (Gewaltverherrlichung, eine nicht vorhandene Handlung etc.) beinahe zur Fußnote.

Aber was für ein Film ist Rambo: Last Blood nun? Ist er tatsächlich ein überflüssiger, unnötiger Aufguss, da spätestens mit John Rambo doch alles gesagt war? Ist Rambo: Last Blood ein von Stereotypen und rassistischen Untertönen durchsetztes, gewaltverherrlichendes Rachespektakel, das auf die Trump-Wählerschaft abzielt, um noch mal ordentlich Kohle zu machen und irgendwann in der filmischen Top Ten des amtierenden US-Präsidenten zu landen? Oder ist Rambo: Last Blood ein überzeugendes Spätwerk, das John Rambo noch einmal – wie es mit Rocky Balboa in den Creed-Filmen (2015 & 2018) gemacht wurde – in einem gelungenen modifizierten Rahmen präsentiert?

Nun, worauf man sich einstellen muss ist, dass sich Rambo: Last Blood, oberflächlich betrachtet, von seinen vier Vorgängern unterscheidet wie Tag und Nacht. Nicht wenige Fans und Kritiker empfanden den Plot des Films als ungeeignet, da er eher zu einem 96 Hours (2008)-Film passe als zu einem Rambo-Streifen. Zum ersten Mal seit dem unübertroffenen Original agiert Rambo hier nicht innerhalb einer militärischen Operation und er mischt sich auch in keinen Krieg ein. Ja sogar seine langen Haare hat er sich abgeschnitten, so dass er wie ein älterer Liam Neeson wirkt, wenn er sich auf die Suche nach seiner Ziehtochter macht. Trotz dieser Änderungen enthält Last Blood viele Rambo-typische Elemente, die einen nicht unerheblichen Reiz des Films ausmachen.

Im ersten und besten Rambo war der von Sylvester Stallone dargestellte Ex-Soldat ein ausgebranntes, traumatisiertes Wrack und diesen Faden nimmt Hauptdarsteller und Co-Autor Stallone in Rambo: Last Blood wieder auf und entwickelt ihn weiter. Während Rambo im zweiten und dritten Teil im Grunde eine fleischgewordene Comicfigur war, hatte er bereits in John Rambo wieder etwas an charakterlicher Tiefe gewonnen, was in Last Blood fortgesetzt wird. Hier ist Rambo einerseits ein in Frieden und Zurückgezogenheit lebender Quasi-Familienvater, andererseits haben seine posttraumatischen Störungen und das Alter ihre Spuren hinterlassen. Rambo hat sein Vietnamtrauma quasi in sein eigenes Reich verbannt, das vor allem aus unterirdischen Tunneln besteht; hier – unter der glücklichen Oberfläche – ergreift das Vietnamtrauma in Form von alptraumhaften Erinnerungen von ihm Besitz. Auch die Dialoge mit seiner Filmtochter Gabriela, in denen Rambo von der Schlechtigkeit der Welt/der Menschen, wobei er sich selbst miteinbezieht, spricht, zeugen von dem Bewusstsein seines Traumas. Dem begegnet er mit reichlich eingenommenen Tabletten – ein glaubhafter und nötiger Schachzug in Hinblick auf Stallones fortgeschrittenes Alter. Sylvester Stallone verleiht der Figur des John Rambo eine nicht unbedingt zu erwartende Tiefe. Aber er überzeugt nicht nur in diesen, die Charakterzüge der Figur formenden Szenen, sondern auch in denen, in denen das Maß voll ist und Rambo rot sieht. Wenn Rambo seine Tabletten wegwirft und seinem ersten Opfer auf qualvolle Weise Knochen bricht, weiß der Zuschauer Bescheid: die negative Seite, von der Rambo zuvor gesprochen hat, hat die Überhand gewonnen – das Tier ist entfesselt! Und das zeigt sich auch in der Art, wie Rambo mit seinen übrigen Feinden verfährt. Während in Rambo (1982) „nur“ ein Mann getötet wurde und die meisten von Rambos Gegnern in den nachfolgenden Teilen mit ein paar Kugeln „davonkamen“, müssen die Schurken weitaus grausamere Filmtode erleiden, da Rambo emotional noch nie so eingebunden war wie in Last Blood. Und all das wird von Sylvester Stallone glaubhaft dargestellt.

Aber nicht nur Stallone punktet in seiner Stammrolle. Auch wenn Rambo: Last Blood nicht mit großen Namen auftrumpfen kann, wurden die meisten Rollen passend besetzt. So weckt Yvette Monreal als Gabriela definitiv Beschützerinstinkte und wenn man sie gesehen hat, kann man durchaus verstehen, dass Sly ihretwegen – im wahrsten Sinne des Wortes – den Hammer sausen lässt. Auch ihre Filmmutter wird – wenn auch in wenigen Szenen – von Adriana Barraza überzeugend dargestellt, so dass man Rambos Bindung zu ihr mühelos nachvollziehen kann.

So überzeugend wie das „Weiß“ wird auch das „Schwarz“ dargestellt. So überzeugen Sergio Peris-Mencheta  und Oscar Jaenada in ihren Rollen als Köpfe des feindlichen Kartells. Während Jaenada den eher „extrovertierten“, sprich durchgeknallten und grausamen Part des Schurkenduos übernimmt, wirkt Peris Mencheta als der vermeintlich ruhigere der beiden durch seine „Geschäftsmäßigkeit“ und seinen Hang zum Sadismus noch bedrohlicher. Und nun sind wir schon mittendrin in der Feindbildzeichnung und dem Vorwurf, Rambo: Last Blood schüre Ressentiments gegenüber der Bevölkerung Mexikos. Ja, in Rambo:Last Blood wird Mexiko als Moloch dargestellt, der ausschließlich aus schäbigen, heruntergekommenen Vierteln besteht und vor Gangstern, Dealern und korrupten Polizisten nur so wimmelt. Mitglieder dieser drei Gruppierungen werden in nur schwer zu ertragenden Szenen gezeigt – so fällt eine Horde Polizisten über eine Gruppe von Zwangsprostituierten her und auch das Martyrium von Rambos Schützling ist nichts für Zartbesaitete. Dass insbesondere Szenen wie diese heftig kritisiert werden, dürfte vor allem der Präsidentschaft Donald Trumps geschuldet sein, denn wenn man ehrlich ist, waren die Rambo-Filme noch nie zimperlich in der Feindbildzeichnung und folgten ab Teil 2 stets einem simplen Schwarz-Weiß-Motiv: Rambos Gegner wurden immer reißerisch und oberflächlich als hinterhältige, sadistische Mistkerle porträtiert, so dass auch sichergestellt war, dass auch der kritischste Zuschauer auf Rambos Seite war, wenn dieser seine Kontrahenten durchsiebte. So funktionieren nicht nur die Rambo-Filme, sondern auch zig andere Actionfilme und Thriller, die über ein Rachemotiv verfügen. Rambo: Last Blood macht also nichts anders als seine Vorgänger und womöglich wäre dieser Aspekt des fünften Rambo-Films gar nicht so kritisch aufgenommen worden wie es letztendlich geschah, wäre Trump, der seinen Wahlkampf u.a. auf der Diffamierung der Mexikaner aufgebaut hat, nicht Präsident und wäre Stallone nicht Republikaner. Aufgrund dieser Kombination wurde Rambo: Last Blood von vielen als Trump-Wunschfilm, bzw. Film gewordene Trump-Fantasie bezeichnet, obwohl Stallone die Mexiko-Idee schon vor über zehn Jahre kommunizierte und er Trump – im Gegensatz zu JohnMcCain – auch nicht unterstützte. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Darstellung der Feinde, bzw. des Feindeslandes ist typisch Rambo, gewinnt aber durch aktuelle politische Ereignisse an zusätzlicher Brisanz. Man muss die Feindbildzeichnung in Rambo: Last Blood nicht mögen, aber letztendlich muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden, wie er diese bewertet.

Trotz der Abwesenheit einer kriegerischen Auseinandersetzung, Rambos Dasein als Farmer und der Kartell-Geschichte steckt mehr Rambo in Rambo: Last Blood, als so mancher Purist wahrhaben möchte. Von Rambos Vietnamtrauma abgesehen, kommen auch hier seine zwei ikonischen Waffen (Messer sowie Pfeil und Bogen) zum Einsatz und wie in Rambo II-IV hat der Vietnamveteran auch hier eine Rettungsmission auszuführen. Und der Showdown ist eine knallharte, bluttriefende Hommage an die Wald-Szene in Rambo, in der er sich – unterstützt von einigen selbst gebauten Fallen – seiner Verfolger entledigt. Hier hat Rambo seine Guerilla-Taktik angewandt, was er auch in Rambo: Last Blood tut: Obwohl er völlig auf sich allein gestellt ist, nutzt er den Vorteil der ihm vertrauten Umgebung, die er mit tödlichen Fallen gespickt hat. Und der Rambo: Last Blood-Showdown hat es wahrlich in sich! Auch wenn hier einige mäßige CGI-Effekte zum Einsatz kommen, ist das Finale des Films eine Wucht! Auch wenn John Rambo insgesamt eine Spur härter als Rambo: Last Blood ist, ist es ein kleines Wunder, dass es Rambos fünfter Film unbeschadet durch die FSK-Prüfung kam, denn wenn Rambo zuschlägt, tut er das zwar schnell, aber enorm hart und unter Einsatz verschiedener Waffen – bei der Abrechnung mit seinem Endgegner lässt er sich dagegen etwas mehr Zeit und geht dabei so beherzt zur Sache, dass man fast schon Mitleid haben könnte. Erfreulich ist zudem, dass Rambo hier nicht – wie im vorigen Teil - „nur“ an einer Stelle steht und seine Feinde niederschießt, sondern wieder mehr Körpereinsatz zeigt. Somit ist der Rambo: Last Blood-Showdown ein brachiale Endabrechnung, die jeden Fan zufriedenstellen dürfte und für vieles wieder glattbügelt, was dem Film nicht so gut gelungen ist, denn obwohl die positiven Aspekte überwiegen, ist Rambo: Last Blood kein Film ohne Fehl und Tadel.

Denn was die Action angeht, hätte Rambo: Last Blood durchaus üppiger ausfallen können, denn das gut zehnminütige Finale ist die einzige wirklich lange Actionszene des Films, was schon enttäuschend ist. Davor gibt es freilich noch ein paar kurze (und blutige!) Scharmützel, aber trotzdem hätte man mit der Action durchaus großzügiger umgehen können, wenn man bedenkt, welche Maßstäbe die vorigen Filme für das Genre gesetzt haben. Dann hätte sich der Plot an manchen Stellen nicht so gezogen wie er es letztendlich getan hat. Und die Rolle der mexikanischen Reporterin hätte man noch ausbauen und mit einer etwas ausdrucksstärkeren Schauspielerin als Paz Vega besetzen sollen. Außerdem ist es schade, dass Rambos Trauma im weiteren Verlauf des Films nicht mehr auftaucht.

Trotzdem ist Rambo: Last Blood eine vielleicht nicht zwingend notwendige, aber dennoch starke, sehenswerte Fortsetzung und ein weiteres gelungenes Alterswerk Stallones, das die Rambo-Saga wohl endgültig abschließt. Zwar hatte Stallone – vorausgesetzt, Rambo: Last Blood werde ein Erfolg an den Kinokassen – einen sechsten Teil in Aussicht gestellt, doch da der 50 Millionen Dollar teure Film mit einem weltweiten Einspielergebnis von 91 Millionen hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, dürfte sich dieses Vorhaben erledigt haben.

8/10
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Kommentare

21.08.2020 00:27 Uhr - voorheeskrüger
3x
Ein wahnsinns tolles Review.Obwohl so lange war ich traurig das es zu ende war hätte noch mehr lesen können.Einfach super.Ich gehöre auch zu denen die Rambo Last Blood klasse finden.

Das hast du geschrieben ---- (Trotz der Abwesenheit einer kriegerischen Auseinandersetzung, Rambos Dasein als Farmer und der Kartell-Geschichte steckt mehr Rambo in Rambo: Last Blood, als so mancher Purist wahrhaben möchte. Von Rambos Vietnamtrauma abgesehen, kommen auch hier seine zwei ikonischen Waffen (Messer sowie Pfeil und Bogen) zum Einsatz und wie in Rambo II-IV hat der Vietnamveteran auch hier eine Rettungsmission auszuführen.)----
und genau das habe ich mir auch gedacht beim anschauen.Echt krass.Die Punkte Bewertung bin ich bei 9 weil ich einfach auf solche Filme stehe und das Finale mega rockt. Danke dir für das tolle Review.Hut ab.

21.08.2020 06:50 Uhr - TheMovieStar
4x
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Hier mal zwei Zitate aus deinem mehr als lesenswerten Review:

"Im ersten und besten Rambo war der von Sylvester Stallone dargestellte Ex-Soldat ein ausgebranntes, traumatisiertes Wrack und diesen Faden nimmt Hauptdarsteller und Co-Autor Stallone in Rambo: Last Blood wieder auf und entwickelt ihn weiter. Während Rambo im zweiten und dritten Teil im Grunde eine fleischgewordene Comicfigur war, hatte er bereits in John Rambo wieder etwas an charakterlicher Tiefe gewonnen, was in Last Blood fortgesetzt wird. Hier ist Rambo einerseits ein in Frieden und Zurückgezogenheit lebender Quasi-Familienvater, andererseits haben seine posttraumatischen Störungen und das Alter ihre Spuren hinterlassen. Rambo hat sein Vietnamtrauma quasi in sein eigenes Reich verbannt, das vor allem aus unterirdischen Tunneln besteht; hier – unter der glücklichen Oberfläche – ergreift das Vietnamtrauma in Form von alptraumhaften Erinnerungen von ihm Besitz. Auch die Dialoge mit seiner Filmtochter Gabriela, in denen Rambo von der Schlechtigkeit der Welt/der Menschen, wobei er sich selbst miteinbezieht, spricht, zeugen von dem Bewusstsein seines Traumas."

"Und der Showdown ist eine knallharte, bluttriefende Hommage an die Wald-Szene in Rambo, in der er sich – unterstützt von einigen selbst gebauten Fallen – seiner Verfolger entledigt. Hier hat Rambo seine Guerilla-Taktik angewandt, was er auch in Rambo: Last Blood tut: Obwohl er völlig auf sich allein gestellt ist, nutzt er den Vorteil der ihm vertrauten Umgebung, die er mit tödlichen Fallen gespickt hat. Und der Rambo: Last Blood-Showdown hat es wahrlich in sich! "

Endlich jemand, der dies mal so schreibt wie es ist und wirklich Ahnung hat von der Figur John Rambo! Von wegen Rambo 5 wäre kein richtiger Rambo Film, was man von vielen leider lesen musste... Rambo ist in Rambo 5 endlich wieder Rambo, mehr als lange Zeit zuvor (siehe innere Zerrissenheit, Trauma, Einzelkämpfer Thematik Guerilla Taktik)

Danke auch von mir für diese tolle Kritik!

21.08.2020 07:21 Uhr - Ivan_Danko
2x
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Schon im Kino hatte ich ein wohliges Gefühl der Nostalgie. Meiner Meinung nach war der etwas langsamere Aufbau absolut nicht störend, sondern eben eine Erklärung, warum sich der offensichtlich vom Grauen gezeichnete John Rambo relativ zurückgezogen der Farmarbeit und der Verarbeitung seines Lebens gewidmet hat.
Nach der mittlerweile dritten Sichtung kann ich sagen, dass der Film bei mir im Status sogar noch gestiegen ist und genau das liefert, was ich mir von einem Spätwerk erwartet habe. Vom unerreichten Erstling mal abgesehen, sind die Vorgänger, wenn man mal ehrlich ist, allesamt handlungsschwache Reißer, zwar mit Kultpotential und Actionbonus, aber eben auch alles andere als kreativ. Macht mir persönlich nichts aus, liebe alle 5 Filme und würde 2-4 alle noch mit einer guten 8 bewerten, Teil 1 mit der Höchstwertung. Bei dem hier stehe ich mittlerweile tatsächlich schon bei einer 9, gerade durch den Stilwechsel, der dem älteren Stallone durchaus steht.
Eine tolle Rezension wie von dir gewohnt, vielen Dank dafür! Mediabook kommt im Oktober, bin eigentlich kein Fan davon, aber dieses eine Mal hab ich gerne mal eine Ausnahme gemacht und vorbestellt.

21.08.2020 08:19 Uhr - sonyericssohn
2x
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Grandiose Kritik !
Mir hat der unglaublich gut gefallen ! Wirkte auf mich fast wie ein Befreiungsschlag, als hätte es Teil 4 nie gegeben. Zwar geizt er, da geb ich dir recht, mit Action, aber irgendwie braucht der in meinen Augen gar ned so viel Rambazamba...

21.08.2020 10:25 Uhr - Draven273
2x
Woohoo… was für eine Review :) Fine ich total toll, passend und wirklich angemessen geschrieben. Hab mich erst ein wenig erschrocken über die Länge, danach ging es mir aber so wie den anderen hier auch, schwupps war man durch und es hätte fast noch mehr sein können :) Bin begeistert und ich kann hier jetzt natürlich nur von mir sprechen, aber die Hintergrundinfos, sowie das vergleichen und kurze aufzeigen der alte Teile finde ich echt toll. Vielen Dank also schon mal hierfür.
Zum Film selber. ich bezeichne mich durchaus aus Rambo und sowieso Stallone Fan, sind doch seine Filme durchaus die ersten Streifen gewesen die ich in frühester Kindheit hier und da sichten durfte. Somit bleibt der gute Sly sowieso immer in meinem Herzen. Ich mag durchaus seine Art mit Dingen umzugehen, klar dass muss man nicht immer mögen und auch dieser Mann macht Fehler wie jeder andere von uns auch. Doch hat mir bei den Rocky Filmen immer diese kleine Botschaft gefallen, Du kannst schaffen was Du willst wenn Du den richtigen Willen hast. oder eben bei Rambo, dass einfach für mich die Gerechtigkeit in der Welt für ein paar wenige Minuten wieder hergestellt worden ist. Ganz klar mag Teil 1 der sinnvollste Beitrag sein, trotzdem haben mir die Hau Drauf Teile immer ein minihauch besser gefallen, aber einfach weil es ohne Kompromisse auf die 12 gibt. Das die Welt nicht so funktioniert und das nicht alles richtig ist, und ja... auch Stallone sich gewisse Situationen zu nutze gemacht hat, mag alles sein, dass sollten wir auch alle auseinanderhalten können. Unterhaltsam waren die Streifen allemal und sie haben durchaus die Filmlandschaft geprägt. Das Wort Rambo ist eines der meistvorkommenden Wörter in anderen Filmen. Von den ganzen Ablegern und Nachmachern mal abgesehen und wenn wir ehrlich sind, die wenigsten oder fast gar keiner ist da rangekommen. Für mich hätte Rambo 5 durchaus etwas länger sein dürfen, die ist mir teils einfach zu schnell von einer Situation in der nächsten. Vor allem das Ende, was durchaus seine Wirkung hat, hat leider Musikclip Charakter. Aber...ja aber... damit kann ich leben :) ich hab mich einfach gefreut wie ein Schlumpf als ich den Film im Kino gesehen habe. :) In meinem Fall war ich allerdings einer der wenigen, denn in meiner Vorstellung waren viele die gemosert haben. Nun gut, was solls, sind halt Geschmäcker. Zudem finde ich es von Stallone einfach lobenswert, denn er sagte ja mal in einem Interview, dass er es total schade findet, dass sich keiner der neuen Stars mehr traut solche Filme zu machen. Unrecht hat er damit nicht, dabei gibt es mindestens ne Handvoll Darsteller die das Zug dazu hätten. Aber diese Arzt von Filmen sind wohl auch zum größten Teil nicht mehr gewünscht. Was auch immer. Vielen Dank nochmal für diesen Super Beitrag Punisher

21.08.2020 11:36 Uhr - Tom Cody
1x
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Chapeau...was für eine Fleißarbeit. Eine großartige Rezension und zugleich Analyse des wahrscheinlich letzten "Rambo"-Films.
Deinen Ausführungen ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Sehr schön, wie du auch die (durchaus vorhandenen) Schwächen des Films zutage förderst. Und auch wenn "John Rambo" das vielleicht etwas passendere bzw. versöhnlichere Schlussbild für die Saga bereithält, würde ich dir bei deiner abschließenden Bewertung mit 8/10 Punkten dennoch ebenfalls zustimmen.

Eine der ursprünglichen Ideen war ja, es Rambo mit einer rechtsgerichteten Fascho-Miliz aufnehmen zu lassen (so ein bisschen wie in "Dead Bang"). Das wäre mMn noch um einiges reizvoller gewesen als die doch eher klischeehafte "Taken"-Idee mit den Kartellen.

21.08.2020 12:58 Uhr - McGuinness
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Sehr lesenswerte und faszinierende Kritik, in welche du dich richtig reingekniet hast... Sehr gut !!! 😉👍🏻👍🏻👍🏻

Auch ich finde diesen Teil mehr als nur gelungen und hätte diesen, wie bekannt sein dürfte, nur allzu gerne als den vierten Film gesehen.
Ein in Würde gealteter Rambo, welcher dennoch top in Form ist, ordentlich Körpereinsatz zeigt und mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.
Die Story um die Befreiung seiner quasi eigenen Tochter Gabriela fand ich ebenfalls sehr passend, glaubwürdig und einfach toll inszeniert.

Das die Action sich überwiegend nur auf den Schlußteil konzentriert fand ich jetzt gar nicht mal so störend, da mir bis zum grandiosen Finale durchweg Spannung geboten wurde und sich für mich eigentlich keine unnötigen Längen eingeschlichen haben... Obwohl der ein - oder andere Schußwechsel mehr sicherlich nicht geschadet hätte 😁

Alles in allem ein rundum gelungener (hoffentlicher) Abschluß der Reihe, dem du mit deiner ganz ausgezeichneten Kritik hier, ein ehrfürchtiges Denkmal gesetzt hast 💪🏻😎

21.08.2020 21:36 Uhr - Punisher77
3x
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@Alle:
Wow, vielen Dank für Euer überwältigendes Feedback! Habe mich sehr über Eure ausführlichen ,lobenden Kommentare gefreut.

@Voorheeskrüger:
Es war mir wichtig, die von Dir zitierten Elemente hervorzuheben, denn oberflächlich betrachtet könnte man "Last Blood" vielleicht für einen "Taken"-Ableger halten. Aber "Last Blood" ist trotzdem ein echter "Rambo"-Film.

@TheMovieStar
So sehr ich "Rambo 2 & 3" auch mag - mit der ursprünglichen Figur aus dem ersten Teil hat die Darstellung der Figur nicht mehr viel zu tun...in Teil 3 ist Rambo eher `ne Comicfigur. In Teil 4 nähert er sich wieder ein wenig dem Original an und Teil 5 kommt dem Original-Rambo noch näher. Aber man muss natürlich mit der "Actionarmut" des Films klar kommen, da die vorigen Filme in Sachen Action schon Maßstäbe gesetzt haben...zumindest die ersten drei Teile.

@Ivan
Bei mir ist der Film auch mit jeder Sichtung gewachsen.

@Sony
Eigentlich hast Du Recht ... zumal die Action, die geboten wird, schon sehr ordentlich ist.

@Draven:
Ich habe auch von vielen Leuten mitbekommen, dass sie den Film nicht mögen. Aber so ist das mit den Erwartungen...

@Tom:
Die Idee mit der Miliz hätte mir auch sehr gefallen.

@McGuiness
Ja, "Last Blood" darf gern der Abschluss der Reihe sein/bleiben.

23.08.2020 12:54 Uhr - prince akim
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Ich kann mich hier nur dem Lob der anderen anschliessen : Danke für diese absolut geniale und sehr schön zu lesende Review. Besonders aus meiner Sicht, da ich ja meine allererste Review hier bei SB auch diesem "Rambo" gewidmet hatte und nun erkenne, wie viel tiefer man noch in diesen Film hätte eintauchen können, bzw. wieviele Punkte ich total übersehen hatte und eigentlich gesagt werden sollten ! 👍 👍

25.08.2020 01:23 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Prince!

01.09.2020 17:16 Uhr - Giant P
Man habe ich mich gefreut als der rauskam und als ihn endlich sah ,wurde ich nicht enttäuscht.
Sly hat wirklich geliefert.
Aber jetzt ... bin ich wieder traurig.....
Wird es noch einen Teil geben?
Vielleicht kommt Rambo in einem sechsten Teil seiner Heimat /Freiheit noch näher.
Warten wir es ab ,ich wäre dafür.
Tolle Review danke dafür!

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