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Der Blob

(Originaltitel: The Blob)
Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Science-Fiction, Splatter
Alternativtitel:The Blob 1988
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,57 (95 Stimmen) Details
inhalt:
Die gallertartige Substanz stammt aus dem Weltall und ernährt sich von Menschenfleisch. Die Opfer tragen grausame Verätzungen davon oder werden bis auf die Knochen abgenagt. Nach jedem Fressen wird der schwabbelige Mörderpudding - Blob genannt - größer und größer. Bald hat er die Stadt erreicht und breitet sich unaufhaltsam über Kanalisation und Luftschächte aus. Polizei und Militär sind machtlos. Weder Feuer noch Gifte noch Bomben können dem Blob etwas anhaben. Die gesamten Menschheit schwebt in Lebensgefahr.
eine kritik von mucki1979:

Ach liebe Freunde, wie sollte ich anders beginnen als mit "Die guten, alten Achziger!". Eine Dekade, welche uns nicht nur filmisch tolle Neukreationen dargeboten hat, die längst wieder im Remake/Reboot - Strudel eingesogen wurden. Klar, denn nach über dreißig Jahren eignen sich viele Stoffe für ein neues Gewand. Neu ist dies längst nicht, denn auch in den Achzigern, erlebte der damals schon "gute alte Monsterhorror" der Fünfziger ein kleines Revival. Sei es durch "The Thing" , "Night of the Creeps", "The Fly" oder eben hier: "The Blob". Und wo sollte die Bedrohung meist auch herkommen, wenn nicht aus dem (damals in den Fünfzigern!) großen Unbekannten? Natürlich aus dem All!

 

Und so zeigt es sich auch hier sehr zügig, dass wir mittlerweile Aufgeklärte uns zwangsläufig über ziemlich sinnbefreiten "Edel-Trash" freuen dürfen, der eine Vielzahl der jeweils gültigen Klischees bedient, sich gleichzeitig aber in keinster Weise die Ernsthaftigkeit der filmischen Väter oder gar Großväter zu eigen machen will. Und das der von mir zitierte Edel-Trash ("E.T." - Haha!!) tatsächlich qualitativ hochwertig sein kann, bewiesen bis dato nicht nur John Carpenter, David Cronenberg oder Fred Dekker, sondern in diesem Falle kein Geringerer als Charles (Chuck) Russel, welcher uns u.a. "Die Maske", "Nightmare on Elm Street 3" oder "Eraser" bescherte und hierbei eine nicht übersehbare Affinität zum Effektkino bewies. Wenn das Ganze dann noch unter der Ägide von Kamera-Mastermind-Urgestein Mark Irwin geschieht, dann ist mein in keinster Weise abwertend formulierter "Edelfaktor" im Trashkino wohl nehezu perfekt bedient! 

 

Das vorliegende und wohl absolute B-Movie wird dahingehend aufgewertet, dass es sich einiger humoristischer Szenen nicht zu schade ist, gleichzeitig aber keineswegs zur klassischen "Ulknudel" wird. Hervorgehoben wird dies durch zumindest bemüht ernstere Dialoge und bemühte Darsteller der B- und C-Riege, welche teilweise sogar Bekanntheitsfaktor haben. Der ein oder andere Filmkenner meines Alters dürfte zumindest mit Namen wie Kevin Dillon ("Flucht aus Absolom", "Poseidon"), Paul McCrane ("First Blood", "Robocop") oder Shawnee Smith (frühes "Saw" - Universum) durchaus etwas anfangen können. Und was wäre ein ordentliches B-Movie mit Charme der Fünfziger und im Kleid der Achziger, wenn die Randparameter hiermit bereits abschließend beschrieben sind und der eigentliche Protagonist ab jetzt die Arbeit übernimmt? Genau, wir reden jetzt nämlich vom titelgebenden "Blob".

 

Und eben dieser liebe Freunde, stellt sich als äußerst kompromisslose, extraterrestrische Melasse dar welche, so absurd diese Beschreibung auch klingen mag, äußerst kompromisslos mit dem eigenen Wachstum beschäftigt ist. Und wo die gewohnte außerirdische Brut sich bis dato meist mit etwas Hirnmasse zufrieden gab, so vernascht der Protagonist in diesem Remake seines Vorgängers aus dem Jahr 1958 (dort mit einem juvenilen Steve McQueen!!!), gleich den ganzen Rest, der am "Cronenbergschen Biocomputer" gleich mit dran hängt. Und ja, auch hier beweist der liebe Chuck Russel wieder sein Faible für das Effektkino, denn hier geht es so richtig gorig-schleimig in Nahaufnahme zur Sache. Und wie es sich für einen anständigen Monsterfilm letztlich gehört, wird hier weder Halt gemacht vor Frau und Kind, Juvenilität oder Adoszelenz, denn es wandert alles in den sinnbildlichen Rachen, was in der Auslage liegt. Wer eine hungrige Frau kennt und/oder bei sich zu Hause hat, der weiß sicher, was ich zu beschreiben versuche!

 

Fazit

 

"The Blob" ist ein Fest für Freunde handgemachter Effekte und Filme im Stile eines "Night of the Creeps". Klar ist hierbei, dass seit 1988 eine gewisse Zeit vergangen ist und manche Effekte ihr Alter hierbei nicht verleugnen können. Demgegenüber gibt es eine Vielzahl an derben, fast schon "splattrigen" Momenten zu genießen, die durchaus auch heute noch für offene Münder u/oder ein feistes Grinsen sorgen. Interessanterweise steht sich "The Blob" natürlich in seinen reinen Handlungssequenzen hin und wieder selbst im Wege. Dies spricht allerdings mehr für die Effekte an sich, denn man eifert freudig jeder neuen Begegnung mit "Blob" entgegen. 

 

Auch wenn ich kein Gynäkologe bin, muss ich natürlich Abstriche machen. "The Blob" ist ein reiner Effektfilm und so stellt sich die Rahmenhandlung natürlicher Weise als "notwendiges Übel" dar. Und gerade hier fehlt Russel, im Gegensatz zu anderen seiner Werke, durchaus etwas das Timing und das Aufbauen eines Spannungsbogens ist hier allenfalls Makulatur. Kurzum, die Handlung ist und bleibt banal, beliebig austauschbar und das allein aufgrund des titelgebenden "Blob". Demgegenüber ist Russel jedoch bemüht, den Einsatz des "Blob" stetig zu intesivieren, hin zu einem effektgeladenen Showdown. Dies lässt sehr gern über gewisse Unzulänglichkeiten hinwegsehen und letztlich sind wir hier mit keinem Wes Anderson Film beschäftigt.

 

Letztlich kann ich diesem Werk einen absoluten Kultfaktor zusprechen, die jährliche Sichtung ist fast schon Gesetz und die handgemachten Special-Effects erfreuen immer wieder, selbst heutzutage noch ohne Jugendfreigabe! Eben Edel-Trash at it's Best und der Gewinner einer jeden gore-affinen Partyrunde!

8/10
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Kommentare

09.02.2020 18:26 Uhr - Mynan
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Sehr gute Review zu einem ebensolchen Film, den ich leider schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe; danke für's Erinnern ;-). Ich mag den sehr und würde tendenziell sogar noch ein Pünktchen mehr vergeben.

09.02.2020 18:42 Uhr - Mucki1979
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Lieben Dank für das freundliche Feedback Mynan!

09.02.2020 18:51 Uhr - Intofilms
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Hihi, ja, Wes Anderson kann man hiermit nicht unbedingt vergleichen. Das Schöne ist aber, dass beides in meinen Augen seine Berechtigung hat. Den 50er-Jahre-„Blob“ liebe ich schwärmerisch und schaue ich regelmäßig. Dieses Remake habe ich nun schon ein paar Jahre vernachlässigt. Aber das lässt sich ja ändern. Was das FX-Kino betrifft, so habe ich neulich wieder einmal „The Incredible Melting-Man“ geschaut und tatsächlich wurde mir da zum ersten Mal so richtig bewusst, dass dieser Film eigentlich nur einen einzigen Zweck hat, nämlich die verblüffenden Make-up-Künste von Rick Baker zu demonstrieren (und das ist völlig legitim). In den Siebzigern ist dies schon bemerkenswert weit gediehen. In den Achtzigern dann natürlich noch einmal weiter vorangeschritten. Herrliche Filme sind das! 🤪
Sehr schöne Review, Mucki!

09.02.2020 19:47 Uhr - Mucki1979
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Danke lieber Intofilms! Ja, das war noch harte Arbeit damals! :-)

10.02.2020 08:42 Uhr - sonyericssohn
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DB-Co-Admin
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"Ruft meinen Seelenklempner ich bin zerüttet !"
Ich mag den Film einfach. Auch wenn StopMotion heute weniger zieht... ;-)

Schöne Erinnerung Mucki !

10.02.2020 09:17 Uhr - Mucki1979
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Danke Sony! :-)

10.02.2020 13:20 Uhr - Ivan_Danko
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"Auch wenn ich kein Gynäkologe bin, muss ich natürlich Abstriche machen."

LOL, Made my Day! Geile Rezi zu einem kultigen Streifen...

10.02.2020 14:33 Uhr - Chímaira
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Tatsächlich liegt die Blu-ray noch ungesehen im Schrank. Vielen Dank für die Erinnerung und positive Empfehlung, ihn endlich anzusehen ;)

10.02.2020 15:54 Uhr - Mucki1979
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@Ivan_Danko
@Chímaira

Danke fürs Feedback und ja, dieser Film ist letztlich immer eine Sichtung wert, denn unterhaltsam ist er - trotz seiner Schwächen - insbesondere aufgrund seiner Stärken und des Kultfaktors.

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