SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware Wolfenstein Youngblood · Internationale Version mit Symbolik · ab 19,99 € bei gameware
Anti-Pirat
Level 2
XP 65
Eintrag: 11.02.2020

Amazon.de

  • Parasite
4K UHD/BD Mediabook A
31,49 €
4K UHD/BD Mediabook B
31,49 €
Blu-ray
13,95 €
DVD
12,99 €
prime video
11,99 €
4K UHD/BD Steelb
34,99 €
Blu-ray Steelbook
29,99 €
  • Midsommar
  • inkl. Director's Cut
Blu-ray
26,99 €
Blu-ray
18,99 €
DVD
16,99 €
  • Zombieland: Doppelt hält besser
4K UHD/BD
32,99 €
BD Steelbook
19,99 €
Blu-ray
16,99 €
DVD
14,99 €
prime video
16,99 €
  • Ad Astra - Zu den Sternen
4K UHD/BD Steelbook
33,56 €
Blu-ray
16,19 €
DVD
12,99 €
prime video
16,99 €

Quiet comes the dawn

(Originaltitel: Rassvet)
Herstellungsland:Russland (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Dawn

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Seit dem mysteriösen Tod ihres Bruders, leidet Sveta unter quälenden Albträumen. Auf der Suche nach Antworten, schließt sie sich im Institut für Somnologie einem Experiment an: Mit drei weiteren Patienten taucht sie in einen Klartraum ein, der ihnen helfen soll, ihre psychologischen Probleme loszuwerden. Doch nach der Dämmerung werden sie in einer anderen Realität aufwachen, die schlimmer ist als jeder Albtraum.
eine kritik von anti-pirat:

Zu meiner großen Freude hatte ich das Glück, den hier vorliegenden russischen Film gleich bei meiner ersten Teilnahme einer Verlosung auf Schnittberichte.com zu gewinnen. Ich schreibe das vor allem deshalb, weil es für mich doch der Anreiz ist, schnell nachdem die BluRay bei mir ankam auch die Rezension nachzusteuern und damit, wenn man so will, etwas zurückzugeben.

QUIET COMES THE DAWN ist mein erster russischer Film und ehrlich gesagt wäre er auch ohne diese Gelgenheit wahrscheinlich nie in meinen Besitz oder in mein cineastisches Sichtfenster gelangt. Ein Grund mehr, bei der Bewertung etwas aufmerksamer zu sein. Da ich nun der erste bin, der hier den Film rezensiert, ja sogar der Erste bin, der ihn hier bewertet hat, werde ich hier auf etwaige Spoiler verzichten. Meine Absicht ist es, den Film dahingehend zu erklären, um die einhellige Frage zu beantworten, ob er für den jeweiligen Leser vielleicht das Richtige ist.

Mit dem Anfang des Films wird uns bereits aufgezeigt, wohin die Reise geht. Eine Regenszene, eine Frau auf der Flucht, paranormales Geschehen und ein paar Mama-Rufe, die in ihrer Inszenierung zum Klischee aktueller Horrorfilme gehören. Und Jump-Scares. Ich hasse Jump-Scares. Jump-Scares sind für mich, wie Werbespots mit traurigen Kindern oder Tieren, für die Erregung von Mitleid und dem Akquirieren von Geld. Total anmaßend, aufdringlich und billig. Wirkt bei mir nicht, erzeugt Reaktanz.

Nach der Eröffnung nimmt uns der FIlm schließlich mit in eine Welt mehr oder minder geschmackvoll eingerichteter Studentenbuden und offenbart für mich schonmal einen großen Pluspunkt, der sich durch den Film zieht: Die Kulissen sind zutiefst authentisch. Wohnungen sehen bewohnt aus und nicht wie die Wohnlandschaft einer örtlichen Höffnerfiliale. Die Ausstattung ist sehr gut aufeinander abgestimmt und die Farbgebung verheißt uns, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat. Ich will hier vorweg nehmen: Auffällig sind die vielen Blau-Rot-Kontraste, wie wir sie von Mario Bava kennen. Und hier wird dies eben nicht nur durch die Belichtung und die Kamera wiedergegeben, sondern auch durch die Ausstattung. Eine Büroszene, in der das Regal voll mit Blauen und Roten Aktenordnern steht, die in ihrem Arrangment aufeinander abgestimmt sind.

In der Ausstattung zeigt sich auch der Humor des Films. Ein Gegenstand, der in einer psychedelischen Sequenz Lärm von sich gibt, zum Leid der Hauptdarstellerin, steht natürlich neben einer Statue des Affen, der sich die Ohren zuhält, als Sinnbild ihrer Gefühlslage.

Im Gegensatz zu vielen anderen Horrorfilmen gelingt es QCTD uns eine Beziehung zu seinem Protagonisten aufbauen zu lassen. Zu Beginn nimmt man sich die Zeit, das geschwisterliche Verhältnis zu zeigen, damit der baldige Tod des Bruders (kein Spoiler, steht ja auf dem Cover) auch seine notwendige Intensität bekommt und ihre Reaktion nachfühlbar wird. Leider zeigen sich bereits in diesen Szenen die Schwächen des Films in seiner Handlung und in seinen Dialogen. Schaue ich mir das so an, so liegt das auch nicht zwangsläufig an der Synchronisation, sondern an etwas ungeschliffenen Abläufen.

Die Albtraumsequenzen fand ich persönlich nicht so intensiv, viel hängen geblieben ist da nicht. Sehr klar sind wiederum die Vorbilder. Der Regiesseur wandelt auf den Spuren von Argento und Bava und zitiert SUSPIRIA in Farbgebung und Beleuchtung. Und ja, das funktioniert. Die große Stärke des Films ist eindeutig seine Bildinszenierung, seine Beleuchtung. Keine Szene kommt letztlich ohne entsprechende Einflüsse auf, mal mehr, mal weniger subtil. Und es macht Spaß mit anzusehen, wie sie durch die surreal beleuchteten Gänge ihrer Wohnung streift.

Im späteren Verlauf übernimmt der Film das Hauptelement von INCEPTION und das kann man ihm nicht vorwerfen, die Idee ist doch ganz interessant. Die Truppe mit ihren unterschiedlichen Charakteren und den verschiedenen psychischen Problemen, die sie behandelt haben wollen, ist gut abgestimmt. Das Problem befindet sich hier wieder im Dialog, denn die pseudowissenschaftliche Erklärung wirkt doch arg deplatziert und schafft es nicht, wie beim DiCaprio-Film, bestimmte Dinge einfach mal nicht zu hinterfragen.

Der spätere Verlauf des Films wirkt auf mich etwas unausgegoren. Die Macher haben einen hohen Anspruch an ihr Werk, das will ich zumindest glauben, wenn ich mir die Inszenierung anschaue. Doch da sind entscheidende Probleme:

1. Der Griff in die Klischeekiste des aktuellen Horrorfilms: Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist der Film klar ein Kind seiner Zeit. Aber er spult auch alles ab: Der Zombie, die rumrennende Hexenfrau und und und. Und das wirkt einfach nicht mehr.

2. In seiner Auflösung weiß der Film nicht so recht, was er sein will. Will er sich für eine Fortsetzung bereit machen, ist er ein moderner psychedelischer Okkulthorror oder einfach ein Drama um Verlustängste.

3. Das unlogische Ende des INCEPTION-Teils.

4. Der wirklich  F Ü R C H T E R L I C H  animierte Dämon

 

Trotz aller Kritik funktioniert QCTD und kann mit amerikanischen Vorbildern mithalten. Wer also einen guten modernen Horrorfilm für zwischendurch sucht und die Bereitschaft hat, sich auf diese psychedelische Reise einzulassen, der soll sich keinen Zwang antun. Viel Neues wird einem nicht geboten, aber funktionierende Basiskost. Ich wünsche dem Film durchaus Erfolg, denn mit den entscheidenden Mitteln könnten die Macher wahrscheinlich uns nochmal Klassiker bescheren. Vielleicht, vielleicht, mal sehen.

 

7/10
mehr reviews vom gleichen autor
Dame
Anti-Pirat
9/10
Tod
Anti-Pirat
10/10
die neuesten reviews
Congo
McGuinness
8/10
Art
Ghostfacelooker
Nebelmann,
Ghostfacelooker
Gesetz
VelvetK
5/10
Madness
Arelinchen
5/10

Kommentare

12.02.2020 23:14 Uhr - Cabal666
2x
User-Level von Cabal666 4
Erfahrungspunkte von Cabal666 208
Klingt wirklich sehr interessant, der Film. Zumal mir russisches Kino bisher völlig unbekannt ist (abgesehen von "Wächter der Nacht"). Der wird auf jeden Fall vorgemerkt.
Ach und: tolle Review! Liest sich sehr angenehm und bietet einen guten Überblick.

13.02.2020 10:32 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.011
Danke dafür, dass du uns mit dieser schönen, interessanten Vorstellung etwas zurückgibst! :) Geben und nehmen für Filmfans.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
© Schnittberichte.com (2020)