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Mirrors 2

Herstellungsland:USA (2010)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,40 (5 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als eine junge Frau auf bestialische Weise vor einem Spiegel ermordet wird, ist das Grauen nicht mehr aufzuhalten, denn der Spiegel ist das Tor in die verfluchte Welt der Untoten. Er hat das Spiegelbild ihrer Todesqualen gesehen und so wird die junge Frau selbst zur blutrünstigen Bestie, die nur eines will: Rache! Gnadenlos macht sie Jagd auf alle, die sie für ihren grausigen Tod verantwortlich hält. Es gibt keine Flucht. Es gibt kein Versteck. Und jeder Blick in einen Spiegel könnte der letzte sein. (20th Century Fox)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von cabal666:

Die nur ein Jahr nach Alexandre Ajas Horrorfilm-Remake "Mirrors" gedrehte Fortsetzung zu diesem reiht sich ein in die lange Liste billig produzierter Sequels für den Heimkinomarkt zu erfolgreichen Hollywoodfilmen. Allerdings muss man sagen, dass dieses hier dabei zu den besseren gezählt werden kann.

Die Zusammenhänge zum ersten Teil halten sich dabei sehr in Grenzen. Tatsächlich sind die einzigen Verbindungen zu diesem, dass der Schauplatz ein Kaufhaus desselben Konzerns wie im Vorgänger ist und natürlich, dass wie in diesem Menschen von ihren eigenen Spiegelbildern umgebracht werden. Wurde das im ersten Teil noch mit dämonischer Besessenheit erklärt, ist "Mirrors 2" dagegen gewissermaßen ein übersinnlicher Rape-and-Revenge-Film. Denn die zumeist unsympathischen Opfer sind allesamt Ziele des Rachefeldzugs einer vergewaltigten und ermordeten jungen Frau, die nach ihrem Tod in die Spiegelwelt übertrat. Damit ähnelt "Mirrors 2" paradoxerweise mehr dem südkoreanischen Original "Into The Mirror", von dem Aja bei seinem Film nur die Grundidee und das Ende übernahm. Das Sequel könnte man dementsprechend als eigentliches Remake ansehen, zumal auch die Handlung mehr der Vorlage ähnelt. Dass wie in dieser in einer der Szenen mit den besessenen Spiegelbildern ein Pizzaschneider zum Einsatz kommt, kann man dementsprechend als Anspielung auf selbige verstehen. Ajas "Mirrors" war mehr eine Neuinterpretation der Vorlage, ähnlich Luca Guadagninos "Suspiria", wogegen man hier stärker am Ursprungsmaterial bleibt.

Leider kann "Mirrors 2", wenn man ihn als eigentliches Remake ansieht, auch nicht wirklich überzeugen. Denn er bestätigt sämtliche Vorwürfe, die für gewöhnlich bei amerikanischen Neuverfilmungen erfolgreicher Filme aus anderen Ländern aufkommen: die Plot-Points sind dieselben, aber die Inszenierung ist kraftloser, kontroverse Elemente wurden abgeschwächt oder ganz entfernt, kulturelle Eigenheiten und komplexere Bezüge vereinfacht und geändert, um auf westliche Sehegewohnheiten zu passen, und Spannung oder Atmosphäre konnten auch nicht wirklich übertragen werden. Kamera und Schnitt bewegen sich kaum über dem Durchschnitt und die sterilen Sets sorgen eher für Langeweile, als dass sie auf interessante Weise genutzt werden.

Womit der Film dafür punkten kann, sind die gegenüber dem Vorgänger noch häufiger auftretenden Splatterszenen, die wahrlich nicht mit derben Schauwerten geizen. Gleich zu Beginn verstümmelt sich beispielsweise ein Wachmann, indem er Glasscherben zerkaut. Später wird dann eine Frau enthauptet und ein Mann weidet sich selbst aus. Regisseur Víctor García, der seine Karriere tatsächlich als Special-Effects-Artist begann (u.a. bei mehreren Filmen von Guillermo del Toro) zeigt, dass er Effekte auch überzeugend inszenieren kann. Bei der hier dargebotenen Härte überrascht die vergleichsweise milde FSK-16-Freigabe daher, auch wenn keiner der hier gezeigten Splatter-Ausbrüche an die Drastik der Unterkieferszene aus Ajas Film heranreicht.

Die Besetzung liefert ebenfalls keinen Anlass zum Ärger, wenngleich man hier natürlich keine überdurchschnittlichen Leistungen erwarten kann. In der Hauptrolle als traumatisierter Wachmann mit einer hellseherischen Gabe, der den schrecklichen Vorkommnissen auf den Grund gehen will, ist Nick Stahl ("Terminator 3", "Sin City") zu sehen, seine Helferin und Schwester des ermordeten Mädchen spielt Emmanuelle Vaugier ("Saw 2", "Two and a half Men"). In weiteren Rollen treten u.a. noch William Katt (Horrorfans bekannt aus Brian de Palmas "Carrie" und dem Kultfilm "House") als Stahls Filmvater, Christy Carlson Romano (die der Zeichentrickfigur "Kim Possible" im Original ihre Stimme leiht) als dessen Arbeitskollegin, den häufig in Nebenrollen anzutreffenden Evan Jones als Stahls Vorgänger in seinem Beruf und die eher unbekannte Stephanie Honoré Sanchez (u.a. "Final Destination 4") als bedrohliches Geistermädchen auf. Wirklich schlecht spielt keiner, allerdings agieren praktisch alle hier nur auf Autopilot, da sie kaum wirklich gefordert werden. Woran auch die uninspirierten Dialoge ihren Anteil haben.

Negativ ins Gewicht fallen noch die billigen Computereffekte, die vor allem den Showdown kaputt machen. Der Score vom deutschen Komponisten Frederik Wiedmann dagegen bietet durchaus einige atmosphärische Themen, wenngleich er nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt.

Letztlich ist "Mirrors 2" kein wirklich schlechter Film, aber auch kein sonderlich guter. Durchschnitt eben. Ein straighter Low-Budget-Horror, der aber zumindest auch dazu steht. In seinem Segment, das wirklich unglaublich viel Schrott hervorgebracht hat, daher einer der besseren. Víctor García, der später auch den absolut grottigen "Hellraiser: Revelations" verbrechen sollte, zeigt hier, dass er zumindest etwas inszenatorisches Talent besitzt. Man kann sich den Film definitiv mal geben, hat aber auch nichts verpasst, wenn man ihn auslässt.

5/10
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Kommentare

13.02.2020 10:13 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.941
Für mich eine gute, recht ausgewogene Review! Dass es nicht schaden kann, das Original gesehen zu haben, versteht sich ja von selbst. ;)

14.02.2020 12:32 Uhr - Belphegor1999
1x
I like this movie! Die Kritik ist auch gelungen. Der erste Teil war aber besser.

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