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Man Behind The Sun
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Eintrag: 13.02.2020

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Flesh of the Void

Herstellungsland:Österreich (2017)
Genre:Horror, Erotik/Sex, Splatter

Bewertung unserer Besucher:
Note: 2,00 (1 Stimme) Details
eine kritik von man behind the sun:

Generell stehe ich dem Genre "Experimentalfilm" sehr offen gegenüber und sehe diese Unter-Form des Filmemachens abseits des Mainstreams als Fundgrube für echte Geheimtipps an, auch oder gerade deshalb, weil hier auch Themen behandelt werden, für die das weichgespülte Mainstream-Publikum meist nicht empfänglich ist.

Vor diesem Hintergrund fand ich die Grundidee des Films, den Tod als das schrecklichste Erlebnis, sozusagen die ultimative Qual am Ende des irdischen Daseins darzustellen, spannend, interessant und innovativ - sozusagen der Stoff aus dem Albträume bestehen. Dies war auch hauptsächlich der Grund, warum ich mir den Film bestellt habe.

Leider wurde das Potential, was diese Ausgangssituation bietet, nicht ausgeschöpft oder besser gesagt, nicht gut bis absolut miserabel umgesetzt.

 
Der Film selbst versucht sich krampfhaft irgendwo zwischen "Begotten" und "Eraserhead" einzuordnen, ohne dabei auch nur annährend deren Klasse, geschweige denn deren apokalyptische, nihilistische, einem fiebrigen Albtraum gleichende Grundstimmung zu erreichen.
 
Es wäre wünschenswert gewesen, dem Zuschauer einen roten Faden an die Hand zu geben oder zumindest etwas, was dem Film eine gewisse Richtung gibt, an der sich der Zuschauer entlang hangeln kann. Das geschieht hier lediglich durch die Einteilung des Geschehens in (nichtssagende) Akte und dem seltenen Einstreuen von verzerrten, gequälten Stimmen, die teils in nerviger Wiederholung Sentenzen wiedergeben, die mit dem Thema des Films nichts oder wenn überhaupt, nur entfernt etwas zu tun haben.
Leider werden auch die seltenen Textzeilen, in denen gesprochen wird, zur Mitte und zum Ende des Films hin immer weniger, sodass es für den Zuschauer nahezu unmöglich wird, das ohnehin schon schwer einzuordnende Geschehen auf dem Bildschirm für sich in irgendeiner Art und Weise interpretieren zu können; daraus folgt, dass der Film auch jedes andere x-beliebige Thema hätte aufgreifen können, ohne dabei auch nur ein einziges Bild verändern zu müssen.
 


Hinzu kommt die lächerliche Darstellung der Figuren, welche teils in Kapuzenpullovern und Boxer-Shorts (!) auftreten und das Ganze damit bis ins unfreiwillig Komische abdriften lässt.

 
Auch die ständige Präsenz von Penissen in Nahaufnahmen, das Motiv der Masturbation und letztendlicher Ejakulation mag zwar das Grundthema im Hinblick auf die Hölle, den Antichristen, einigermaßen treffen, wirkt aber aufgrund seiner häufigen Einspielung eher lächerlich provokativ und bereichert den Film in keinster Weise.
 


Somit stellt der Film letztlich insgesamt lediglich eine Aneinanderreihung von verstörenden, teils gut fotografierter Bildern dar, bei denen man als Betrachter keinen wirklichen Handlungsstrang erkennen, geschweige denn die Bilder einer eigenen Interpretation zuführen könnte. Das Grundthema hätte auch durch jedes andere Thema ersetzt werden können; dafür ist das Gezeigte einfach zu unbestimmt, als ob sich der Regisseur letztlich nicht festlegen wollte oder versucht, dem Film eine Handlung anzudichten, die dieser nicht wirklich wiederzugeben vermag.
 

Schaut man sich den Regisseur an, mag auch schnell klar werden, dass dieser dem Gothic-/Heavy-Metal-Metier zuzuordnen ist, in dem Sex, Qual und die Darstellung bzw. das Kokettieren mit dem "Antichristen" die Grundpfeiler deren Selbstverständnis darstellen.
 
Ob das jetzt gut oder schlecht ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.
 
Ich war jedenfalls schwer enttäuscht. Andernfalls waren wohl die Erwartungshaltungen zu hoch. Es ist allerdings nicht so, dass man, wie das augenscheinlich große Vorbild "Eraserhead", gebannt vor dem Fernseher sitzt und nicht mehr weggucken kann (außer, dass man vielleicht die Stimmung und das albttraumhafte, was den Film letztlich ausmacht, nicht mehr erträgt); im Falle von "Flesh of the Void" ist es eher umgekehrt: Man muss den Film ertragen und merkt dann etwa nach der Hälfte, dass es dies nicht gewesen sein kann. Der Film ist ein Ultra-Low-Budget Film, was man diesem ebenfalls pausenlos anmerkt.
 
Von mir gibt es deshalb ingesamt leidlgich 2 von 10 Punkten - und das auch nur, weil der Film teilweise gut fotografiert wurde und aufgrund dessen tatsächlich etwas wie eine Art Atmosphäre aufbaut - den Rest kann man sich guten Gewissens sparen.
2/10
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Kommentare

13.02.2020 20:36 Uhr - cecil b
1x
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Eine angenehm formulierte Review, die einen deutlichen Eindruck von diesem Filmchen gibt, danke dafür!

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