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Midsommar

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,75 (47 Stimmen) Details
inhalt:
Obwohl ihre Beziehung kriselt, schließt sich Dani ihrem Freund Christian auf einen Sommertrip in einen kleinen Ort in Schweden an. Gemeinsam mit Christians Clique sind sie zu einem einmaligen Mittsommerfestival eingeladen. Doch der anfänglich idyllische Eindruck der abgelegenen Gemeinschaft trügt, die freundlichen Dorfbewohner verhalten sich nach und nach merkwürdiger: Sie bereiten sich auf ein besonderes Mittsommer-Ritual vor, das nur alle 90 Jahre zelebriert wird. Was als puritanisches Fest der Liebe und Glückseligkeit beginnt, nimmt eine unheimliche Wendung, die das sonnengeflutete Paradies bis in die Eingeweide erschüttert.
eine kritik von man behind the sun:

Auch wenn mir bewusst ist, dass es viele Kritiker anders sehen: Der Film ist leider eine Enttäuschung auf breiter Ebene.

Ich selber bin großer Fan des Studios "A24" und des Erstlingswerks des Regisseurs "Hereditary".

Auch ohne die Tatsache, dass der Regisseur für den genialen Instant-Klassiker "Hereditary - Das Vermächtnis" verantwortlich ist, kann man dem Film zwar sein außergewöhnliches Setting zu Gute halten; was aber nicht heißt, dass man eine Story auf Sparflamme serviert, die Figuren so gut wie gar nicht vorgestellt werden, damit fast als einfache Statisten hätten durchgehen können und den Film so insgesamt in der Bedeutungslosigkeit verschwinden zu lassen. Bei dieser Handhabung und letztlichen Quintessenz eines jeden Films fühlt man sich unweigerlich an das "10-Kleine-Negerlein"-Prinzip der 80er Slasher erinnert; die Figuren (zumindest die Nebenakteure), bleiben in ihrer Gesamtbetrachtung sehr flach, eine Identifizierung des Zuschauers mit den Charakteren oder gar eine Sympathiefigur, die den Film trägt, kommt somit nicht zustande. 

Keine Spannung, eine kaum vorhandene Story und das unfreiwillig komisch wirkende Verhalten der Mitglieder der Kommune geben diesem Langweiler damit letztlich den Rest. Da hilft es auch nicht, dass es zwei bis drei gute und sehr intensiv dargestellte Szenen gibt, die den Film aber letztlich in der Gesamtbetrachtung auch nicht retten können.

Zuletzt kommt noch hinzu, dass der Film in dieser Fassung zu lang (oder zu kurz?) ist. Da ich nur die Kinofassung kenne, werde ich mir noch die längere Version, auch noch ansehen, in der bitteren Hoffnung, dass der Film durch zusätzliche Handlungsstränge und/oder Vertiefungen der Figuren mehr Tiefe bekommt.

Insgsamt zeigt sich mal wieder, dass Regie-Rookies wie Aster nicht immer alles Gold werden lassen, was sie anfassen. "Hereditarity" ist ein grober Schlag in den Magen gewesen, ein Film den man (im positiven Sinne), nie wieder sehen möchte, weil er so verstörend war; "Midsommar" dagegen erreicht nicht einmal ansatzweise die Klasse von Asters Erstling.

Vielleicht war es auch hier wieder Problem, dass man durch Asters Erstling eine gewisse Kompromisslosigkeit erwartet hat, die, wie oben schon erwähnt, durch in einigen Szenen durch scheint. Das Setting, das Verhalten der Kommunen-Bewohner (welches in der Realität durchaus so agieren könnte) bewirken eine befremdliche Stimmung, die aber eher in die Kategorie "unfreiwillige Komik" fallen - jedem Fan von solchen realen Veranstaltungen mag mir verzeihen, aber in diesem Film tragen sie - zumindest für mich persönlich - nichts positives im Hinblick auf Atmopshäre und Stimmung bei.

Ich hoffe, dass die nächsten Aster-Filme besser werden und aus dem Regisseur kein zweiter M. Night Shayamalan wird.

 

3/10
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Kommentare

13.02.2020 20:46 Uhr - cecil b
1x
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Eine Meinung kann kaum kritisiert werden.

Aber, ich finde, dass deine Meinung im Vordergrund steht, und z. b. die Inszenierung dabei außer Acht gelassen wird, weshalb nur wenig ein Eindruck vom Film entsteht.

In diesem Fall muss ich sagen, dass da viel Luft nach oben ist, und du da auf dieser Seite mehr Wert darauf legen solltest, zusätzlich einen Eindruck vom Film zu geben. Das Schreiben ist ja echt kein Problem von dir, und deswegen hoffe ich, dass du Interesse daran entwickelst, deinen Stil im Rahmen von Schnittberichte hin und wieder etwas zu erweitern.

Viel Spaß weiterhin! :)

13.02.2020 20:57 Uhr - VelvetK
4x
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Das ist ein wirklich unterhaltsamer Text. Hereditary ist also ein genialer Instant-Klassiker? Und das ist dann auch noch eine Tatsache? Die Figuren werden so gut wie gar nicht vorgestellt? Ei ei ei. Dani hätte wohl kaum besser und effektiver eingeführt werden können und ihre über den Film andauernde Trauerverarbeitung ist doch eine klug variierte Facette des Hereditary-Themas. Es mag Geschmackssache bleiben, weil man eben auch nicht mit jeder Filmfigur im gleichen Maße mitfiebern kann, doch mich berührte Midsommar auf dieser Ebene mehr.

Der Boomerang-artige Vergleich mit den Slashern aus den Achtzigern hinsichtlich der Nebencharaktere ist ja mal sehr weit hergeholt und die >>> Quintessenz <<< ist von Midsommar ist was?

...das "10-Kleine-Negerlein"-Prinzip


Unfassbar!

Nichtsdestotrotz verstehe ich jeden, der Midsommar nicht mag. Nur die Gründe dafür scheinen geradezu suspekt - und das im Angesicht dieses Films. Oh je.

24.02.2020 14:58 Uhr - Easy V Nie
Au weia, selten so eine grottige, schlecht geschriebene Review gelesen.

26.02.2020 09:38 Uhr - Raskir
2x
24.02.2020 14:58 Uhr schrieb Easy V Nie
Au weia, selten so eine grottige, schlecht geschriebene Review gelesen.


Von dir habe ich noch gar keine gelesen, aber es steht dir frei es besser zu machen als man behind the sun^^

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