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cecil b
Level 18
XP 6.060
Eintrag: 19.02.2020

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Inferno 2000

(Originaltitel: Holocaust 2000)
Herstellungsland:Großbritannien, Italien (1977)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Science-Fiction
Alternativtitel:Chosen, The
Rain of Fire
Siebenköpfige Ungeheuer, Das

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Robert Caine (Kirk Douglas) ist ein Großindustrielles Genie und will mit aller Macht den Bau eines riesigen Atomkraftwerkes in der Wüste umsetzen. Sein Sohn Angel (Simon Ward) ist genau wie sein Vater an der Fertigstellung interessiert. Eines Tages lernt Robert in Afrika die Journalistin Sara kennen. Sie offenbart ihm das der Bau der Erzählung einer biblischen Prophezeiung gleicht. Als er dann noch herausfindet das sein Sohn Angel der wiedergeborene Antichrist ist, setzt Robert alles daran um den Bau zu verhindern. Ein tödlicher Wettlauf mit der Zeit beginnt!
eine kritik von cecil b:

 


Am 5. Februar ist Kirk Douglas, eigentlich Issur Danielowitsch Demsky, im Alter von 103 (!) Jahren gestorben. Wer? Einer der erfolgreichsten und besten Schauspieler aller Zeiten. In seiner Biografie sind drei Oscar-Nominierungen, 32 Auszeichnungen und 22 weitere Nominierungen verzeichnet. Zudem hat er die Filmwelt noch mit seinem Sohn beschert, Michael, der noch erfolgreicher war, und immer noch tätig ist. Um Kirk Douglas zu gedenken, habe ich mich dazu entschieden, einen Film zu besprechen, in dem er als Protagonist agiert. Hätte ich die Wahl gehabt, so hätte ich WEGE ZUM RUHM von Stanley Kubrick besprochen, meinen Lieblingsfilm mit Douglas. Mein Regal gab aber nur INFERNO 2000 her. Das ist kein Meisterwerk, wie der genannte Kubrick, aber, eine gut dargestellte Variante diverser Themen, die die Menschheit von Kindesbein an bis heute bewegen, und evolutionär teilweise nur veränderte Formen bekommen. Ansichtssache, ob das nun ausgelutscht oder altbewährt und immer relevant ist. Natürlich, ein Kirk Douglas hätte einen besseren Film verdient. Aber, in INFERNO 2000 macht er nun wirklich keine schlechte Figur!
 
Die Regie wurde von Exploitation-Spezialist Alberto de Martino (IM DUTZEND ZUR HÖLLE, DER ANTICHRIST) geführt. Die Storys zu dessen Filmen wie DER PUMA-MAN und MIAMI GOLEM sind oft von dem Italiener erdacht, und in Zusammenarbeit mit Sergio Donati hatte Martino auch seine Idee für INFERNO 2000 in einem Drehbuch verfasst, mit der Unterstützung von Michael Robson (39 Stufen). Donati hat bisher stolze 77 Drehbücher geschrieben, die Story von DER CITY-HAI entsprang seiner Kreativität, er hatte seine Feder sogar bei SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD eingesetzt.
 
 
 
Die Story, die lässt vermuten, dass geplant war, ein wenig in dem Fahrwasser von DAS OMEN zu schwimmen. Aber, Martinos Film führt die Idee von Richard Donners Klassiker tatsächlich geschickt weiter, und ebnete damit im Grunde den Weg, den die Omen-Reihe mit BARBARAS BABY -OMEN III später beging.
 
Alle Inhaltsangaben spoilern den Film, normalerweise schreibe ich dann eine, bei der das nicht so ist. In diesem Fall schmälert der Spoiler, der verrät, dass Caines Sohn der Antichrist ist, aber nicht das Vergnügen. Im Gegenteil.
 
Da man weiß, wer da wohl was in die Gänge leiten will, hat fast jede Szene mehr Brisanz. Wenn die verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Strömungen schnell gegenübergestellt werden, von gewaltbereiten Demonstranten bis hin zu den Champagner-schlürfenden Charming Boys der Industrie, und die erste blutige, sowie bedeutende, Szene, zu sehen ist, dann werden polarisierende Perspektiven zum dramaturgischen Leckerli. Denn das Drama geht im Kleinen wie im Großen stark von einer evidenten Ambivalenz aus. Das Für und Wider, das wissenschaftlich, religiös, existentiell, gesellschaftlich und unmittelbar zwischenmenschlich dargestellt wird, kann den Konsumenten gut ansprechen, spiegelt sich in Caine wider, und macht dadurch einen Großteil der Spannung aus. Die Person des Protagonisten wird skeptisch beleuchtet, sein Wesen aber auch in ein gutes Licht gerückt. Caine kann ein­neh­mend die Menschen um sich herum für sich gewinnen, und er gewinnt auch bei dem Zuschauer schnell mal an Sympathie, wenn er als liebevoller Naturbursche agiert. Sein zielstrebiges wirtschaftliches Handeln, das er zuerst nicht infrage stellt, konfrontiert aber wie gesagt damit, dass die Menschheit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Ethik, Religion, Sinn und Zweck aspektisch immer in eine Kontroverse gerät.
 
Die besagte Suspense erweitert sich, durch das Verhältnis von Caine zu seinem Sohn, Sara, und den Wissenschaftlern sowie Mitarbeitern, aber auch zu einem Geistlichen. Die Identitätsfigur weist die unterschiedlichen Aspekte auf, nachvollziehbar, durch die üblichen normalen Verhältnisse. Der Sohn, Angel (HH), und alle anderen nahestehenden Figuren, werden emotional aber auch in Bezug auf ihren Einfluss rational betrachtet. Wie der Protagonist selbst, der seine Position mit der Zeit immer mehr infrage stellen muss. Diese Entwicklung kann als der Kern des Films verstanden werden. Dabei geht die Bedrohung nicht nur von vielen unterschiedlichen Einflüssen und Tendenzen aus, zum Teil durch Figuren personifiziert, sondern auch durch die Räder, die der Protagonist ins Rollen gebracht hat. Obligatorisch geht es auch um die Verantwortung, die Menschen haben. Letztlich wird deutlich gezeigt, dass das Einmischen in den Kosmos Kreise zieht, aber bei Jedermann anfängt. Die Krönung ist dann das weitsichtige Ende, eine logische Konsequenz. Drama, partiell blutiger Horror und Mystik halten meist die Balance, wobei das Drehbuch etwas zu viel will.
 
Wie gut das Gerüst auch ist, zu überdeutlich werden manche Parabeln und Inhalte gezeigt. Die Symbolik kann zum Schmunzeln anregen, und Kitsch (kuscheliges Reh) lässt die Stirn runzeln. Des Weiteren hat das ziemlich hohe Tempo den Nachteil, dass manche wesentlichen dramaturgischen Elemente zwischen Tür und Angel gequetscht werden, und dann zwischenmenschlich wirk­lich­keits­fremd erscheinen. Durch diese Schwächen büßt INFERNO 2000 leider ein wenig an Wirkung ein. Trotzdem ist Martinos Film nicht uninteressant, was auch an den Darstellern und der Inszenierung liegt.
 
Douglas möchte man sogar an der Tür einen Staubsauger abkaufen. Seine glaubwürdig gespielte Figur dann wachrütteln, mit ihr diskutieren. Er spielt jede Facette seines Charakters mit Elan. Dass ihm Simon Ward (1941–2012, Die Drei Musketiere) da als Wolf im Schafspelz, glatt und fast feminin im Aussehen, und dann plötzlich mit einem bedrohlichen, durchdringenden Blick, in nichts nachsteht, ist bemerkenswert. Agostina Belli (Der Duft der Frauen) als verführerische Sara, aber auch jede andere schauspielerische Leistung (u. a. Anthony Quayle (†1989, Oscar Nominierung für Königin für tausend Tage, Alexander Knox (I) (†1995, Oscar Nominierung für Wilson), ist meistens zufriedenstellend, vom kleinen Overacting in wenigen Szenen mal abgesehen. Martino kann alle Figuren gut in Szene setzen.
 
Alle Einstellungen und viele verschiedene Blickwinkel werden eingesetzt, um beispielsweise Menschenmassen, die Panik einer Figur, oder interessante Gebäude sowie weite Landschaften effektiv darzustellen. Selbst das Fischaugenobjektiv und der zoom-out-Effekt werden wirkungsvoll umgesetzt. Erico Menczer (†2012, Lockende Unschuld ) gebraucht die Kamera dabei meist sattelfest, und folgt den Bewegungen der Figuren, oder präsentiert auch große Flächen im Einklang mit deren äußeren Form. Dazu kommen Vincenzo Tomassis († 1993, Cannibal Holocaust) Schnitte, die sehr vielseitig die vielen stark voneinander abweichenden, immer gut ausgeleuchteten, Szenenbilder, in eine tolle Abfolge bringen, oder dramaturgisch gewichtige Nahaufnahmen in rasanter Geschwindigkeit zeigen. Und es gibt nicht nur was fürs Auge, die Ohren werden von Soundtrack-Legende Ennio Morricone (Oscar für The Hateful 8) funktionell verwöhnt. Chöre geben der Dramatik einen Hall, angespannte Situationen werden durch lang anhaltende instrumentale Töne verstärkt. Allerdings standen dem Regisseur und dem Effekt-Spezialisten Gino De Rossi (Der letzte Kaiser) teilweise doch offensichtlich geringe Mittel zu Verfügung. Beispielsweise Szenen, in denen Objekte sichtbar aus Plastik oder Pappe sind, und Bilder, auf die andere projiziert werden, sind heutzutage doch arg angestaubt.
 
 
 
INFERNO 2000 ist zwar ein B-Film, hat aber schlüssige, gute, eigene Ideen. Die Besetzung, Ennio Morricones Soundtrack, das Spiel von vor allem Kirk Douglas und Simon Ward, und die Inszenierung, sind wirklich gut. Aber, den Effekten fehlt es an Budget, die Symbolik ist manchmal fast lächerlich, und ein paar Szenen übertreiben es in ihrer Darstellung, sodass etwas Kitsch den ansonsten altbewährten Themen ein (kleiner) Klotz am Bein ist.
 
 
7/10
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Kommentare

19.02.2020 22:28 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 14
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.437
Über "Holocaust 2000" habe ich schon öfter etwas gelesen, aber noch nichts, das so gut geschrieben war wie diese Kritik hier. Gleichwohl lockt mich der Titel irgendwie nicht hinterm Ofen hervor - und das, obwohl ich mir schon etliche "Holocausts" aus Italien gegeben habe: Den blauen, den Zombi, den Cannibal und den Porno zum Beispiel, die genannten sogar alle hier schon rezensiert. Vielleicht fehlt mir einfach der hohe Pulp-Faktor.
😉

19.02.2020 23:00 Uhr - Intofilms
1x
RIP Kirk Douglas. Gestern habe ich mir „The Bad and the Beautiful“ angesehen. In seinen Filmen wird er weiterleben. Und das ist etwas Wunderschönes!
(Olivia de Havilland lebt ja noch. Gleicher Jahrgang wie Kirk Douglas. Ist sie damit der letzte große Hollywood-Star ihrer Generation, der noch unter uns weilt?)

Sehr gute Besprechung, cecil! Von den Köchen war eine HD-VÖ bereits für letztes Jahr angekündigt. Mal schauen, ob da noch was kommt...

20.02.2020 01:26 Uhr - TheMovieStar
3x
User-Level von TheMovieStar 7
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Stimme meinen Vorrednern zu, ein wirklich gut geschriebenes Review, Cecil!

Und Ruhe in Frieden, Kirk.

20.02.2020 08:27 Uhr - Dissection78
3x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von Dissection78 3.903
Da liegen wir wieder auf einer Wellenlänge, cecil. Letzte Woche hatte ich tatsächlich noch so bei mir gedacht, dass ich "Inferno 2000" mal anschaffen müsste. Der lief irgendwann in den 90ern in der Glotze. Ich nahm ihn damals auf VHS auf, habe ihn mehrmals gesehen und fand ihn - wie schon Alberto de Martinos "Der Antichrist" - gar nicht übel. Im italienischen Exploitationkino gehören diese Werke meiner Meinung nach zur Spitze, selbst wenn hier klarerweise goremäßig nicht dermaßen rumgesaut wird wie in damaligen Zombie- und Kannibalenfilmen. Muss auch nicht!

Intofilms:
Ja, ich glaube, Olivia de Havilland ist der letzte lebende Star aus Hollywoods goldener Ära. Norman Lloyd ist zwei Jahre älter, und ihn gibt's ebenfalls noch. Er spielte u.a. den Killer in Hitchcocks "Saboteure" von 1942 (Stichwort: Freiheitsstatue), war danach in anderen Arbeiten des Meister mit von der Partie (sowie 1952 in Charles Chaplins "Rampenlicht") und gab anno '89 den reaktionären Internatsleiter in Peter Weirs "Der Club der toten Dichter". Doch Lloyd war halt kein 'Star', sondern Nebendarsteller. Aber er dürfte der älteste lebende Schauspieler dieser Generation sein. Und er stand bis vor ein paar Jahren noch vor der Kamera.

20.02.2020 10:01 Uhr - Intofilms
2x
Danke für den Hinweis, Dissection. Auf den Namen wäre ich nicht gekommen. ;)

21.02.2020 12:15 Uhr - cecil b
2x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von cecil b 6.060
Vielen Dank für das Lob an alle! :)

Freut mich sehr, dass euch die Review gefällt!

dicker Hund: Holocaust ist der unpassendste Titel für diesen Film. Dieses Wort steht in der Filmwelt auch selten für Extraklasse. ;)

INTOFILMS: solche Künstler haben sich verewigt, ja. :)

Dissection78: Der Antichrist möchte ich sehen, Martino ist ein guter Regisseur!

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