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VHS-Sammler
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Eintrag: 13.02.2020

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Flash Point

(Originaltitel: Dou Fo Sin)
Herstellungsland:Hongkong (2007)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Martial Arts, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Dao Huo Xian

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,90 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Hongkong in den 90ern, kurz vor der Rückgabe an China: Inspektor Jun Ma (Donnie Yen) kennt keine Gnade mit Gesetzlosen und nimmt das Gesetz gern selbst in die Hand. Zwar bringt ihm seine ungehobelte Kick-Ass-Attitüde eine Disziplinarstrafe nach der anderen ein, aber auch reihenweise Gauner in den Knast.

Eine vietnamesische Drogenbande, der Ma schon länger verbissen auf den Fersen ist und in deren Reihen Mas Partner Wilson (Louis Koo) als Maulwurf undercover ermittelt, soll endlich zur Strecke gebracht werden. Doch gerade als die Cops zuschlagen wollen, fliegt Wilsons Deckung auf und die mächtig wütenden Gangsterbosse hetzen der Polizei ihren ultrabrutalen Cleaner Tiger als Revanche auf den Hals. Ein Krieg beginnt, bei dem viel Blut fließen wird...
eine kritik von vhs-sammler:

Asiatische Filme haben es oftmals schwer, auf dem internationalen Parkett zu bestehen ; zu unterschiedlich sind einfach die Erwartungen an ein gelungenes Filmerlebnis, wenn man die fernöstliche Mentalität mit den Ansichten der westlich angesiedelten Zuschauer vergleicht. Besonders stark mag dieser Kontrast wohl beim Humor auffallen, der in der asiatischen Film-Küche gern zum Abschmecken makaberer Grundkonstellationen genutzt wird, in westlichen Gefilden aber oft für eine ungewohnte, wenn nicht gar völlig unpassende Geschmacksnuance beim Verkosten des Gerichts sorgt.
Hin und wieder kommt es aber dennoch vor, dass aus Asien, vorzugsweise aus Südkorea oder Hongkong, eine regelrechte Perle ihren Export-Weg auf den internationalen Markt findet und dort für Furore und freundiges Entzücken sorgt.

Einer dieser Filme war 2005 das unter Regie von Wilson Yip entstandene Meisterwerk "Sha Po Lang", welches hierzulande klammheimlich unter dem unnötig martialischen Titel "Kill Zone SPL" veröffentlicht worden ist und welches u.a. mit, Sammo Hung, Donnie Yen sowie Simon Yam in den Hauptrollen hervorragendes Darstellerkino mit bildgewaltigen wie furiosen Kampfszenen zu einem einzigartigen Genre-Hochgenuss verbinden konnte ; ein klares Referenzwerk, das 2015 sowie 2017 durch zwei bemühte, aber dem Film nicht ansatzweise gerecht werdende Fortsetzungen weitergeführt worden ist.

Die nur logische Konsequenz aus dem direkten Erfolg des Filmes war, dass sich das Dream-Team Yip/Yen 2007 noch einmal zusammenschloss, um einen ähnlich angesiedelten Film zu kreieren, womit "Flash Point – Dou fo sin" von Fans nicht zu unrecht als inoffizielle wie einzig legitime Fortsetzung zu "Sha Po Lang" gesehen wird.

Und in der Tat, die Parallelen sind unverkennbar. Wieder darf man einem charismatischen Donnie Yen als kampferprobten Polizisten dabei zusehen, wie er sich mit jeder Menge böser Buben herumschlägt, wieder sind imposante Kämpfe und diverse brachiale Scharmützel in den Film integriert worden und wieder wird versucht, dem Film durch Dramatik Tiefe zu verleihen.

Zumindest beim letzten Aspekt muss sich der Film seinem Quasi-Vorgänger ganz klar geschlagen geben.
Die Geschichte um den knallharten Polizisten, der seinem enttarnten Undercover-Kollegen hilft, eine Gangsterbande dingfest zu machen, bevor diese alle potentiellen Zeugen ihrer Verbrechen ins Jenseits befördert, ist alles andere als neu und wenig innovativ gestaltet.
Der Film wird durch seine sympathischen Charaktere zwar nie langweilig, schafft es aber auch nicht, den Zuschauer durch eine packende Handlung zu fesseln; Überraschungen gibt es wenige und insgesamt wirkt der Plot zwar dynamisch, aber genauso altbacken.

Was allerdings fast darüber hinwegsehen lässt, ist die hervorragende Inszenierung und Optik, die der Film an den Tag legt. Das Gesamtprodukt wirkt erstaunlich edel und mutet beinahe wie ein Hollywood-Blockbuster an.
Für die westlichen Sehgewohnheiten ist dies mehr als angenehm, zumal sich diese Art und Weise der Darstellung vor allem in den Action-Szenen als eine brilliante Unterstützung entpuppt, wenn beispielswiese durch Zeitlupeneinsatz die Intensität des Gezeigten stark erhöht .

Die Action steht hier, im krassen Gegensatz zu "Kill Zone SPL", ganz klar im Vordergrund und dominiert den Film beinahe, was keineswegs schlecht sein muss. Die oftmals unzulängliche Charakterisierung der Protagonisten macht dieses Feuerwerk allerdings fast schon wett.
Es dauert zwar ein wenig, bis es zu den ersten Auseinandersetzungen kommt und auch in der Quantität hat man letztlich leider nicht das Optimum herausgeholt, aber wenn es hier losgeht, dann fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen, Fäuste und Kugeln.
Die wirklichen Highlights, welche den Film letztlich weit über den Standard heben, sind allerdings die perfekt choreographierten und hervorragend gefilmten Kampfszenen.
Hier wird mindestens das Niveau des Vorgängers erreicht und die gezeigten Szenen gehören zu dem besten, was das moderne Actionkino in dieser Hinsicht zu bieten hat, was nicht zuletzt an einem großartigen Donnie Yen liegt, der hier einmal mehr neue Maßstäbe in Sache Kampfkunst setzt.
Vor allem im Finale kulminiert "Flash Point" dann zu einer fulminanten Action-Orgie, die weder Erbarmen, noch Grenzen der Realität oder Physik kennt.
Hätte der Film über die komplette Länge ein solches Pensum an beeindruckender und harter Action aufgeboten, dann hätten wir es hier mit einem glasklaren Referenzwerk zu tun.
So bleibt es qualitativ ganz klar State of the Art, aber, aufgrund einer doch recht langen und ruhigen Anlaufphase, mengenmäßig leicht verbesserungswürdig.

Verglichen mit seinem 2005 entstandenen "großen Bruder" muss sich "Flash Point" leider relativ eindeutig geschlagen geben ; zu simpel gestrickt und zu wenig dramatisch kommt das Gezeigte daher.
Wo der Film jedoch mithalten kann, das sind ganz klar die brillianten Action-Szenen, sowie die hervorragende Optik, welche diesen Nachzügler problemlos vom gewöhnlichen Genre-Einheitsbrei abheben.

Ein Film, den man als Action-Fan gesehen haben muss. Hart, kurzweilig und streckenweise schlichtweg beeindruckend.

(8,25/10)

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Kommentare

14.02.2020 08:19 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von cecil b 6.011
Sehr schönes Review!

14.02.2020 10:41 Uhr - beebop251
1x
Sehr gelungene Rezension, der ich komplett zustimme. Das Finale ist schlicht ein Actionbrett. Etwas roher als in Kill Zone SPL. Sehr gelungener Nachfolger. Ich persönlich bevorzuge Flash Point, weil hier der Focus mehr auf Yen liegt als in Kill Zone SPL.

14.02.2020 12:44 Uhr - Belphegor1999
1x
Pflichte den oberen bei, das Review ist dir gelungen.

14.02.2020 12:46 Uhr - VHS-Sammler
1x
User-Level von VHS-Sammler 1
Erfahrungspunkte von VHS-Sammler 28
Vielen Dank, Cecil! :)

14.02.2020 10:41 Uhr schrieb beebop251
Sehr gelungene Rezension, der ich komplett zustimme. Das Finale ist schlicht ein Actionbrett. Etwas roher als in Kill Zone SPL. Sehr gelungener Nachfolger. Ich persönlich bevorzuge Flash Point, weil hier der Focus mehr auf Yen liegt als in Kill Zone SPL.


Auch Dir einen actionlastigen Dank! ;-D
Kann Deinen Eindruck komplett nachvollziehen und das ist für mich auch das ganz große Plus an „Flash Point“ bzw. das kleine Manko an „SPL“. Yen ist ein sympathischer Kerl und sorgt für furiose Kämpfe; beides gibt es hier zum Glück in ausreichender Menge. In „SPL“ hätte es definitiv mehr sein dürfen, aber dafür gibt es dort ein bildgewaltiges Finale, das bei mir noch deutlich hat nachwirken können.

14.02.2020 12:47 Uhr - VHS-Sammler
User-Level von VHS-Sammler 1
Erfahrungspunkte von VHS-Sammler 28
14.02.2020 12:44 Uhr schrieb Belphegor1999
Pflichte den oberen bei, das Review ist dir gelungen.


Danke Dir! 😊👍🏼

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