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Cabal666
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Eintrag: 14.02.2020

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Spring Breakers

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Abenteuer, Drama, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,11 (36 Stimmen) Details
inhalt:
Von Kindesbeinen an sind Brit (ASHLEY BENSON), Candy (VANESSA HUDGENS), Cotty (RACHEL KORINE) und Faith (SELENA GOMEZ) beste Freundinnen. Jetzt stehen die Spring Breaks vor der Tür und die Girls wollen, wie so viele Mädchen in ihrem Alter, nach Florida und dort richtig Gas geben. Das nötige Kleingeld, um den Trip zu finanzieren, beschaffen sie sich kurz entschlossen durch einen Überfall – und überschreiten damit eine gefährliche Grenze, von der es kein Zurück gibt. Euphorisch stürzen sich die Girls ins Abenteuer, taumeln von einem Exzess zum nächsten, bis sie auf einer Drogenparty festgenommen werden und im Knast landen. Rettung naht in Gestalt des unberechenbar-charismatischen Drogendealers Alien (JAMES FRANCO), der die Mädchen aus dem Gefängnis holt. Durch seinen exzessiven Lebensstil beeindruckt er die vier und schnell stellt sich eine gefährliche Verbundenheit zwischen Alien und den „Spring Breakers“ ein. Gemeinsam erleben sie den wildesten Trip ihres Lebens – voller Alkohol, Drogen, Sex und Gewalt.
eine kritik von cabal666:

Definitiv einer der außergewöhnlichsten Filme des Jahres 2013.

"Spring Breakers" lässt sich nicht wirklich in ein Schema pressen. Er ist manchmal lustig, manchmal traurig, manchmal ernst, dann wieder verspielt. Was sollte er darstellen? Das wussten die Macher vielleicht selbst nicht so genau. In einem Interview auf der Blu-Ray sagte einer von ihnen, dass man den Film sowohl als bitterböse Satire und radikale Kritik an der modernen, feierwütigen Gesellschaft, als auch als Huldigung dieser verstehen könnte. Gleichzeitig ist er auch noch mehr als das: eine Momentaufnahme, ein Generationenporträt, teilweise auch ein Coming-Of-Age-Film.


Die Inszenierung ist äußerst unkonventionell und wohl nur mit Oliver Stones "Natural Born Killers" und den Werken Gaspar Noés vergleichbar, dessen Kameramann hier tatsächlich ebenfalls am Werk war. Der Film setzt sich aus "Mikroszenen", wie Regisseur Harmony Korine es nennt, zusammen: die Handlung wird zwar linear erzählt, aber es gibt ständig Rückblenden, flackernde Zwischenschnitte, Wiederholungen früherer Szenen und sich überlagernde Dialoge. Alles ist geprägt von einer Videoclip-Ästhetik mit grellen Neonfarben; musikalisch untermalt werden die Szenen von dröhnender Dubstep-Musik, Hip-Hop, Popsongs oder ruhigen, psychedelischen Themen von Komponist Cliff Martinez, die nicht selten in starkem Gegensatz zum jeweils Gezeigten stehen. Die großartige Szene mit Britney Spears' "Everytime", in der die ruhige Ballade mit heftigen Gewaltausbrüchen in Zeitlupe kontrastiert wird, ist da besonders hervorzuheben und fast vergleichbar mit dem Einsatz von "Where is my mind?" in "Fight Club".


Die Schauspieler machen ihre Sache zum großen Teil auch sehr gut. Den Spaß, den sie beim Dreh gehabt haben mussten, merkt man ihnen auch an. Beim Dreh wurde viel improvisiert, wodurch die Darbietung sehr natürlich wirkt. Ashley Benson, Rachel Korine (die Ehefrau des Regisseurs), sowie die ehemaligen Disney-Stars Selena Gomez und Vanessa Hudgens (hier mal mit blonden Haaren zu sehen) als übermütige Studentinnen, die auf illegale Weise ihren Traumurlaub finanzieren und immer weiter in den Drogensumpf hineinrutschen, wirken größtenteils glaubwürdig, obwohl ihre Charaktere sehr überzogen dargestellt werden. Nur Gomez passt nicht so richtig in ihre Rolle und wirkt immer noch wie ein höchstens vierzehnjähriges Mädchen. James Franco in der Rolle des soziopathischen, aufgedrehten Drogendealers Alien ist dagegen richtig klasse und stellt hier noch einmal seine beeindruckende Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

"Spring Breakers" polarisierte seinerzeit auf eine Weise wie es nur bei wenig anderen Filmen der Fall war. Er lässt sich keiner Schublade wirklich zuordnen, ist eine wilde Mischung aus Satire, Komödie, Gangsterthriller und Drama, sowohl eine Ode an als auch ein Abgesang auf den Exzess, mit interessanter, völlig eigenwilliger Kamera- und Schnittarbeit. Für mich ist er weder Mist noch Meisterwerk, aber ein definitiv mehr als sehenswerter Film mit viel Interpretationspotenzial.

8/10
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Kommentare

16.02.2020 16:32 Uhr - McGuinness
User-Level von McGuinness 3
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Von der Thematik her eigentlich recht interessanter Stoff, aber diese Videoclip - Ästhetik mit häufigen Rückblenden ist nicht so ganz mein Fall.
Schade eigentlich, denn hier scheint ja durchaus Potenzial vorhanden zu sein.

Deine Kritik enthält für mich alle relevanten Punkte um mir den Film entweder doch noch anzuschauen oder aber nicht... Jedenfalls schön informativ geschrieben 🙂

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