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lappi
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XP 133
Eintrag: 15.02.2020

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2001 - Odyssee im Weltraum

(Originaltitel: 2001: A Space Odyssey)
Herstellungsland:Großbritannien, USA (1968)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,78 (32 Stimmen) Details
inhalt:
"2001: Odyssee im Weltraum" ist der Countdown in die Zukunft, der Ausblick über das Schicksal der Menschheit, die Suche nach der Unendlichkeit. Mit seinen atemberaubenden visuellen Effekten (ausgezeichnet mit dem Oscar®*), dem unentrinnbaren Konflikt zwischen Mensch und Maschine, der überwältigenden Verschmelzung von Musik und Bewegung wurde der Film so einflussreich, dass Steven Spielberg ihn als den alles bestimmenden "Urknall" seiner Filmemacher-Generation definierte. Vielleicht ist "2001" das Meisterwerk von Stanley Kubrick (der das Drehbuch gemeinsam mit Arthur C. Clarke verfasste) - in jedem Fall wird es noch viele Generationen erschüttern, begeistern und inspirieren.

Vor seiner Reise in die Zukunft besucht Kubrick unsere prähistorischen, affenähnlichen Vorfahren, um dann (mit einem der irrwitzigsten Schnitte der Filmgeschichte) viele Jahrtausende zu überspringen: Die Menschheit hat Kolonien im Weltraum gegründet. Von dort schickt Kubrick den Astronauten Bowman (Keir Dullea) in die Tiefen des Alls, jenseits der menschlichen Vorstellungskraft - und vielleicht sogar in die Unsterblichkeit. "Öffne das Schleusentor, HAL!" Eine absolut einzigartige Reise voller Staunen und Rätsel kann beginnen...

*1968: Beste visuelle Effekte
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von lappi:

2001 - Odyssee im Weltraum

von Stanley Kubrick USA, 1968

 

Ich habe dreimal versucht 2001 - Odyssee im Weltraum zu gucken - über mehrere Jahre. Dreimal habe ich ihn abgebrochen; irgendwann mal an etwa der letzten Unterbrechung weiter geguckt. Wie kann man dann solch einen Film eine Höchstwertung geben? Gute Frage. Ich blicke jetzt einmal auf meine persönliche Odyssee mit dem Film zurück. 

Stanley Kubrick war als Regisseur zwar noch nicht explizit als solcher in meinem Bewusstsein, doch kannte ich schon einige seiner großen Filme und fand sie, ohne Bezug auf ihren Schöpfer zu nehmen oder sie untereinander in einen Zusammenhang zu bringen, schon grandios. Mit zunehmenden Interesse für Filme an sich habe ich mich auch mit Kubrick und seinem Oeuvre beschäftigt. Ich entdeckte Kubrick neu, den ich heute im Ganzen als einen meiner Lieblingsregisseure sehe und auch niemanden widersprechen würde, der ihn als besten Regisseur aller Zeiten sieht.

Nachdem ich nun 2001 einmal mehr oder weniger ganz gesehen habe, war meine Neugier auf den Film dann doch größer und ich habe am Stück und bewusst gesehen. Ich war fasziniert. So fasziniert, ihn gleich darauf nochmal zu sehen. Dann begann das nachdenken… über was?

 

Worum geht es in diesem Film überhaupt? Das ist wohl eine der strittigsten und spannendsten Fragen überhaupt, wenn man sich mit dem Film auseinandersetzt und sogleich auch die zentrale. Die Antwort auf diese Frage muss jedoch jeder für sich selbst herausfinden. Kubrick selbst hat keine Antwort auf eine mögliche Interpretation abgeben wollen, da jeder Zuschauer den Film eigens Erlebens soll und nicht (s)eine autoritäre Meinung als die richtige anerkennen solle.   

Daher kann und soll es hierbei auch nur um eine subjektive Erfahrung des Films gehen. Er beginnt mit einem längerem Schwarzbild. (Um an dieser Stelle einmal Batman aus dem Lego Batman Movie zu zitieren: „Schwarz. Alle wichtigen Filme beginnen mit einem schwarzen Bild.“) In die Schwärze hinein erklingen abstrakte Geräusche, die Aufmerksamkeit der Zuschauer ist erlangt. Die Odyssee beginnt, Planetenkonjunktion, ein schwarzer Quader fliegt durchs Bild, es tönt: „Also sprach Zarathustra!“ von Richard Strauß. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Nietzsches gleichnamiges philosophisches Werk handelt von der Geburt des Übermenschen, Gott gleich und ihn besiegend. „Der Mensch ist etwas, was überwunden werden will“ schreibt er und die Wahl der Musik ist hier nicht nur als akustisch äußerst effektives Mittel gewählt worden, sondern stellt auch auf inhaltlicher Ebene die Weichen des Films: Evolution. Die Erschließung, nein gar die Eroberung des Tierreichs, die Spitze der Nahrungskette, der Welt wird aus Perspektive der Menschheit gezeigt. Abschließend erfolgt zeitgeschichtlich. Parallel zur Entstehung des Films, die Erschließung des Weltalls und hier stößt der Mensch erstmals auf seine Grenzen. Seine ganze Welt konnte er nach eigenem Willen formen, doch die feindliche Umwelt der unendlichen Weiten des Alls stellt eine neue Herausforderung für den Menschen dar. Äußerst eindringlich wird das anhand der Wanderung im All der Menschen gezeigt. Stille, nur das eindringliche Atmen der Crew in ihren Raumanzügen ist zu hören. Sauerstoff als überlebenswichtiges Element in dieser lebensfeindlichen Umgebung kann gar nicht deutlicher dargestellt werden. Das All ist nicht erschlossen. Doch wie lange ist das noch so? Das Ende des Films zeigt für mich, dass der Mensch auch diese neue Welt durch den Menschen, den neuen Menschen, auf evolutionärer Ebene erschlossen werden kann. Dave als riesiges Baby seiend, mitten im All schwebend, ohne Raumanzug auf Planeten blickend - Ende. 

Das ganze Geschehen wird durch einen schwarzen Monolithen begleitet. Er taucht zu einschneidenden Ereignissen der Geschichte auf. Was ist er? Gott? Etwas von Außerirdischen geschicktes? Ein Stein? Aus atheistischer Sicht missfällt mir der Gedanke an ein göttliches Wesen. Dennoch muss man sich Frage stellen, worin dessen Motivation besteht. Es wird nichts erklärt, man kann nur vermuten. Da der Monolith immer während einschneidenden Ereignissen zugegen ist, frage ich mich, ob er aktiv in die Evolution eingreift oder nur ein passiver Beobachter ist. Letzteres ist unwahrscheinlicher, da der Monolith mindestens in der Mondszene auch interagiert. Ansonsten ist er. Vor allem ist der da - und wandert. Der Film lädt somit auch nach 50 Jahren zum entschlüsseln dieses mysteriösen Elements ein.

Neben diesem zeitlosen Element hat Kubik es vermocht, einen tricktechnisch perfekten Film zu schaffen, der sowohl visuell als auch auditiv auch heute noch überzeugt. Ich musste die Eröffnungsszene mit den Menschenaffen mehrfach ansehen, bis ich mich auch davon überzeugt habe, dass es doch Menschen im Kostüm sind und keine unglaublich gut trainierten Affen. Visuelle Effekte, Kameraführung, Setdesign, Bewegungen im der Schwerelosigkeit - heutiges CGI, Pardon, dass ich es so salopp formuliere, stinkt   gegenüber den praktischen und visuellen Effekten dieses Films gewaltig ab. Die visuelle Ästhetik des Films prägte für mein empfinden auch nachkommende Generationen von Sci-Fi-Filmen. Krieg der Sterne lässt grüßen. Was die Perfektion betrifft, fällt mir eine Anekdote ein. Die Verschwörungstheorien rund um die Mondlandung behaupten, dass Kubrick sie inszeniert haben soll. Und ja, Kubrick hat sie inszeniert. Da er aber so unglaublich perfektionistisch in der Umsetzung seiner Projekte ist, habe er darauf bestanden nur an Originalschauplätzen zu drehen. Soviel dazu.

So beeindruckend und wegweisen die Effekte sind, so widersprüchlich scheinen die Darstellungen der Figuren. Wir versuchen in Filmen stets eine Figur zu finden, mit der wir uns identifizieren können, mit der wir mitleiden und mitfiebern können. Nachdem nach dem ersten Drittel des Films der Cast komplett wechselt, verfolgen wir Dave und den Supercomputer HAL 9000 auf ihrer Mission. Dabei stellt sich heraus, dass HAL seine eigenen Ziele verfolgt und nach und nach die Crew dezimiert. Das ungewöhnliche und spannende Element hierbei sind die gezeigten Emotionen. Die Erwartungen an Emotionen werden in der Beziehung zwischen HAL und Dave insoweit unterwandert, dass Dave (und alle anderen Menschen) kaum bis keine Emotionen zeigt und kalt und berechnend agiert, so, wie man das eben von einem Computer erwarten würde. HAL hingegen zeigt ab einem bestimmten Punkt eine ganze Bandbreite von Emotionen, wie Unsicherheit, Angst, Überlebenstriebe - alles, was man im All von den Menschen erwarten würde. Ein Wink in Richtung künstlicher Intelligenz und eine dystopische Entwicklung der Menschen im Umgang mit Technik?

Möchte man 2001 negativ kritisieren, möchte man den Kritikern doch sogleich „Hinfort mit dir, Frevler!“ entgegenbringen. Doch tut man ihnen damit unrecht? Mit über 2,5 Stunden Laufzeit ist der Film nichts für Zwischendurch. Zu viel nachdenken, zu wenige Erklärungen, zu viele Fragen. Am Anfang des Films  wird 20 Minuten lang kein Wort gesprochen, am Ende des Films ganze 30 Minuten kein Wort. Der Film erzählt durch epische Bildsprache. Das tolle daran ist, sie ist universell. Jeder kann sie „lesen“, aber auch richtig interpretieren? Es gibt keine sympathischen Identifikationsfiguren, der Films strahlt eine bedrohliche Kälte aus, zeigt Gewalt, hat eine mehr als kryptische Story. Für heutige Sehgewohnheiten wirkt er nicht zuletzt deswegen, sondern auch wegen seiner Ruhe und verbalen Minimalismus fast schon anachronistisch, vergleicht man ihn mit Filmen wie Interstellar. Ich habe selbst mehrere Anläufe gebraucht, um das Potenzial des Films zu erkennen und schätzen zu wissen. Und dennoch! Es ist ein Produkt seiner Zeit und es ist seiner Zeit voraus. Inhaltlich und thematisch immer noch.

 

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass ich von diesem Film fasziniert bin. Technisch brillant, heute immer noch bedeutsam. 2001 - Odyssee im Weltraum lädt den Zuschauer auch heute noch auf eine Entdeckungsreise ein, deren mysteriöse Geschichte, deren Ende, dessen Odyssee noch nach 50 Jahren herausfordert entschlüsselt zu werden. Quo Vadis? Wohin geht es mit der Menschheit?

Challenge accepted! 

 
10/10
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Kommentare

15.02.2020 16:10 Uhr - sonyericssohn
2x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 19
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 7.491
Zu diesem Film muss eigentlich nichts mehr gesagt werden. Ein episches Meisterwerk.

15.02.2020 19:20 Uhr - TheRealAsh
2x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.283
Und doch hat Lappi hierzu etwas gesagt und es hat gedonnert, sehr gute Review, mein Lieber, ich habe beim ersten Mal vor vielen Jahren auch etwas gebraucht, aber dies ist wahrlich ein Film, der wächst und wächst... the ultimate trip für die letzten Fragen der Menschheit und jenseits

15.02.2020 21:33 Uhr - Intofilms
2x
Über-Film, Film der Filme, der Film schlechthin. Kubrick, der Entstiegene, hat mit „2001“ wahrhaftig etwas Einzigartiges erschaffen. So etwas wie das ultimative Gesamtkunstwerk der Filmgeschichte. Worum geht es hier? Ich würde einfach sagen, um das Göttliche. Und so möchte ich das am liebsten stehen lassen. (Film-)Kunst spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Aber Kunst, so verstehe ich den Film, ist ja ein Teil des Göttlichen und damit Ausdruck dessen.

Es gibt übrigens einen sehr, sehr guten tschechischen (tschechoslowakischen) SciFi-Film namens „Ikarie XB 1“ von 1963. Einzelne Szenen aus Kubricks Film sind im Grunde nichts anderes als direkte Zitate. Bei meiner Erstsichtung war ich ein paarmal sehr erstaunt. Kann ich nur empfehlen!

Brillante Vorstellung, lappi. Dein Mut wurde belohnt! ;)

17.02.2020 09:01 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.060
Großartige Review, zu einem DER Filme.

Die Interpretation ist schlüssig und toll besprochen, sehr schön.

HAL: "Ein Wink in Richtung künstlicher Intelligenz und eine dystopische Entwicklung der Menschen im Umgang mit Technik?"

Man könnte behaupten, dass da in Richtung Zukunft der Menschheit geschaut wurde, und die Evolution dieser eventuell auch dadurch ein neues Bild von sich selbst erschaffen hat. Und ich stimme dir zu, dass diese Odyssee da eine neue Ebene Sci-Fi eröffnet hat. Dafür kann man danken.

18.02.2020 09:09 Uhr - Belphegor1999
Absolut epischer Klassiker!!! Das Review passt sich dem Nivaeu der Filmvorlage an!

20.02.2020 07:42 Uhr - Taran
User-Level von Taran 2
Erfahrungspunkte von Taran 98
Wenn man den Roman von Arthur C. Clarke gelesen hat, wird die Bedeutung der Monolithen etwas beleuchtet! Er bringt z.B. die Menschenaffen durch mentale Hilfestellung zum wichtigen Evolutionschritt und dient auf dem Mond als "Schnitzeljagd-Wegweiser".
Deine Review gefällt mir außerordentlich gut und gibt einen sehr persönlichen Blick auf den mMn besten Film aller Zeiten! TOP!

21.02.2020 00:55 Uhr - lappi
User-Level von lappi 3
Erfahrungspunkte von lappi 133
20.02.2020 07:42 Uhr schrieb Taran
Wenn man den Roman von Arthur C. Clarke gelesen hat, wird die Bedeutung der Monolithen etwas beleuchtet! Er bringt z.B. die Menschenaffen durch mentale Hilfestellung zum wichtigen Evolutionschritt und dient auf dem Mond als "Schnitzeljagd-Wegweiser".
Deine Review gefällt mir außerordentlich gut und gibt einen sehr persönlichen Blick auf den mMn besten Film aller Zeiten! TOP!


Hätte dazuschreiben können, dass ich den Roman nicht gelesen habe. Ich weiß aber, dass sich beide gegenseitig beeinflusst haben und der Roman eine sinnvolle Ergänzung zum besseren verstehen des Films ist.
Aber durch deine Anmerkung wird deutlich, dass der Monolith nun eher eingreifend wirkt. Der Film lässt das ja gewissermaßen offen.

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