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Ghostfacelooker
Level 18
XP 6.366
Eintrag: 16.02.2020

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Der Nebelmann

(Originaltitel: La ragazza nella nebbia)
Herstellungsland:Italien, Deutschland, Frankreich (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
In den nebelverhangenen Alpen Italiens lauert das Verbrechen: Wie bereits Jahrzehnte zuvor, ist in einem kleinen Bergdorf ein junges Mädchen verschwunden. Die Hoffnung der Eltern ruhen auf Sonderermittler Vogel (Toni Servillo), einem unkonventionellen Spezialisten, wenn es um die medienwirksame Aufklärung kniffliger Fälle geht. Doch auch mit dem Auftauchen Vogels kehrt keine Ruhe ein, im Gegenteil. Denn der Star-Ermittler weiß genau, wie man die Medien bedient und Verdächtige präsentiert. Und kaum jemand in dem verschlafenen Nest ist frei von Verdachtsmomenten in einem Fall, der zu den großen europäischen Krimi-Entdeckungen der letzten Jahre gehört.
eine kritik von ghostfacelooker:

Diese Verfilmung basiert mal wieder auf einem Roman und zwar von Donato Carrisi, welches ich nicht gelesen habe und somit ob des Spannungsbogens im Vergleich zum Film wenig sagen kann, zumal einem selbst als Leser, nur die eigene Phantasie Grenzen im Hinblick auf diese setzen kann.

Wozu ich aber was sagen will ist, daß der Grundton des Films schon ein leicht düster, mystischer wäre, der vor allem im Hinblick auf ähnlich gelagerte real kriminalistische Fälle, welche man auch unter anderem auf Streamingdiensten verfolgen kann, schon eine gewisse Ironie verströmt.

Betrachtet man zum Beispiel einige Folgen der Fälle Vellemin oder McCann in Wer hat den kleinen Gregory getötet oder Das Veschwinden von Madeleine McCann, ist es schon bitter zu sehen, daß man in einem fiktiven Szenario eines kleinen Bergdorfes mehr unerfahrene Polizisten und Helfer in einer Schwimmhalle zusammentrommeln kann, als man in realen Fällen in den Untersuchungskommissionen dort zu sehen bekam.

Auch Kommissar Vogel, der in seinem narzisstischen Egoismus hier als Sonderermittler eingesetzt wird, sticht nicht nur manipulativ provokative Ermittlungsmethoden hervor, sondern erinnert traurigerweise gerade durch sein überzogenes Ego, traurigerweise an Jean-Michel Lambert, jenen Richter der im Fall des kleinen Gregory Vellmin die Verhandlungen vertrat und sich 2017 scheinbar selbst das Leben nahm.

Nun ist Vogel (Toni Serviollo), ob seines Egos, weit von Suizid entfernt, jedoch ist seine Art sehr gewöhnungsbedürftig und stößt nicht nur bei unerfahreneren Kollegen säuerlich auf. Zudem kommt eine bewusst hervorgerufene manipulative Kollaboration mit der eintreffenden Presse hinzu, die Vogel auch aufgrund eines vergangenen Fehlers bei Ermittlungen gegen einen Serienbombenlegers, für sich ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Wahrheitsgehalt, für sich zu nutzen weiß.

Das irritierendste an dieser Verfilmung ist jedoch nicht, daß man anfänglich glauben könnte, man habe bewusst schräge und subtile Kamerawinkel benutzt um für den Bruchteil einer Sekunde einen surrealen Eindruck beim Zuschauer hervorrufen zu wollen, oder daß man das Dorf verkleinert in einem Modell mit Nebelschwaden behafteter Beleuchtung präsentiert, um Situationen zu unterstreichen.

Auch nicht die sektuöse Gemeinschaft, welcher sich einige Bewohner verschrieben haben, und die trotz der anfänglichen Impression, ihre Wichtigkeit im Laufe der Handlung gänzlich einbüßt, sondern der Dialog zwischen Vogel und des Psychiaters Augusto Flores (Jean Reno).

Reno´s Figur ist das emotionale Pendant, obwohl seine effektive Screenzeit, geschätzt nicht mehr als zehn Minuten zusammengenommen betragen dürfte. Er ist der in sich ruhende Charakter, wobei auch seine Rolle als solches von jedem Schauspieler hätte übernommen werden können, was nicht bedeutet, daß ich ihn persönlich nicht gern sehe, jedoch hatte er selbst in der Rosarote Panther mehr Gewicht und Ausstrahlung als hier.

Überhaupt, war mir von der ersten Sekunde des Zusammentreffens der beiden, nicht klar welchen Zweck selbiges hätte. Natürlich glaubt man, daß sich jener in der zweistündigen Laufzeit dieser Verfilmung von selbst erklären würde, was er aber nur insofern macht, als daß er die Hintergründe zur eigentlich angesprochenen Tat und den Protagonisten beleuchtet. Doch warum man Flores tatsächlich hinzugerufen hat, bleibt bis zum überraschenden Ende hin offen.

Dazwischen bekommt man falsche Fährten, einen schlussendlichen Verdächtigen, der dann eventuell doch nicht der Täter ist und eine filmische Stimmung, in welcher man zu keinem Moment wirklich Sympathie zu einem der Protagonisten aufbauen will, und daß nicht weil deren Schauspiel nicht fesselnd für die Geschichte wäre, sondern weil die dargestellten Figuren in ihrem Charakter und ihrer Außenwirkung einem dies erschweren.

Ein für mich positiv zu nennender Aspekt dieses Filmes, denn er passt in diese scheinbar heile Welt, unter deren Oberfläche man jedoch bei heftigerem Kratzen und Toben einiges Brodelndes zutage fördert und es passt auch zu dieser unterschwellig überkochenden Spannung, welche jedoch nie wirklich ausbricht und nur gerade so weit brodelt, daß man nicht das Interesse am Geschehen verliert.

Der schon angesprochen überraschende Schluß, versteht aber die Tatsache nicht zu kaschieren, daß dieser Film anders als namhafter, besser inszenierte Blockbuster-Thriller des Genres, nur für einen Abend funktioniert und dessen Ende gleichsam selbiges für einen erneuten Genuß bedeutet.

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Kommentare

18.02.2020 14:01 Uhr - Stoi
Für einen Thriller-Fan wie mich klingt der Film interessant.
Den werde ich mit Sicherheit mal schauen.
Warum sich der Verleih aber erblödet, aus dem Originaltitel "La ragazza nella nebbia", der auf englisch richtig übersetzt "The Girl in The Fog" heisst, "Der Nebelmann" zu machen, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.
Naja, die Qualität deutscher Verleihtitel ist ja schon seit Jahrzehnten eher unterirdisch.

18.02.2020 16:25 Uhr - Ghostfacelooker
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18.02.2020 14:01 Uhr schrieb StoiFür einen Thriller-Fan wie mich klingt der Film interessant.
Den werde ich mit Sicherheit mal schauen.
Warum sich der Verleih aber erblödet, aus dem Originaltitel "La ragazza nella nebbia", der auf englisch richtig übersetzt "The Girl in The Fog" heisst, "Der Nebelmann" zu machen, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.
Naja, die Qualität deutscher Verleihtitel ist ja schon seit Jahrzehnten eher unterirdisch.


Weil vielleicht, in der deutschen Synchro zumindest, der Nebelmann einen Teil der Geschichte darstellt

19.02.2020 00:00 Uhr - Stoi
Ok, das kann ich natürlich erst nach Sichtung beurteilen.
Dann ist der Titel u. U. doch nicht völlig verblödet. :)

26.02.2020 16:29 Uhr - Stoi
Ok, letzte Woche gesichtet, der Titel hat doch ganz gut gepasst. ;)

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