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Ghostfacelooker
Level 18
XP 6.366
Eintrag: 16.02.2020

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The Art of Self-Defense

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Casey (Jesse Eisenberg) wird mitten auf der Straße willkürlich angegriffen. Er will sich erst eine Waffe kaufen, doch dann meldet sich er bei einem lokalen Dojo, also einer Übungshalle für japanische Kampfkünste, an. Der charismatische, aber dennoch mysteriöse Anführer der Gruppe nennt sich Sensei (Alessandro Nivola) und lehrt seinen Schülern die Kunst der Selbstverteidigung auf eher eigenwillige Weise. Casey wird schnell von seinem „Meister“ inspiriert, wird immer selbstbewusster und will sogar bald seine Angreifer von einst aufspüren und sich ihnen stellen.
eine kritik von ghostfacelooker:

Hätte man den Trailer nicht wirklich so gut angelegt, daß der Film tatsächlich eine gewisse Art des schwarzen Humors hat, und wäre es nicht gerade eine Kampfsportart und dazu noch Jesse Eisenberg, der selbige ausüben will, wer weiß ob dieser Film nicht an mir vorüber gegangen wäre.

Doch leider, würden meine immer so gülden hoffnungsschimmernden Erwartungen, nicht erfüllt, was, wird jetzt der ein oder andere sagen, meine eigene Schuld sein dürfte. Teilweise, denn wenn man schon mit Sprüchen wie „eine unheimlich Schwarze Komödie wirbt“, gehe ich nicht davon aus, daß im schlimmsten Fall der Fälle der Karate Level gemeint sein könnte.

Zugegeben, der ein oder andere Dialog, oder stellenweise eine Szene des Films, hatte schon eine gewisse sarkastisch zynische Note und besonders der Grund, warum Großmeister-, so wird der Lehrer des Lehrers im Film lediglich genannt-, gestorben ist, erinnert in seinen Grundzügen ein wenig an Hot Shots und die Pfaffenbachs aus Eagle River, (Nachhall; in Eagle River??!) , jedoch ist es nicht der schwarzhumorige Film, der dir mit seinem trockenen Humor das Zwerchfell penetriert, sondern eher einer jener Sorte, der dir versucht im Anflug eines Lachens in die Eier zu treten.

Riley Stearn´s Film, ist für mich nicht wie stellenweise zu lesen wäre, ein Independent-Pendant zu David Fincher´s Fight Club. Obwohl wenn man es nur auf das Selbsthilfegruppesyndrom des Films und der depressiven Stimmung dabei beschränken wollen würde, könnte man diesen Vergleich ziehen, wobei man dann den selben Humor haben dürfte, der hier fälschlicherweise im Trailer angepriesen wird.

Er ist mehr wie eine lange Folge Wilfred, bei dem man sich fragt ob der Protagonist-, und hier muß ich zugeben, daß Eisenberg in seiner Mischung aus subtil homosexuell angehaucht, introvertiertem Einzelgängers ohne jegliches Selbstwertgefühl oder Anflug von Selbstbewustseins perfekt in die Rolle des Casey passt-, wirklich so naiv sein kann all das ihm widerfahrende hinzunehmen.

Und darin liegt meiner Meinung nach gleichzeitig das Problem des Films, denn während man Caseys widersprüchlichen Weg des Bushido mitverfolgen will und gleichzeitig seine emotionale Befangenheit versteht, versucht man andererseits die Intension des Sensei und die des Regisseurs gleichermaßen zu ergründen denn, es scheint das selbiger sich selbst bei dem Dreh im Weg gestanden zu haben scheint oder eben, daß Brett nicht durchschlagen konnte, welches er nichtsahnend am Kopf gehabt haben könnte.

Will sagen, einerseits ist er so darauf erpicht die Welt eines echten Mannes mit all seinem Sexismus wieder aufleben zu lassen, sodaß der gesamte Cobra Kai Vorstand in Jubel und Tränen der Rührung ausgebrochen wäre, andererseits wirkt selbst die Galionsfigur des von ihm angestrebt und inszenierten Machismo, also Sensei (Alessandro Nivola) stellenweise wie jemand der nicht bis drei zählen kann, aber alle glauben machen will daß es gar keine Drei gäbe und das, wenn es sein muß mit Gewalt. 

Erschwerend hinzu kommt, daß man als Zuschauer selbst auch nicht weiß, ob man einen humoresken Krimi, eine vertrocknete Komödie oder einfach einen experimentellen Film vor sich ablaufen sieht und ob dies so wirklich alles beabsichtigt ist. Und all das unter dem Deckmantel einer gewollt sarkastischen Handlung.

Vergleichen wir hierzu Lowlife - American Bastards, weiß man dort von Anfang an, daß es dem Regisseur, nie darum ging, das Thema des Films ernstzunehmend darstellen zu wollen, sondern sich in der Psychose seines Protagonisten auszuleben und in dessen Weltanschauung zu etablieren ohne Risiko auf real sozialkritische Aspekte.

Der humoreske Ton weicht zum letzten Drittel des Films gänzlich auf und bekommt durch den anfänglichen Verdacht den man bereits früh im Film gehabt haben könnte eine traurig ernste und zu erwartende Note, die eigentlich nur die logische Konsequenz von Caseys Angstbewältigung ist.

Ein Film also, der selbst auf absurd psychologischer Ebene welche in seinen Dialogen teilweise mitzuschwingen scheint nur in dessen eigener Welt funktioniert und wer in jener Welt eintauchen will, sollte auch Begriffe wie Ehre, Einheit von Körper und Geist oder all jene Kodizes des Karate oder der Kampfsportphilosophie, vorher gedanklich ablegen.

Für mich ein einmaliger Ausflug.

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