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Man Behind The Sun
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Eintrag: 19.02.2020

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Der Leuchtturm

(Originaltitel: The Lighthouse)
Herstellungsland:Kanada, USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Fantasy

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,29 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Ein entlegener Leuchtturm-Außenposten an der Küste Neuenglands wird zum Schauplatz eines archaischen Duells zweier dem Wahnsinn nahen Männer. Thomas Wake (Willem Dafoe) und Efraim Winslow (Robert Pattinson) werden auf eine einsame Insel gesandt, um eine marode Leuchtturmanlage zu warten und in Betrieb zu halten. Zur Zeit der Jahrhundertwende an der rauen Atlantikküste ist das eine wichtige Aufgabe, die sich mehr und mehr in einen Überlebenskampf verwandelt. Die zwei extrem unterschiedlichen Charaktere prallen ungebremst aufeinander und als ein nicht enden wollender Sturm über sie hinwegzieht, wird aus psychologischen Sticheleien schon bald ein brutaler Nervenkrieg.
eine kritik von man behind the sun:

Robert Pattinson ist nicht erst seit kurzem dafür bekannt, auch abseits der "Twilight"-Saga ordentliche darstellerischen Leistungen abzuliefern. Ob er diesem Status weiterhin gerecht bleibt, kann er demnächst in "The Batman" beweisen.

Um eines Vorweg zu nehmen: In dem hier besprochenen Film "Der Leuchtturm" beweist Pattinson - ähnlich seinem (man verzeihe mir den immmerwährenden Vergleich) Kollegen Daniel Radcliffe - dass er mehr kann, als lediglich den verführerisch dreinblickenden glitzernden Vampir zu spielen; es zeigt sich hier wieder einmal mehr, dass ein Schauspieler durchaus seinem ursprünglich vorgebebenen Rollen-Bild entkommen kann.

Somit geht es mit dem vorliegenden Werk "Der Leuchtturm" mal so gar nicht in die Richtung Mainstream; Pattinson spielt neben Dafoe in einem Film, den man in dieser Form dem Mainstream-Publikum wohl nur schwierig zumuten könnte; ein seltsames Bildformat, dass eher an das "4:3" alter Röhrenfernseher, als an das übliche und gewohnte "1,85:1" oder "2,35:1" der Kinoleinwände erinnert; dabei noch alles in schwarz-weiß gedreht, grobkörniges Bild und ein Set, in dem - ähnlich wie in "Eraserhead" - die Hintergrundgeräusche, die Bilder und das Setting an sich maßgeblich  zur Atmosphäre des Films beitragen.

Kurzum: Es handelt sich bei "Der Leuchtturm" um einen Film, der eher in den 50er oder 60er Jahren entstanden sein könnte und demnach wohl eher ein Nieschenpublikum ansprechen wird.

Das ist allerdings auch gut so. Denn was hier dem Zuschauer in einem unmöglichen Format präsentiert wird, dürfte eher einer Erfahrung, als dem bloßen Konsum eines Filmes gleichen.

Die Story ist relativ kurz und schnell auf den Punkt gebracht: Pattinson und Dafoe spielen Ende des 19. Jahrhunderts Leuchtturmwärter auf einer kleinen Insel irgendwo in der Mitte von Nirgendwo, welche Ihrer Aufgabe nachgehen, den sich auf der kleinen abschüssigen Insel befindlichen Leuchtturm und das übrige Areal zu pflegen und am Laufen zu halten. Dabei ist es Dafoes Charakter von enormer Wichtigkeit, dass ausschließlich er selbst das Licht des Leuchtturms warten darf. Sein Untergebener Pattinson blüht währenddessen vom schüchternen (Jung)-Gesellen zu einem Ebenbild seines Vorgesetzen heran und bietet diesem nach und nach mehr die Stirn. Als nach 4 Wochen aufgrund wetterbedingter Ereignisse der erhoffte Schichtwechsel nicht erfolgt, verfallen die beiden Wärter immer weiter dem Wahnsinn.

Was in den über 90 Filmminuten zu sehen ist, ist nicht das, was man als geneigter Kino-Gänger üblicherweise zu sehen bekommt: So sind das Wetter, insbesondere Regen, Sturm und das ständige Pfeifen des Windes jederzeit spürbar. Die klaustrophobische Ansicht des Settings, der Insel, der Wärterhütte, welches nicht zuletzt durch das oben angesprochene ungewöhnliche Bildformat bewusst verstärkt, wenn nicht gar erzwungen wird, lässt den Zuschauer sowohl optisch, als auch akustisch spüren, wie es auf der Insel zugehen muss; Pattinson, erst schüchtern, zurückhaltend und - für seinen Kollegen ganz ungewöhnlich - keinen Alkohol trinkend, bietet dem alten Dafoe im Laufe des kammerartigen Spiels immer weiter die Stirn, bis sich klammheimlich der Wahnnsinn in die Mitte des Duos einstellt.

Zugegeben: Der normale Kino-Gänger, der einen schönen, actionreichen, vielleicht sogar lustigen Film sehen möchte, wird mit diesem Streifen nicht glücklich werden.

"Der Leuchtturm" ist vieles, aber alles andere als gewöhnlich. Der Vergleich mit "Eraserhead" kommt dabei nicht von ungefähr; der bahnbrechende und das Mitternachtskino prägende, insbesondere dem Genre des Surrealismus verschriebene Film ist Vorbild und auch Blaupause; beide Filme sind von ihrer Machart trotz ihres erheblichen Altersunterschiedes technisch und atmosphärisch, sowie in ihrer nahezu ausschließlich aus Symbolen bestehenden Handlung, weitestgehend gleich. Es wird wenig gesprochen, dafür lassen Bild und Ton den Zuschauer in den Film quasi Eintauschen. Trotzdem besitzt "Der Leuchtturm" so viel Eigenständigkeit, um mit dem Lynch'schem Erstling mithalten zu können, ohne diesen bloß zu imitieren. Die auffälligste Gemeinsamkeit der Filme ist die durch den Einsatz verschiedenster Stilmittel entstehende Atmosphäre; peitschender Wind, ein undichtes Dach, eine kleine Küche sowie eine Schalfkoje, die sich Pattinson mit einem furzenden, schnarchenden Dafoe teilen muss, sind nur einzelne Bruchteile davon, welche den Film durch den Einsatz einfachster Mittel zu einem Gesamtkunstwerk machen, welches in der heutigen Kino-Landschaft seinesgleichen sucht.

Obendrein bekommt der Zuschauer eine Story serviert, die hier so nicht wiedergegeben werden kann bzw. auch schwierig wiederzugeben ist, ohne einen weitläufigen Ausflug in die Mythologie der Seefahrer zu wagen oder gar Spoiler vorwegzunehmen.

Der Film möchte aber auch gar nicht auf der Seite der Story punkten; dafür ist diese zu einfach gestrickt, wiederum aber wieder dermaßen symbolschwanger, dass man über den Sinn des Filmes wohl eine gesamte Abhandlung jeglicher Art schreiben könnte.

Dass der Film aus der Schmiede der "A24" kommt, ist kaum verwunderlich; wieder einmal schafft es das Studio sich eines Filmes anzunehmen, der von den "normalen" Sehgewohnheiten der Zuschauer abweicht.

Als Fazit ist letztlich festzuhalten, dass Willem Dafoe wieder einmal beweist, dass er einfach einer der besten momentan lebenden Schauspieler ist. Aber auch Pattinson nimmt man seine Rolle ohne Zögern ab. Auch hier ist wieder der Mut zu Loben, sich einem solchen Projekt zu widmen. Dafoe hat so oder so Narrenfreiheit, Pattinsons Image wird durch diesen Film - zumindest aus meiner Sicht - weiter zum Charakterdarsteller poliert, der auch ohne Probleme schwierige, ernste und ungewöhnliche Rollen spielen kann.

Letztlich bleibt nur zu sagen, dass die Vergleiche von "Der Leuchtturm" mit "Eraserhead" zwar müßig wirken; da letzterer allerdings für mich sozusagen als "Benchmark-Test" des surrealen Albtraum-Kinos fungiert und der Vergleich zwischen beiden Filmen schwer von der Hand zu weisen ist, sollte jeder, der Lynchs Erstling ähnlich wie ich verehrt, hier unbedingt hereinschauen. Und trotz aller Zweifel und Fragen, die die Story am Ende des Films aufwirft: Es wird sich lohnen, auch wenn man dem Surrealismus eher abgeneigt ist, sollte man entgegen aller normalen Sehgewohnheiten über den Tellerrand schauen und dem Film eine Chance geben.

Von mir gibt es aufgrund der großartigen Atmosphäre und dem ungewöhnlichen Setting, sowie der ungewöhnlichen Machart 8 von 10 Punkten.

 

 

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Kommentare

20.02.2020 11:46 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.060
Eine angenehm verfasste Review, die einen guten Eindruck vom Film gibt, danke dafür!


22.02.2020 17:35 Uhr - Cabal666
1x
User-Level von Cabal666 4
Erfahrungspunkte von Cabal666 208
Tolle Review zum Film!
Du gehst auf einige Aspekte detaillierter ein, denen ich mich weniger gewidmet habe und konntest mir sogar einige neue Erkenntnisse vermitteln. Mit "Eraserhead" habe ich "The Lighthouse" bisher beispielsweise weniger in Verbindung gebracht, sondern mehr mit dem expressionistischen Stummfilmkino. Aber ja, die Gemeinsamkeiten, die du hier nennst, sind nicht von der Hand zu weisen.
Das ist jedenfalls eine schön geschriebene Kritik, die einen guten Eindruck von diesem großartigen Film vermittelt. Gefällt mir sehr.

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