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The Purge: Election Year

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Horror, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:American Nightmare 3
The Purge 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,04 (32 Stimmen) Details
inhalt:
Zwölf Stunden absolute Gesetzlosigkeit. Alle Verbrechen, inklusive Mord, sind in der alljährlichen PURGE-Nacht erlaubt. Amerika ist erneut im Ausnahmezustand: In THE PURGE: ELECTION YEAR wird der knallharte Überlebenskampf zu einem Phänomen, das inzwischen auch mordlustige Touristen aus aller Welt anzieht. Gleichzeitig plädiert eine aufstrebende Senatorin für die Abschaffung der alljährlichen Säuberung, die sich vor allem gegen die Armen und Unschuldigen richtet, und gerät damit ins Visier der hochrangigen Eliten.

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Leo Barnes (Frank Grillo) sich während der PURGE-Nacht im letzten Moment dagegen entschied, an dem Mann Rache zu üben, der Schuld am Tod seiner Tochter hatte. Es ist Wahljahr und mittlerweile arbeitet er als Sicherheitschef der Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell). Mitten in ihrer Präsidentschaftskampagne steht die alljährliche PURGE-Nacht bevor, die ihre politischen Gegner natürlich nicht ungenutzt lassen wollen. Nach einem hinterhältigen Verrat ist die bedingungslose Jagd auf die Senatorin eröffnet und Leo hat alle Hände voll zu tun, die Senatorin aus der Schusslinie zu bringen und die Nacht zu überleben...
eine kritik von themoviestar:

Ganz so innovativ, wie es den Anschein nimmt, ist der Basisgedanke der The Purge Werke gar nicht, eine jährliche, 12 stündige, gesetzeslose Zeit einzuführen, wo Raub, Plünderung und Mord legestativ nicht geahndet werden. Ich musste unweigerlich an den Brandon Lee Klassiker "The Crow" aus dem Jahr 1994 zurück denken, in dem ein Abend vor Halloween die "Teufelsnacht" ausgerufen wurde, in der ebenfalls nach Herzenslust gemordet und geplündert werden konnte, ohne ernsthafte Konsequenzen. Aber im Grunde genommen ist es ja nichts verwerfliches, sich eine Idee "auszuborgen" und diese mit dystopischen Ergänzungen zum Storygerüst einer aus meiner Sicht unterhaltsamen Science-Fiction Horror Reihe zu erweitern, wobei der mir vorliegende dritte Teil, "The Purge - Election Year" aus dem Jahr 2016, den bisher actionlastigsten Vertreter seiner Garde darstellt.

Wie schon in den beiden Vorgängern The Purge (2013) und The Purge - Anarchie (2014) ließ es sich "Mastermind" James DeMonaco nicht nehmen, nebst seiner Drehbuchvorlage auch die Regieverantwortlichkeit zu tragen. Ex Polizist Leo Barnes (Frank Grillo), Überlebender der Gehschehnisse vom zweiten Teilist mittlerweile Sicherheitschef von Senatorin Charlie Roan (Elizabeth Mitchell), deren Familie vor 18 Jahren bei einer Purge Nacht ausgelöscht wurde. Die Senatorin kandidiert bei der Präsidentschaftswahl mit dem politischen Versprechen, die von der Regierung einberufene jährliche Säuberung abzuschaffen, was bei den korrupten hohen Herren auf wenig Gegenliebe stösst. Nun ist wieder "purging" angesagt. Leo Barnes muss sein ganzes Können in die Waagschale werfen, um das Leben der auf der Abschussliste stehenden Politikerin während des Ausnahmezustands zu schützen und erhält bei dieser höchst brisanten Aufgabe auch unerwartet Unterstützung vom Ladenbesitzer Joe Dixon (Mykelti Williamson), seinem Angestellten Marcos Dali (Joseph Julian Sari) und der Untergrundkämpferin, der ehemaligen Purgerin Laney Rucker (Betty Gabriel).

Offen ausgesprochen steht und fällt die individuelle Klassifizierung des Streifens mit der jeweiligen persönlichen Einstellung zu DeMonacos sarkastistischen, bitterbösen Zukunftsvision mit spürbar gesellschaftskritischen Zügen. Dabei könnten sich Zuschauer mit einem hohen Anspruch an Logik, an einen reproduzierbaren Wirklichkeitsbezug und an politische Neutralität deutlich vor den Kopf gestossen fühlen, was gemessen anhand des medial durchwachsenen Kritikerechos durchaus im Bereich des möglichen liegt. Ich für meinen Teil konnte mich mit der meines Erachtens phantasievoll konstruierten, überzeichneten, aber keinenfalls unvorstellbaren Irrealität prima arrangieren und sehe durch die Verknüpfung mit gesellschaftsschichtlichen Diskriminierungsfragen eine geglückte Integration vom Arm versus Reich Konflikt in die Filmhandlung, denn die "von oben herab" und die "ich bin etwas besseres" Sichtweise spielt nicht nur im fiktiv erschaffenen Purge Universum eine Rolle. Selbstverständlich bietet "The Purge - Election Year" diese thematische Auseinandersetzung so trivial wie nur irgendwie möglich an, da das Hauptaugenmerk eher auf eine tempo- und actionreiche Darstellung der anarchistisch anmutenden Purge Night zielt, genau wie es sich das Publikum von einem aus amerikanischer Sicht reißerisch produzierten Mainstreamprodukt auch erwartet.

In den Mittelpunkt des chaotischen Gewaltszenarios rücken vermehrt Aspekte des klassischen Actionfilms wie bleihaltige Shootouts und Verfolgungsjagden gepaart mit kleinen inhaltlichen Anspielungen auf bekannte Zombiefilme wie beispielsweise Dawn of the dead, so erinnern die Auseinandersetzungen rund um Dixons Laden an Romeros Genreaushängeschild. Optisch wird die durchdrehende Zivilbevölkerung mit furchteinflößenden Retromasken sowie ansprechenden Special Effekten gruselig in Szene gesetzt und auch die ausufernden Schusswechsel sind durch blutige Körpertreffer bildgewaltig realisiert. Als Paradebeispiel hierfür kann der brachiale und Bodycount fördernde finale Showdown betrachtet werden, welcher das unbestrittene Highlight der größtenteils spannenden Actionsause darstellt. Insgesamt gesehen ist der graphische Härtegrad für massenkompatible, kommerzielle Kinounterhaltung als durchaus beachtlich zu bezeichnen, wobei schätzungsweise für die "Gorebauer Fraktion" in The Purge 3 noch einiges an Schauwerte fehlen dürfte, um in Jubelarien auszubrechen.

Leider ist auch bei The Purge - Election Year nicht alles Gold was glänzt und einzelne Nebencharaktere sowie die komplette antagonistische Seite überzeugen meiner Ansicht nach nur bestenfalls bedingt. Als für den Haupthandlungsstrang absolut entbehrlich stufe ich die klischeedurchtränkten Rollen der ehemaligen Purgerin Laney, des Shopinhabers Joe Dixon und seines Handlangers Marcos Dali ein, die darüber hinaus mit furchtbar unsympathischen Schauspielern besetzt wurden. Abgesehen davon hätte unserem Helden ein ebenbürtiger Gegner nicht schlecht zu Gesicht gestanden. Die belanglos performenden Akteure der schmierigen Regierungsangehörigen konnten mich genauso wenig beeindrucken wie der möchtegern diabolische und unfreiwillig komische Auftritt von Terry Serpico als Nazitruppenanführer Earl Danzinger, welcher die Jagd auf das von mir subjektiv empfunden gut zusammenspielende Protagonistengespann Frank GrilloElizabeth Mitchell leiten darf.

Wirtschaftlich ist dem The Purge Franchise ein nicht ganz alltägliches Kunststück gelungen, mit jeder weiteren Fortsetzung konnte der Ertrag an den weltweiten Kinokassen pö a pö gesteigert werden. "The Purge - Election Year" ist mit seinem 10 Millionen Dollar teuren Budget bei einem globalen Einspiel von knapp 120 Millionen Dollar angelangt, dass nachfolgende Prequel "The First Purge" schaffte 2018 schon 136 Millionen. Natürlich ist ein finanzieller Erfolg kein 100 prozentiger Garant für ein persönlich als unterhaltsam emfpundenes Filmerlebnis, im Falle von "The Purge  - Election Year" sind die Zahlen aber zumindest ein ernstzunehmender Indikator, dass die Verantwortlichen nicht alles falsch gemacht haben können. Ich spreche eine klare Empfehlung für Freunde von actionreichem Science-Fiction Horror aus, bildet euch eure eigene Meinung, der Film weiß trotz einiger Defizite zu gefallen. MovieStar Wertung: Gute 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

27.02.2020 08:17 Uhr - sonyericssohn
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Ich fand und finde die Purge- Reihe umwerfend ! Leider konnte mich der vierte Teil nicht überzeugen, aber 1-3 sind der Irrsinn ! ;-)
Kann es aber gut nachvollziehen wenn man den hier ned so mag. Ich find den klasse !

Zur Kritik sag ich nix mehr....is eh ein Selbstläufer :-D

27.02.2020 10:19 Uhr - TheMovieStar
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@ Sony: vielen Lieben Dank fürs Lesen und für dein positives Feedback :-) Ich fand den Teil auch gut und unterhaltsam, mit den angegebenen subjektiven Schwächen, ich kann auch dich verstehen, wenn dir der Film besser gefällt :-))). Den vierten habe ich noch nicht gesehen.

27.02.2020 11:51 Uhr - Ghostfacelooker
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Doch es gibt was zur Kritik zu sagen und zwar ich finde es gräßlich! Natürlich muß man sich hier die Stimme von Marcel Reif Ranicki, der besseren Wirkung halber vorstellen,

...aber dieser Autor vergeudet Wörter um Wörter in intellektuell fast kaum zu übertreffender Zusammenstellung und Komplikation. Einfach nur gräßlich. Ist es überhaupt ein Review? Ich glaube nicht und wenn dann ist es im wesentlichen besser als alle Kritikien dieses Möchtegern-Schreibers der dieses Kommentar mit meiner Stimme als Stilmittel gepostet hat^^^^^^^^

27.02.2020 13:44 Uhr - TheMovieStar
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@ Ghost: Danke auch dir fürs Lesen und dein Feedback. Deinen eindeutig zweideutig raffiniert artikulierten Kommentar fasse ich jetzt mal als verstecktes Lob für meine Reviewarbeit auf, sofern ich mich in der Deutung deines Stilmittels nicht täusche 😉😊🤗👍

27.02.2020 13:49 Uhr - Ghostfacelooker
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27.02.2020 13:44 Uhr schrieb TheMovieStar
@ Ghost: Danke auch dir fürs Lesen und dein Feedback. Deinen eindeutig zweideutig raffiniert artikulierten Kommentar fasse ich jetzt mal als verstecktes Lob für meine Reviewarbeit auf, sofern ich mich in der Deutung deines Stilmittels nicht täusche 😉😊🤗👍


Darfst du gern, denn andernfalls hätte ich es bestimmt anders formuliert

27.02.2020 16:26 Uhr - Kaiser Soze
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Ich hatte vor Jahren Teil 1 gesehen und fand den iwie nur so lala... jedes Mal, wenn ich hier ein Review zu einer der Purge-Teile lesen, denke ich mir, dass ich der Reihe, zumindest mal den ersten beiden Teilen, (nochmal) eine Chance geben sollte und dieser Verdacht wurde durch Dein sehr gelungenes und ausführliches Review bestärkt! Danke Dir!

27.02.2020 19:39 Uhr - The Machinist
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Für mich der stärkste Teil der Reihe, auch wenn ich ebenfalls ''nur'' eine 7 geben würde. ''The Purge'' hat mich insgesamt noch nie wirklich begeistert, ich meine sie sind halt OK, dennoch finde ich, dies ist ein Franchise bei dem immer wieder einiges an Potenzial verschenkt wird. Würde mich aufgrund der krassen Thematik persönlich mehr reizen wenn die Filme eher in Richtung Extrem-Schocker gehen würden, wie etwa im spanischen ''Framed'', aber das trauen sich die Amis eben nicht.

Beim 4. Teil muss ich sony Recht geben, der ist wirklich strunzhohl. Sehen wir mal was aus Teil 5 wird. Was deine Kritik betrifft, ist nichts mehr hinzuzufügen, lese ich immer wieder gerne.

27.02.2020 20:32 Uhr - TheMovieStar
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@ Ghost: ja das denke ich auch das es dann anders formuliert gewesen wäre :-)

@Kaiser: Danke auch dir fürs Lesen und dein positives Feedback. Die Purge Reihe polarisiert auch gerade wegen ihrer provokanten Inhalte... Vielleicht solltest du den Filmen nochmal eine Chance geben, kann ja sein das sie dir jetzt besser gefallen.

@TheMachinist: Auch dir danke fürs Lesen und für dein positives Feedback. Freut mich, wenn wir wertungstechnisch gleich auf liegen, was den dritten Teil angeht. Den vierten habe ich noch nicht gesehen... Muss ich mal sehen, dann kann ich eine Aussage dazu machen ob der in meinen Augen was taugt.

28.02.2020 08:50 Uhr - cecil b
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GroßARTtige Review! :)

28.02.2020 11:39 Uhr - TheMovieStar
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@ Cecil: Danke auch dir fürs Lesen und dein positives Feedback. Freut mich, wenn ich dich mit meinem Text erreichen konnte

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