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Identität

(Originaltitel: Identity)
Herstellungsland:USA (2003)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:I.D.
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,83 (65 Stimmen) Details
inhalt:
Zehn Menschen, die sich noch nie zuvor gesehen haben, suchen in einer sturmdurchpeitschten Nacht durch eine Verkettung merkwürdigster Zufälle im selben Motel mitten in der Wüste Zuflucht. Auf den ersten Blick haben sie nur eins gemeinsam: Jeder von ihnen verbirgt ein Geheimnis. Doch nur kurz währt die geteilte Freude über den gefundenen Schutz im Naturinferno: Das Motel entpuppt sich als Falle und für einige von ihnen als Grab. Als ein grausamer Countdown einsetzt, bei dem einer nach dem anderen auf brutalste Weise zu Tode zu kommen droht, macht sich Angst breit ... und mit ihr eine Erkenntnis: Wollen sie überleben, müssen sie das große Geheimnis lösen, das sie in dieser Nacht des Sterbens zusammengebracht hat.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab: Es kommen nur wenig Spoiler vor, vergleichbar mit dem Schauen eines Filmtrailers. Ich habe nur die Kinofassung (Schnittbericht) gesehen, wobei ich jedem, der den Film nicht kennt, abraten würde die Kommentare unter dem SB zu lesen... Obwohl ich den Film bereits mehrfach gesehen habe, schaffe ich es irgendwie immer die Handlung zu verdrängen, das Review erfolgt also eher aus der Perspektive einer Erstsichtung.

Identität

(2003 - Alternativtitel: I.D.), ein Thriller von Regisseur James Mangold, dessen Filme Durchgeknallt (1999 - OT: Girl, Interrupted) sowie Logan - The Wolverine (2017 - und das, obwohl ich die meisten Comicverfilmungen nicht mag!) ich ebenfalls sehr schätze, lädt den Zuschauer in ein Motel irgendwo im nirgendwo ein, in dem sich (un-)wetterbedingt 11 Personen einfinden und im 10-kleine-Negerlein-Prinzip reduziert werden; zusätzlich wird eine zweite Handlung eingestreut, von der man nicht so recht weiß, wie diese mit der Nacht im Motel zusammenhängt.

Das Ganze hat klare Einflüsse aus dem Horrorgenre (Flucht vor einem Killer, Mordszenen, abgetrennter Kopf usw.) und mitunter fließt aufgrund der verzwickten Handlung auch das Mystery-Genre mit rein. Vom Grundsatz liegt aber klar ein Thriller vor und man darf (leider) auch keine harten Mordszenen erwarten. Auch wenn die internationalen Freigaben von ab 12 (Japan) übers R-Rating (USA) bis ab 18 (Philippinen) schwanken. In Deutschland ist der Film bzw. dessen Kinofassung ab 16 Jahren von der FSK freigegeben. Hier hätte etwas mehr Härte oder blutige(re) Szenen aus meiner Sicht den Film sogar noch etwas aufwerten können. Mit einem Body Count von 14 (zzgl. der Selbstmörderin und den sechs anderen Todesopfern) gab es eigl genug Möglichkeiten.

„Ich weiß noch meine Mom... war eine Hure…“

Die Besetzung, die ein nicht unerheblichen Teil des Budgets (28 Millionen Dollar - Einspiel: über 90 Millionen Dollar) erhalten haben dürfte, dieses Films ist exzellent gewählt und spielt durch die Bank weg sehr gut. Besonders John Cusack und Ray Liotta sind natürlich auch Charakterdarsteller, was Sie in diversen Werken bereits gezeigt haben (Beispiel). Das Zusammenspiel auf der spannend inszenierten Mördersuche - ohne jegliche Gewissheit wer oder ob überhaupt irgendwer dies überleben wird - funktioniert dank der Darsteller sehr gut und die Sympathien sind schnell eingestrichen, sodass man nur noch mehr mitfiebert. Übrigens Frederick Coffins' letzter Film (†31. Juli 2003).

Dabei spielt vor allem auch die geniale Inszenierung mit hinein. Wenn eine neue Person hinzukommt, sehen wir in der Regel früher oder später eine Rückblende, wer dies ist und inwiefern die Person oder deren Handeln die Geschehnisse in bester Schmetterlingseffekt-Manier beeinflusst hat - Stichwort: Suche nach dem Feuerzeug des Freiers mit dem verlorenen Schuh. Über allem schwebt die Ungewissheit wie der zweite Handlungsstrang nun dazu passen könnte - zeitlich vorher, nachher, parallel? Dies erinnert im positiven Sinne etwas an Memento (2000 - sehr guter Film!) und funktioniert hier ebenfalls.

„Ich ging die Treppe rauf und sah dort einen Mann, der war nicht da.
Er war auch heute nicht mehr dort, ich wollt, ich wollt, er ginge fort.“

(aus William Hughes Mearns' Gedicht Antigonish). Aber auch aus Sicht eines Filmfans ist Identität absolut gelungen. Gewisse Parallelen zu Agatha Christies Das letzte Wochenende (1945) sind nicht von der Hand zu weisen - übrigens gab von Identität selbst auch eine (indische) Neuverfilmung (2005) - und zusätzlich wurden geschickt Verweise auf andere Film in den Film eingestreut. So ist die erste Mordzene mit Duschvorhand im Regen klar an Alfred Hitchcocks Psycho (1960) angelehnt oder der ermordete Jake Busey, der schon in Peter Jacksons' The Frighteners (1996) einen Straftäter mimte, mit dem Baseballschläger wirkt, wie aus Nackt und zerfleischt (1980).

Die (deutsch) Synchro setzt dies noch fort und macht kurzerhand aus Dr. Malicks Malcolm ist in der Mitte... ein Malcolm ist mitten in... , Ray Liottas Reiseziel (Carson City) entspricht dem Ort aus Con Air (1997) mit John Cusack oder auch die Entscheidung des Regisseurs einen Dialog am Ende zu streichen (die Lippenbewegungen von Liotta und Cusack sind sichtbar), um eine noch folgende Wendung nicht erahnen zu lassen, ist eine weit wesentliche Änderung als die kleine Änderung im Extended Cut. 

„…Huren kriegen keine zweite Chance!“
 

Fazit:
Ein guter Film, der durchaus etwas brutaler hätte sein dürfen, aber auch so durch seine Darsteller und Handlung(en), die nur Stück für Stück ans Licht kommen, überzeugen kann. mir fehlt irgendwas bei diesem Film, ich kanns aber nicht in Worte fassen, daher „nur“ 

8 bis 9 von 10 Punkten

 

PS: Auch wenn ich es selbst nicht nachgerechnet habe: Diese Wahrscheinlichkeit der Geburtstags-Übereinstimmung liegt bei 1 zu 115 Sextillionen, genauer bei rund 1 zu 115.694.315.636.972.669.502.854!

8/10
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Kommentare

01.03.2020 20:25 Uhr - Giant P
1x
Gute Review zu einem tollen Film

01.03.2020 22:40 Uhr - TheMovieStar
3x
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Gutes Review ist untertrieben, ein "Kaiserliches" Review würde ich sagen. Gute Arbeit!

02.03.2020 11:14 Uhr - Pratt
1x
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Klasse Review, klasse Film, eine vernünftige Blu-Ray wäre wünschenswert!!!

02.03.2020 13:12 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Zuerst einmal vielen Dank fürs positive Feedback! Es freut mich, wenn Film und Review gefallen haben :)

@TheMovieStar
... da werd ich ja ganz rot^^ danke ;-D

@Pratt
Ist diese nicht vernünftig oder meinst Du mit EC oder wie?
https://www.schnittberichte.com/svds.php?Page=Fassung&ID=45419

02.03.2020 16:19 Uhr - TheMovieStar
2x
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Ehre die, dem Ehre gebührt. Das Lob hast du dir verdient, Kaiser. Nur keine falsche Bescheidenheit :-)))

02.03.2020 16:20 Uhr - Pratt
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@Kaiser Soze, genau wenn die Blu-Ray weniger Bonus mit an Bord hat als die DVD ist das für mich keine vernünftiges Release.

02.03.2020 19:03 Uhr - Mucki1979
1x
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Gewohnt gute Beschreibung zu einem Film, der insbesondere aufgrund der dichten Erzählweise und eines intensiven Endes viel zu wenig Beachtung bekommen hat!

Und Mangold hat es hier m.E. sehr gut hinbekommen, aus der teilweise B-Darstellerriege sehr gute Leistungen herauszukitzeln.

02.03.2020 19:47 Uhr - Leela
3x
Super Review zu einem Grandiosen Film!
Der Film hat mich beim ersten mal "vor 10-12 Jahren" schauen gefesselt wie kaum ein anderer ... Die Spannung, die Location "dazu der Dauerregen", tolle Schuspieler u.s.w machen den Film zu einen echten Erlebniss!

Gleichzeitig ist es für einer der Filme der nur beim ersten mal richtig wirkt da man die Story usw noch nicht kennt.
Keine Frage, der Film macht auch beim 2-3 mal noch Spaß, aber diese WTF Gefühl des ersten mals fehlt natürlich ...

Ich habe den Film erst vor kurzen bestimmt das dritte mal gesehen, macht immer noch Spaß

03.03.2020 12:19 Uhr - Pratt
1x
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Falls noch nicht bekannt kann ich da auch David Fincher's 'The Game' mit Michael Douglas empfehlen, der haut auch richtig rein, vorallem beim ersten Mal!

02.03.2020 19:47 Uhr schrieb Leela
Super Review zu einem Grandiosen Film!
Der Film hat mich beim ersten mal "vor 10-12 Jahren" schauen gefesselt wie kaum ein anderer ... Die Spannung, die Location "dazu der Dauerregen", tolle Schuspieler u.s.w machen den Film zu einen echten Erlebniss!

Gleichzeitig ist es für einer der Filme der nur beim ersten mal richtig wirkt da man die Story usw noch nicht kennt.
Keine Frage, der Film macht auch beim 2-3 mal noch Spaß, aber diese WTF Gefühl des ersten mals fehlt natürlich ...

Ich habe den Film erst vor kurzen bestimmt das dritte mal gesehen, macht immer noch Spaß

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