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Das Geisterschloß

(Originaltitel: The Haunting)
Herstellungsland:USA (1999)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Horror, Fantasy, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Haunting of Hill House, The
Legend of Hill House, The
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,17 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Drei Freiwillige finden sich als Probanden für eine Studie über Schlafstörungen im Schloß "Hill Haus" ein. Die zurückgezogen lebende Eleanor (Lili Taylor), kurz Nell, deren Mutter zuvor verstorben ist, die bisexuelle Künstlerin Theo (Catherine Zeta-Jones) und der etwas durchgeknallten Luke (Owen Wilson). Geleitet wird die Studie von Dr. David Marrow (Liam Neeson), der allerdings nicht wirklich an Schlafstörungen, sondern an der menschlichen Angst interessiert ist, weshalb er dieses Geisterschloß ausgesucht hat. Allerdings ist das "Hill Haus" wirklich kein normales Schloß...
eine kritik von mucki1979:

Wie in meinem Review zu "Ghost Ship" bereits erwähnt, vermochte man gegen Ende der neunziger Jahre ein Revival des klassischen Spuk-Genres, nunmehr dank CGI in neuem Gewand erleben. Aus meiner Sicht wurde eben dieses Revival durch den hier besprochenen Film eingeleitet, welcher sich als Remake des schwarz-weiß Klassikers "Bis das Blut gefriert" aus dem Jahr 1963 herausstellt. Ein Film, der seinerzeit durch minimalistische, wenngleich geschickte Licht- und Toneffekte eine bedrohliche Stimmung vermitteln und seine Stärken so sehr gut auspielen konnte.

 

Demgegenüber kommt sein hier besprochenes Remake nicht annähernd minimalistisch daher, hat man sich bei der Ausführung doch eines Kamera- und Regie-Urgesteins namens Jan de Bont bedient, dessen Werdegang zu erwähnen hier den Rahmen sprengen würde. Gleiches gilt hinsichtlich Jerry Goldsmith, welcher sich für den filmischen Klang verantwortlich zeichnet, einem Michael Kahn als Editor (so ziemlich alles von Marshall/Lucas/Spielberg) sowie dem Deutschen Karl Walter Lindenlaub an der Kamera (u.a. alle Emmerichs bis "Independence Day", "Der Schakal", "Black Book"). Kurzum, wir reden hier von einer Produktion, deren DNA auf filmischen Bombast und letztlich auf das genaue Gegenteil jenes Filmes ausgelegt ist, welchen sie quasi in neuem Gewand präsentieren möchte. Und selbst wenn der ein oder andere zur heutigen Zeit sicher zutreffend meint, dass ein Budget von ca. 80 Mio. Dollar ja nun längst kein Blockbuster-Budget sei, vor ziemlich genau 21 Jahren war dies eine ordentliche Stange Geld. Zum Vergleich sei der im selben Jahr entstandene "Matrix" erwähnt, der mit einem Budget von etwa 60 Mio. Dollar auskam.

 

Demgegenüber wurde gleichzeitig an anderer Stelle beim Cast deutlich gespart, konnte seinerzeit doch lediglich Liam Neeson als Headliner sowie eine seit "Die Maske des Zorro" und "Verlockende Falle" in Bekanntheit geratene "Cathrine Zeta-Jones" als Zugpferd auftrumpfen. Der restliche und überschaubare Cast wird demgegenüber repräsentiert durch Lili Anne Taylor (u.a. "Short Cuts", "Pret-a-Porter", "Pecker") und Owen Wilson, welcher seinen filmischen Durch- und mentalen Zusammenbruch erst deutlich nach der Jahrtausendwende erlangt hatte. Und allein an den bislang aufgezählten "Assets" der Produktion erkennt man Recht schnell, wo die Stärken und Schwächen des Films liegen werden, wobei ich zunächst bei den Unzulänglichkeiten beginnen möchte.

 

Zunächst stelle ich fest, dass das Ensemble der Darstelleriege mehr als "zusammengewürfelter Haufen" daherkommt, als dass es sich um ein sich ergänzendes Konglomerat handelt. Ginge es nach dem reinen Drehbuch des Films, soll es sich zwar als ein solches präsentieren, oft merkt man jedoch ziemlich schnell, ob die filmische Chemie unter einander stimmt. Oder eben nicht, wie aus meiner Sicht eben hier. So fühlt es sich doch mehr als einmal danach an, dass hier nebeneinander und nicht miteinander agiert wird. Gleiches gilt hinsichtlich der aus meiner Sicht eher unausgegorenen auch optischen Präsentation der einzelnen Charaktere, welche unterschiedlicher kaum sein könnten. Während ich Liam Neeson den Wissenschaftler bereits in "Darkman" gerade noch (!) abgenommen habe, war Zeta-Jones aus meiner Sicht nie die Sexbombe a'la Marylin Monroe und Owen Wilson nie der unbedarft lässige 90's-Twen. Aber gut, das ist nur mein Geschmack. Qualitativ vermag hier aus meiner Sicht letztlich auch nur Taylor zu überzeugen, wenngleich Neeson seinen Part unaufgeregt routiniert runterspielt. In der Lebensmittelindustrie würde letztlich auf der "Taylor-Packung" stehen: "Kann Spuren von Neeson enthalten!" Der restliche Cast der Protagonisten schwankt aus meiner Sicht leider zwischen austauschbar und obsolet. Gleiches gilt hinsichtlich der Dramaturgie. Diese ist von Anfang bis Ende äußerst minimalistisch gehalten.

 

Diesbezüglich schlagen jedoch auch zwei Herzen in meiner Brust, denn klassischer Grusel neigt selten dazu, das Hirn des Zuschauers gtatsächlich überfordern zu wollen und ist meist überaus simpel gehalten, um das eigentliche Thema des "Spukes" nicht zu verwässern. Jedoch neige ich dazu, diesem hier propagierten Minimalismus dennoch eine Abfuhr zu erteilen, denn unter Berücksichtigung der Stärke des Films, geht die Story selbst eigentlich mehr unter, als es diese Stärke letztlich untersetzen kann. Und somit kommen wir zum wirklichen Hauptdarsteller des Films und das ist sein Setting nebst der Atmosphäre, welche Jan de Bont vorzüglich auf den Zuschauer fast schon einschlagen lässt, denn "Das Geisterschloss" ist filmischer Bombast "par Excellence"! Was hier bereits vor über zwanzig Jahren audiovisuell geboten wurde, muss sich auch heute vor keiner technisch hochwertigen Produktion verstecken. Allein schon die Präsentation des titelgebenden Schlosses von Beginn an, weiß absolut zu überzeugen und kann hierbei allein bereits einem Großteil des Films seine Daseinsberechtigung geben. Und wenn das Spektakel alsdann seinen Lauf nimmt, sollte es letztlich um jeden Gruselfan geschehen sein!

 

Fazit

 

"Das Geisterschloss" (zur Vermeidung von Verwechslungen sollte es m.E. nicht "Geisterschloß" heißen!) ist ein Film, für welchen das Kino überhaupt geschaffen wurde. Dieser Film gehört einfach auf die ganz große Leinwand und ist für moderne, klangstarke Soundsysteme prädestiniert! Aber eben nur in diesem "Wettkampf", kann er aufgrund seiner vorhandenen Makel (s.o.) auch wirklich punkten. Ich gebe auch zu, dass er mir einen Tick zu familientauglich gewesen ist und insofern, insbesondere aufgrund seiner bombastischen Machart, mit dem Vorgänger von 1963 auch nur den englischen Namen ("The Hauting") teilt und als Remake nur bedingt vergleichbar ist. Der große finanzielle Wurf bleib aber letztlich dennoch aus (Einspielergebnis ca. 180 Mio. Dollar), was möglicherweise der starken Konkurrenz im Kinojahr 1999 geschuldet sein könnte.

 

Als reiner Effekt-Spuk, ist der Film aus meiner Sicht im oberen Drittel einzuordnen. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr!   

 

7/10
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Kommentare

02.03.2020 18:06 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Sehr ausführliches, informatives und absolut gelungenes Review! Sehr schön! Ich persönlich mag den Film nicht, Dein Review hat mir "trotzdem" gefallen, was dann auf mich daher umso besser wirkt.

02.03.2020 18:23 Uhr - Mucki1979
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Vielen Dank lieber Kaiser!

Ich mochte den Film bislang auch eher nicht, nach nunmehr 20 Jahren und der zweiten Sichtung, kann ich tatsächlich nicht mehr so hart mit ihm ins Gericht gehen. Er hat schon seinen "Charme"!

03.03.2020 00:00 Uhr - Lukas
1x
Echt ein grusliger Film, nur leider nicht im positiven Sinn. Wenn man sich die Produktionsgeschichte ansieht, aber auch kein großes Wunder. So ist leider ein technisch zwar sauberer, aber effektüberladener Geisterbahngrusler rausgekommen, der dem Original in keinster Weise das Wasser reichen kann.
Aber wenigstens ist das Review angenehm zu lesen. ;-)

03.03.2020 07:46 Uhr - TheMovieStar
3x
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Sehr schön geschrieben, Mucki. Ich hatte den Film mal vor Jahren gesehen und fand ihn damals echt sehenswert. Müsste ich vielleicht wieder mal gucken ob aktuell "mitreden" zu können. Saubere Arbeit, Mucki !

03.03.2020 09:44 Uhr - Mucki1979
1x
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Vielen Dank liebe Mitstreiter!

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