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The Mothman Prophecies - Tödliche Visionen

Originaltitel: The Mothman Prophecies

Herstellungsland:USA (2001)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Thriller, Mystery
Alternativtitel:Mothman Prophezeiungen - Tödliche Visionen, Die
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Zwei Jahre sind vergangen, seit John Klein seine Frau Mary durch einen zu spät entdeckten Tumor verlor. Noch immer verfolgen ihn die Bilder einer Kreatur mit glühenden Augen und Mottenflügeln, die Mary auf ihrem Totenbett gezeichnet hatte.

Von seiner Vergangenheit eingeholt, verschlägt es ihn während einer Autofahrt auf rätselhafte Weise innerhalb von zwei Stunden in die weit entlegene Kleinstadt Point Pleasant. Dort berichten Dorfbewohner von finsteren Erscheinungen mit roten Augen und Schwingen. John ist sich sicher: Der "Mothman" will zu ihm sprechen - aber was will er ihm sagen ...? (Concorde Internetseite)

eine kritik von mucki1979:

Das Ex-Musikvideofilmer Mark Pellington ein gutes Händchen für gepflegten Suspense in überzeugender Optik hat, bewies er bereits 1999 mit "Arlington Road"!

 

Umso überraschender wirkte es seinerzeit, dass er sich mit den "Mothman Prophecies" im Jahr 2002 an ein Stück amerikanischer Folklore wagte, welche sicherlich in der selben Schublade mit dem altbekannten Yeti/Sasquatch schlummert und aus meiner Sicht eher dem klassischen B-Movie-Sektor zugeordnet werden muss. Weiterhin um so überraschender, hierfür keinen Geringeren als Richard Gere verpflichtet zu haben, welcher in meinen Augen ganz klar als genreübergreifender Garant für sehenswerte Filme bezeichnet werden darf. Und auch wenn dieser bis dato bereits überzeugende Leistungen im Bereich Supense vorweisen konnte (u.a. "Internal Affairs", "Zwielicht"), so liegt hier Gere's wohl einziger Ausflug in das klassische Mystery-Genre vor.

 

Pellington lässt sich dramaturgisch insofern auch gar nicht viel Zeit "in medias res" zu gehen, denn nach einer knackigen Einführung seines Charakters und bereits erster, möglicherweise übernatürlicher Nuancen im Leben des Protagonisten bekommt Richard Gere sehr zügig die Möglichkeit, sein Können als Charaktermime auszuleben. In Verbindung mit einer sehr eindringlichen musikalischen Untermalung und dem Einbetten der gezeigten Bilder in fast schon unorthodoxe Kameraeinstellungen gelingt es Pellington außerordentlich eindrucksvoll, eine latent bedrückende Atmosphäre aufzubauen. Dies gelingt ihm sogar so gut, dass in eigentlich banal anmutenden Szenen audiovisuell eine prägnante Spannung von Beginn an aufgebaut wird, die durch die Leistungen der einzelnen Darsteller, allen voran natürlich Gere, stetig gesteigert wird. Hierbei fällt insbesondere Will Patton in Auge, Hollywoods wohl bekanntester Supporting-Act im Actiongenre (u.a. "Armageddon", "Nur 60 Sekunden", "Postman", "Punisher") der zu darstellerischer Höchstform auflaufen darf. Lediglich Laura Linney (u.a. "Mystic River", "The Truman Show") mag dies nur in einzelnen Szenen gelingen, in diesen jedoch auch bemerkenswert gut. Kurzum, Pellington hebt durch seine intensive Inszenierung das Genre "Mystery" nicht nur audiovisuell auf ein völlig neues Level, die ebenfalls eher unorthodoxe Wahl der Mimen für einen Mysterythriller erweist sich als Glücksgriff!

 

Leider ist im letzten Viertel des Films jedoch gleichwohl festzustellen, dass Pellington die bis dato konsequente stilistische Schiene des Präsentierten verlässt und fast schon dazu neigt, zum effektgeladenen "Rumpelkino" umzuschwenken. Dies sicher nicht in den ausufernden Gefilden eines Michael Bay, also keine Sorge! Vielmehr sind die Geschehenisse zum Ende des Films als eine Art "Showdown" ausgelegt, der sich insbesondere spannungstechnisch gerade nicht als finaler Höhepunkt präsentieren kann. Vielmehr wirkt die Inszenierung des Endes aufgrund der bis dato latent angezogenen Spannungskurve fast schon unbeholfen, hier den äußerst ruhigen und eindringlichen Aufbau der Spannungskurve in einem "Knalleffekt" enden zu lassen. Dies ist der bis dahin verfolgten Erzählweise nicht wirklich zuträglich, wirkt wie eine Zäsur und ist beinahe schon geeignet, die bis dahin aufgebaute Atmosphäre in den Hintergrund zu drängen. Aber eben nur für mein persönliches Empfinden, durchaus möglich das der ein oder andere dazu neigen mag, die Inszenierung eben dieses Finales vielmehr als unausweichlich zu interpretieren!

 

Fazit

 

Der Film ist Mystery in Reinkultur und kann durch einen ausgezeichneten Cast, fantastische Bild- und Tonsprache sowie eine bedrückend-schöne Atmosphäre glänzen. Bis auf das Finale, sticht er in meinen Augen durch eine ausbalancierte Erzählweise und einen konstanten Spannungsbogen heraus. Leichte Abzüge gibt es für den zitierten stilistischen Wechsel am Ende sowie einzelne Szenen, in denen trotz ansonsten sehr gut funktionierender subversiver Spannung, durch kleinere Jumpscares versucht Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das hätte er aus meiner Sicht überhaupt nicht nötig gehabt.

 

Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Beitrag, der es noch heute schafft, den Zuschauer von Anfang bis Ende mit überwiegend einfachen stilistischen Elementen bei der Stange zu halten.     

        

8/10
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Kommentare

03.03.2020 13:37 Uhr - JasonXtreme
1x
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Danke, dem kann ich mich vollstens anschließen! Ich mag den sehr gerne, weil er einfach so eine schön unheilvolle Atmo erzeugen kann - ok bis aufs Ende eben

03.03.2020 15:03 Uhr - Mucki1979
1x
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Auch Dir vielen Dank Jason!

03.03.2020 20:38 Uhr - Pratt
1x
DB-Helfer
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Schönes Review, toller Film!!

03.03.2020 20:44 Uhr - Mucki1979
1x
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Vielen Dank Pratt!

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