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Terrifier

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,55 (23 Stimmen) Details
inhalt:
Das langerwartete Horror-Highlight von den Festivals! In der Halloween-Nacht treffen die Freundinnen Dawn und Tara in einem Diner auf einen mysteriösen Clown. Was sie noch nicht wissen - es ist Art, der Killerclown, und ein gnadenloser Meister seines Fachs. Die beiden Frauen und alle, die sich ihm in den Weg stellen, durchleben eine Nacht des Horrors, in der Art eine blutrote Spur von Angst und Tod hinterlässt. Kann man diese Nacht überleben?
eine kritik von themoviestar:

2008 feierte Damien Leones charismatisch dämonischer Killerclown Art the Clown im 11 minütigen Amateur Kurzfilm "The 9th Circle" seine Leinwandpremiere, in welchem der alles andere als freundliche Spassmacher eine erste kleine Kostprobe seines blutigen Handwerks hinterlassen konnte. 2011 inszenierte Leone den zweiten Kurzfilm mit Arts Beteiligung unter dem vielsagenden Titel Terrifier, welcher kurz darauf im Jahr 2013 gemeinsam mit "The 9th Circle"  auf der aus 3 Episoden bestehenden Horrorclip Anthologie "All Hallows' Eve" veröffentlicht wurde. Dank dementsprechend erlangter Aufmerksamkeit in den richtigen Kreisen konnte Leone bei seinem 2015 gestartetem Crowdfinding Projekt auf Indiegogo für Terrifier in Spielfilmlänge genügend Geldgeber mobilisieren, die entscheidende großzügige Spende kam von Filmemacher Phil Falcone, der als kleines Dankeschön lediglich einen Produktionscredit einforderte. Der 2016 erschiene Longplayer "Terrifier" kostete knapp 700.000 Dollar und ist als blutrünstiges Spin Off zu den bisherigen Kurzabenteuern von Art the Clown zu verstehen.

Konzeptionell setzt der als Produzent, Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion fungierende Leone auf kompromisslos geradlinige Slasherkost, so etwas wie ein Motiv hat seine vielleicht zukünftige Horrorikone gar nicht erst nötig, sie konzentriert sich inhaltlich aufs absolut Wesentlichste: Mord, Hieb und Totschlag in grausamster Ausführung mit keinem Funken Gnade... Nach einer feucht fröhlichen Feier in der Halloweennacht treffen die attraktive Tara (Jenna Kannell) und die nicht minder hübsche Dawn (Catherine Corcoran) auf der Straße den etwas sonderbar wirkenden Clown (David Howard Thornton), den sie später wie durch einen Zufall erneut in einem Schnellrestaurant wieder sehen. Während Dawn in dem Clown einen harmlosen Freak sieht und mit ihm scherzt, genießt Tara den geheimnisvollen Fremden nur mit Vorsicht. Als die Frauen nach Hause fahren wollen, sind die Räder  des Autos urplötzlich zerstört und Tara ruft ihre Schwester Victoria (Samantha Scaffidi)  wegen promter Abholung an. Was die beiden nur erahnen können: Die zerplatzten Reifen gehen auf das Konto von Art the Clown, einem psychopathischen Killer, der im Burger Laden bereits die Angstellten auf bestialische Weise getötet hat und nun auch Ihnen nach dem Leben trachtet. Eine gnadenlose Hetzjagd mit unzähligen Toten beginnt....

Einem Bericht zu Terrifier konnte ich kürzlich entnehmen, Art the Clown sei so etwas wie Stephen Kings ES für Erwachsene und nach eigens erfolgter Sichtung muss ich nickend zustimmen, die vorgenommene Assoziierung ist durchaus nicht ganz unberechtigt. Trotz des betriebenen Handlungsminialismus gelingt es Damien Leone, mit kontrastreichen, leicht überbelichteten Aufnahmen sowie ruhiger Kameraarbeit im Retrostil hinter nächtlich-dunklen, dreckig wirkenden Kulissen und einem in Mark und Bein fahrenden Synthi-Sound eine beängstigend verruchte, beklemmende Atmosphere zu erzeugen. Dabei profitiert er natürlich auch von der psychisch greifbaren Präsenz seines mysteriösen Hauptprotagonisten, der durch die ausgezeichnete Performance von David Howard Thornton mit einer unfassbar diabolischen Aura ausgestattet ist, dass dem Zuschauer wahrlich der Atem stockt.  Der von den Visagisten richtig furchteinflößend geschminkte Art the Clown spricht mit seinen übernatürlichen Kräften kein einziges Wort, visualisiert aber dank gestenreicher Pantomime und unterschiedlichsten Gesichtsausdrücken seine kranke Gemütswelt, dass nicht nur dessen bedauenswerten Opfern im Film Angst und Bange wird, welche von bestenfalls solide agierenden, begrenzt talentiert anmutenden B-Movie Mimen verkörpert werden.

Parallel zum spannenden, seelisch aufwühlend gestalteten Katz und Maus Spiel setzt Terrifier, wie es sein Titel bereits vermuten lässtauf drastische Gewaltexzesse mit ausgiebigen Foltereinlagen und Verstümmelungen im tabubrechenden Grenzbereich. Wo andere Genrevertreter resignierend abblenden, hält Terrifier voll drauf und verwendet graphische Gore-Extreme als schockierendes Stilmittel der Erwachsenen Unterhaltung. Bemerkenswert hierbei ist, mit welcher kaltblütigen Gewissenlosigkeit Art seine abwechslungsreichen Tötungsarien verrichten darf und durch das  bewusste Verzichten auf Erklärungen, warum oder weshalb der Clown das Morden so genüßlich zelebriert, erhalten die eh schon verstörenden Bilder einen zusätzlich derben, perfiden Beigeschmack. Der an den Tag gelegte Härtegrad ist definitiv nichts für zarte Gemüter und dürfte auch die Freunde von etwas speziellerer Kost nicht gänzlich kalt lassen.

Geschieht die qualitative Bewertung der verwendeten Effekte in Relation mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten, kann größtenteils von einer geglückten Inszenierung gesprochen werden. Leone entschied sich wohl auch aus Kostengründen bewusst für eine komplett traditionelle Umsetzung seiner Visionen und verzichtete vollumfänglich auf moderne Computerunterstützung. Altmodische Maskenarbeit, ein trickreiches Puppenspiel und literweise Kunstblut sind die bestimmenden technischen Handwerksmittel, die in Terrifier zum Einsatz kommen und zum sympathischen Old-School Look des Streifens beitragen. Allerdings gibt es parallel zu den vielen gelungenen Goreszenen auch einige missratene Sequenzen, die optisch nur bedingt überzeugen können und phasenweise recht billig wirken. In diesem Zusammenhang frage ich mich dann doch, warum auf die offensichtlich problematisch realisierbaren Inhalte nicht verzichtet wurde, scheinbar wurde der bedingungslose Schockierungsgedanke dem Anspruch an eine technisch einwandfreie Rezitation vorgezogen.

Ein nicht ganz unwesentliches Problem mit der expliziten Gewaltdarstellung hatte dann wohl auch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und verweigerte der ungeschnittenen Version die Freigabe, was anhand des streckenweise heftigen Tobacks gar nicht mal so überraschend ist. Wer Terrifier in Deutschland uncut sehen will, muss auf die limitierten und zu Mondpreisen gehandelten, ungeprüften Mediabooks von Nameless Media zurückgreifen, was sich hoffentlich bald ändern wird. Unanbhänig davon hat Mastermind Damien Leone Mitte 2019 ja bestätigt, dass an einem weiteren filmischen Auftritt seines Horrorclowns bereits gearbeitet wird, was ich gemessen an diesem gelungenen Streifen, gerne begrüße.  Terrifier bietet meiner Meinung nach gefällig kompromisslose Slasherunterhaltung mit exorbitant hohem Blutzoll und einer Franchise geeigneten Hauptfigur, die mich trotz der nicht immer sauber umgesetzten technischen Effekte und den durchschnittlichen Darstellern hervorragend unterhalten konnte. Movie Star Wertung: 8/10 Punkte.

8/10
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Kommentare

08.03.2020 09:56 Uhr - dicker Hund
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Nochmals kommt der eindeutig für mich in Betracht, diesmal mit Sternchen schmackhaft gemacht. Die erwähnten Mondpreise waren bisher die Barriere zur Sichtung - und werden es auch bleiben. Erfahrungsgemäß findet sich mit Geduld irgendwann eine günstigere Option...

08.03.2020 16:51 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr schön beschrieben und wertungstechnisch kommen wir auch auf einen Nenner. :)

Wuff:
Hol dir doch einfach die britische DVD, die es zu absoluten Schnäppchenpreisen gibt.

08.03.2020 20:10 Uhr - TheMovieStar
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@ Hund: Danke fürs Lesen und dein positives Feeback. Freut mich wenn dir mein Review zugesagt hat und dir der Film vom Filmstern mit Sternchen schmackhaft gemacht wurde .-) Der Preis ist wirklich überdimensioniert, habe gerade vorhin ein Mediabook auf Amazon gesehen, der will 150 Euro ?!? Der Film ist zwar gut, aber bestimmt keine 150 Euro wert :-)

@ NoCutsPlease: Danke auch dir fürs Lesen und dein positives Feeback. Schön das dir mein Review sowie der Film gefällt und wir die gleiche Bewertung teilen :-))) DIe UK DVD ist ne günstige Alternative, da hast du Recht :-)

09.03.2020 17:00 Uhr - cecil b
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Daumen hoch für die Review!

09.03.2020 23:57 Uhr - McGuinness
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Wie gewohnt hervorragend rezensiert, auch wenn dieser hier nicht unbedingt mein Interesse geweckt hat.

10.03.2020 08:32 Uhr - TheMovieStar
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@ Cecil: Danke fürs Lesen und für dein Lob, hat mich sehr gefreut :-)

@Mc Guinness: Danke auch dir fürs Lesen und dein positives Feedback. Ich kann dich verstehen, der Film ist jetzt nicht unbedingt jedermanns Sache und ist alles andere als "Mainstreamunterhaltung", die explizite Gewaltdarstellung kann durchaus auch abschrecken. Deswegen habe ich ja im Review auch mit "Der an den Tag gelegte Härtegrad ist definitiv nichts für zarte Gemüter und dürfte auch die Freunde von etwas speziellerer Kost nicht gänzlich kalt lassen." eine Zielgruppenempfehlung eingebaut :-)

Ich persönlich bin jetzt niemand, der "Gewaltpornos" gerne ansieht, für mich muss ein Film mehr bieten um interessant zu sein, was im Falle von Terrifier aus meiner Sicht gegeben ist mit der grandiosen Darstellung des Clowns, der düsteren, verruchten Atmosphere und der zumindest auf mich spannend wirkenden Inszenierung. Das alles zusammen mit der bereits angesprochenen Gewalt war für mich prima Slasher Unterhaltung. Filme wie z.B. Hostel, die ihren einzigen Showwert aus dem Quälen von Menschen ziehen, sind bei mir zum Beispiel unten durch.

10.03.2020 08:32 Uhr - TheMovieStar
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Ui, ein Doppelpost ist mir ja noch nie passiert. Hab ihn editiert und nutze die Gelegenheit nochmals, um mich bei allen positiven Rückmeldern zu bedanken :-)))

10.03.2020 17:08 Uhr - Horace Pinker
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Schöne Besprechung die ein deutliches Bild vom Film mit seinen Qualitäten und Mängeln zeichnet. Hatte Terrifier bisher nicht wirklich auf dem Schirm, sollte mir die uncut Fassung mal zu einem günstigen Preis begegnen werde ich mir nach deiner Empfehlung aber mal selbst einen Eindruck verschaffen.
P.S. All Hallows Eve kenne ich bisher auch nur vom Hören her, lohnt sich da eine Sichtung?

10.03.2020 17:37 Uhr - TheMovieStar
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Danke auch dir fürs Lesen und dein positives Feedback Pinker :-)). Wenn du für diese Art Unterhaltung offen bist, spreche ich für den Film eine klare Empfehlung aus, schau ihn dir an vielleicht gefällt er auch dir :-)

All Hallows Eve muss ich selbst noch sichten, sobald dies geschehen ist, gibt's ein Review. Dem Hören sagen her soll er ok sein, aber bei weitem nicht so "gut" wie Terrifier...

25.03.2020 12:01 Uhr - Man Behind The Sun
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Ich mochte "All Hallows Eve" noch mehr als "Terrifier". Beide Filme sind aber wirklich mehr als sehenswert. "All Hallows Eve" ist eher eine Anthologie mit Rahmenhandlung, "Terrifier" ist eher ein Slasher. "All Hallows Eve" ist nach wie vor schwierig und vor allem preisgünstig zu bekommen, aber ich würde mal sagen, dass sich ein 20er für den Streifen schon lohnt. Wenn man den Film wieder verkauft, kriegt man den auch locker wieder rein.

27.03.2020 07:40 Uhr - TheMovieStar
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@Man Behind The Sun: Danke auch dir fürs Lesen und für dein Feedback. All Hallows Eve habe ich noch nicht gesehen, kann aber durchaus sein, dass ich es demnächst nachholen werde, da ich den Film zu Hause habe. 20 € sind ok für einen Film und All Hallows Eve wird unter dem Titel Terrifier - The Beginning über im Media Book für ca 30-35 Euro verkauft, was auch noch in Ordnung ist. Preise dagegen wie bei Terrifier von über 100 Euro gehen gar nicht :-(((

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