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Master Z: The Ip Man Legacy

(Originaltitel: Zoeng Tin Zi)
Herstellungsland:Hongkong (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Martial Arts
Alternativtitel:Cheung Tin-Chi
Ip Man Side Story: Cheung Tin-Chi
Master Z: Ip Man Legacy
Zhang Tian Zhi
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,83 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Nach seiner legendären Niederlage gegen Ip Man, hat sich Cheung Tin Chi (Max Zhang) dazu entschlossen, den Kampfsport aufzugeben und ein einfaches Leben mit seinem Sohn zu führen. Doch der Frieden währt nicht lange, denn schon bald gerät Tin Chi in Schwierigkeiten mit einer lokalen Triade. Nachdem die Gangster sein Haus niedergebrannt haben, kommt er mit seinem Sohn bei den Freunden in der Bar Street unter. Doch schon bald finden die Drogen den Weg in die Bars und fordern die ersten Menschenleben aus Tin Chis Freundeskreis ein. Tin Chi entscheidet sich gegen die skrupellosen Machenschaften der Triade zu kämpfen. Doch Drogenbaron Davidson (Dave Bautista) will sich seine Geschäfte nicht kaputtmachen lassen und schlägt zurück…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                        MASTER Z: THE IP MAN LEGACY

Yip Man (1893-1972), der Lehrmeister von Bruce Lee (Der Mann Mit Der Todeskralle, 1973) und posthum zum Wing Chun-Großmeister ernannte Kampfkünstler, erfreut sich momentan größter medialer Beliebtheit. Von 2008-2019 wurde er in vier Filmen von Donnie Yen (Wing Chun, 1994) dargestellt. Außerdem gibt es noch die Filme Ip Man Zero (2010) und Ip Man Final Fight (2013) und eine TV-Serie ohne Yen. Jede Menge Filmstoff also, aber mit Fans, denen das Warten auf Ip Man 4, der in manchen Ländern noch auf seine Veröffentlichung wartet, zu lang wird, hatten die Macher der Serie ein Einsehen und produzierten das Spin Off Master Z: The Ip Man Legacy (2018).

Die Regie übernahm diesmal nicht wie sonst Wilson Yip, sondern Yuen-Woo Ping, der für die Koordination der spektakulären Kampfszenen in Hollywood-Blockbustern wie Lethal Weapon IV – Die Profis Sind Zurück (1998), Matrix (1999) und Tiger And Dragon (2000) sowie Ip Man 3 & 4 (2015 & 2019) verantwortlich zeichnet und auch als Regisseur kein Unbekannter ist. Der titelgebende Master Z wird von Max Zhang gespielt, der die Rolle des Cheung Tin Chi aus Ip Man 3 (2015) noch einmal spielt. Ihm zur Seite gestellt wurden u.a. Dave Bautista (Guardians Of The Galaxy 1 & 2, 2014 & 2017), Michelle Yeoh (Tiger & Dragon, 2000), Liu Yan (Badges Of Fury, 2013), Xing Yu (Ip Man, 2008) und Tony Jaa (Ong-Bak, 2003). 28 Millionen Dollar standen Regisseur Ping zur Verwirklichung des ersten Ip Man-Spin Offs zur Verfügung.

Seit seiner Niederlage gegen Ip Man (Donnie Yen) und einer kurzen Zwischenstation im Söldnergewerbe hat Cheung Tin Chi (Max Zhang) der Kampfkunst abgeschworen und bringt sich und seinen Sohn mehr schlecht als recht als Gemischtwarenhändler durchs Leben. Eines Tages geht er dazwischen, als Julia (Liu Yan) und ihre Freundin Nana (Chrissie Chau – Hong Kong Ghost Stories, 2011) von üblen Schurken bedroht wird. Damit provoziert er den aufstrebenden Drogendealer Tso Sai Kit (Kevin Cheng – Ghetto Justice, 2011), der daraufhin Cheungs Geschäft in Brand setzt. Und damit setzt sich eine Spirale der Gewalt in Gang …

„Muss den heutzutage jedes halbwegs populäre Franchise nicht nur Sequels, Prequels, sondern jetzt auch noch Spin Offs bekommen?“, mag man sich angesichts der Ankündigung von Master Z: The Ip Man Legacy genervt gefragt haben. Aber als interessierter Zuschauer greift man ja doch irgendwann zu. Und siehe da: Auch wenn die Ip Man-Macher davon absehen sollten, uns mit weiteren Spin Offs – womöglich von Ip Mans Schülern oder dem Inhaber seines Stammteehauses – zu versorgen, ist Master Z: The Ip Man Legacy ein erstaunlich guter Film, der meiner Meinung nach sogar Ip Man 3 (2015) übertrifft.

Max Zhang zeigt hier, dass er in der Lage ist, einen abendfüllenden Martial Arts-Streifen zu tragen; dabei überzeugt er nicht nur in den Action – und Kampfszenen, sondern versteht es auch, als von Sorgen geplagter Familienvater zu punkten, der sich trotz aller Widrigkeiten seinen Stolz bewahrt. Da Cheung Tin Chi – obwohl er in Ip Man 3 eine Spur zu arrogant und eitel war und sich letztlich gegen Ip Man wandte – keine von Grund auf unsympathische Figur war, sondern auch ihre guten Seiten hatte, gelang es Drehbuchautor Edmond Wong mit Leichtigkeit, aus dem Antagonisten einen Protagonisten zu machen, der nicht nur hervorragend kämpft, sondern mit dem das Publikum auch mitfiebern kann.

Ihm zur Seite stehen einige hervorragende Nebendarsteller, vor allem die grandiose Michelle Yeoh. Yeoh, die es als einzige Asiatin in die 35 All-Time Screen Beauties-Liste des People-Magazins schaffte, spielt hier die Anführerin eines Gangstersyndikats, die ehrlich werden möchte, was sie mit einer ungeheuer damenhaften Ausstrahlung tut. Dass sie trotz ihrer Aura mit allen Wassern gewaschen ist, zeigt sich in ihrer ersten Begegnung mit Cheung Tin Chi (Die „Glas-Szene“ ist ein echtes Kabinettstückchen) und einer Schwertkampfszene, die zeigt, dass Yeoh nichts verlernt hat.

Da haben es die anderen Nebendarsteller nicht leicht, aber auch Dave Bautista als bulliger Gangsterboss, der perfekt (englische) Steaks zubereiten kann, Liu Yan als weibliche Identifikationsfigur auf der Seite der Guten, Kevin Cheng als arrogant-skrupelloser Drogenboss sowie Xing Yu als Barbesitzer bleiben aufgrund ihrer darstellerischen Leistungen langfristig in Erinnerung. Nur Tony Jaa-Fans dürften von Master Z: The Ip Man Legacy enttäuscht sein, da Jaa hier lediglich ein Cameo hat.

Im Gegensatz zu Ip Man 3 verfügt Master Z: The Ip Man Legacy über eine stringentere Handlung, was sich nicht nur in der Fokussierung auf einen Hauptkonflikt widerspiegelt, sondern auch in der Konzentration auf seine Schauplätze. Der Hauptteil des Films spielt in einem Bar-Viertel und auch wenn dieses Viertel etwas zu sehr nach Studiokulisse aussieht, bietet es dennoch ein reizvolles Ambiente und transportiert Fünfzigerjahre-Flair.

Und diese Kulisse ist gleichzeitig auch der Schauplatz einer der spektakulärsten Actionszenen des Films. In einer mehr als beeindruckenden Sequenz im ersten Filmdrittel leistet sich Cheung Tin Chi einen atemberaubenden Kampf, in dessen Verlauf gefährliche Sprünge und Kletteraktionen an Gerüsten und Häuserfassaden den Herzschlag des Zuschauers beschleunigen. Es ist wirklich erstaunlich, dass es Leuten wie Yuen-Woo Ping nach allem, was es im Martial Arts – bzw. Actionfilm bereits gesehen hat, immer noch gelingt, Kampfszenen auf so hohem Niveau zu entwerfen, dass sie den Zuschauer immer noch fesseln. Und auch wenn diese Szene enorm spektakulär ist, hat Master Z: The Ip Man Legacy noch weitaus mehr zu bieten. In einer weiteren packenden Actionsequenz gibt es nicht nur wohlchoreographiert aufeinander einprügelnde Männer zu sehen, sondern auch eine schwertschwingende Michelle Yeoh, der man besser aus dem Weg geht, allein schon, wenn man seine Arme da behalten will, wo sie hingehören. Und auch der Kampf zwischen Dave Bautista (Was für ein Koloss!!!) und Max Zhang ist nicht zu verachten. Da die Action gut über den Film verteilt ist, kommen an kurzweiliger Action interessierte Zuschauer hier auf ihre Kosten.

Natürlich sollten wir uns nichts vormachen: Master Z: The Ip Man Legacy ist in erster Linie ein Kommerzprodukt, das nichts wirklich spektakulär Neues bietet, sondern gute, altbewährte Zutaten neu aufwärmt und in erster Linie gemacht wurde, um mit dem Trademark Ip Man noch ein paar Dollar zu machen. Aber sei´s drum – wenn dabei ein so guter Film wie dieser dabei entsteht, geht das völlig in Ordnung, wobei noch einmal darauf hingewiesen sei, dass jetzt nicht jede Ip Man-Nebenfigur ihren eigenen Film braucht. Allerdings ist ein Master Z-Sequel bereits angedacht, denn auch wenn der Film im Kino, wo er weder weltweit noch flächendeckend gezeigt wurde, nur 19 Millionen Dollar einspielte, ist – wahrscheinlich auf der DVD/Blu Ray-Verkäufe – bereits ein Sequel angedacht …

8/10
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Kommentare

06.07.2020 18:17 Uhr - sonyericssohn
1x
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Von der Ip Man Reihe hab ich noch keinen Teil gesehen. Hat mich einfach nicht interessiert. Jetzt werde ich aber doch irgendwie neugierig... ;-)

06.07.2020 18:48 Uhr - The Machinist
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Das kann ich genauso unterschreiben, komme auf dieselbe Wertung. War sogar letztes Jahr im Kino und hatte auch eine Kritik verfasst. ''Master Z'' macht weitestgehend alles richtig was ein Spin-off richtig machen sollte. ''Ip Man 4'' war wiederum der letzte Film, den ich dieses Jahr im Kino sehen durfte; auch sehr geil *hust* Scott Adkins.

06.07.2020 19:11 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure Kommentare :-).

@
The Machinist:
Der letzte Film, den ich dieses Jahr im Kino sah, war "Bad Boys For Life". Bin sehr gespannt auf "Ip Man 4".

06.07.2020 19:42 Uhr - Ghostfacelooker
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Bin von Ip Man 4 sehr enttäuscht aber bei diesem Film haben wir die selbe Sichtweise. Sehr gute Schreibe Herr Kollege^^^^^^^^

06.07.2020 19:54 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, mein lieber Ghost.
Dass Du von "Ip Man 4" enttäuscht bist, verpasst mir einen kleinen Dämpfer, da ich Deinen Filmgeschmack schon schätze.

06.07.2020 21:10 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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06.07.2020 19:54 Uhr schrieb Punisher77
Vielen Dank, mein lieber Ghost.
Dass Du von "Ip Man 4" enttäuscht bist, verpasst mir einen kleinen Dämpfer, da ich Deinen Filmgeschmack schon schätze.


Zuviel der Ehre^^^^^^âber im Vergleich mit dem hier ist er für mich ein lauwarmer Aufguß. Review folgt wahrscheinlich Sonntag

06.07.2020 23:32 Uhr - Punisher77
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Bin sehr gespannt darauf.

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