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R.E.D. - Älter. Härter. Besser.

(Originaltitel: R.E.D.)
Herstellungsland:USA (2010)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Komödie, Liebe/Romantik
Alternativtitel:RED
R.E.D.: Retired. Extremely Dangerous.
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,87 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Frank Moses war einer der gefährlichsten Männer der Welt, ein Top-Agent der CIA, für den kein Job zu riskant und kein Geheimnis zu schmutzig war. Eines Nachts stört ein schwer bewaffnetes Killer-Team seinen nicht ganz freiwilligen Vorruhestand, um ihn aus dem Weg zu räumen. Knapp dem Tode entronnen, trommelt Frank seine Ex-Kollegen Joe, Marvin und Victoria zusammen, die alle des Pensionärs-Daseins überdrüssig sind. Nun müssen die vier beweisen, dass sie besser, schneller und härter als ihre jüngeren Kollegen sind.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                          R.E.D. - ÄLTER, HÄRTER, BESSER

Im Jahr 2010 scharte Sylvester Stallone (Rambo, 1982) eine Gruppe von Actionstars aus den Achtziger – und Neunzigerjahren für den Söldnerstreifen The Expendables um sich und landete damit einen großen Erfolg an den internationalen Kinokassen. Natürlich gab es anlässlich eines solchen Veteranentreffens auch Kritikerhäme und nicht selten wurde Slys Gang als „Rentnertruppe“ bezeichnet. Bruce Willis (Stirb Langsam, 1988) hatte einen Cameo-Auftritt in der ersten Expendables-Leinwandmission, tauchte im gleichen Jahr aber als Anführer seiner eigenen „Rentnertruppe“ auf. Unter der Regie von Robert Schwentke (Der Hauptmann, 2017) spielte Willis die Hauptrolle in dem auf einem Comic aus dem Hause Homage Comics (WildStorm/DC Comics) basierenden, komödiantischen Actionfilm R.E.D. - Älter, Härter, Besser und wurde dabei von einer hochkarätigen Besetzung unterstützt, auf die der deutsche Titelzusatz Älter, Härter, Besser durchaus zutrifft. Zum Cast gehören u.a. John Malkovich (In The Line Of Fire – Die Zweite Chance, 1993), Morgan Freeman (Million Dollar Baby, 2004), Helen Mirren (Die Queen, 2006), Richard Dreyfuss (Der Untermieter, 1978), Brian Cox (X-Men 2, 2003), Mary-Louise Parker (Engel In Amerika, 2003) und Karl Urban (Dredd, 2012). Außerdem hat Hollywood-Veteran Ernest Borgnine (1917-2012 / Marty, 1956) hier einen seiner letzten Auftritte. Mit einem Budget von 58 Millionen Dollar wurde R.E.D. - Älter, Härter, Besser in Kanada und den USA.

Frank Moses (Bruce Willis) ist auf den ersten Blick ein betulicher Pensionär, der einem geregelten Tagesablauf nachgeht und dessen einziger sozialer Kontakt Sarah Ross (Mary-Louise Parker), seine Sachbearbeiterin bei der Pensionskasse, ist. Dass Moses früher ein Top-Agent der CIA war, fliegt ihm bald um die Ohren, als ein Killerkommando sein Haus förmlich durchsiebt. Da er glaubt, dass auch Sarah in Gefahr ist, flüchtet er mit ihr. Während die beiden erbarmungslos von CIA-Agent William Cooper (Karl Urban) gejagt werden, findet Moses heraus, dass sein Name auf einer Todesliste steht. Mithilfe seines Kollegen Joe Matheson (Morgan Freeman), des paranoiden Marvin Boggs (John Malkovich) und der britischen Agentin Victoria (Helen Mirren) holt Moses zum Gegenschlag aus …

R.E.D. - Älter, Härter, Besser mit The Expendables zu vergleichen ist – obwohl beide Filme im Actiongenre angesiedelt sind und deren Besetzung sich aus Darstellern zusammensetzt, die nicht mehr die jüngsten sind – zwar so, als vergleiche man Äpfel mit Birnen, aber dennoch bleibt festzustellen, dass das Leinwandabenteuer von Schwentkes „Rentnertruppe“ mehr Spaß macht. Die Idee Schauspieler, die die Sechzig mitunter schon überschritten haben, als Actionhelden zu inszenieren, sollte man (wie später auch in The Expendables 2 – Back For War, 2012, geschehen) schon mit etwas Augenmaß und (Selbst-)Ironie würzen. Und während der von mir durchaus geschätzte, regelmäßig im Player landende The Expendables eine fast durchweg ernste, düstere Angelegenheit ist, die uns einen Mittsechziger als toughen Anführer einer toughen Söldnergruppe in einem äußerst simplen Plot präsentiert, ist man in R.E.D. - Älter, Härter, Besser diesbezüglich etwas cleverer vorgegangen. So ergibt sich die Überlegenheit der Ex-Agententruppe nicht (nur) aus reiner Kampfkraft und der sachgerechten Anwendung diverser Schusswaffen, sondern aus Erfahrung und Gerissenheit – etwas, was dem Agenten William Cooper aufgrund seines jungen Alters noch fehlt. Außerdem haben Regisseur Schwentke und die Drehbuchautoren Jon und Erich Hoeber Wert darauf gelegt, ihre in die Jahre gekommenen Helden auch als solche zu inszenieren. Wenn sich Haudegen Bruce Willis über das Wachstum einer Blume freut, wirkt das ebenso glaubwürdig wie sein Ausradieren einer Killertruppe. Und auch hochdekorierte Agenten können sich für´sKuchenbacken begeistern oder im Altersheim landen. R.E.D. - Älter, Härter, Besser hat das Glück, über eine Traumbesetzung zu verfügen, die all das auch schauspielerisch umsetzen kann. Und obwohl jeder der „Altstars“ in der ihm/ihr zugedachten Rolle punkten kann, ist John Malkovich der Star des Films – seine Figur ist herrlich schräg und hat die witzigsten Szenen. Der jüngere Teil der Besetzung muss sich aber nicht hinter den „alten Hasen“ verstecken. Mary-Louise Parker überzeugt in der Rolle der vom Leben gelangweilten Telefonistin, die nun etwas Abwechslung bekommt, genauso wie es Karl Urban als kaltblütiger CIA-Agent tut. Außerdem ist es schön, Ernest Borgnine noch einmal in einem großen Hollywood-Film zu sehen. Erwähnenswert ist hierbei, dass jede Figur in R.E.D. - Älter, Härter, Besser angemessen berücksichtigt wird und Bruce Willis nicht der alleinige Leading Man ist – während des Showdowns z. B. lässt er seinen Kollegen in mehreren Szenen den Vortritt.

Aber R.E.D. - Älter, Härter, Besser hat nicht nur eine überzeugende inhaltliche Grundlinie und eine starke Besetzung zu bieten, sondern auch einen spannenden, äußerst unterhaltsamen Plot, der mit einigen Wendungen aufwartet und ein gesundes Maß an Witz und Action aufweist. Regisseur Schwentke hat dabei nicht nur den Comedy-Anteil im Griff, sondern auch die Actionszenen, die gut über den Film verteilt sind. Bei dem Zweikampf zwischen Bruce Willis und Karl Urban könnte man unter Umständen bemängeln, dass Kameraführung und Schnitt möglicherweise etwas zu unübersichtlich geraten sind, aber ansonsten sind die Actionszenen mitsamt ihrer Schießereien, Explosionen und einem saucoolen Ausstieg aus einem Auto packend inszeniert, ohne allzu übertrieben zu wirken. Blutige Gewaltexzesse sollte man zwar nicht erwarten, aber ein Kinderfilm ist der über eine „gesunde“ Härte verfügende R.E.D. - Älter, Härter, Besser dann doch nicht. Abgesehen davon hat sich Schwentke ein schönes, visuelles Gimmick einfallen lassen – die Schauplatzwechsel werden von Postkartenmotiven eingeleitet.

Trotzdem all der Action, die der Film zu bieten hat, bleibt auch noch ein wenig Platz für ruhige Zwischentöne – was wird z.B. aus Agenten, bzw. aus Feinden, wenn sich die politische Großwetterlage ändert und das Alter anklopft? Auch darauf geht der Film (kurz) ein.

Auch wenn R.E.D. - Älter, Härter, Besser  - bei all den positiven Aspekten - das (nur schwer erklärbare) gewisse Etwas für eine 10/10 und die damit verbundene Aufnahme in meine persönliche Film-Hall Of Fame fehlt (Kann es sein, dass Mary-Louise Parker trotz einer respektablen Leistung vielleicht doch dann und wann etwas übertreibt?), handelt es sich bei diesem Streifen um eine äußerst sehenswerte, unterhaltsame Mischung aus Agentenaction und Komödie, die auch bei mehrfacher Sichtung immer noch Spaß macht und an die Zeit erinnert, in der man sich auf Filme mit Bruce Willis noch wirklich gefreut hat.

9/10
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Kommentare

30.05.2020 19:55 Uhr - sonyericssohn
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Von dem hab ich im Fernsehen stets nur den Schluß gesehen. Vor allem über Helen Mirren könnt ich mich schlapp lachen !
Muss den dringend mal komplett nachholen. Danke dafür Puni !

30.05.2020 22:53 Uhr - Punisher77
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Nichts zu danken. Schau ihn Dir an, Du wirst sicher viel Spaß haben.

31.05.2020 13:17 Uhr - Kaiser Soze
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Einer meine absoluten Lieblings Actionkomödien! Sehr lustig, actionreich, gute Schauspieler in "alt bekannten Rollen" mal ganz anders dargestellt und ein gelungener Mix von alt und neu. Die comichaften Übergänge und absurden Ideen sind das I-Tüpfelchen^^

Schönes Review in gewohnt ausführlich-detaillierter Schreibweise mit vielen Verweisen und Erläuterungen, die einen super Eindruck verschaffen! Sehr gutes Review! Auch wenn ein bisschen weniger The Expendables mir persönlich gereicht hätte, im Kontext der Zeit, alten Riege und Co. aber natürlich verständlich.

Ich wünsche noch schöne Pfingsten!

31.05.2020 14:27 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Kaiser!
Wünsche Dir auch schöne Pfingsten.

Ob ich das mit den "Expendables" (so ausführlich) mit reinnehmen sollte, darüber habe ich schon etwas nachgedacht, es dann aber getan, da es meiner Meinung nach in den Kontext passte. Das Review zum zweiten Teil braucht diesen Verweis dann aber nicht mehr.

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