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Kfc

Herstellungsland:Vietnam (2017)
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 3,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
KFC - oder, eine Geschichte über Leben und Sterben in Hanoi. Im Fokus steht dabei ein Geschwisterpaar, ein debiler Fettsack und ein mysteriöser Musikjunkie, die allesamt durch Blut, Gewalt und Kannibalismus miteinander verbunden sind. Es ist ein Kreislauf der Gewalt, der sich über Jahrzehnte hinweg entfaltet und auf grausamste seine Opfer fordert.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von inferis:

Es wurde mal wieder Zeit für eine Film Review und diesmal habe ich etwas besonderes, zumindest in gewisserweise...

KFC war ein Probekauf, nachdem ein anderer Film von Extreme mein interesse geweckt hatte, nämlich Liverleaf, welcher aber teuerer war, was mich aus mehreren Gründen abgeschreckt hatte. Den die Mediabooks von Extreme sind teuer, haben abgesehen von den Booklets anscheinend keine Extras und sicherlich, für solche Nischenfilme nicht unüblich, eine extrem schlechte Synchro. Das einige der Filme dieses Labels eher wie Fetischpornos aussehen, zumindest vom Cover her, war auch ein weiteres schlechtes Zeichen. Aber KFC gibt es gerade vergleichsweise günstig und da die Vietnamesen, die ich persönlich kenne alle recht nett sind und ich auch asiatische Filme oft interessant finde, habe ich dem Film auf gut Glück eine Chance gegeben.

Aufgrund der aktuellen Situation, also dem Virus der sich weltweit ausbreitet, hatte ich eine längere Lieferzeit erwartet, aber recht flott kam das Paket dann doch bei mir an und wurde vorsichtig vom Postboten auf meine Treppenstufen gelegt, bevor er weggerannt ist, weil ich niesen musste. In der Pause während ich im Homeoffice war, öffnete ich also das Teil und habe tatsächlich ein ganz nett anzusehendes, Qualitätsmediabook in Händen gehalten. Meine Hoffnung stieg also ein wenig, auch die Hoffnung, dass die Disc einen Film mit passabler Qualität hat. Ich glaube am selben Abend habe ich mir das Teil auch angesehn.

Der Schock kam schnell, aber nicht wegen dem Filminhalt, sondern der Qualität des Films. Vielleicht liegt es an dem Fernseher, den ich mir zu Weihnachten gekauft habe, aber der Film sah aus wie eine frühe DVD, sprich das Bild ist recht verwaschen und teilweise sogar etwas pixelig. So was erwarte ich, wie gesagt, von einer der ganz frühen DVD VÖs, aber nicht für einen Film den ich mir 2020 kaufe und der heruntergesetzt noch 16 € kostet. Der Ton ist sogar noch schlechter, wobei ich nicht weiß, ob es daran liegt, dass es eine Amateur/Low Budget Produktion ist oder das Soundmixing in der deutschen Version nochmal verhunzt wurde. Aber der Sound im Original scheint wohl auch nicht gut zu sein, zu oft hört man nichts im Hintergrund, keine Musik, keine Umgebungsgeräusche, es wirkt alles recht leblos und da es oft draußen spielt, wirkt es diletetantisch. Am schlimmsten ist aber, dass es eingebrannte Englische Untertitel gibt, trotz deutschem Ton. Vielleicht war das auch einfach nur ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass man den Film im OT schauen sollte. Aber kommen wir zum Film selbst.

Angepriesen als Tabubrechender Horrorreißer im Geist der CAT III Filme, aber auch als raffinierter Art House Film welcher den Kreislauf der Gewalt im Verlauf von mehreren Jahren zeigt und dabei auch mit sozialkritischen Untertönen aufwartet, waren gewisse Erwartungen bei mir geweckt worden. Und auch das ansehen des Trailers, der keine klare Handlung erkennen lässt, weckte irgendwie mein Interesse. Doch schon als der Film anfing, bekam ich ein schlechtes Gefühl. Der Film startet mit einem minutenlangen Vorspann, welcher lediglich die Namen der Beteiligten einen nach dem anderen vor schwarzem Hintergrund ohne Ton abspielt. Der Film ist sowieso schon unter Spielfilmlänge mit 65 Minuten Laufzeit und ein miserabler langgezogener Vorspann ist kein gutes Zeichen. Sobald der Film anfängt sieht man einen fetten, halbnackten Mann, der davon erzählt, dass er Pepsi und Cola gerne mischt. Er hält geradezu einen Monolog darüber, bevor er aufsteht und einer bewusslosen Person ihm gegenüber mit einer aufgerissenen Dose in den Hals sticht. Dann geht er hinaus und wird auch gleich überfahren. Anschließend sehen wir eine Frau auf dem Klo sitzen, scheinbar mit einem Schwangerschaftstest. Sie tritt hinaus und wir sehen sie befindet sich in einem KFC. Ein Mann mit Kopfhörern kommt rein und kurz darauf finden wir heraus dass sie ein Paar sind und gemeinsam fahren sie auf einem Moped davon. Dann werden sie überfahren und in einen Krankenwagenvan gezerrt, von einem zwiliechtigen Arzt. Die Frau wird defebrilliert, scheint es aber nicht zu schaffen und wird dann einfach vom Arzt vergewaltigt. Dem Freund wird die Zunge abgeschnitten und dem missgestalteten Fahrer gereicht, der die Zunge an seinen Hund verfüttert. Dann sehen wir den Fetten Mann von der ersten Szene wieder, er frisst gerade irgendetwas for sich hin als ein Safe von einer Brücke über ihm fällt und er ihn aufnimmt. Oben wird ein junger Mann von einer Bande mit Schwertern attackiert und tritt die Flucht an, in einer Gasse eröffnet eine Frau mit einer Pistole das Feuer auf die Bande und der Mann setzt sich auf das Moped, dass die Frau fährt. Gemeinsam rasen sie in die Gruppe von Angreifern, die Frau wird verletzt, doch die Flucht gelingt, auch wenn die abgetrennte Hand eines Angreifers am Moped festhält. Gemeinsam kommen sie in einem Versteck an, wo auch der Fette mit dem Safe wartet...

Und so geht der ganze Film, Szenen werden aus dem Kontext gezogen und in einer scheinbar willkürlichen Form ohne Chronologie oder Sinn aneinandergereiht. Die Grobe Handlung ist dabei wie folgt: Zwei Straßenkinder (Bruder und Schwester) in Hanoi werden zu Kleinkriminellen und tun sich dabei mit dem Fetten Mann und einem anderen jungen Mann, der ständig Kopfhörer trägt, zusammen. Sie bekämpfen eine andere Gang und stehlen einen Safe in dem sich zwei abgetrennte Köpfe befinden. Plötzlich tötet die Schwester jedoch ihren Bruder und in einem Rückblick sehen wir, dass der Vater des fetten Mannes, der nekrophile Arzt ist und der Bruder den Arzt getötet hat, als dieser seine Mutter grausam getötet hat. Nach dem Rücklick beobachtet der Fette die Schwester und es stellt sich heraus, dass die zu Beginn getötete Person die Schwester war. Und überfahren wurde der Fett von dem Mann mit den Kopfhörern. Dieser trauert am nächsten Tag um seine Mutter. Wie sich herausstellt war das Paar vom Anfang des Films seine Eltern. Seine Mutter hat überlebt und er wurde von ihr und dem misgestalteten Mann aufgezogen.

Das ganze wird sehr umständlich erzählt und lässt einige Fragen offen. Was hat es mit dem Arzt auf sich, wieso hat die Mutter sich einfach so mit dem missgestalteten Mann zusammengetan, kann dieser überhaupt reden, was war seine genau Verbindung zu dem Doktor. Wer ist die andere Gang, haben die Geschwister selbst eine Gang? Wie kann der Mann mit den Kopfhörern später als die Straßenkinder geboren sein, wenn er am ältesten aussieht? Die Geschichte ist nicht spannend und auch nicht gut erzählt, lediglich ein paar der Actionsequenzen, welche von einem anderen Regiesseure gedreht wurden, sind gelungen. Die digitalen Effekt, besonders eine Aufnahme eines Schusses bie dem sich die Kamera dreht (die Zeit soll einfrieren, doch man sieht wie eine der Personen wackelt) ist unfassbar peinlich. Die Kugel, welche CGI ist, ist unfassbar schlecht gemodelt und platziert. Allgemein fällt das neidrige Budget extrem oft auf und auch handwerklich ist hier wenig gelungen. 

Würde man mich fragen, ob dies ein Arthouse Film ist würde ich wohl sagen, nein. Objektiv betrachtet würde man aber wohl sagen: Scheiße Nein! Wir haben es hier mit einem absoluten Low Budget, eventuell könnte man auch sagen, es ist ein Amateur Horrorfilm mit Actioneinlagen, zu tun. Der Horror ist meiner Meinung nach nicht gut gelungen. Folter gibt es vor allem gegen Frauen. Die Freundin eines Bandenchefs wird brutal gefoltert, was unsinnig und unnötig scheint, was aber auch daran liegen kann, dass es wenig Kontext gibt, aber das ist hier ja die Divise. Am grausamsten und ekelhaftesten sind aber die Taten des Doktors. Er ist Kannibale, Vergewaltiger, Sadist und isst unter anderem eine Achselhöhle. Also das habe ich auch noch nicht gesehen. Aber bis auf ein, zwei eklige Szenen wird hier nicht wirklich etwas interessantes geboten unheimlich oder aufregend ist das alles auch nicht.

Hat es sich den zumindest für den Gore gelohnt? Auch hier muss ich sagen, dass es nicht wirklich schockierend ist. Ja, ab und zu wird es eklig, aber man bleibt die meiste Zeit seltsam unberührt. Vielleicht geht es aber auch nur mir so. Ich sehe hier einfach nur mittelmäßige bis schlechte Effekte, Charaktere die ich nicht kenne, die sich furchtbare Dinge antun, doch es interessiert mich nicht. Auch die Sozialkritik ist nur im Ansatz zu erkennen und all den Leuten, die Amerikakritik in den Film interpretieren, weil er KFC heißt und es einen Monolog gibt, in dem darüber gesprochen wird das man Pepsi mit Cola mischt, bei denen Frage ich mich, was die während dem schauen des Films getrunken haben.

Kfc ist kein guter Film. Um ehrlich zu sein gefällt mir aber die Grundidee und Struktur, offensichtlich hat es aber an Talent und an Geld gefehlt. Es bleibt vieles unklar und die extreme Gewalt bzw. die Ekelszenen wirken irgendwie deplatziert. Vielleicht liegt es an mir, aber ich hätte viel lieber eine straighte Gangsterstory in Vietnam mit diesen Charakteren gesehen. Vielleicht wäre mir das aber auch einfach lieber gewesen, weil die Actionszenen gelungen waren im Vergleich zu allem anderen. Wer die brutalen Szenen sehen will, der kann sich übrigens einfach den Trailer ansehen, der zeigt schon fast alle Szenen.

KFC (also den Film) kann ich leider niemandem empfehlen, besonders nicht in der Extrem VÖ. Ich werde mir auch nicht Liverleaf kaufen, es sei den, es gibt den Film zum Schnäppchenpreis. Sonst warte ich auf ein US oder UK release.

3/10
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Kommentare

03.05.2020 18:49 Uhr - Kaiser Soze
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Wow, gutes Review. Ich finde es persönlich recht schwierig zu einem schlechten Film ein überzeugendes Review zu verfassen ohne zu viel Rumzumeckern, zu vergleichen usw. Ist Dir hier gut gelungen und das aich sehr ausführlich. Danke für die Warnung!

04.05.2020 16:04 Uhr - cecil b
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Schön, mal wieder was von dir zu lesen, Inferis! Two Thumbs up!

04.05.2020 18:45 Uhr - Inferis
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Danke, danke, für die netten Worte :)

Nachdem ich das Teil gesehen habe, hat sich diese Kritik geradezu von selbst geschrieben, haha.

05.05.2020 16:00 Uhr - The Machinist
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Also ''Liverleaf'' ist eigentlich ganz cool, wenn auch nicht unbedingt im Extrem-MB.
Die Synchro ist echt schmerzhaft, aber O-Ton ist ja auch mit drauf.

05.05.2020 17:54 Uhr - Inferis
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Auf Liverleaf hätte ich mich eigentlich gefreut und der Trailer sieht auch echt super aus, allerdings würde ich den dann auch gerne als Blu-Ray sehen, da ich jetzt einfach mal vermute, dass er visuell auch recht interessant ist, mit dem winterlichen Setting. Extrem will ich aber nicht unterstützen bzw. eine weitere DVD von denen kaufen. Zum einen, weil sie nur DVDs und abgesehen von den Booklets keine Extras bieten und dann auch noch (meist) horrende Preis verlangen.

Ich hoffe einfach, dass Liverleaf irgendwann noch auf Blu-Ray im deutschsprachigen Raum oder zumindest in UK noch erscheint, Rotten Link hat es ja letztendlich auch geschafft.

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