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Rebellinnen - Leg' dich nicht mit Ihnen an!

(Originaltitel: Rebelles)
Herstellungsland:Frankreich (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Komödie
Alternativtitel:Rebels
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
15 Jahre lebte die Provinz-Schönheitskönigin Sandra (Cécile de France) an der Côte d'Azur, jetzt kehrt sie nach Nordfrankreich zurück und zieht wieder bei ihrer Mutter ein. Arbeit findet die Ex-Miss in der ortsansässigen Fisch-Konservenfabrik und unter den Kolleginnen auch gleich zwei neue Freundinnen - die einsame, aber scharfzüngige Hausfrau Nadine (Yolande Moreau) und Marilyn, eine hysterische, alleinerziehende Mutter (Audrey Lamy). Weniger gut kommt sie mit ihrem Chef zurecht, der immer wieder zudringlich wird, bis sie ihn eines Tages, als sie sich mal wieder zur Wehr setzen muss, aus Versehen tötet. Während die drei Freundinnen noch überlegen, was nun zu tun ist, stoßen sie im Schließfach des Toten auf eine Tasche voller Geld. Spontan beschließen sie, den unerwarteten Reichtum unter sich aufzuteilen. Ein todsicherer Plan? Kann man so sagen. Denn plötzlich ist ihnen nicht nur die Polizei auf den Fersen, sondern auch ein örtlicher Gangster und die halbe belgische Unterwelt…
eine kritik von ghostfacelooker:

Wie man sich mal wieder von ansprechenden Trailern verleiten lassen kann, sieht man hier in diesem Werk von Allan Mauduit, welcher Audrey Lamy, Cécile de France (High Tension), Yolande Moreau, als Heldinnen weder Willen, in eine verquer zu nennende Handlung schickt, die ihren Charme nur sehr selten zu offenbaren versteht.

De France soll hier als Sandra, die vermeintliche Femme Fatale geben, welche mit ihrem Ausstrahlung die Köpfe aller männlichen Darsteller verdrehen soll, gleichzeitig aber durch ihre emanzipierte Haltung und Intelligenz, das weibliche Geschlecht visuell retten soll, denn die Rolle von Audrey Lamy, ist der Stereotyp einer liederlichen Frau.

Ach, nennen wir das Kind beim Namen, einer Schlampe. Ja ich sage Schlampe, denn auch wenn man diesen Begriff optisch eher Sandra zuschreiben würde, ist doch Marylin das Bild, welches man im Duden unter diesem Begriff finden kann.

Sie ist nicht nur vulgär in ihrer Art und Sprache, sondern auch untergräbt auch das Bild aller ehrbaren alleinerziehenden Mütter, im Umgang mit ihrem vorlauten Bengel, dem sie in der allerersten Szene mit ihm gleich mal eine saftige Schallert, daß selbst dessen noch nicht ausgebildeten Spermien lebenslange Orientierungsschwierigkeiten davontragen dürften.

Und um das ganze noch im Kontext der Mutter abzurunden ist Moreau noch der gutmütig Trampel der trotz Job doch ihrem Mann und den noch zu Hause lebenden erwachsenen Söhnen ein Privathotel jener Ehefrauen der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts bietet und ernährt.

Rebellinnen werden sie nur aufgrund eines tragischen Mißgeschicks, das den unverhohlenen Sexismus des Films nur unterstreicht. Was die deutschen Pendants, Jasmin Tabatai und Katja Riemann bereits eindrucksvoll unter dem Begriff weibliche Rebellen mit Selbstbewusstsein und Intellekt im Rahmen der ebenbürtigen Frau in einer Männer dominierten Welt 1997 in Bandits zeigten, wird hier ad absurdum geführt und mit Plagiat-High Heels niedergetrampelt.

Um die Mädels dann nicht ganz verblödet dastehen zu lassen, kaschiert man ihr geschaffenes Frauenbild noch mit einer Gangsterstory um Drogengeld, welches durch das eingangs erwähnte Malheur in ihre Hände gerät und das es nun geschickt zu verstecken gilt, während die eigentlich kriminellen Besitzer, natürlich ihren Anspruch darauf geltend machen wollen.

Selbstverständlich entstehen dadurch Fettnäpfchen, und Verzweigungen die eine spannende Handlung versprechen würden, doch eine lächerlich halbgare Verfolgungsjagd, daß nervtötende Assi-Geschwätz von Lamy´s Figur und die völlig deplatzierte Familiengeschichte von Sandra laßen jede Hoffnung darauf im Keim ersticken und den Film selbst als billiges Epiogone, respektive einen verstümmelten Hybriden mit dem Humor der Flodder und dem Charme einer Möchtegern-Guy Ritchie-Geschichte wirken.

Um das ganze dann noch plausibel erklären zu können, lässt man auch den ermittelnden Polizisten nicht wie einen notgeil, korrupten Gangster agieren, der sich zu allem Überfluß dann noch einen lächerlichen Showdown a la True Romance als Held etablieren soll.

Filmische Frauenpower sieht in meiner Welt genauso anders aus wie schwarzer Humor oder eine gute Handlung, auch wenn der Film Lichtblitze dessen wie es hätte sein können aufweist. Aber vielleicht muß man Franzose oder Belgier sein, um diesen Film mit eventuell spitzfindigem Humor im Originalton besser beurteilen zu können, aber selbst ich weiß, daß französische und auch belgische Filme deutlich mehr können als dieser Streifen und zwar in allen Belangen.

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