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Siccin 2

(Originaltitel: Siccîn 2)
Herstellungsland:Türkei (2015)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Fantasy, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 1,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Der Tod des eigenen Kindes ist bestimmt mit das Schlimmste, was Eltern passieren kann und sollte niemandem widerfahren. Schlimmer könnte dann nur noch sein, das man sich selbst für diese Tragödie verantwortlich fühlen muß. Hircan durchlebt dieses schreckliche Schicksal versucht aber trotz allem nicht den Verstand zu verlieren, doch das was sie von ihrer Familie noch zu erwarten hat, liegt weit hinter dem Wahnsinn, in dem sie sich zeitweise gefangen fühlt.
eine kritik von ghostfacelooker:

Regisseur Alper Mestçi, lässt einen in seinem zweiten Film der Gruselstories aus der Türkei, mit dem tragischen Tod eines Babys die darauf folgend, drastische Trauer und Verzweiflung der Mutter, Hircan (Seyda Terzioglu) intensiv spüren.

Der an ihr zerrende Wahnsinn und die Selbstvorwürfe, nagen emotional am Gemüt, wie Ratten an einer eitrigen Wunde eines in einer zwischen Felsspalten eingeklemmten Verunglückten und die Trotz seiner Schreie und Schläge vom Blutgeruch hypnotisiert immer wiederkehren.

Mag sein, daß dieser theatralische Vergleich übertrieben ist, aber allein die Tatsache wie die Tragödie passiert und die Reaktion und Nachwirkungen der Mutter zu erleben, die die zusätzlich daraus resultierende Verachtung des Ehemanns (Bulut Akkale) zu spüren bekommt, der ihr allein die Schuld dafür zuschreibt, rechtfertigt diesen visuellen Vergleich, zumindest in meiner Gefühlswelt.

Zerklüftet wird diese emotionale Trauerbewältigung dann noch mit an Inside erinnernde Schocksequenzen, die eine regelrecht mentale Dissonanz verursachen, denn diese scheinen vermeintlich unzusammenhängend in die Story gestreut und werden von zunehmenden Wahnvorstellungen der Mutter unterstrichen. Zumindest die ersten dreißig Minuten des Films sind von diesen Gefühlen erfüllt.

Der im Kontext dieser Filme inkludierte Besuch bei einem Hodscha, also jenen die nicht nur Vorbetende und Führungsfiguren der islamischen Lehre sind sondern auch schwarze Magie beherrschen, dient wie auch im Vorgänger als Aufschlüsselung und roter Faden für das Verständnis dessen wovon die Protagonisten angetrieben werden oder warum ihnen dies geschieht.

Schade ist, daß man dabei die eigentlichen okkultistischen Sakramente und Wortwahlen nicht ins Deutsche übersetzt hat, fehlt dadurch doch ein gewisses Maß an Verständnis. Aber diesen Fehler besitzen auch manche Hollywood-Horrorstreifen, deren Antagonisten mit längst ausgestorbenen Zungen sprechen.

Die eigentlichen Hintergründe der für die Protagonisten geltenden Story, wirken dann doch ein wenig langwierig, obwohl sie mit einigen,- für die Tatsache, daß eben kein fulminantes Budget dafür verwendet wurde-, gut gemacht, blutigen Sequenzen durchzogen sind. Doch der Schmerz und das Leid der Familie, bleibt weiterhin der Ton des Films.

Ungefähr ab dem Zeitpunkt, da Hircan das Knusperhaus der Hex...ähm das verfluchte Haus ihrer Verwandten betritt, wandelt sich der Film zu einem fast fieberhaft zu nennenden Mix verschiedener Ekel und Gore-Ansätze die sich durchaus auch in jedem satanischen Musikvideo einiger dementsprechend agierenden Metallbands wohlgefühlt hätten.

Der unvermutete Schlußteil, erklärt den fragwürdigen Anfang und toppt die eigentlich bedrohliche Stimmung der vorher angesprochenen Sequenzen nochmals, durch seine überraschende Wendung schließt sich auch die eigentlich tragisch, grausame Geschichte, welche meiner Meinung dem ersten Film an Intensität überlegen ist und wie selbiger scheinbar auf wahren Begebenheiten beruht.

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