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Hatchet 2

Herstellungsland:USA (2010)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Hatchet II
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,47 (84 Stimmen) Details
inhalt:
Marybeth, die einzige Überlebende aus Teil 1, sammelt mit der Unterstützung ihres Onkels (Tom Holland) eine Gruppe von unerschrockenen Männern um sich, um das Monster aus dem Sumpf ein für alle Mal zur Strecke zu bringen. Doch Victor Crowley wetzt bereits wieder seine Axt, um den Bodycount in ungeahnte Höhen zu katapultieren...
eine kritik von dicker hund:

"Victor Crowley ist das, was man in der paranormalen Welt einen Wiedergänger nennt."

Darum ist vier Jahre nach "Hatchet" die Zeit für Adam Greens zweiten Streich gekommen. Marybeth ist noch nicht fertig mit dem Sumpfkiller, nur mit Amara Zaragoza. Für diese springt Danielle Harris ein, der Sonnenschein aus der Mitte des "Halloween"-Spektrums. Sie sprüht vor erwachsener Niedlichkeit, bei Bedarf jedoch auch vor durchgeknalltem Charisma. Trotz der Irritation des Besetzungswechsels erweist sie sich daher als gute Wahl. Mindestens genauso treffsicher sieht die Entscheidung aus, Tony Todd als Reverend Zombie mehr Screentime zuzugestehen,  welche er schön zwiellichtig zu füllen versteht.  Selbst Tom Holland, seines Zeichens Regisseur von "Chucky, die Mörderpuppe", kaschiert mit souveräner Mimik, dass sich das Verhalten seiner Figur bar jeder psychologischen Glaubwürdigkeit mehrmals im Eiltempo um 180 Grad dreht.

Eine hohe Geschwindigkeit kann gleichsam dem flotten Erzählstil attestiert werden. Bereits im Vorspann fühlt sich der Kracher "Just one fix" von "Ministry" wie der Beginn einer turbulenten Achterbahnfahrt an. In ihren zahlreichen Loopings und Schrauben mordet der breitmaulige Werkzeugumwidmer herrlich splatterig drauf los. Ganz nebenbei wird da ein Unterkiefer herausgerissen oder ein Kopf halbiert. Quantität und Qualität der bluttriefenden Effekte könnten glatt als Ittenbachsche Gematschparade durchgehen (Gewalt 10/10). Dank einer schäbig inszenierten Vorgeschichte um das etwas anders verlaufende Wunder der Geburt wird unter grantiger Instrumentalbegleitung der Horror (5/10) nicht vergessen, auch wenn dieser mit dem Humor (5/10) ungefähr gleichauf liegt. 

Letzterer ist ein riesiger Trumpf auf der Hand des Drehbuchs. Dieses tänzelt auf der Metaebene über die Neubesetzung von Parry Shen, indem es einfach mit dem Bruderetikett den Shawn zum Justin macht. Lloyd Kaufman gehört zu den Easter Eggs unter den Statisten, während Colton Dunn den witzelnd baggernden Vernon ohne den sonst so häufig auftretenden Nerv-Faktor umsetzt.

"Ich habe sie angemacht, aber sie hat wahrscheinlich Spinnenweben davor."

Glücklos sind mal wieder jene, die ein Zusammentreffen der Geschlechtsteile herbeiwünschen (Sex 3/10). Bei einem bestimmten Kill gibt es zum Beispiel mehr weibliche Brust zu sehen als in beiden teilbekleideten Amirammelnummern zusammen. Dafür huldigen einige recht erotisch geratene Softpornoclips im Prolog dem schmierigen Pseudoproduzenten aus 2006. Noch besser gefallen die Witzeleien der Rednecks über ihre höchst eigenen Südstaatler-Klischees, welche insbesondere Ed Ackerman ("Chillerama") in der Rolle des Cleatus angenehm unernst kommuniziert. Da verzeiht man gerne, dass einige der für den Haupthandlungsstrang gedachten Dialoge arg primitiv klingen, und schielt lieber auf die Querverweise auf die Szenenästhetik einiger "Freitage".

"Hatchet II" lebt von seinem suhligen Gore, seinen begabten Mimen und der unverkrampften Ironie. Das bisschen Geschichte dazu ist leichtfüßig erzählt und passend vertont. Auf diese Weise bietet diese große Filmperle (8/10 Punkte) ein zündendes Argument dafür, sich mit der Reihe zu befassen. Sie ist gewissermaßen das Spiegelbild der Funktion , die "The Beginning" für Nispels "Texas Chainsaw Massacre"-Remake hatte. Bemerkenswerterweise wird hier genauso wie dort erst ab dem zweiten Teil die Zensursituation interessant, indem nur ungeprüfte Fassungen vollständig sind. 

 

8/10
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Kommentare

21.05.2020 13:41 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.136
"Glücklos sind mal wieder jene, die ein Zusammentreffen der Geschlechtsteile herbeiwünschen (Sex 3/10). "

Allein schon wegen solchen Formulierungen freue ich mich darüber, dass du deine Reviews hier veröffentlichst.

Top, wie immer. Danke dafür!

23.05.2020 15:29 Uhr - Punisher77
2x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.423
Famoses, prägnantes Review! Außerdem beantwortet es eine Frage, die mich umtreibt, seitdem ich Deine Reviews genieße - wann gibst Du einem Film innerhalb Deiner Bewertungskriterien (Gewalt, Sex etc.) mal eine 10/10? Für den Faktor Gewalt ist das nun geklärt, und was das angeht liegt "Hatchet II" ganz weit vorne.

Allerdings habe ich mit dem Film ein kleines Problem - jedes Mal, wenn ich ihn sehe, finde ich, dass nach dem tollen Auftakt einfach zu viel Zeit vergeht, bis der Jagdtrupp zusammengestellt ist und es im Sumpf endlich richtig los geht. Aber wenn VC dann endlich in Aktion tritt, bin ich wieder versöhnt. Der Film ist gut - wie Dein Review!

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