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Die Unbestechlichen

(Originaltitel: The Untouchables)
Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:The Untouchables - Die Unbestechlichen
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,68 (21 Stimmen) Details
inhalt:
Chicago 1931: Die Stadt wird von einem Mann beherrscht: Al Capone (Robert De Niro). Und er kennt nur ein Recht - das des Stärkeren. Das organisierte Verbrechen verwandelte die Stadt in ein blutiges Schlachtfeld und Eliot Ness (Kevin Costner), ein junger Polizist, stellt sich dem ungleichen Kampf. Er hat nur drei Männer, auf die er sich verlassen kann. Sie kennen keine Angst und sie sind unbestechlich. Um Capone den Prozess machen zu können, brauchen sie einen Zeugen. Der König der Unterwelt setzt seine Killer auf sie an. Doch sein Triumph ist von kurzer Dauer. DIE UNBESTECHLICHEN sind ernst zu nehmende Gegner. Mut und Gerechtigkeitssinn sind ihr Kapital. Nach mehr als einem Jahrzehnt uneingeschränkter Herrschaft geht es Capone an den Kragen ...
eine kritik von kaiser soze:

Vorab, wie üblich: Es kommen kaum Spoiler vor, ähnlich des Schauens eines Fimtrailers, aber einige Passagen sind gerade aufgrund der Spoilerfreiheit so formuliert, dass jemand, der den Film nicht gesehen hat, nicht alle Details versteht... da hilft nur eine (erneute) Sichtung!

 „Man sorge dafür, dass man nach Dienstende lebend nach Hause kommt. Ende der ersten Lektion.“
 „Regel Nummer 2 für einen Polizisten: Willst Du etwas geheim halten, sag nichts Deinem Chef.“

Die spinnen die Rö.. äh, Amerikaner! Von 1919 bis 1933 dauerte die amerikanische Prohibition, also das Verbot von Alkohol. Folglich beschafften sich die Menschen Ihre Getränke auf dem Schwarzmarkt, die Mafia und andere Organisationen machten ordentlich Profit, aber das Ganze war (dadurch) ein umkämpftes Geschäft. Der wohl bekannteste Alkoholschmuggler & -verkäufer aus Chicago war der Mafiachef Al Capone (1899 bis 1947).

Der US-Präsident Herbert C. Hoover (1874 bis 1964) ließt 1929 eine Sondereinheit der Polizei gründen. Elliot Ness (1903 bis 1957 - er starb an einem Herzinfarkt, wurde also wohl nicht ermordet) sammelte ein Team zusammen und das Dutzend Beamte begann Ihre Arbeit, die ebenso, wie Al Capones Mythos in die Geschichte eingehen sollte. 

 „Du kommst mit freundlichen Worten und einer Waffe weiter als nur mit freundlichen Worten.“

Es gibt diverse, filmische Umsetzungen zu dem Gangsterboss Al Capone und sein Leben, von beispielsweise Der kleine Caesar (1931 - OT: Little Caesar) über Al Capone (1959) oder Chikago-Massaker (1967 - OT: The St. Valentine's Day Massacre) bis hin zu moderneren Umsetzungen a la Die wahren Bosse - Ein teuflisches Imperium (1991 - OT: Mobsters) sowie In the Absence of Good Men (2017).

Regisseur Brian De Palma (*1940) hatte bereits mit Scarface (1983) einen kultigen Gangsterfilm geschaffen, der eine Neuinterpretation des 30er-Jahre-Films Narbengesicht (1932) und inhaltlich an Al Capone angelehnt ist. 1987 inszenierte De Palma dann einen aus meiner Sicht besten Film der 80er-Jahre - ja, ich weiß, dass das hoch gegriffen ist^^ - die Verfilmung über Ness' Team. Da dieses Team trotz diverser Versuche und enormer Summen nicht käuflich war, bekamen Sie den Spitznamen:

Die Unbestechlichen

(OT: The Untouchables). Im Film besteht das Team zwar nur aus vier, statt 12 Personen, diese Truppe kann dafür aber umso mehr überzeugen. Alleine die Besetzung der Protagonisten, von Kevin Kostner als ambitionierter Ness, der sich vom unerfahrenen Beamten zum Kämpfer für die Sache mausert, 007 (1962 bis letztendlich 1971) Sir Sean Connery als Mann der Tat Malone (hierfür erhielt er seinen einzigen Oscar!), Charles Martin Smith als biederer Wallace, der sichtlich Spaß bei der Arbeit hatte, und Andy García als treffsicherer Stone, ist schon erstklassig und kann zu jeder Zeit überzeugen und unterhalten. 

Albert H. Wolff, der letzte Überlebende der realen Unbestechlichen, war Berater in diesem Film und half Kevin Costner bei seiner Darstellung von Eliot Ness - ich mag solche kleinen Anekdoten, die abermals unterstreichen mit wie viel Mühe und Liebe zum Detail solch eine filmische Umsetzung erfolgt(e). Robert DeNiro schafft es jedenfalls trotz relativ wenig Spielzeit einen herrlich fiesen Schurken und Mafiosi abzugeben, da kommen doch glatt Erinnerungen auf...

 „Das hat uns grade noch gefehlt, ein Kanake in unserem Team.“

Generell hat Die Unbestechlichen einen gewissen Western-Touch. Andy García ist der Revolverheld, die Reitszene mitsamt Kavalerieangriff beim Drogendeal an der Grenze, da kommen bei Kevin Kostner schon einige Erinnerungen an andere Werke, wie Silverado (1985), oder aus heutiger Sicht, Wyatt Earp - Das Leben einer Legende (1994) sowie Der mit dem Wolf tanzt (1990 - OT: Dances with Wolves), auf. 

Die Einwürfe passen dann herrlich zum Gesamteindruck des Films, der zeitliche Ende der 1920er- / Anfang der 1930er-Jahre angesiedelt ist. Es hat (für mich) schon etwas Episches und schafft es so noch überzeugender einen 'alten' Anstrich zu verpassen. Dass das Budget von 25 Millionen Dollar konnte alleine an den amerikanischen Kinos mehr als verdreifacht werden - zurecht!

Ganz generell bewegen wir uns aber (natürlich) im Polizisten- / Gangsterfilm, wodurch eine Mischung aus Action, Thriller bzw. Krimi und Drama vorgiegt. Man darf diese Verfilmung nicht als Dokumentation sehen, es wurden historisch viele Ungereimtheiten widergegeben, etwa soll Al Capone niemals versucht haben einen der Unbestechlichen töten zu lassen, da dies nur viel größere Probleme eingebracht hätte; die Bestechungsversuche und deren Ablehnung hingegen sollen sich (so) zugetragen haben, ebenso, wie der Mord mit dem Baseballschläger auf der Dinnerparty (allerdings aus Rivalitätsgründen).

 „Na das kann ja nur ein Spaghettifresser sein. Kommt mit nem Messer zu ner Schießerei.

Die dargestellte Gewalt - Body Count: 24 - und Action von Schießereien über Verfolgungsjagten bis hin zu handfesten Auseinandersetzungen ist auch aus heutiger Sicht noch spannend inszeniert und die Tatsache, dass Die Unbestechlichen sogar schon ungeschnitten zur Primetime im Fernsehen zu sehen war, verwundert dann doch etwas. Alleine die, nennen wir es mal Verhörszene nach der Festnahme an der Grenze, bei der eine Leiche erneut erschossen wird oder die Todesszenen im Aufzug (TOUCHABLE) sowie der Wohnung zeigen, dass eine Freigabe ab 16 Jahren m.M.n. passender ist als ab 12 Jahren, aber darüber kann man ggnf. streiten.

Die charakteristischten Szenen sind - neben zitierten Sätzen - sind wohl die Bahnhofsszene, welche mit zu den besten inszenierten Szenen des Films gehört und bei der man die Spannung förmlich greifen kann. Okay, man hätte diesen blöden Kinderwagen sicherlich auch früher / schneller hochbringen können, aber es passte zur Besessenheit bei der Suche und Rache für den Tod der Mitglieder; heutzutage hat man mitunter natürlich Die nackte Kanone 33 1/3-Verarsche hierbei im Hinterkopf, aber naja... wobei besagte Szene ja seinerseits Anspielungen auf Panzerkreuzer Potemkin (1925 - OT: Bronenosets Potyomkin) bzw. der folgende Dialog (Hast Du Ihn?) auf Taxi Driver (1976 - hier kann  ich die Reviews meiner Kollegen nur wärmstens empfehlen!) aufweisen.

Und zumindest für mich die Szenen mit dem Auftragsmörder Nitti (Billy Drago), der in Wirklichkeit wohl kein Auftragsmörder, sondern Al Capones Nachfolger war. Der fiese Killer mit der charakteristischen Mimik schafft es in sämtlichen Szenen - von der Drohung vorm Haus über den Anschlag vor der Wohnung bis zur Flucht aus dem Gerichtsgebäude (Da wohnte ein Freund von mir.) - so finster-böse rüber zu kommen, dass diese Nebenrolle selbst bei dieser (Haupt-)Darstellerriege aus der Masse hervorsticht.
 

Fazit:
Ich liebe diesen Film! Ein herrlich, unterhaltsamer Polizeifilm mit sehr überzeugender Besetzung bis in die Nebenrollen, interessanten Charakteren und spannend inszeniert mit einem alten Aussehen und diverser, filmischer Verweise. Auch, wenn ich den Film nur alle 5 Jahre (etwa) schaue, damit ich möglichst wenig in Erinnerung habe, bin ich dann jedes Mal 2 Stunden aufs Neue absolut begeistert. Ohne Wenn und Aber gibbet von mir die volle Punktzahl:

10 von 10 Punkten

10/10
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Kommentare

24.04.2020 19:58 Uhr - TheRealAsh
1x
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Sehr schöne Rezi zu diesem absoluten Meisterwerk, die Treppenszene ist meiner Meinung nach ein grandios überzeichnetes Zitat, absolut.

Taugt die 2009er Bluray eigentlich, ich hab den noch auf DVD, lohnt ein Update oder warten, bis es eine neue Abtastung gibt?

24.04.2020 20:47 Uhr - Kaiser Soze
1x
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@Mods
Habe versehentlich Ashs Kommentar gemeldet. Warn Versehen, bitte ignorieren.

@Ash
Vielen Dank fürs Lob :-) Ja, ein grandioser Film und Kultfilm. Ganz ehrlich, ich habe den Film vor Jahren ausm TV aufgenommen und schaue besagte Aufzeichnung; bin nicht so der HD-Feti ^^

24.04.2020 23:40 Uhr - Knochentrocken
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Ein absoluter Klassiker von De Palma mit der Musik von Morricone!
Brillant besetzt mit Costner, DeNiro und vor allem Sean Connery, der den Oscar bekam.

Auch das... nennen wir es mal „Remake“, Gangster Squad, gefiel mir sehr.

25.04.2020 12:38 Uhr - Tom Cody
1x
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Top-Review zu diesem verdienten Klassiker (da ich den Film tatsächlich noch nicht auf Blauscheibe hatte, hat mich die Kritik direkt angefixt, mir eben diese direkt zu bestellen ;-)).
Sehr schön ausgearbeitet sind auch die (von de Palma beabsichtigten) Parallelen zum Western, obwohl die echten Untouchables natürlich nie hoch zu Ross in den Kampf geritten sind.

Vielleicht hätte man noch die großartige Filmmusik von Ennio Morricone erwähnen können, die immerhin auch für den Oscar nominiert wurde (die sträfliche Vernachlässigung vieler Morricone-Scores ist leider eine andere Geschichte). Aber wenn man das Glück hatte, diese einmal live, mit dem Maestro und großem Chor/Orchester zu erleben...mehr Gänsehaut geht nicht.
24.04.2020 23:40 Uhr schrieb Knochentrocken
Auch das... nennen wir es mal „Remake“, Gangster Squad, gefiel mir sehr.

Yep, den mochte ich auch. Obwohl ich mich mit dem Begriff „Remake“ ein ganz klein wenig schwertue. Klar, die Parallelen sind unübersehbar. Eine zusammengewürfelte Truppe von Cops geht (mit nicht immer legalen Mitteln) gegen einen übermächtigen Gangsterboss vor.
Auch das "Hat Squad" hat es gegeben, agierte aber mindestens 15 Jahre nach dem Ende der Prohibitionszeit.
Als schicke, mit Action gesättigte Variation erreicht "Gangster Squad" leider nie die Tiefe und Komplexität der „Untouchables"
Schade, dass der Film nach dem Amoklauf zensiert bzw. abgeändert werden musste. Die Ersatzszenen in Chinatown sehen nämlich leider extrem nach Studiokulisse aus. Aber Spaß macht der Film trotz alledem. Vor allem Sean Penn ist eine echte Urgewalt als Mickey Cohen.

25.04.2020 13:40 Uhr - McGuinness
1x
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Eine ganz hervorragende Kritik von dir 😉👍🏻 zu einem wohl überragenden Film, welchen ich schändlicher Weise bis heute noch nie gesehen habe 😔 und das, wo ich doch DeNiro und den Costner so mag.

Muss ich jetzt bald dringend mal sichten !!! 😅

25.04.2020 20:19 Uhr - Kaiser Soze
DB-Co-Admin
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Vielen lieben Dank Euch Dreien!
Freut mich, wenn Film sowie Review gefallen haben und bzw. McGuinness eine eklatante Wissenslücke schließen wird^^

Schönes Wochenende noch.

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