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Versus - Fürchte deinen Gegner

(Originaltitel: Versus)
Herstellungsland:Japan, USA (2000)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Horror, Splatter
Alternativtitel:Down to Hell 2
Down 2 Hell - The Return
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,52 (69 Stimmen) Details
inhalt:
Zwei Ausbrecher auf der Flucht. Zuerst läuft alles nach Plan, aber ihre Komplizen spielen falsch: Der Treffpunkt im Wald wird zur Stätte eines unfassbaren Blutbads. Und dieses Massaker ist erst der Anfang in einem gnadenlosen Kampf um Leben und Tod, bei dem nicht weniger als die Zukunft der Welt auf dem Spiel steht.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von cabal666:

Dieses Frühwerk des mittlerweile auch in Amerika recht erfolgreichen japanischen Action- und Horrorfilmregisseurs  Ryûhei Kitamura ist ein ambitioniertes Low-Budget-Projekt, das zwar nur eine rudimentäre Handlung besitzt, diese aber durch jede Menge abgefahrene Ideen ausgleichen kann. Durchaus vergleichbar mit anderen billig produzierten Debüts heute bekannter Filmemacher wie Peter Jackson und Sam Raimi, die den großen Studios damals zeigten, wie man auch ohne großes Budget aber dafür mit massig Herzblut einen unterhaltsamen Film fabrizieren kann. Und unterhaltsam ist der hier definitiv!


Der Titel ist quasi Programm. Völlig simpel, aber bringt es auf den Punkt. "Versus" heißt er, und gekämpft wird hier wirklich fast ohne Unterbrechung. Es wird geballert, geschlitzt und geköpft, dass es eine wahre Freude ist. So gut wie jeder der Handlungsträger (zwei flüchtige Häftlinge, zwei sie verfolgende Polizisten, eine Yakuza-Bande, drei Auftragskiller und ein geheimnisvolles Mädchen) geht hier drauf - um dann sofort von den Toten wieder aufzustehen und danach erneut ins Gras zu beißen. Dazu kommt es, weil der Handlungsort, ein magischer Wald, jeden dort Krepierten zu einem Zombie macht. Gleichzeitig tobt ein erbitterter Kampf zwischen zwei Kriegern, die über die Jahrhunderte ständig wiedergeboren werden und von denen einer versucht, die Weltherrschaft zu erlangen.


Soviel zur Handlung, die, wie gesagt, nicht gerade anspruchsvoll ist, allerdings ziemlich wirr und konfus erzählt wird. Man weiß einen Großteil des Films über nur soviel wie der Hauptcharakter (einer der beiden Häftlinge) und die beiden einzigen, die den Überblick haben, der Bösewicht und die Frau, um die die beiden kämpfen, drücken sich die meiste Zeit viel zu kryptisch aus. Die dümmlichen Dialoge sind wirklich eine der Schwachstellen des Films, denn sie wiederholen sich viel zu oft und die Charaktere reden meist aneinander vorbei. So hat man als Zuschauer oft keine Ahnung, was eigentlich gerade abgeht und die ganzen Hintergründe bleiben einem so bis zum Schluss verborgen. So wird der Film leider unnötig verkompliziert.


Aber die abgefahrenen Kampfszenen mit teils echt kreativen Kills entschädigen für vieles. Spätestens ab der Hälfte geht so richtig die Luzi ab. Das Geballere und Gekloppe nach "Matrix"-Art (mit einem wie dort auch stilsicher im schwarzen Ledermantel rumlaufenden Protagonisten) paart sich dabei mit dem Setting und Splatter von "Evil Dead" vom erwähnten Sam Raimi. Zudem erinnert die erste Wiederauferstehung des Helden doch stark an "Highlander". Kitamura hat hier praktisch all seine Lieblingsfilme zusammen in einen Topf geworfen und umgerührt. So lässt sich der Film im Grunde auch am besten beschreiben: als Mischung aus "Matrix", "Tanz Der Teufel" und "Highlander".


Die Darsteller, welche offensichtlich viel Spaß beim Dreh hatten, tragen auch zum Unterhaltungswert bei. Die vier Yakuza, deren überdrehter, arroganter Anführer wirklich extremstes Overacting betreibt, bleiben auf jeden Fall im Gedächtnis. Hideo Sakaki und Tak Sakaguchi als Schurke und Held verziehen dagegen nur selten eine Miene, bringen aber jede Menge Charisma mit und sind einfach verdammt coole Badasse. Sakaguchi sollte übrigens mit dieser Rolle zur Genreikone werden, in der Folge in so einigen weiteren vergleichbaren Filmen mitwirken und sogar selbst als Regisseur und Stuntkoordinator tätig werden. Für besonders viele Lacher sorgen dann noch die beiden mies gelaunten Polizisten, von denen einer völlig übertriebene Waffengewalt einsetzt und der andere die ganze Zeit auf der Suche nach seiner fehlenden rechten Hand ist. Ihre dummen Sprüche gehören mit zu den Highlights des Films.

"He! Was soll ich denn mit 'ner zweiten Linken?!


Man merkt schon, der Film nimmt sich sowieso nicht sonderlich ernst. In den letzten Minuten hält er dann aber noch eine überraschende Wendung bereit, die die Sympathien bezüglich der Hauptcharaktere komplett umkehrt und auch so einiges Interpretationspotenzial bietet.


"Versus" ist jedenfalls eine originelle Mischung aus Action-, Fantasy- Horror- und (zum Schluss) auch Endzeitfilm, der mit seinen gut zwei Stunden Laufzeit zwar um etwa zwanzig Minuten zu lang ist, aber dafür mit jeder Menge Kreativität, liebenswert durchgeknallten Charakteren, ordentlich derben, hauptsächlich handgemachten Splattereffekten und dazu einem ziemlich coolen elektronischen Soundtrack aufwartet. Für 'nen Filmabend mit Kumpels genau das richtige.

Zur vier Jahre später veröffentlichten, erweiterten Fassung - auch als "Ultimate Versus" bekannt - ist anzumerken, dass diese zwar weitere coole Kampfszenen bereithält und in den Computereffekten verbessert wurde, allerdings bei weitem nicht den Charme der ursprünglichen Version ausstrahlt. Beide Fassungen sind dennoch zu empfehlen!

8/10
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Kommentare

05.04.2020 17:46 Uhr - sonyericssohn
1x
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Hm, na gut... Mich hat der leider a bisserl genervt. Die erste Hälfte war eigentlich ganz okay, aber dann... Vielleicht muss der auch nochmal laufen.
Fein kritisiert allerdings, der Herr ! ;-)

06.04.2020 17:39 Uhr - Ghostfacelooker
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Doch doch der hat was, besonders im Ultimate Cut, respektive Extended Cut

07.04.2020 18:59 Uhr - The Machinist
1x
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Den halte ich bis heute für eines von Kitamura's besten Werken, da trieft die Leidenschaft wirklich aus jeder Szene. Würde mir allgemein wünschen, dass er mal wieder was Abgefahrenes im Heimatland produziert, wobei ich seine US-Filme ebenfalls sehr mag.

Tatsächlich hatte ich den vor etwa zwei Wochen erst wieder gesehen, somit noch relativ gut im Gedächtnis. Bei 8 Punkten bin ich dabei, tendiere allerdings zum ''Ultimate Versus''. Erwähnenswert wäre noch der Endkampf, der ja schon eine ganz eigene Körpersprache besitzt und somit zu einem echten Unikat im Genre wird.

Fun-Fact: ''Meatball Machine''-Regisseur Yudai Yamaguchi, der maßgeblich an den Action-Szenen in ''Versus'' beteiligt war, zeichnet sich außerdem für die Zwischensequenzen im Videospiel ''Devil May Cry'' für PS2 verantwortlich.

08.04.2020 02:13 Uhr - Laughing Vampire
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Mit dem Film kann ich ja wenig anfangen, aber schöne Kritik deinerseits! Kitamura wird für mich einfach immer der Typ bleiben, der "Godzilla: Final Wars" gemacht hat, und der für mich tatsächlich auch immer noch funktioniert: Nicht viel anders als bei "Versus", aber halt noch absurder und schwachsinniger, mit Monstern statt Zombies, und dem beknackt-geilen, unpassenden Soundtrack von Keith Emerson. Irgendetwas kann dieser Ewig-12-Jährige ja schon. :)

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