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High Tension

Originaltitel: Haute Tension

Herstellungsland:Frankreich (2003)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Alta tensión
Blady strach
Switchblade Romance
X-Tension
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,88 (307 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein einsames Haus, eine vereinte Familie, zwei unzertrennliche Freundinnen. Ein brutaler Mörder, der vor nichts zurückschreckt. Und die Nacht. Eigentlich wollte Alex nur mit Freundin Marie ihre Familie auf dem Land besuchen. Doch als die Nacht einbricht, dringt ein brutaler Fremder in das Haus und der Kampf ums Überleben beginnt. (Ascot Elite)

eine kritik von mcguinness:

" Ich lasse nie wieder zu, dass jemand zwischen uns steht " 

 

 

Viele Filme wären es gerne, doch nur die wenigsten sind es... Ein derartiger Schlag in die Magengrube, dass einem die Luft wegbleibt. Was Regisseur Alexandre Aja mit dem hier vorgestellten " High Tension  " geschaffen hat, ist wirklich eine beispiellose Tour De Force und bildet den Auftakt zur sogenannten französischen Terrorwelle, dessen wildgewordene Kinder " Inside " (2007) von Alexandre Bustillo und Julien Maury, " Frontier(s) " (2007) unter der Regie von Xavier Gens und Pascale Laugiers einziger Albtraum " Martyrs " (2008) ohne Ajas Wegbereiter sicherlich nicht solch eine Popularität genießen dürften, geschweige denn überhaupt entstanden wären.

Die beiden Freundinnen Marie (Cecile De France) und Alex (Maiwenn Le Bosco) wollen sich auf ihr Examen vorbereiten und wählen dafür das einsam gelegene Landhaus von Alex' Eltern. Das traute Zusammensein mit der Familie währt allerdings nicht lange, als ein eiskalter Killer nachts in das Haus eindringt und die Eltern von Alex, sowie ihren kleinen Bruder, grausam dahinmetzelt. Der Sadist schnappt sich Alex und sperrt sie in seinen Lieferwagen. Marie wird ebenfalls ungewollt in diesen eingesperrt und setzt nun alles daran, den wahnsinnigen Psychopathen zu stoppen und ihre Freundin zu befreien.

Ich weiß noch, wie ich eher zufällig auf diesen Film in der Videothek aufmerksam wurde und habe ehrlich gesagt keine allzu großen Erwartungen in diesen gesteckt. Ich dachte mir nur: " Vermutlich nur ein weiterer gewöhnlicher Slasher und dazu auch noch aus Frankreich ??? Na das kann ja was werden " 

Doch bereits von der ersten Minute an zog mich dieser in seinen Bann und je weiter ich mit dem Betrachten fortfuhr, desto gefesselter wurde ich, bis die Spannung kaum noch auszuhalten war. Eine derart beklemmende Atmosphäre und hemmungslose Brutalität ist mir bis dato noch nicht untergekommen und ich habe förmlich gebetet, dass Marie und Alex es schaffen werden dieser Bestie in Menschengestalt zu entkommen.

Dieser Teufel in Person wird von Philippe Nahon verkörpert, welcher seit Gaspar Noes' " Menschenfeind " (1998) eigentlich auch einem etwas breiteren Publikum bekannt sein dürfte. Hier jedenfalls mimt er den Killer mit einer derartigen Bedrohlichkeit, dass einem das Blut in den Adern gefriert, wenn sich dieser mit langsamen, schweren Schritten auf die Kamera zubewegt und dabei sein Rasiermesser zückt. Seine Mütze ist dabei tief ins Gesicht gezogen, auf welchem man verhärtete Züge ausmacht. Dennoch hat es dieser Unmensch nicht nötig eine Maske zu tragen, da dieser keine ikonische Tötungsmaschine wie Michael Myers oder Jason Voorhees ist, sondern ein ungewaschener und nach Alkohol stinkender Psychopath, welcher sich seinen Opfern als das fleischgewordene Böse offenbart.

Die Gewaltmomente sind über den ganzen Film gut verteilt worden und ständig brodelt es unterschwellig wie in einem Vulkan. Wenn es dann schließlich kein Halten mehr gibt, entlädt sich die aufgebaute Spannung in einer derartigen Eruption, dass dem Zuschauer gar keine andere Wahl bleibt, als sich mit diesen Gewaltmomenten auseinanderzusetzen. Egal ob Mann, Frau oder Kind, niemand ist in " High Tension " seines Lebens sicher und im Gegensatz zu mancher Slasher - Reihe der Marke " Halloween " oder " Freitag der 13. " gibt es hier keine coolen Kills und die Gewalt ist Welten davon entfernt in irgendeiner Weise Spaß zu machen.

Für die brachialen Splatter - Effekte überredete Aja einen wahren Großmeister ins Horror - Genre zurückzukehren, nämlich Giannetto De Rossi, welcher sich in den 70er und 80er Jahren einen bis heute anhaltenden Kultstatus als Meister der Gore - Effekte erarbeitet hat und für die blutigen Effekte bei vielen Co - Operationen mit Regisseur Lucio Fulci sorgte. 

Mit in seiner Hinsicht tadellosen und für einen Genre - Film überraschend edlen Kameraarbeit, sorgte derweil der belgische Kameramann Maxime Alexandre, welcher ebenfalls später die Kamera bei Ajas Werken " The Hills have Eyes " (2006), " Mirrors " (2008) und den von Aja produzierten Filmen " P2 - Schreie im Parkhaus " (2007) und " Maniac " (2012) führte. 

Für den minimalistisch gehaltenen Film - Soundtrack zeichnet der französische Komponist François Eudes verantwortlich. Dieser spielt ganz bewusst mit lauten und leisen Elementen und lässt seinen Score oftmals auch in den Hintergrund treten, um Raum für fast nicht wahrnehmbare Umgebungsgeräusche oder gänzliche Stille zu schaffen.

Die Kameraarbeit und der Soundtrack gehen unter der Regieführung von Aja in " High Tension " also eine geradezu mustergültige Symbiose ein und tragen somit einen wichtigen Teil zu der enorm intensiven Atmosphäre des Films bei.

Was "High Tension " vor allen Dingen aber auch noch ausmacht, ist der überraschende Twist am Ende des Films, mit dem ich mich nur bedingt anfreunden kann und auf welchen ich jetzt nicht weiter eingehen werde, da sonst die komplette Spannung für Leute, welche den Film tatsächlich noch nicht gesehen haben sollten, dahin wäre. Es sei nur so viel gesagt... Wer den Film aufmerksam verfolgt, wobei ein mehrmaliges Ansehen durchaus von Nutzen sein kann, dem werden am Ende doch einige Dinge wesentlich plausibler erscheinen, als bei der Erstsichtung. 

Alles in allem schuf Alexandre Aja ein wahres Meisterwerk, welches an nervenzerreißender Spannung und hemmungsloser Brutalität die meisten Filme dieses Genres ganz klar in den Schatten stellt und die Messlatte für nachfolgende Produktionen in schwindelerregende Höhen gelegt hat. 

 

 

 

 

 

9/10
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Kommentare

24.04.2020 22:12 Uhr - sonyericssohn
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Auch so ne Sache. Beim ersten mal saß ich am Ende da und dachte mir nur: "Hä ?"
Dann aber wars wie ne Offenbarung. Und irgendwann muss ich mir den in edler Form zulegen.

24.04.2020 22:23 Uhr - Kaiser Soze
2x
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Schön verfasstes Review mit vielen Querverweise - mag ich immer sehr gerne! - das gut begründet ist. Gut gemacht!

Der Film ist tatsächlich mein Lieblingsfranzose und begeistert mich immer wieder besonders durch seine konsequente Inszenierung, die Brutalität und die Darsteller.

Philippe Nahon ist ja letztens verstorben. Da habe ich mir mal wieder dessen Filmografie angeschaut und siehe da, tatsächlich ein Star, den man aus diversen, sehr bekannten Werken kennt und das obwohl mir sein Name an sich nichts sagte...

24.04.2020 22:37 Uhr - CHOLLO
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Oh ja, der ist echt verdammt gut. Versuch schon ne Weile mir den Uncut zum moderaten Preis in diversen Online Shops zu besorgen. Schönes Review!!

24.04.2020 22:39 Uhr - TheRealAsh
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Ui, da haust du ja grad einen harten Kracher nach dem anderen raus, auf sehr gekonnte und sympathische Art:-)

Ist grad nicht ganz meine Filmbeute, aber das kommt schon wieder, sehr cool. Bin gespannt, wies weitergeht!

24.04.2020 22:59 Uhr - McGuinness
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@all

Ich möchte euch allen meinen herzlichen Dank aussprechen, dass ihr Zeit und Lust habt, meine Kritiken zu lesen und mir zu antworten... Das freut mich wirklich sehr ☺️

Zum Film selbst gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen, der ist schon ein echtes Juwel am Sternenhimmel und meiner Meinung nach auch eine preislich höhergelegene Anschaffung wert.

Philippe Nahon spielt für mich hier tatsächlich die Rolle seines Lebens und das mit gerade mal einer handvoll Sätzen... Ruhe in Frieden 😔

25.04.2020 01:22 Uhr - Tom Cody
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Sehr gutes Review zu diesem Genre-Highlight.
Intressanter Twist am Ende, obwohl dieser in ein, zwei Szenen einfach nicht funktionieren kann. Egal, beste Unterhaltung der härteren Sorte liefert der Film auf jeden Fall.

Wenn nur das Drehbuch auf eigenem Mist gewachsen wäre.
Es gibt hierzu zwar keine offiziellen Statements von Alexandre Aja oder Dean R. Koontz, aber abgesehen davon, ist jeder, der den Roman gelesen hat, überzeugt davon, dass "High Tension" 1:1 eine Verfilmung (zumindest der ersten Hälfte) von Dean Koontz' "Intensity" ist.
Nachdem die Protagonistin (im Buch) vergeblich versucht hat, die angekettete Freundin aus dem Truck zu befreien, entwickelt sich die Geschichte dann anders weiter, als sie entdeckt, dass der Killer ein weiteres Opfer bei sich im Haus gefangen hält...
Das Buch kann ich wirklich jedem Anhänger von Horror, Thrillern oder Fans des Films empfehlen. "Intensität" trifft in diesem Fall wirklich zu. Unglaublich spannend, mitreißend, ergreifend und ebenfalls teilweise recht drastisch...ich kenne nur wenig vergleichbares (und auch "High Tension" kann da nicht mithalten)!

25.04.2020 09:18 Uhr - McGuinness
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@Tom Cody

Auch dir danke ich sehr für das lesen meiner Review und deinem Lob hierzu ☺️

Das mit dem angesprochenen Twist ist eben halt so eine Sache, mit der ich mich wie gesagt nur bedingt anfreunden kann.
Dieser kommt zwar mehr als überraschend, aber entbehrt teilweise doch einer gewissen Logik.
Trotzdem ist " High Tension " natürlich ein Ausnahmewerk, welches ich mir immer wieder gerne anschauen würde.

Den Roman " Intensity " von Dean Koontz, kenne ich ehrlich gesagt nicht, aber so wie Du es beschreibst, klingt das doch höchst interessant.
Ich persönlich lese ja gerne die Bücher von Richard Laymon.

25.04.2020 12:18 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
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Sehr gute Kritik, die die Stimmung und die Stärken des Films wirklich zutreffend beschreibt - ich habe beim Ansehen des Films im Grunde das selbe empfunden wie das, was Du hier beschreibst und ich verteile - trotz des Endes, das sich mir immer noch nicht hundertprozentig erschließen mag - eine 9/10. Jetzt habe ich Lust, mir den Film mal wieder anzusehen.

25.04.2020 13:30 Uhr - McGuinness
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@Punisher77

Prima, dass wir beide den Film gleich bewerten und ich dich durch meine Rezension dazu bewegen konnte, dass du mal wieder Lust hast dir den Film anzuschauen ☺️

Ich danke dir sehr für Meinung und Lob 😉👍🏻

25.04.2020 16:05 Uhr - The Machinist
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Auch wenn ich persönlich ''Martyrs'' bevorzuge, gehört ''High Tension'' ganz klar zu den besten Beiträgen der Euro-Hardcore-Welle.

Würde mir allgemein wünschen, dass Aja mal wieder was in der Richtung macht. ''Crawl'' mochte ich zwar grundsätzlich, dennoch war mir der fast etwas zu zahm.

Dem oft diskutierten Twist stehe ich selbst etwas zwiegespalten gegenüber. An sich eine geniale Idee, aber nicht ganz zu Ende gedacht. Trotzdem ein sauspannender und übelst krasser Genre-Film. Von mir 8 Punkte.

Und Review ist auch sehr toll.

25.04.2020 17:48 Uhr - McGuinness
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@The Machinist

Auch dir gebührt mein bester Dank, Herr Kollege 😊 für's Lesen und Lob dazu.

" Martyrs " ist für mich ein klarer 10 Punkte Kandidat, wobei ich " High Tension " doch noch lieber mag, da die Spannung einfach nicht zum aushalten ist 🤯

26.04.2020 11:55 Uhr - Lukas
1x
Schöne Kritik, die den Film inkl. des unlogischen Schlusstwists wunderbar beschreibt! Von mir auch 9/10!

27.04.2020 20:03 Uhr - McGuinness
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@Lukas

Danke dir 😊

Freut mich sehr, dass wir den Film gleich bewerten ☺️

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