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Vernetzt - Johnny Mnemonic

Originaltitel: Johnny Mnemonic

Herstellungsland:USA, Kanada (1995)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,45 (49 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Das Jahr 2021: Datennetze umspannen die Kontinente, anarchistische Untergrund-Hacker bekämpfen unerbittlich High-Tech-Mega-konzerne, die ihre Macht brutal durchsetzen wollen. Zwischen den Fronten arbeitet der Kurier Johnny (Keanu Reeves), er schmuggelt mittels Gehirnimplantat Daten. Doch dieses Mal übersteigt der Auftrag seine Speicherkapazität: binnen 48 Stunden muß er die Infos wieder loswerden, sonst explodiert sein Gehirn! Cyberspace-Guerillas und die Yakuza-Killerbrigaden jagen ihn gnadenlos durch die Ghettos, sie wollen an die Daten, sie wollen Johnny - um jeden Preis, auch wenn es seinen Kopf kostet! (Sony Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Im Jahre 2021 ist der Handel mit brisantem Informationsmaterial heiß begehrt. Verschiedene Konzerne sind bereit dafür eine Menge Geld zu zahlen. Doch die auch verbrecherischen Yakuza klinken sich immer wieder in Käufe ein. In eine dieser Transaktionen kommt nun Kurier Johnny ins Spiel. Bei seinem neuen Auftrag aber bekommt er eine viel zu große Datenmenge in seinen Speicher im Kopf geladen. Innerhalb von 2 Tagen müssen diese Daten wieder heruntergeladen werden, da sonst sein Kopf explodiert ! Doch wer soll ihm helfen wenn jeder ihn tot sehen will ? Eine irre Jagd beginnt…

VERNETZT - Johnny Mnemonic

Nach dem wunderbaren 82er SciFi- Film TRON war es schnell wieder ruhig im Cyberspace. Ganze 10 Jahre sollte es dann dauern bis die Stephen King Verfilmung -Der Rasenmähermann- den Inhalt eines Computers buchstäblich zugänglich machte. Es folgte eine ziemliche Menge an Filmen die sich mit der Thematik beschäftigte. Beispielsweise der 1992 erschienene -Nemesis- oder -Cyber Tracker- aus dem Jahre 1994. Dann schlug 1995 die Stunde des Regisseurs Robert Longo, der sich der 1984er Romantrilogie -Neuromancer- annahm und versuchte diese annähernd zu verfilmen. Was sich dahinter verbirgt ? Mal sehen…

Vier Jahre bevor Keanu Reeves in die Matrix eintauchte machte er als Johnny hier seine ersten Schritte im PC bzw. Internet. Was man von den Anzugträger in schwarz erfährt ist weniger als auf eine 3,5" Diskette passt...um beim Thema zu bleiben. Er hat keine Erinnerung an seine Vergangenheit, seit dem aus seinem Kopf zugunsten des Speicherplatzes ein paar Windungen entfernt wurden. Man könnte sagen er ist eine Festplatte auf zwei Beinen. Und diesmal wird sein Speicher extrem überfordert…

...was er zum Teil seinem Auftraggeber Ralfi (wie gewohnt ziemlich "rauschig" Udo Kier) zu verdanken hat. Ein selbstverliebter und aufgeblasener Partyheld der sich gerne selbst und mit Frauen schmückt...samt Leibwächter…

...zu denen auch die rabiate Jane (Dina Meyer) gehören möchte. Aber seit dem sie sich gewisse Dinge hat "einbauen" lassen, ist sie nicht mehr die selbe. 

"Ich kann ungefähr 80 GB in meinem Kopf transportieren."

Respekt, manche schaffen nicht einmal 10 MB…*räusper*...

Auf diese Tatsache einen ganzen Film aufzubauen klingt im ersten Moment recht sportlich. Ob es hilfreich wäre die Romanvorlage zu kennen kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls mutet die leider etwas wirre Story zu Beginn wenig durchdacht, die Einleitung wie ein Holzhammer. Denn nachdem man sich durch eine ewig lange Texttafel im Intro durchgewühlt hat (dort erfährt man wie sich das Leben im Jahre 2021 abspielt), ist man Gast bei Herrn Johnny der mit fahrigen Bewegungen seinen Auftraggeber anruft. Das Gefasel von Konzernen, DopplerSpeicher und Fraktionen mag so gar keinen Sinn ergeben. Die Sprache der Bilder erliegt reiner Hektik und es stellt sich die eine Frage: "Was zum…?" 

So richtig teilhaben an Johnnys Tätigkeit lässt einen Longo anfangs nicht unbedingt. Wie gesagt, die zusammengewürfelten mit Dialogen überfrachteten Bilder lassen dich ratlos dasitzen. Bis so etwas wie ein roter Faden zu erkennen ist dauert es ne gute halbe Stunde, dann aber kann der Zuschauer endlich in die Geschichte eintauchen. 

Langsam nimmt das zu Beginn verzerrte Bild Form an. Der Zuschauer macht Bekanntschaft mit dem Untergrund namens LoTek, deren Anführer von Rapper Ice-T gespielt wird. Lernt einen Arzt (Musiker Henry Rollins) und Heiler kennen, Urgestein Takeshi Kitano und Dolph Lundgren, in einer eher dusseligen Minirolle, dürfen unter anderem auch ran… Trotzdem zieht sich die Hektik durch den gesamten Film und man muss manchmal aufpassen nix zu VERpassen. 

Zwar dürfte die Sache mit den sogenannten schwarzen Zittern (NAS - Nerve Attenuation Syndrome) damals ziemlich aufgesetzt gewirkt haben, so gut funktioniert es allerdings heutzutage. Geht es doch dabei um den exzessiven Umgang mit dem Internet…

Bisserl unverständlich zur heutigen Zeit mag die damalige Freigabe erscheinen. Das rote Siegel prangte auf der Kassette. Und das obwohl man in Sachen Gewalt nix zu sehen bekommt was einem Jugendlichen damals nicht zuzumuten gewesen wäre. Na gut, es werden ein paar Leute erschossen, geköpft oder anderweitig zerteilt. Aber das alles ist so comichaft überzogen und sollte nun wirklich niemanden schockieren. Nicht ohne Grund ist der Film jetzt auch ab 16 freigegeben.

"Johnny...wer ?"

Der größte Knackpunkt an dem ganzen aber ist, daß der Film kaum im Gedächtnis bleibt. So richtige Highlights besitzt das Werk wenn man ehrlich ist nicht. Reeves Spiel ist oftmals viel zu übertrieben, Meyer darf etwas Haut zeigen aber auch das kein Kracher. Kier hätte bestimmt mehr Zeit verdient und Ice-T ist in meinen Augen einfach kein Schauspieler. Auf der anderen Seite sind die Ausflüge in den Cyberspace recht cool und mit den damaligen Möglichkeiten gut umgesetzt. 

Am Ende bleibt ein Werk daß für 90 Minuten irgendwie Spaß macht, aber letztlich mit Ach und Krach über den Durchschnitt geholpert ist. Und wie gesagt….der hält ned lange an.

 

ses

7/10
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Kommentare

28.04.2020 14:04 Uhr - Kaiser Soze
1x
DB-Co-Admin
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Schön verfasstes Review, sehr ausführlich, viele Details und mit der sonicschen Schreibe - ließt sich, wie gewohnt, sehr gut!

"So richtige Highlights besitzt das Werk wenn man ehrlich nicht."
Ja, ich würde halt sagen, der Film ist einfach grottenschlecht; ich hasse dieses Werk, aber Geschmäcker und so^^

28.04.2020 14:10 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Danke für den versteckten Hinweis Herr Kaiser :-D
Nun ja, grottenschlecht klingt jetzt a bisserl brutal, aber man muss den auch wirklich nicht mögen. Ich würde mir den aber auch nie zulegen. Dafür isser einfach zu...komisch.

Danke fürs lesen !

28.04.2020 22:33 Uhr - Horace Pinker
1x
User-Level von Horace Pinker 22
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 10.206
Fand den eigentlich ganz unterhaltsam (wenn auch natürlich kein filmisches Meisterwerk), wäre auch mit 7 Punkten dabei. Als großer Lundgren Fan fand ich den Actionschweden als Killermönch durchaus recht gut und Takeshi Kitano ist ohnehin sowohl als Schauspieler wie auch als Regisseur immer klasse. Auf jeden Fall wieder ein exzellentes und aufschlussreiches Review von dir sony, welches ich gerne gelesen habe.
P.S. Hast du eigentlich den Director's Cut gesehen, ich kenne bisher nämlich nur die Kinofassung.

29.04.2020 08:10 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 21
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 9.042
Vielen Dank Horace !
So kann's gehen. Damals hat mir ein Kumpel ganz aufgeregt von dem hier erzählt wie geil der doch sei. Geliehen...die Freude hielt sich in Grenzen. Nun bei meinem Streaminganbieter wieder gesehen (Kinofassung) und das Ergebnis war das selbe. Johnny und ich werden wohl keine Freunde mehr :-D

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