SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Destroy All Humans · Ein großer Tritt für die Menschheit! · ab 28,99 € bei gameware Daymare: 1998 Black Edition · Blutiges Horror-Gameplay mit Resi 2-Geschmack · ab 37,99 € bei gameware

Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf

(Originaltitel: Buio Omega)
Herstellungsland:Italien (1979)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Beyond the Darkness
Blue Holocaust
Buried Alive
In quella casa... buio omega
Final Darkness, The
Blutiger Wahnsinn
Sado - Stoss das Tor zur Hölle auf
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,86 (66 Stimmen) Details
inhalt:
Frank ist ein junger, glücklicher Mann, er arbeitet als Tierpräparator und lebt zusammen mit seiner Freundin, die er über alles liebt. Doch als seine Verlobte eines Tages plötzlich verstirbt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Der schmerzhafte Verlust führt bei Frank zu krankhaften Verhaltensstörungen und Wahnvorstellungen. Er beschließt, die Liebe seines Lebens aus dem Grab zu holen und für die Ewigkeit zu konservieren. Doch er muss schon bald feststellen, dass dies nur ein mangelhafter Ersatz für seine Gefühle und Triebe ist. So beginnt er, fremde Frauen zu verführen und sie mit brutalen Methoden zu ermorden, in der Hoffnung, seinen Schmerz damit ertränken zu können. So beginnt ein endloser Albtraum, ein Blutbad eines unaufhaltsamen Psychopathen.
eine kritik von chollo:

1980 lieferte Aristide Massaccesi, besser bekannt als Joe D'amato, mit "Antropophagus" bzw. "Man -Eater - Der Menschenfresser" sein Husarenstück ab. Besser gesagt er veröffentlichte jenen Film, von dessen Ruf er über Jahrzehnte leben konnte. Mal abgesehen davon das besagter Menschenfresser diesem Ruf als verwerfliches Stück Zelluloid in keinster Weise gerecht wird und wohl auch nie wurde, war es zu diesem Zeitpunkt erst ein Jahr her dass er ein mindestens gleichwertig berüchtigtes Machwerk vorlegte. "Sado- Stoß das Tor zur Hölle auf" oder "Buio Omega". Sätze wie "Der Schrecklichste Film unserer Zeit" (diverse DVD/ VHS/ Blu- ray- Cover) oder "Ein Film der in Sadismus und Zynismus kaum zu übertreffen ist" (Lexikon des internationalen Films) befeuerten den Hype um diesen Film noch zusätzlich.

Frank Wyler, seines Zeichens Milchgesicht und reiches Bübchen, muss mit anschauen wie seine große Liebe Anna das Zeitliche segnet. Schwer getroffen von dem Schicksalsschlag entwendet er die Leiche vom Friedhof um sie nach seinen Bedürfnissen zu modifizieren. Sein Hobby als Tierpräparator und die Hilfe seiner nicht minder gestörten Haushälterin kommen ihm dabei sehr zugute. Leider begnügt sich der Gute nicht auf Dauer damit seine Exfrau in Form eines Kuscheltiers neben sich liegen zu haben, sodass er alsbald weitere unschuldige Damen entführt um ihrer habhaft zu werden und seinen grausamen Trieben zu frönen.

Die Story von D'amato's Geschichte passt natürlich auch dieses Mal wieder auf einen Bierdeckel, im Gegensatz zu seinen Folgewerken muss man diese aber trotzdem schon als mindestens solide betrachten die sogar mit einigen wenigen Spannungskurven aufwarten kann. D'amato bediente sich natürlich allzu offensichtlich bei Klassikern wie "Psycho", muss aber wohl auch zu einem geringen Anteil später erschienenen Klassikern wie "Maniac" Pate gestanden haben. Vor allem bei Szenen wie der Zerteilung der bedauernswerten Tramperin im Badezimmer oder eine bei der der gute Frank beim Joggen einem weiteren Opfer auflauert, weckt die Atmosphäre beziehungsweise die damit unterlegte Musik mehr als nur Erinnerungen an William Lustig's Output und ähnlich gelungene Vertreter. An diese beiden Meilensteine, die ich richtig gehört in einem Atemzug nennen würde, kommt er aber selbstverständlich zu keinem Zeitpunkt heran. Aber es ist vor allem für Joe D'amato- Verhältnisse aller ehrenwert, das er sich zumindest Mühe gibt mit ambitionierten Kamerawinkeln und ähnlichen Kniffen den Zuschauer bei Laune zu halten.

Freilich kann der Vielfilmer aber nicht über seinen Schatten springen und Szenen wie die Säugungs- Szene, um die Abhängigkeit zu seiner nicht minder gestörten Haushälterin zu verdeutlichen, wirken dermaßen plump das es beinahe schon Weh tut. Das hölzerne, ja beinahe dilettantische  Spiel seiner Akteure macht diesen Umstand nicht besser. Einzig Cinzia Monreale ( "Über dem Jenseits" ; "Plattfuß am Nil") als Iris weiß durch ihre Physiognomie und den knapp an Overacting kratzenden Habitus tatsächlich stellenweise zu überzeugen, und etwas morbide Stimmung unterzubringen.

Auch Gewalttechnisch bekommt man D'amato's Ruf gemäß wieder ordentlich was geboten. Bereits erwähnte Zerstückelungs- Szene, die Autopsie der Freundin und der Kampf am Ende zwischen Frank und seiner Iris können als Höhepunkte der Grausamkeiten gesehen werden, und wissen Dank der gelungenen Umsetzung auch heute noch zu überzeugen. Ob jenes die mittlerweile seit 33 Jahren bestehende Beschlagnahme rechtfertigt steht aber auf einem anderen Blatt geschrieben. Vor allem da der ehemalige Mithäftling "Maniac", der sich in ungefähr in gleichen Sphären bewegt was die Härte angeht, mittlerweile auch wieder entlassen wurde.

Ich persönlich betrachte "Sado" als den bisher besten Eintrag aus Joe D'amato's Schaffensphase. Auch wenn man nicht auf seinem Allerwertesten vor Spannung hin und her balanciert, darf doch von annehmbarer bis guter Unterhaltung gesprochen werden. Vorausgesetzt man ist dem Genre nicht abgeneigt und kann auch ein bisschen was an Blut und Gekröse verkraften.

 

 

 

 

6/10
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews

Kommentare

01.05.2020 12:20 Uhr - sonyericssohn
2x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 19
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 7.905
Hihi...was hab ich bei dem gelacht ! Ich kann den einfach nicht ernstnehmen. Der Hauptdarsteller hat mich immer an Klaus Kinskis Sohn erinnert :-D Spannung kaum vorhanden und die Effekte...naja.

Gute Arbeit Kollege....der Film eher ned...

01.05.2020 12:23 Uhr - Punisher77
2x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.395
Das Wichtigste zuerst: Tolle Kritik, die dem Leser einen runden Eindruck von D´ Amatos Streifen verschafft. Daumen hoch!

Zum Film:
Meine erste (und einzige) Sichtung ist schon Jahrzehnte her und fand in der Zeit statt, als ich mich langsam an die Welt des modernen Horrorfilms herantastete und z.B. reihenweise "Nightmare"-, "Halloween" - und "Freitag, Der 13."-Teile aus der Videothek auslieh; im Kino liefen Filme wie "Scream" und "Ich Weiß, Was Du Letzten Sommer getan Hast".

Und dann erschien die "Schwarze Serie" von "Astro" in den Videotheken, mit Filmen wie "Geisterstadt Der Zombies", "Ein Zombie Hing Am Glockenseil", "Cannibal Holocaust" und eben "Sado - Stoß´ Das Tor Zur Hölle Auf". Viele dieser Filme haben sich mir erst später - mit wachsender Erfahrung im italienischen Genrekino - erschlossen, weshalb mich (auch aufgrund Deines Reviews) schon ein wenig interessieren würde, wie er heute auf mich wirken würde.

Aber die Erinnerung, die ich an "Sado", bzw. "Buio Omega" habe, erinnert mich an hölzerne Schauspieler, wenig Spannung und Atmosphäre usw., weshalb ich das Portemonnaie auf Filmbörsen trotzdem immer stecken lasse, wenn ich den Film in der Hand habe.

Ich frage mich, ob D´ Amato auch nur einen wirklich guten Film gedreht hat. "Man Eater" hat von mir, glaub´´ ich, `ne 6/10 bekommen, "Absurd" finde ich äußerst mittelmäßig, "Sado" würde ich aus der Erinnerung heraus noch schlechter einstufen, und "In Der Gewalt Der Zombies" ist einer der schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe. Das ist genug D´ Amato für mich und irgendwie gibt es nichts, was mich dazu bringen könnte, mir Filme mit Titeln wie "Sklavenmarkt Der Weißen Mädchen", "Orgasmo Nero" oder "Porno Holocaust" anzusehen.

D´Amato hat aber einige gute Jobs als Kameramann gemacht, wie z.B. in "What Have You Done To Solange", "Schwarze Messe Der Dämonen" oder "Mean Frank And Crazy Tony", die ich seinen Filmen als Regisseur definitiv vorziehe.

Wie gesagt - D´ Amatos Werk ist nicht so meins...Dein Review dagegen schon!

01.05.2020 14:22 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.624
Plausible Besprechung. Ist aber auch leicht gesagt, zumal wir wertungsmäßig gleichauf liegen. Ohne "Goblin" und Fingernägel blieben dem Film wohl nur um Schockwirkung bemühte Nekrophilieansätze, welche jemand wie Buttgereit einfach besser verwursten kann. Finde ihn OK, so wie er ist.

01.05.2020 14:24 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 10
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.343
Haha, grad grast du ja wirklich viele Klassiker ab, danke hierfür! Mit dem "besten" von D'Amato hast du hier wohl schon recht, er ist auf jeden Fall der ambitionierteste, ich ziehe hier immer auch den Vergleich zu Buttgereits Nekromantik, auch wenn das wohl nicht ganz passt, aber einen gewissen Anspruch hat D'Amato hier schon. Ich persönlich würde wertungstechnisch mitgehen, mit der Gewissheit, dass eine reguläre Wertung hier kaum möglich ist, das sind einfach völlig andere und besondere Filme. Ich schätze "Absurd" und "Anthropophagus" ja auch und finde sie immer wieder faszinierend:-)

01.05.2020 20:01 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.055
Hey ihr Lieben :) vielen Dank für die positiven und ausführlichen Rückmeldungen :))

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)