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Judgment Night - Zum Töten verurteilt

(Originaltitel: Judgment Night)
Herstellungsland:USA, Japan (1993)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Cuba Libre - La Notte del Giudizio
Judgment Night... Zum Töten verurteilt!
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,01 (30 Stimmen) Details
inhalt:
Eigentlich wollten Frank und seine drei Freunde nur gemeinsam zu einem Boxkampf fahren. Doch eine vermeintliche Abkürzung führt sie direkt in das finsterste Viertel der Stadt. Auf der Suche nach dem richtigen Weg beobachten sie, wie der Drogenboss Fallon einen seiner Dealer kaltblütig hinrichtet. Für die vier Freunde beginnt eine mörderische Hetzjagd durch die gefährlichen Straßen und Gassen von Fallons Viertel, denn die Devise des Gangsters lautet: "Keine Zeugen".
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                              JUDGMENT NIGHT - ZUM TÖTEN VERURTEILT

Der britisch-australische Regisseur Stephen Hopkins machte sich zu Beginn seiner filmischen Laufbahn einen Namen im phantastischen Kino. So arbeitete zuerst als Second Unit-Regisseur für den Fantasy-Klassiker Highlander – Es Kann Nur Einen Geben (1986), inszenierte anschließend das Slashermovie Dangerous Game (1987), ehe er sich einen Namen mit zwei Horror – bzw. Science-Fiction-Sequels machte: A Nightmare On Elm Street V – Das Trauma (1989) und Predator 2 (1990). Der Actionfilm Judgement Night – Zum Töten Verurteilt (1993) ist sein erster, in Realität und Gegenwart angesiedelter Film. Mit einem Budget von 21 Millionen Dollar jagte Hopkins – nach einer Drehbuchvorlage von Lewis Click (Bulletproof, 1996) und Jere Cunningham, unterstützt von Kameramann Peter Levy (Predator 2, 1990) und zur Musik von Alan Silvestri (Delta Force, 1986) – seine Hauptdarsteller Emilio Estevez (Young Guns – Sie Fürchten Weder Tod Noch Teufel, 1988), Cuba Gooding jr. (Jerry Maguire – Spiel Des Lebens, 1996), Denis Leary (Demolition Man, 1993), Stephen Dorff (Blade, 1998) und Jeremy Piven (Entourage, 2004-2011) durch eine mörderische Nacht.

Familienvater Frank Wyatt (Emilio Estevez), sein impulsiver Bruder John (Stephen Dorff) und deren Freunde Mike Peterson (Cuba Gooding jr.) und Ray Cochran (Jeremy Piven) wollen in einem Luxus-Wohnmobil zu einem Boxkampf fahren. Um den Stau auf dem Highway zu umgehen, nimmt Ray eine vermeintliche Abkürzung, die das Quartett durch eine der finstersten Gegenden der Stadt führt. Ein schwerer Fehler, denn die Freunde werden Zeuge, wie Fallon (Denis Leary), der Anführer einer Gang, einen Mord begeht. Frank, John, Mike und Ray ergreifen die Flucht, da Fallon und Co. keine Zeugen gebrauchen können …

Obwohl Judgement Night – Zum Töten Verurteilt wegen seines Soundtracks, auf dem Künstler aus den Musikgenres Rock/Metal und Rap (z.B. Slayer & Ice-T, Pearl Jam & Cypress Hill und Biohazard & Onyx) zusammenarbeiteten, eine Menge zusätzliche Publicity bekam, konnte er sich an den amerikanischen Kinokassen nicht durchsetzen (Einspielergebnis: ca. 12 Millionen Dollar), so dass er in Deutschland direkt in die Videotheken kam, was viele Filmfans als schlechtes Zeichen werten und solche Filme links liegen lassen. Ein Fehler, den ich seinerzeit auch gemacht habe, weshalb ich Judgment Night – Zum Töten Verurteilt erstmals anlässlich seiner Veröffentlichung auf DVD & Blu Ray gesehen habe und mich hinterher geärgert habe, dass ich nicht schon damals zugegriffen habe.

Denn Stephen Hopkins hat mit Judgment Night – Zum Töten Verurteilt bewiesen, dass er auch in der Lage ist, einen abendfüllenden und äußerst spannenden Actionthriller zu inszenieren, der den Zuschauer bis zur letzten Minute fesselt. Der Einfall, mehrere Leute außerhalb ihres gewohntem Umfelds durch eine unbekannte, heruntergekommene und gefährliche Gegend zu hetzen ist zwar nicht neu (Schon 1979 mussten z.B. Die Warriors eine mörderische Rückreise in ihr Viertel auf sich nehmen), dürfte aber von jedem nachvollzogen werden können, der schon mal gezwungen war, nachts durch eine dunkle Straße oder eine Unterführung zu laufen. Und so kann sich schon ein ungutes Gefühl einstellen, wenn die Luxuskarosse vom sicheren Highway abbiegt und die Straßen immer dunkler und dreckiger werden. Das (für den Zuschauer, der im sicheren Fernsehsessel/sofa sitzt, wohlige) ungute Gefühl steigert sich noch, wenn man sieht, wer an Bord des Wohnmobils ist: so ist das Quartett generell eine Spur zu übermütig (In so `ner Gegend würde ich mich schon etwas gesitteter tun als unsere Amigos das tun…) und John ist ein Hitzkopf dem gern mal die Faust ausrutscht. Und wenn die Gang-Hinrichtung stattgefunden hat, wird Judgment Night – Zum Töten Verurteilt zu einer einzigen Verfolgungsjagd, mit nur wenigen Pausen zum Luftholen. Zwar kann Hopkins hier nicht mit aufwändigen Schießereien und Pyroeffekten aufwarten wie in dem teureren Predator 2, doch dafür hetzt er die vier Freunde von einer gefährlichen, bzw. hoffnungslose Situation in die andere, ohne locker zu lassen, bzw. eine allzu große Atempause einzubauen. So gibt es haarsträubende Situationen auf einer Leiter über einem Abgrund oder in der Kanalisation ...und so ganz ohne Schusswaffengebrauch geht es dann doch nicht. Außerdem bezieht der Film seine Spannung und seinen Reiz auch da aus, das Verhalten seiner Figuren unter extremem Stress und Angst auszuloten.

Diese Figuren werden von fünf überzeugenden Darstellern gespielt. Obwohl Emilio Estevez und Cuba Gooding jr. Ihre Sache gut machen, werden sie etwas von Stephen Dorff, Jeremy Piven und Denis Leary übertroffen. Dorff nimmt man den Rüpel, den er zu Beginn des Films gibt, hundertprozentig ab und auch Piven überzeugt in der Rolle des angeberischen Möchtegern-Geschäftsmanns. Auf der Gegenseite brilliert Denis Leary als kaltblütiger Gangführer. Der Rest der Besetzung agiert ordentlich bis zweckmäßig.

Außerdem ist es den Judgment Night-Machern sogar gelungen, etwas Sozialkritik in den Film einzufügen. Die Gruppe um Frank Wyatt mag zwar nicht reich sein, stammt aber aus besseren Verhältnissen als die Bewohner des Viertels, durch das sie sich schlagen müssen. So prangert der Streifen das überhebliche, arrogante Verhalten des Quartetts an, wenn sie z.B. ein paar Obdachlosen einen Streich spielen. Und später wundern sie sich, dass ihnen die verängstigten Bewohner die Tür vor der Nase zuhauen, als Frank und Co. Um Hilfe bitten … als würden er und seine Freunde sich anders verhalten würden. Hier sind sie die Eindringlinge. Diesen Aspekt sollte man vielleicht nicht überbewerten, aber trotzdem hebt er Judgment Night – Zum Töten Verurteilt positiv von vielen Direct-to-Video-Streifen ab, da man das Gefühl bekommt, dass man sich hier mehr gedacht hat als „nur“ einen spannenden, unterhaltsamen Film zu drehen.

Auch wenn Judgment Night – Zum Töten Verurteilt jetzt vielleicht kein (Action-)Filmklassiker ist, so bleibt er unterm Strich ein spannender, weit überdurchschnittlicher Actionthriller mit guten Darstellern in einer mörderischen Situation vor beklemmender Kulisse. Genrefans sollten hier ruhig mal ein Auge riskieren.

8/10
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Kommentare

06.05.2020 18:39 Uhr - Ghostfacelooker
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Ein super Film der sich seit meiner Teenagerzeit immer genau wie der Soundtrack mal wieder in meinem Player einfindet. Gelungenes Review

06.05.2020 19:44 Uhr - Mynan
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Da schließe ich mich gerne an. Sehr schöne Review zu einem Film, dessen letzte Sichtung bei mir schon ein paar Jahre zurückliegt und dem ich auch mindestens 8 Punkte geben würde. Ich glaube, der ist mir erstmals vor vielen Jahren in einer Nachtwiederholung auf (ich schäme mich, das zu sagen) RTL II unter die Augen gekommen und hat mich damals schwer beeindruckt. Ich muss den unbedingt mal wieder sehen. Danke für's Erinnern :-)

06.05.2020 22:11 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure netten Rückmeldungen.

@Mynan:
Manchmal hat auch RTL II gute Sachen im Programm - ohne den Sender hätte ich z.B. nie "24" oder "Battlestar Galactica" gesehen, die zu meinen Lieblingsserien zählen.

06.05.2020 22:42 Uhr - Charlie Bronson
2x
Schönes Review von meinem Lieblingsfilm! Mit 14 Jahren oder so nachts auf Pro 7 gesehen und jede Minute gefiebert und gefeiert. Spannend, top besetzt und mega Atmosphäre, den Soundtrack natürlich auch nicht zu vergessen. Crossover aus Rap und Rock gab es sicher auch schon vorher, aber als Filmmusik solche Combos wie Ice T & Biohazard usw aus dem Boden zu stampfen war schon genial, gerade weil aus beiden Genres ernstzunehmende Künstler gefragt wurden und nicht irgendwelche Hansel. Mein Lieblingslied war aber eins der ruhigeren Sorte, "Fallin" von De La Soul & Teenage Fanclub, gibt auch ein Musik Video dazu. Aber zurück zum Film, ich bringe Cuba Gooding eigentlich fast nur mit diesem Streifen in Verbindung, der junge Stephan Dorff auch sympathisch, Jeremy Piven überzeugt auch, Denis Leary als Bösewicht auch genial. Und Emilio Estevez war immer mein Lieblingsschauspieler, hatte alle Filme schön aufgenommen auf VHS, sei es Young Guns, Loaded Weapon, Mighty Ducks oder auch nicht so bekannte Werke. Wen man in der Rezension noch erwähnen kann (aber nicht muss) ist Peter Greene, der einen der Schurken spielt. Dem nimmt man den blassen Psychopathen gerne ab, man kennt vielleicht auch noch Zed aus Pulp Fiction. Gibt wenig Typen denen ich nachts ungerner begegnen würde als den Rollen von Peter Greene. (Der echte Peter Greene hat/hatte auch tatsächlich ein bewegtes Leben was Drogenmissbrauch etc angeht. Und gehört zu denen, bei denen Regisseure das gerne ausgenutzt haben wenn er high genug war um crazy-bedrohlich rüberzukommen - aber nicht so high, dass er die Szene verkackt).

07.05.2020 06:25 Uhr - CheesyAK47
1x
Mir gehts genau wie meinem Vorredner. Absoluter Klassiker und Lieblingsfilm für mich! Sehr flüssig geschriebene Review, kompakt und informativ, klasse! Ich geb dem Film mit Nostalgiebonus 9/10 und suche mir gleich den Soundtrack raus......

07.05.2020 16:47 Uhr - Punisher77
1x
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Vielen Dank für Eure lobenden Worte!
Ja, der Film hat in der Tat was und ich kann gut verstehen, dass der Streifen unter Filmfans wie Euch, die mit ihm aufgewachsen sind, einen so hohen Stellenwert hat. Bei mir hat es mit der Entdeckung des Films ja leider etwas gedauert.

08.05.2020 01:03 Uhr - Charlie Bronson
1x
Ist doch super, etwas spät noch zu entdecken. Geht doch nichts über die erste Sichtung eines guten Films. Bei mir ist es dafür so, dass ich ihn ewig nicht gesehen habe (wie auch Trespass, den ich immer seelenverwandt zu Judgment Night empfand) und dass der Nostalgiebonus wie es hier gerade jemand formuliert hat natürlich auch ne riesengroße Rolle spielt. In den 80ern und 90ern war ich ein Kind und auch wenn ich mir viele meiner Lieblingsfilme von damals mittlerweile neu besorgt habe, muss ich gestehen dass ich mir einige davon noch kein neues Mal angesehen habe. Einerseits weil mir die Zeit fehlt. Und andererseits weil ich "Angst" habe dass sie heute nicht mehr den Zauber von damals haben.

08.05.2020 11:19 Uhr - Punisher77
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Vor dem, was Du in dem letzten Satz geschrieben hast, habe ich auch im Grunde ein wenig "Angst". Es ist mir bisher aber nur relativ selten passiert, dass ich Filme, die ich damals geliebt habe, heute nicht mehr (so) mag.

09.05.2020 12:42 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Sehr schöne Kritik wieder, Mr. Castle!
Mir ist der Film bekanntermaßen sogar ein Pünktchen mehr wert, doch sind wir im Großen und Ganzen ja einer Meinung, was die Qualitäten von "Judgment Night" angeht.

09.05.2020 13:02 Uhr - Punisher77
1x
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Vielen Dank für Deinen netten Kommentar, NoCutsPlease.
Habe Dein Review zum Film neulich auch gelesen - superb!

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