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Hellraiser - Das Tor zur Hölle

(Originaltitel: Hellraiser)
Herstellungsland:Großbritannien (1987)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Clive Barker's Hellraiser
Hellraiser I
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,11 (237 Stimmen) Details
inhalt:
Frank kauft einen mysteriösen Würfel, der das Tor zu einer anderen Dimension öffnen soll. Dort leben die Zenobiten, die Frank gefangen nehmen und grausam töten. Um sich wieder zu materialisieren und den Zenobiten zu entkommen, braucht Frank menschliches Blut und zwar in rauen Mengen.
eine kritik von dicker hund:

Clive Barkers "Hellraiser" gilt als eine der bedeutendsten Referenzen des Okkulthorrors. Immerhin brachte es der Titel auf neun Fortsetzungen. Seine phänomenalen Masken setzten Maßstäbe für das Subgenre und machten den hier noch "Lead Cenobite" heißenden "Pinhead" zu einer Ok-Kult-Figur, deren Name neben Ikonen wie "Chucky" oder "Jason Voorhees" einen angestammten, vielzitierten Platz eingenommen hat. Eine warme Empfehlung kam bis 2013 von der BPjM, inzwischen hat die FSK ihren blauen Werbebanner aufgespannt.

Die obige Inhaltsangabe trifft es nicht ganz. Es gibt vier wesentliche Figuren, die die Handlung prägen. Als erstes lernt man ein Paar kennen, das eine zerrüttete Ehe führt. Julia ist ein hochnäsiges Miststück vor dem Herrn, das sich wie eine reifeverzögerte Teenagerin allenfalls von bösen Buben beeindrucken lässt. Claire Higgins zeigt in dieser Rolle Mut zur Hässlichkeit, indem sie mit ihren 32 Jahren locker für eine 45jährige gehalten werden kann. Offensichtlich ist sie völlig verbraucht von der Langeweile, die ihr mimosiger Gemahl Larry (Andrew Robinson, "City Cobra", "Chucky 3") ausstrahlt.

"Keine Ahnung. Ich habe nicht nachgesehen. Du weißt ja: Ich und Blut."

Sein Bruder Frank (Sean Chapman mit freundlicher Unterstützung von Oliver Smith) ist da weit weniger zimperlich.

"Das Blut hat mich so weit gebracht. Ich brauche mehr."

Kein Wunder, dass Kirsty (Ashley Laurence) die Stiefmutter meidet, die sich von so einem Kerl angezogen fühlt. Die Konstellation der defekten Familie erweist sich als dramaturgisch fruchtbarer Nährboden für die zunehmend unbehagliche Stimmung, weil die labilen Figuren nachvollziehbar anfällig sind für teuflische Versuchungen und Täuschungen. Ob in dem Miteinander der beiden Trauscheininhaber eine Satire liegt, wie der Kollege "Punisher" in seinem Review mit hörbaren Argumenten ausführt, soll vorliegend dahinstehen. Jedenfalls sorgt das konfliktreiche Gegeneinander zumindest vordergründig nicht für Humor (1/10), sondern für eine angewiderte Grundhaltung, die den Zuschauer für das Folgende empfänglich macht.

Die bedrohliche Atmosphäre setzt das Nervenkostüm nämlich zunehmend unter Druck, indem etwa durch insektenverseuchte oder sonst ungepflegt wirkende Zustände eine satte Portion Ekel erzeugt wird. Abscheulich anzusehende Mutationen und bedrohliche Alpträume tun ihr Übriges (Horror 7/10). Sie sind begleitet von Creature- und Goreeffekten, die zumeist in exquisiter Handarbeit gefertigt sind. Einige in hoffnungslos veralteter Optik sprühende CGI-Funken und ein etwas albern wirkendes Skelett-Wesen im Epilog bestätigen als Ausnahmen die Regel. Der berüchtigte Zauberwürfel strahlt zum Beispiel in seinem zeitlos hypnotischen Glanz. Das Grauen eskaliert alsbald in ein par sleazig dargestellten Hammermorden, die an ausgewählten Stellen die Gewaltfahne (6/10) hochhalten, allerdings nicht jeden zeigenswerten Vorgang onscreen bringen. Das ist bei einem Werk, das einschließlich einer schmierigen Sexszene (4/10) stark auf konfrontierende Körperlichkeit setzt, ein wenig inkonsequent.

Über jeden Zweifel erhaben sind dagegen die ambitionierte Kameraarbeit und der exzellente Score. Erstere kreiert mit ihren würdevollen Fahrten aus einfachen Umgebungen höllenmalerische Seherlebnisse; zweiterer erklingt in einer erhabenen Größe, die das schmale Budget gewissermaßen übertönt. Erst hierdurch hält sich der Unterhaltungswert dieser großen Filmperle (8/10 Punkten) konstant. Der erste "Hellraiser" mag nicht perfekt sein, beachtlich ist er aber in jedem Fall. 

8/10
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Kommentare

21.06.2020 13:19 Uhr - The Machinist
2x
User-Level von The Machinist 7
Erfahrungspunkte von The Machinist 685
Sehr schön. Bei mir kommt ''Hellraiser'' zwar auf 9 Punkte, trotzdem stimmt alles was du in deiner Kritik schreibst. Mich würde es jedenfalls brennend interessieren wie ein moderner ''The Hellbound Heart'' aussehen würde, aber darüber wird man die nächsten Jahre wahrscheinlich wieder nur in Ungewissheit lesen.

Und ich schätze dein Werk wird nur der Startschuss einer ganzen Review-Reihe sein. Oder?

21.06.2020 13:54 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.698
Danke, Herr Machinist!

Den acht hierzulande erschienenen Fortsetzungen bis "Revelations" werde ich mich tatsächlich auch noch widmen, dem bisher US-exklusiven "Judgment" aber nicht.

21.06.2020 14:28 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 7
Erfahrungspunkte von The Machinist 685
Sehr gut, dann hab ich ja richtig geraten.

PS.: ''Judgment'' war in meinen Augen tatsächlich besser als viele seiner Vorgänger, aber trotzdem weit entfernt von gut.

21.06.2020 17:02 Uhr - Cabal666
2x
User-Level von Cabal666 6
Erfahrungspunkte von Cabal666 572
Würdige Kritik zu diesem Klassiker und dem Auftakt meines Lieblings-Horrorfranchise! Schön geschrieben, dicker Hund! :)
Freue mich auf deine kommenden Reviews zu den Nachfolgern. Sobald ich "Judgment" gesehen habe, werde ich mich der Reihe definitiv auch noch widmen.

21.06.2020 21:26 Uhr - McGuinness
3x
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Erfahrungspunkte von McGuinness 239
Für mich zusammen mit dem ersten Teil der " Nightmare on Elm - Street " - Reihe so ziemlich der beste Horrorfilm überhaupt... Auch heute noch 😉

Schöne Vorstellung jedenfalls, auch wenn ich hier noch 2 Punkte mehr vergeben würde 😁

22.06.2020 09:33 Uhr - Draven273
3x
Hellraiser, auch wenn es schon länger her ist, bleibt er mir doch immer wieder gut im Gedächtnis. Und genießt auch meiner Meinung nach völlig zurecht seinen Status in der Fangemeinde. 8 Punkte würde ich dem auch noch geben, auch durchaus ein wenig aus Nostalgie, was aber nicht negativ bewertet werden soll. Ich bin ehrlich, im Gegensatz zu den meisten anderen hier, habe ich tatsächlich nach dem 5. Teil das Handtuch geworfen. Man darf mich aber gerne per PM informieren ob sich da doch der eine oder andere lohnt. dicker Hund, auf jeden Fall eine schön geschriebene Review und ich freue mich auch schon darauf, wenn Du dir die anderen Teile vornimmst.

24.06.2020 21:48 Uhr - cecil b
1x
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Erfahrungspunkte von cecil b 6.136
Hellraiser wird für mich um so besser, um so älter ich werde. Die Effekte kommen da aber nicht wirklich immer ganz mit, bei diesem Eindruck.

Trotzdem, ein echter Klassiker.
.
Die Review: " Eine warme Empfehlung kam bis 2013 von der BPjM, .." ist wie immer schön zu lesen, und bringt wesentliches auf den Punkt: "Der erste "Hellraiser" mag nicht perfekt sein, beachtlich ist er aber in jedem Fall. "

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