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Deliler - Sieben für die Gerechtigkeit

(Originaltitel: Deliler Fatih'in Fermani)
Herstellungsland:Türkei (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krieg, Historie
Bewertung unserer Besucher:
Note: - (0 Stimmen) Details
inhalt:
Im 15. Jahrhundert wird Vlad Tepes vom großen Eroberer Fatih Sultan Mehmet höchstpersönlich als Kommandant in Eflak bestimmt. In den ersten Jahren ist Vlad dem Osmanischen Reich treu, doch schon bald wird er abtrünnig und entpuppt sich als Tyrann, der unter dem Volk Angst und Schrecken verbreitet, und willkürlich richtet und hinrichtet. Fatih Sultan Mehmet kann das nicht dulden – für ihn ist der Schutz seiner Untertanen, unabhängig von Religion oder Nationalität, Ehrensache. Er schickt einen Abgesandten mit einer Warnung. Aber als der Bote mit seinem auf den Kopf genagelten Turban zurückgeschickt wird, ist die Geduld des Sultans zu Ende. Es ist Zeit, den Bosheiten von Vlad ein Ende zu bereiten. Fatih Sultan beauftragt den Krieger Baba Sultan, um Vlad zu entmachten. Baba Sultan sucht sich sieben heldenhafte Kämpfer aus der gefürchteten Riege der “Deliler – Den Wahnsinnigen” aus und schickt diese zusammen mit seinem Vertrauten Kuman nach Targovishte, dem von Vlad Tepes' beherrschten Territorium. Die „Deliler“ sind fest entschlossen, sich für alle Unschuldigen zu rächen, die unter der Tyrannei leiden mussten. Sie kämpfen sich den Weg bis Vlad frei, und am Ende des Weges wartet die Armee des Tyrannen, um den Kampf anzunehmen...
eine kritik von ghostfacelooker:

Die für meinen Geschmack ein wenig zu aufgeblasene osmanisch, türkische Inszenierung, ist mit manch amerikanisch patriotischer Überheblichkeit gleichzusetzen, vor allem wenn man den osmanisch christlichen Konflikt um 1452 und die folgenden Jahre betrachten will, in denen sich nur wenige, unter ihnen Vlad III. Draculea, den Osmanen widersetzten.

Dabei darf man auch nicht vergessen, daß der Pfähler, wie der Fürst der Walachei genannt wird, ausschließlich von der Verteidigung seines Territorium einerseits, und subtile Rache durch die Gefangenschaft des Vaters Mehmed II, Sultan Murad II, getrieben war.

Ob nun Vlad schlimmer als Mehmed war, nur weil dieser seine Feinde zur Abschreckung der osmanischen Truppen zu pfählen und foltern pflegte, oder ihnen die Nasen als Trophäen abschnitt und sie ihm zusandte, während der Andere Mehmed, um seine Macht zu festigen nicht nur ebensolch psychologische Kriegsführung beim Gegner bekannt war sondern auch offiziell den Brudermord billigte, möge jeder für sein Empfinden entscheiden.

Feststeht, daß wie in jeder Verfilmung über ihn, sich Fiktion mit Realität und durch Legenden forcierte Grausamkeiten immer die Waage halten werden.

Erkan Petekkaya, als Vlad Tepes, ist einer der sympathischen Darsteller des Fürsten der Dunkelheit, hat er doch hier zumindest jene sarkastischen Hang zum Zynismus, welcher ihn in seinen Gräueltaten nachgesagt wird.

Ein schönes Beispiel, welches auch historisch fundiert ist, je nachdem welche Quelle man dazu heranführt, ist die Szene in dem er den osmanischen Botschafter beschwichtigend versichert, daß dieser sich nie wieder von seinem Turban trennen müsse, bevor er zum Beweis dazu selbigen an dessen Kopf nagelt.

Die sieben für die Gerechtigkeit auf der vermeintlichen Seite des Guten, die auch manchmal Acht oder Neun werden, sind Gekurt (Cem Uçan),), Suskun (Batın Uçan), , Mübariz (Namık Rüstem Khanlı), Kongar (Mehmet Ali Karakuş), Aşgar (İsmail Filiz), Adsız (Baran Öztürk) und Kuman (Kamil Güler) Çebi (Mehmet Pala).

Eine visuelle Selbstbeweihräucherung einer vermeintlichen Elitetruppe also, wie sie inszenatorisch auch von Amerika stammen hätte können, nur daß die Jungs und Mädels in Hollywood dies eben nun mal deutlich besser inszenieren können-, denn selten hat man bei deren Genrebeiträgen ein derart dickflüssiges Eigenlob in Dialogen und Off-Kommentaren zu ertragen-, und falls dem doch so wäre, hat man wenigstens den Anstand gegenüber dem geneigten Zuschauer, dies durch mehr Tote, Blut, und Schlachten zu kaschieren, oder wie bei Costner´s Robin, einen verrückten Antagonisten zu präsentieren.

Mehr gibt es nicht über sie zu sagen, denn keiner der Löwen, auf welche auch in Rambo 3 angespielt wird, sticht durch Sympathie oder etwaige Fähigkeiten deutlicher, als die anderen hervor oder wäre für die Handlung unersetzbar.

Bis auf den blutigen Schluß, welcher sich durchaus mit Werken wie Braveheart und King Arthur im Kontext derer Schlachten messen lassen kann, verkommt der Film durch seine Langatmigkeit in der Erzählung und der immer wieder stolzgeschwengerten Prosa, als direktes Loblied auf seine Protagonistin und dem Osmanischen Reich selbst mehr zu einem Märchen aus 1001 Nacht für Erwachsene.

Und so möchte ich für meinen Teil behaupten bleibt diese trotz der gewollt bombastisch zu nennende Verfilmung, die sich zumindest der Regisseur, Osman Kaya einbildetet, jene, bis zu ihrem blutigen Showdown, welcher dann tatsächlich auch von mir so beschrieben werden würde, weit hinter den vom Trailer hervorgerufenen Erwartungen zurück.

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