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Parasite - Finde den Eindringling!

(Originaltitel: Gisaengchung)
Herstellungsland:Südkorea (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,22 (26 Stimmen) Details
inhalt:
Kim Gi-taek ist ein liebevoller Familienvater und eigentlich glücklich mit dem was er hat. Ausser einen Job. Diese Tatsache lässt ihn und seine Familie langsam aber sicher verzweifeln. Da hat sein Sohn Gi-u die rettende Idee: Mit einem zurecht gefeilten Lebenslauf bewirbt er sich als Nachhilfelehrer bei einer wohlhabenden Familie. Doch die Sache läuft aus dem Ruder...
eine kritik von ghostfacelooker:

Die Idee zu diesem Review, bekam ich einerseits von der inneren Frage, wofür dieser Film oscarprämiert wurde-, denn jeder mitnomminierte Film dieser Kategorie, hätte es, auch wenn ich zwei davon bisher nicht gesehen habe, mehr verdient, ja auch Joker, selbst wenn es kein persönlicher Favorit gewesen wäre-, und andererseits von dem Kommentar meiner Frau nach der gemeinsamen Sichtung, in der sie reflektierend fragte, ob es denn nun Faulheit gewesen sei, was die Familie sich nicht von ihrer Situation hatte lösen lassen.

Und im Prinzip hat sie recht. Der Regisseur zeigt hier keine visuelle Höchstleistung gesellschaftliche Unterschiede spitzfindig aufzuzeigen, sondern nicht mehr aber auch nicht weniger als eine psychologische auf monetären Einschränkungen basierende Charakterstudie.

Es wäre, wären die Reality-Soap Sendungen einiger heimischen Sender niveauvoller, genau ein solches Konzept, denn die Kim´s sind nicht besser. Aber gehen wir das Konzept der Charakterstudie anders an, und benutzen als Basis die Umschreibung eines schlechten Charakters. Die Kims sind eine Familie schlechten Charakters oder wie ich es nennen würde, Schmarotzer.

Man könnte sie auch als Kriminelle bezeichnen, denn alle haben auch wenn sie nie Volkswirtschaftslehre studierten, jenes Minimalprinzip volkswirtschaftlicher Lehre verstanden, mit minimalistischsten Mitteln, das Maximale an Ertrag zu erwirtschaften. Also ähnlich einem Kriminellen, der immer auf der Suche nach Möglichkeiten sein wird schnelles Geld mit wenig Aufwand zu machen. Diese einmal verinnerlichte Charaktereinstellung, wirst du niemals ändern.

Und es zeigt sich hier sehr deutlich in der Tatsache, daß Sohn Kim Ki-woo (Choi Woo-shik), es hinbekommt die Kims aus ihrer Situation zu befreien, daß sie nicht wegen Mangel an Intelligenz oder Abgrenzung sowie sozialer Misstände unverschuldet nichts an ihrer Situation ändern wollen oder können, nein sie sind einfach zu faul, zu bequem an ihrem Leben etwas ändern zu wollen, denn durch die Möglichkeit des Sohnes bei der wohlhabenden Familie beruflich Fuß fassen zu können, ändert dieser natürlich auch die eigene und die der Familie, die sich allerlei Mittel bedient um die Positionen, im Haus durch die eigene Familie zu besetzen.

Aber anstatt diese verbesserte Situation zu genieße geben sie gerade durch diesen innewohnenden Charakterzug des schmarotzend, kriminellen „Parasiten“, gekonnt anderen die Schuld für ihre Situation, und zerstören diese sogar noch selbst.

Ihnen gegenüber steht der gutmütige Charakter in Form der Familie Park, die mit dem Klischee des „Silberlöffel“ geboren wurden und einfach nur ihren Wohlstand leben und diesen Standard halten zu wollen, während sie selbst auch naiv und im Guten glauben anderen dadurch gleichsam eine Hilfestellung zu sein, den Kim´s Vertrauen schenken und sie in ihr Leben lassen. Natürlich muß diese fast bipolar zu nennende Kollision verschiedener Charakterzüge zu negativen Konsequenzen führen.

Die pseudosurreal gestaltete geheime Welt unter der Welt der Oberen Zehntausend, die der Regisseur zum visuellen Verständnis und als Erklärung dazu schafft und als quasi Anklage an die Gesellschaft zusätzlich zeigt, als die Sache mit der verstoßenen Haushälterin passiert, zeugt meiner Meinung nach nur von der selben Art Heuchelei, mit der man sich seine missliche Situation rechtfertigen will ohne sie selbst verbessern zu wollen.

Denn auch die von der Familie Kim in ihrer Existenz ruinierte Haushälterin, arbeitet bereits seit mehr als vier Jahren im Haus der Parks und schafft es trotz einer scheinbar stattlichen monatlichen Gehalts nicht ihre Situation und die ihres Mannes zu verbessern?

Natürlich nicht, denn Schmarotzer können nicht anders, respektive wollen gar nicht anders.Auch hier dient die metaphorische Geschichte des Skorpions und des Frosches, denn der Skorpion wird immer gemäß seiner Natur handeln. Ebenso wird ein Schmarotzer immer ein Schmarotzer bleiben. Auch die gewollt von Hartz 4 lebenden Menschen, die diese finanzielle „Unterstützung“ ausnutzen zählen für mich zu dieser Art Mensch.

Die Handlung des Films ist für eine eimmalige Sichtung nicht uninteressant, wenn auch langatmig zu nennen, aber die Gründe für die Handlungen der Protagonisten, sind so voller gesellschaftlicher Klischees, die vordergründig angeblich nicht zu ändern wären, daß der Schluß dieses Werks genau diese pseudogesellschaftliche Anklage unterstreicht. Wenn dies die neue Kunstform des Kinos sein soll, bitteschön, aber für mich bleibt es ein besseres TV Format deutscher C-Z Promis mit koreanischen Darstellern.

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Kommentare

25.05.2020 12:31 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 7
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In meinen Augen auch überbewertet, wobei ich den Film trotzdem mochte: Einfach ne schicke Mischung aus bösartiger Gesellschaftskritik, symbolschwangeren Bildern und schwarzer Komödie. Bong hat schon (noch) besseres gedreht, und ich verstehe auch nicht so recht warum ausgerechnet ''Parasite'' die ganzen Oscars eingeheimst hat. Nicht, dass ich ihm es nicht gönne, aber ''Oldboy'', ''Mother'', ''Pieta'', ''I saw the Devil'', ''A Tale of two Sisters''..., die gab es vorher auch schon.

Mal wieder ein Paradebeispiel dafür, warum mich der Goldjunge kein bisschen schert. Da bilde ich mir wie immer meine eigene Meinung.

25.05.2020 18:44 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.696
25.05.2020 12:31 Uhr schrieb The MachinistIn meinen Augen auch überbewertet, wobei ich den Film trotzdem mochte: Einfach ne schicke Mischung aus bösartiger Gesellschaftskritik, symbolschwangeren Bildern und schwarzer Komödie. Bong hat schon (noch) besseres gedreht, und ich verstehe auch nicht so recht warum ausgerechnet ''Parasite'' die ganzen Oscars eingeheimst hat. Nicht, dass ich ihm es nicht gönne, aber ''Oldboy'', ''Mother'', ''Pieta'', ''I saw the Devil'', ''A Tale of two Sisters''..., die gab es vorher auch schon.

Mal wieder ein Paradebeispiel dafür, warum mich der Goldjunge kein bisschen schert. Da bilde ich mir wie immer meine eigene Meinung.


Danke dir. Tale of two Sisters hätte meiner Meinung nach genausowenig einen Oscar verdient wie Mother oder Pieta aber ist doch immer wieder Geschmackssache

25.05.2020 21:53 Uhr - The Machinist
User-Level von The Machinist 7
Erfahrungspunkte von The Machinist 663
Sollten jetzt nur Beispiele sein... :)

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