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Brawl in Cell Block 99

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,48 (52 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nachdem der ehemalige Boxer Bradley Thomas (Vince Vaughn) seinen Job verloren hat, heuert er bei seinem alten Freund Gil (Marc Glucas) an und arbeitet fortan für diesen als Drogenkurier. Nach einem fehlgeschlagenen Coup landet Bradley jedoch im Knast. Um das Leben seiner Frau (Jennifer Carpenter) und seines ungeborenen Kindes zu retten, muss er sich dort in einer Spirale der Gewalt gegen Gefängsdirektor Tuggs (Don Johnson) und jede Menge anderer finsterer Gestalten erwehren... ()

eine kritik von ghostfacelooker:

DIESES Review stellt ein bewusst und augenzwinkerndes Gegenreview zum Lieben und von mir sehr geschätzten Kollegen Moviestar dar, weshalb vielleicht einige Passagen daraus direkt übernommen werden, was ich aber zu diesem Zeitpunkt da ich es schreibe nicht genau zu definieren oder bestimmen mag.

Somit viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße an das rote Sternchen.

 

Bone Tomahawk, war und bleibt für mich ein Werk (das ich ebenfalls gedacht hätte beschrieben zu haben), weit hinter seinen Erwartungen und von intelligent geführten Dialogarien, welches man im englischen verwendet und so keinen Sinn macht, ebenso entfernt wie der Schluß jenes Films befriedigend zu nennen gewesen wäre.

Natürlich könnte man hervorheben welch kluger Schachzug es hätte gewesen sein können einen Genremix des Horror, Western und Kannibalenfilm zu vereinen, wären da nicht schon The Ravenous oder der Höhlenbastard The Descent, um nur zwei markante Vertreter jener Hybridversucche zu nenne.

Da es meine Sichtweise indessen zu Zahler´s zweitem Werk hier nachzulesen gibt, schreite ich nun dazu Brawl in Cell Block 99, mental Revue passieren zu lassen, welcher ebenso auch im Drehbuch vom Regisseur stammt.

Es mag an dessen Erzählweise liegen, daß auch der dritte Beitrag in gewisser Weise für meinen Geschmack langatmig erscheint, jedoch passt dies hier ein wenig besser in den Gesamtkontext, als Mel Gibson und Vaughn beim Essen zu sehen zu müssen, erklärt es doch Vaughn´s Figur Brad..ähm Entschuldigung Bradley etwas besser und zeichnet seinen Charakter auch wesentlich deutlicher.

Vince Vaughn´s schauspielerische Leistung hierbei jedoch herausragend nennen zu wollen, nur weil er zwischen teilweise debil wirkender Bauernschläue eines Bauernjungen aus Iowa und plötzlicher Brutalität umschalten kann und dabei den ein oder anderen sarkastischen Einzeiler dazu zwischen seine Lippen hervorzubringen versteht, oder dessen Art der im Kontext der Handlung noch verständliche Selbstjustiz als ingeniös, also äußerst erfinderisch anzupreisen, würde zum Beispiel andere Schauspieler wie Leonardo DiCaprio in seinem The Revenant kränken und wäre seiner Leistung dort, obwohl ich sie auch nicht für oscarverdächtig halten will, nicht gerecht.

Nein ich bin der Meinung als Zuschauer sagen zu dürfen, daß ich von Kalibern wie DiCaprio und Größen wie Vaughn, der im Aufstieg zum hollywoodschen Olymp inbegriffen scheint, obwohl er durch seine Komödien, früher zum humoresken Frat Pack zählte, diese Art des Schauspiels und der Charakterdarstellung erwarten oder sogar voraussetzen darf und sie nicht als glamourös oder gar außergewöhnlich unterstreichen muß.

Dafür ist diese Story einfach zu banal und jeder Schauspieler, der dies nicht hinbekommt, sollte seinen Weg überdenken, da eine wirkliche Leistung der Figurenentwicklung im Film von Leuten wie DiCaprio selbst, Nicole Kidman oder Mel Gibson und anderen bereits zelebriert wurde.

Sollte jemand Vaughn dafür loben wollen, hätte Charles Bronson in seiner Death Wish-Reihe, einen ähnlich klingenden Storyverlauf auch eine grandiose Perfomance gezeigt und sollte dann heute noch Blumengrüße eben jener Person bekommen, die diese Meinung vertritt.

Um dieses gewalttätige „Familiendrama“ überhaupt erst zu selbigen machen zu können griff man für die weibliche Hauptrolle ebenso zu einem Stammcrew-Mitglied zurück und engagierte Jennifer Carpenter erneut, als „die Ehefrau“.

Hierbei scheint es doch witzig zu sein, ihr auch hier wie im Vorgänger sehr begrenzte Screenzeit geben zu wollen, wenngleich sie in diesem Film Zahler´s, in allen Belangen doch deutlich besser „wegkommt“ als in Dragged Across Concrete.

Vielleicht wird es ja so eine Art Insider Running Gag wie dereinst bei Robert Rodriguez, der Salma Hayak anfangs immer als Glücksbringer besetzte.

Ob ein Mann, dessen sehnlichst erwarteterLebenstraum von Familienidylle mit Frau und Kind zum Greifen nahe ist, dies nicht gefährden würde in dem er einen Auftrag annimmt der ihm schlußendlich zu mehr benötigtem Geld verhilft, mag jeder ebenso für sich entscheiden, wie die Tatsache, daß selbiger Mann eben jener ihm Glück schenkenden Frau eine zweite Chance gegeben hat, obwohl sie ihn flüchtig mit einem anderen betrog und dies auch noch aufgrund der Drogensucht entschuldigt.

Aber genau dies führt eben zu jenem Point of no Return des Films, einem Deal mit Kartellboss Eleazar (Doin Mucciacito) der durch die aufgezwungenen Sidekicks Bradleys, einem deutlich zu russisch wirkenden Roman (Geno Segers) und Petro (Victor Almanzar) ziemlich daneben geht, was die Story dann endlich vorantreiben und Stück für Stück eskalieren lässt.

Warum Kollege Moviestar Johnson´s Darbietung ketzerisch bezeichnet, bleibt mir genauso schleierhaft, wie die Vorgehensweise in dem ersten Gefängnis in dem man Bradley unterbringt, denn selten habe ich solche Umgangsformen oder Vorgänge in einem „Knastfilm“ gesehen.

Director Tuggs, so Don Johnson´s Figur jedoch, stellt für mich in der Darbietung wiedereinmal keine große Leistung im Unterschied zu Donald Sutherland´s oder gar James Gandolfini´s Director in Look Up oder der Festung dar.

Er reiht sich meiner Meinung genau in jene machtgetriebenen Persönlichkeiten, die ihre Stärke aus absoluter Kontrolle zu ziehen verstehen, da ihre eigenes Selbst ohne jene kläglich wär.

Mit Erscheinen von Don Johnson, scheint nun auch die titelgebend prophezeite Gewalt Einzug zu halten, denn dem Zuschauer ist Bradleys vorgegebenes Verhalten, kurz vorher noch von einem steril wirkenden Anrufer explizit erläutert worden und auch was ein Nichtbeachten dessen zu folge haben wird. Dieser Anrufer indessen strahlt für mich mehr Sadismus als Johnson´s Figur aus.

Ja, der Film besitzt in seinen Zügen eine fast schon abartige Rohheit und Brutalität, die aber wiederum von deutlicher Übertreibung durchzogen ist, sodaß man die gutgeheißene und gerechtfertigte Gewalt die Bradley ausüben muß, schmunzelnd akzeptiert und eigentlich gar nichts anderes erwarten will, als alttestamentarisch scheinende Bestrafung.

Der Schluß mag für den ein oder anderen, ja selbst für mich überraschend zu nennen sein, aber im Kontext des Auge um Auge Zahler ähm  Zahn um Zahn wiederum auch Stilmittel des Regisseurs welchem er sich auch schon im Vorgänger bediente.

Zusammenfassend ist dieser Film persönlich in seiner Erzählweise ein Fünkchen besser als Dragged Across Concrete, aber in seinen Eskalationen wiederum schlechter, wenn auch hier blutiger und unnachgiebiger inszeniert.

 

Mein persönlicher Dank geht nochmals an meinen „Autoren-Buddy“ Moviestar, ohne dem gerade dieses Review in dieser Form so nicht entstanden wäre.

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Kommentare

25.05.2020 21:33 Uhr - TheMovieStar
1x
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Da ist also dein augenzwinkerndes Gegenreview lieber Ghost, welches wie immer ansprechend verfasst ist und ich finde es wirklich interessant, wie unterschiedlich doch Wahrnehmungen, Interpretationen und Meinungen ausfallen können und gehe auf Grund deiner Argumente davon aus, dass dir der Film in der Gesamtheit nicht ganz so gut zugesagt hat wie mir :-)))

Auf deine persönlichen Interpretationen im einzelnen werde ich nicht näher eingehen, da meine Kritik zum Film auf schnittberichte.com bereits für jedermann nachlesbar ist und meine Meinung hinreichend dokumentiert, von daher akzeptiere und respektiere ich deine Ausführungen, denn das ist doch das schöne, dass es unterschiedliche Geschmäcker und Einschätzungen gibt :-)))))))

Was ich so aber nicht stehen lassen kann ist die inhaltlich falsch wieder gegebene Aussage mit dem riskieren des Lebenstraums bezüglich der familären Idylle, denn die Entscheidung an sich beim Drogendeal mitzumachen, habe ich nie angezweifelt, welche auf Grund finanzieller Interessen wegen dem größeren Haus und den Zukunftsplänen auch durchaus nachvollziehbar ist. Meine Kritik bezog sich, was meinem Review auch prima zu entnehmen ist, alleine auf die spontane Entscheidung Bradleys zum Tatort zurückzukehren und der Polizei gegen seine eigenen Komplizen behilflich zu sein was meiner Meinung nach kompletter Nonsens ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand so reagiert, gerade mit dem gegebenen familiären Hintergrund ist gelinde gesagt sowas von abwegig, dass mir schon fast die Worte fehlen. Er wäre in Sicherheit gewesen und die Mexikaner, die er eh nicht leiden konnte, wären alleine dran gewesen und verhaftet worden. Warum sollte er also zurückkehren und alles, seine Zukunft mit seiner Frau und seinem Kind aufs Spiel setzen, noch wo er in den 45 Minuten davor vom Film so dargestellt worden ist, als wäre Familie alles was für ihn zählt und für die er alles tut. Diese Wendung ergibt null, null Sinn auch wenn Nationalstolz etc. noch so sehr ausgeprägt sein mag, wie Zahler seine Figur uns vorstellen will. ich wollte nur hier nochmal meine Intension richtig stellen, dies ist kein Angriff gegen deine Meinung oder deine Person, selbstverständlich kannst du den Sachverhalt natürlich anders bewerten, dass steht dir frei.

Des weiteren bedanke ich mich bei dir für deine nette Widmung an mich und deine Mühen und dass du dich mit meinem Text so ausführlich auseinander gesetzt hast, Ghost. Wünsche dir einen angenehmen Abend :-)))

25.05.2020 21:59 Uhr - Ghostfacelooker
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25.05.2020 21:33 Uhr schrieb TheMovieStarDa ist also dein augenzwinkerndes Gegenreview lieber Ghost, welches wie immer ansprechend verfasst ist und ich finde es wirklich interessant, wie unterschiedlich doch Wahrnehmungen, Interpretationen und Meinungen ausfallen können und gehe auf Grund deiner Argumente davon aus, dass dir der Film in der Gesamtheit nicht ganz so gut zugesagt hat wie mir :-)))

Auf deine persönlichen Interpretationen im einzelnen werde ich nicht näher eingehen, da meine Kritik zum Film auf schnittberichte.com bereits für jedermann nachlesbar ist und meine Meinung hinreichend dokumentiert, von daher akzeptiere und respektiere ich deine Ausführungen, denn das ist doch das schöne, dass es unterschiedliche Geschmäcker und Einschätzungen gibt :-)))))))

Was ich so aber nicht stehen lassen kann ist die inhaltlich falsch wieder gegebene Aussage mit dem riskieren des Lebenstraums bezüglich der familären Idylle, denn die Entscheidung an sich beim Drogendeal mitzumachen, habe ich nie angezweifelt, welche auf Grund finanzieller Interessen wegen dem größeren Haus und den Zukunftsplänen auch durchaus nachvollziehbar ist. Meine Kritik bezog sich, was meinem Review auch prima zu entnehmen ist, alleine auf die spontane Entscheidung Bradleys zum Tatort zurückzukehren und der Polizei gegen seine eigenen Komplizen behilflich zu sein was meiner Meinung nach kompletter Nonsens ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand so reagiert, gerade mit dem gegebenen familiären Hintergrund ist gelinde gesagt sowas von abwegig, dass mir schon fast die Worte fehlen. Er wäre in Sicherheit gewesen und die Mexikaner, die er eh nicht leiden konnte, wären alleine dran gewesen und verhaftet worden. Warum sollte er also zurückkehren und alles, seine Zukunft mit seiner Frau und seinem Kind aufs Spiel setzen, noch wo er in den 45 Minuten davor vom Film so dargestellt worden ist, als wäre Familie alles was für ihn zählt und für die er alles tut. Diese Wendung ergibt null, null Sinn auch wenn Nationalstolz etc. noch so sehr ausgeprägt sein mag, wie Zahler seine Figur uns vorstellen will. ich wollte nur hier nochmal meine Intension richtig stellen, dies ist kein Angriff gegen deine Meinung oder deine Person, selbstverständlich kannst du den Sachverhalt natürlich anders bewerten, dass steht dir frei.

Des weiteren bedanke ich mich bei dir für deine nette Widmung an mich und deine Mühen und dass du dich mit meinem Text so ausführlich auseinander gesetzt hast, Ghost. Wünsche dir einen angenehmen Abend :-)))


Schätze das er seinem Auftraggeber gegenüber Loyalität beweisen und von dort Gefahr vermeiden wollte, denn ich denke auch der hätte ihn nicht so einfach "davonkommen lassen

26.05.2020 14:06 Uhr - CheesyAK47
1x
Aber waren in besagter Szene nicht eher die Mexikaner am Zug und hätten die Polizisten erschossen? Ich meine, das da Bradleys Motiv als Patriot liegt. Klar, irgendwie schon unrealistisch sein Verhalten, andererseits gibt es Bradley die nötigen Ecken und Kanten .... und es steht im Drehbuch :)

26.05.2020 14:24 Uhr - Ghostfacelooker
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26.05.2020 14:06 Uhr schrieb CheesyAK47Aber waren in besagter Szene nicht eher die Mexikaner am Zug und hätten die Polizisten erschossen? Ich meine, das da Bradleys Motiv als Patriot liegt. Klar, irgendwie schon unrealistisch sein Verhalten, andererseits gibt es Bradley die nötigen Ecken und Kanten .... und es steht im Drehbuch :)


Für mich sieht es nach nochmaliger Sichtung dieser Sequenz eher so aus als wollte Bradley den Cops helfen und mein erster Kommentar war dahingehend falsch also keine Loyalität oder Angst gegenüber dem Auftraggeber. Denke aber nun nicht daß es zwingend patriotische Gefühle gewesen sein müssen, da er sowieso einen gewissen Haß gegen diesen Roman hatte.
Fragwürdig bleibt diese Aktion seinerseits im Kontext so oder so, womit Moviestar diesbezüglich zwar recht hat, aber ich denke es ist wie bei allen kriminellen wider ihrer Natur und somit wollte man eventuell auch damit zum Ausdruck bringen, daß man nicht besonnen gegen seine Einstellung handeln kann in einer Kurzschlußreaktion

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