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Hellraiser IV - Bloodline

(Originaltitel: Hellraiser: Bloodline)
Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Hellraiser 4
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,74 (113 Stimmen) Details
inhalt:
Raumstation „Minos“ im Jahr 2127: 130 Jahre nachdem sein Vorfahr John, ein New Yorker Architekt, im Kampf mit den Cenobiten den Tod fand, bereitet sich der Ingenieur Paul Merchant auf die letzte Konfrontation mit den Kreaturen aus der Hölle vor. Zu diesem Zweck baute er eine Raumstation um, die als Falle dienen soll. Als er die Besatzung von Bord schickt und mit der Station in die Erdumlaufbahn steuert, wird eine Einheit Elitesoldaten in Marsch gesetzt, um ihn unter Arrest zu stellen. Aber Merchant hat die Dämonen bereits gerufen. Verzweifelt versucht er die Offizierin Rimmer von der unvorstellbaren Gefahr zu überzeugen, in der sie alle schweben. Und er erzählt ihr die Geschichte seiner Familie ...
eine kritik von dicker hund:

Der vierte Teil der "Hellraiser"-Reihe führte teilweise ins Weltall, wo sich zum Ausklang des Jahrtausends unter anderem noch der "Leprechaun" und "Jason X" tummeln sollten. Mottogetreu schoss Regisseur Kevin Yagher, der zuvor nur Folgen von "Geschichten aus der Gruft" dirigiert hatte, seinen Posten zum Mond. Kommissarisch übernahm Joe Chappelle seinen heißen Stuhl, nachdem er für "Halloween 6" schon einmal in einer ähnlich prekären Situation eingesprungen war. Seinen Namen gab er jedoch nicht her, so dass "Bloodline" (Beititel) seitdem unter dem Label "Alan Smithee" firmieren musste. Angesichts solcher "Zombi 3"-analoger Produktionsumstände ist es erstaunlich, dass das Seherlebnis trotzdem noch ein ganz ordentliches ist (6/10 Punkten).

Zugegeben, der Auftakt könnte holpriger kaum sein. Die Kulisse sieht nach unmotiviertem Schnellschuss aus, enthält einen Roboter, der sich nach den optischen Reizen seines "Terminator"-Vorbildes sehnt und will mit einem ollen Headset die Verhörsperson Rimmer (Christine Harnos, "Judgement Night") zur Zukunftstussi upgraden. Selbst Hauptdarsteller Bruce Ramsay ("Killing Zoe") irritiert durch seine seltsam deplaziert erscheinende Glatze, obwohl sein Schauspiel als Le Merchant den Bogen von sanft zu entschlossen zielführend spannt. Das tut es jedoch in den eingeflochtenen Rückblenden deutlich überzeugender. Die vorindustrielle Vergangenheit des 18. Jahrhunderts scheint ihn mit ihren prächtigen Kostümen und schmuckvollen Sets zu inspirieren. Kein Wunder, überzeugt diese Umgebung doch auf ganzer Linie, spätestens wenn die Scheußlichkeit eines okkulten Rituals dort mit Effekten protzt, die sprichwörtlich unter die Haut gehen (Horror 6/10). Die teuflische Lust, die sodann von der Dämonenfrau Angelique (Valentina Vargas) ausgeht, ist gering dosiert, aber unverklemmt vermittelt (Sex 4/10).

"Sie scheinen sich hier gut auszukennen."

- "Ich folge nur meinem Instinkt."

Das tut sie selbst im zweiten Zeitabschnitt, der erscheinungsgeschichtlichen Gegenwart, in den einige der wenigen Gore-Einlagen verwurstet sind (Gewalt 6/10). Hier kommt schließlich auch Doug Bradley als der Pinhead zum Zuge, der ein bisschen zu übertrieben gesprächig ist, aber dafür einige treffsichere Zeilen für sich beanspruchen kann.

"Sehe ich vielleicht wie jemand aus, der sich von Gott beeindrucken lässt?"

Sein Zombiehund zeigt dagegen leider, dass diese Spezies außerhalb der Playstation glücklos ist. Ihre unfreiwillige Komik galt schon für die Verfilmung von "Resident Evil", wird hier jedoch auf die Spitze getrieben. Da kann man schon dankbar sein, dass diese Art von Humor (2/10) sich ansonsten auf wenige Posersprüche am Schluss beschränkt. Ansonsten gestaltet sich die Sichtung kurzweilig, da abwechslungsreich und nicht zuletzt aufgrund des stimmigen Scores meistens spannend. Die Zenobitenmasken hinterlassen dabei ihren unverwüstlich einprägsamen Eindruck, während CGI-Blitze der billigen Sorte auf seltene Würfeleinsätze beschränkt bleiben. Bevor an Ermüdung auch nur zu denken ist, drückt das Gaspedal die Storyline rasch durch die ideenreich erzählte Historie des tragischen Spielzeugmachers, dessen goldumrandete Kästchen bekanntlich Türen öffnen.

Für Fans ist der Unterhaltungswert des vierten Teils eine willkommene Ergänzung zu dem von Clive Barker losgetretenen Ritt durch das zenobitische Universum, für die BPjM war es bis 2016 nur ein weiterer Leviathan. Vor vier Jahren erbarmte sie sich jedoch zur Listenstreichung, so dass nunmehr der rote Flatschen der FSK Warnung genug an jene sei, die es wagen, sich der Hölle in den Weg zu stellen.

6/10
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Kommentare

01.07.2020 07:26 Uhr - McGuinness
3x
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Der gefällt mir immer noch sehr gut, besonders die " Verbrüderung " der beiden Polizisten 😁 und auch sonst wurde meinen nach Blut lechzenden Augen doch einiges an Schauwerten geboten.

01.07.2020 08:03 Uhr - sonyericssohn
2x
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Steinigt mich, aber den find ich toll ! Hat so ne freche Art. Auch wenn mir Pinhead hier ebenfalls ein wenig zu gebügelt wirkt, hat er hier dieses gewisse etwas.
Das scheint der Teil zu sein der die Fanlager spaltet. Wäre hier bei einer knappen 8.

01.07.2020 09:13 Uhr - Draven273
3x
Kann mich McGuinness und sonyericssohn nur anschließen. Ich finde den auch durchaus noch unterhaltsam. Bei einer 7/10 liegt der bei mir auch noch. Lieber McGuinness vielen Dank für diese "Verbrüderung" :) :) musste doch herzhaft lachen, schön beschrieben. Finde die Szene übrigens auch echt schick. Für mich der letzte "gute" Teil. Wobei ich nach Teil 5 dann auch das Handtuch geworfen habe. Interessant lieber dicker Hund für die Entstehungsinfos. Da habe ich mal wieder nichts von mitbekommen, wie so oft. Ansonsten wie gewohnt angenehm zu lesen. :)

01.07.2020 09:18 Uhr - McGuinness
2x
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@Draven273

Gern geschehen 😉 diese Szene ist mir noch besonders in Erinnerung geblieben ☺️

01.07.2020 10:01 Uhr - Draven273
3x
@McGuinness definitiv eine der besten Szenen im diesem Film :)

02.07.2020 21:18 Uhr - cecil b
1x
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Schöne Review mal wieder!

Ich finde den ziemlich schlecht, aber Spaß macht der mir schon mal.

Die Verbrüderung sieht toll aus, aber die beiden Vollpfosten erinnern mich an die lächerlichen Bullen aus Halloween 5. Na ja, die will man ja sterben sehen. ;)

Für mich ein Film Marke: Was hätte das werden können.

Inferno und Hellseeker finde ich deutlich besser.


02.07.2020 22:06 Uhr - Cabal666
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Und wieder eine schöne Kritik vom dicken Hund! :)
Hast du sehr gut zusammengefasst. Ähnlich sehe ich das auch. Auch wenn man dem vierten Teil deutlich anmerkt, wie stark er geschnitten wurde, kann er doch noch bei Laune halten, bietet ordentliche Splatter-Effekte und Doug Bradley und Valentina Vargas sind sowieso über jeden Zweifel erhaben. Bei letztere finde ich es schade, dass sie danach kein weiteres Mal in der Reihe auftrat. Ihre Figur hatte nämlich durchaus Potenzial.
Bei dem Film denke ich mir aber eben auch immer: wie genial hätte der erst werden können, wenn man Kevin Yagher den Film hätte machen lassen, den er machen wollte! So reiht sich "Hellraiser IV" leider unter den Werken ein, die durch Studioeingriffe kaputt gemacht wurden.
Ich habe übrigens kürzlich einen Artikel auf Filmtoast.de verfasst, der sich mit genau diesem Thema befasst. Auf "Hellraiser IV" gehe ich dabei, neben neun weiteren Filmen (wie "Highlander II" und "Justice League"), genauer ein. Wer mal lesen will: https://www.filmtoast.de/verschnitten-und-verpfuscht-diese-filme-waren-urspruenglich-ganz-anders-geplant/
Und auf moviepilot habe ich eine Liste mit weiteren Beispielen erstellt. Hier: https://www.moviepilot.de/liste/gekurzt-umgeschnitten-und-neu-gedreht-diese-filme-hatten-so-niemals-veroffentlicht-werden-sollen-gabe666

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