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Wrong Turn

Herstellungsland:USA, Deutschland (2003)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Détour Mortel
Povorot ne tuda
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,79 (77 Stimmen) Details
inhalt:
Für eine Gruppe junger Leute wird ein Ausflug in den Wäldern von West Virginia zum Horrortrip: Nach einer Autopanne machen sich Medizinstudent Chris und seine Schicksalsgenossen auf die Suche nach Hilfe. Ein falscher Weg führt sie zu einem bizarren Holzfällercamp. Was die jungen Leute dort entdecken, übertrifft ihre schlimmsten Alpträume. Sie geraten in die Hände von drei blutrünstigen Kreaturen, die ihre Opfer gnadenlos jagen. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
eine kritik von chollo:

2003 sollte eine Horror- Reihe ihren Anfang nehmen, die sich dank wachsender und treuer Fanbase, über 11 Jahre und 5 Fortsetzungen hinweg retten konnte. Zudem ist ein weiteres Sequel/ Prequel bzw. Ein Remake/ Reboot, über das zumindest hinter verschlossenen Türen schon gemunkelt wird, nicht ausgeschlossen. Die Rede ist vom Backwood- Slaher/ Horror Flick "Wrong Turn".

Hinter dem Erstling, der bisher auch als einziger der Reihe eine Kinoauswertung erhalten hatte, steckte mit Special Effects Maestro Stan Winston der hier auch als Produzent fungierte schon mal kein unbeschriebenes Blatt. Der Gute hatte sich durch seine Zusammenarbeit mit James Cameron (" Terminator"; "Aliens") oder Steven Spielberg (" Jurassic Park") in der Vergangenheit einen Namen gemacht und auch diverse Preise wie den Emmy oder Oscar für seine Arbeiten erhalten. Nun war es für ihn wohl an der Reihe auch als Produzent eine für ihn fruchtbare Geschichte zu betreuen.

Die Prämisse von "Wrong Turn" ist dabei aber freilich nicht neu und bei Filmbegeisterten durch Klassiker wie die ähnlich gelagerten "The Hills have Eyes", "Beim Sterben ist jeder der Erste",der im Film sogar noch namentlich genannt wird, oder "Die letzten Amerikaner" durchaus bekannt. Anfang des neuen Jahrtausends, als das Terror Film Genre der Siebziger noch keine Renaissance erlebt hatten und das Torture Porn Genre noch in den Startlöchern stand, konnte man seine Idee aber durchaus noch als erfrischend bezeichnen.

Neben Winston mit einem ansehnlichen Bekanntheitsgrad, ist der Rest der Produktion aber höchstens in der Rubrik "Ambitioniert" ; "Bemüht" oder höchstens "Talentiert" zu verorten. Regisseur Rob Schmidt ("The Alphabet Killer") ist gewiss kein Meister seines Faches, schafft es aber mit einer straffen Inszenierung, gekonnten Blickwinkeln und einem Gespür für Atmosphäre, Längen und damit einhergehende Langeweile weitestgehend zu vermeiden. Er glänzt natürlich auch nicht mit  neuen Akzenten oder einer gewißen Kreativität die ihn als eigenständigen Kopf auszeichnen würden, wohl aber auch unter einer dezenten Führung von Stan Winston wie auf diversen "Making Of's" zu sichten, macht er einen annehmbaren Job.

Was die Darsteller angeht muss sich "Wrong Turn" oft den Vorwurf gefallen lassen, seine Protagonisten eher nach Gesicht statt Talent ausgewählt zu haben. Diesen Anschuldigungen kann ich so nur bedingt Recht geben. Natürlich arbeiten Akteure wie Emmanuelle Chriqui eher mit ihrem Körper statt des Gesichts bzw Mimik, doch ist der sexy aussehende und unbekümmerte Teenager eben auch ihre Rolle. Method Acting im Stile eines Brando oder deNiro wird wohl niemand erwarten. Zudem hat der Streifen mit Desmond Harrington, Jeremy Sisto und bedingt auch Eliza Dushku durchaus kantige oder besser gesagt empathisch agierende Gesichter zu bieten. Harrington sticht da mit seinen etwas unterkühlt aber auch geradlinig wirkenden Aktionen wohl am meisten heraus, und dürfte einen Großteil der durch das Publikum vergebenen Sympathien für sich einheimsen. Aber auch Sisto als Witzbold vom Dienst dürfte mit den ein oder anderen Sprüchen dem Zuschauer nicht Gleichgültig sein. Gerade aber das Aushängeschild, was diverse Cover; Plakate oder Filmposter angeht, Eliza Dushku ("Buffy"; "Girls United") kämpft mit ihrem offensichtlich limitierten Talent. Bitte nicht falsch verstehen, die Frau hat mir in gewißer Art und Weise schon immer gefallen und vor nun mehr bald 20 Jahren war sie ein mehr als nur ansehnliches Zuckerstück. Doch die 3 bis 4 Gesichtsausdrücke die sie zu bieten hat helfen der Dramaturgie des Genrefilms nicht wirklich, zumal sie sich Storytechnisch neben Harrington noch zum Dreh-  und Angelpunkt im Laufe der Geschichte entwickeln wird. Zumindest die Furcht und Panik im letzten Drittel des Films nimmt man ihr dann doch noch ab, sodass ihre Besetzung in der Summe nicht mehr ganz so negativ erscheint.

Ein wichtiger Punkt wären natürlich auch wieder einmal die dargestellten Härten, und davon hat "Wrong Turn" trotz seiner mehr als moderaten Blau-Siegel- Freigabe so einige zu bieten. Vor allem die Einführungsszene im Haus der Rednecks darf sich da mehr als sehen lassen und steht in Sachen Brutalität und Perversion, seinen großen Brüdern mit dem roten Flatschen bzw. den Index Kameraden beinahe in nichts nach. Die Kannibalen behandeln ihre Opfer auch vor der Kamera wie verwertbares Frischfleisch. Was ebenfalls nicht zu kurz kommt ist vor allem in der letzten halben Stunde der angezogene Terror Aspekt. Es darf durchaus mitgefiebert und von Atmosphäre gesprochen werden, wenn unsere Freunde kopflos durch die scheinbar endlos wirkenden Wälder laufen und sich der Horde Degenerierter erwehren müssen.

Und gerade bei den Sadisten bekommt die Beteiligung von Stan Winston bei diesem noch als Low  Budget zu bezeichnenden Output eine ganz andere Note. Was einem hier an Maskenbildner- Künsten präsentiert wird spielt im Vergleich zu preislich ähnlich gelagerten Produkten in einer anderen Liga. "Saw-Tooth"; "Three-Finger" oder "One-Eye" wirken hier ohne Einschränkungen wie aus einer Freak oder Kuriositäten Show entnommen. Dass sich unter den Masken auch noch, wie z. B. bei "Three- Finger" erfahrene Theater Schauspieler verstecken lässt ihr Spiel noch einmal ganz anders wirken. Kein tumpes Rumgehampel in billigen Latexmasken, wie es sich zum Beispiel einige der Nachfolger erlauben sollten, sondern wahrlich Terror und Entsetzen auf einem mehr als brauchbaren Niveau.

"Wrong Turn" darf klar als gelungenes Horrorkino betrachtet werden obwohl er natürlich nicht frei von Schwächen ist. Da dieser Streifen an den Kinokassen zwar enttäuschte sich aber durch den Heimkino Verkauf wieder deutlich in gewinnbringende Bereiche katapultierte, durften Liebhaber in den Genuß von weiteren Ausflügen in die gemütlichen Wälder kommen. Klar lassen diese in Sachen Qualität immer mehr nach und haben durch das Augenmerk auf bloße Gore- Effekte mit dem Original nicht mehr viel gemein, doch je länger die Historie einer Geschichte desto größer das Interesse an seinen Anfängen. Somit profitiert zumindest Teil 1 von dem nicht enden wollenden Hunger der pervertierten Hinterwäldler.

 

8/10
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Kommentare

01.06.2020 15:00 Uhr - Kaiser Soze
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Ach verdammt, da wollte ich in Kürze auch ein Review zu verfassen und jetzt haust Du da einfach mal solch ein Schmuckstück raus, dass so gelungen, w oe ausführlich daherkommt. Schickes Ding und hervorragend begründet! Der Satz mir den gefühlt 3 Gesichtsauadrücken war wirklich sehr amüsant zu lesen! Freie mich, falls diese folgen, schon auf die Folgereviews ^^

01.06.2020 15:23 Uhr - Punisher77
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Yeah, Chollo setzt (hoffentlich) zu einer neuen Franchise-Review-Reihe an! Tolles, fundiertes und ausführliches Review!

Ich selber habe dem Film einen Zähler weniger gegeben, und finde den zweiten Teil (auch wenn es sich um eine DtV-Produktion handelt) sogar noch ein wenig besser. Bin gespannt, wie Teil 2 bei dir wegkommt.

So zweifelhaft die Qualität der Fortsetzungen (vor allem Teil 4 & 5) auch sein mögen - beim ersten Teil ist man, im Vergleich zu den Nachfolgern, noch in die Vollen gegangen. Dass Stan Winston hier mitgemacht hat - Hut ab! Für mich übernimmt der Film, zusammen mit dem 2003er TCM-Remake - eine Vorreiterrolle ein, da das Terrorkinorevival, bzw. der Torture Porn-Boom auf diese beiden Filme folgten.

01.06.2020 15:56 Uhr - CHOLLO
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Schön das euch mein Review gefällt. Die weiteren Teile werden natürlich folgen. Bin selbst gespannt wie die Teile nach erneuter Sichtung bei mir wirken.

@ KS
Sorry..da bin ich dir wohl zuvorgekommen. Kein Grund aber nicht auch deine Meinung in Form von Rezensionen parallel mit rauszuhauen;)

01.06.2020 18:00 Uhr - Chímaira
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Nachvollziehbare Kritik, die sich schön lesen lässt. Vielleicht wäre Wrong Turn mit einem anderen Cast um einiges besser geraten. Dann darf ich mich ja über die Reihe freuen. Die Filme sorgen doch immer für einen amüsanten Abend. Ich bin auf die Kritik zum vierten Teil gespannt :)

01.06.2020 20:31 Uhr - Lukas
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Schöne Kritik zum einzigen wirklich guten Teil der Reihe!

01.06.2020 22:35 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank auch euch beiden :)

02.06.2020 19:57 Uhr - cecil b
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Eine wie immer tolle Review!

Film: effektiv, aber für mich doch etwas ausgelutscht, was die Ideen angeht. Dennoch, irgendwie wird er seiner Funktion als Horrorfilm ja schon gerecht. Teil 2 fand ich aber so bescheiden, dass ich mich noch damit zurückhalte, die Reihe, die ich hier gewonnen habe, weiter zu verfolgen. Ist ja nicht weg. ;)

03.06.2020 00:06 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank Cecil :)

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