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Hellraiser - Hellseeker

(Originaltitel: Hellraiser: Hellseeker)
Herstellungsland:USA (2002)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Mystery
Alternativtitel:Hellraiser 6
Hellraiser VI
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,57 (24 Stimmen) Details
inhalt:
Kirsty Cotton, die die ersten beiden Treffen mit Pinhead überlebt hat, ist mittlerweile verheiratet. Ihr fremdgehender Mann plant jedoch sie wegen ihres Erbes umzubringen und als ein Autounfall haben, kann nur er sich noch retten. Die Polizei verdächtigt bald ihn, seine Frau umgebracht zu haben, doch er findet heraus das Kirsty ein Vertrag mit Pinhead eingegangen ist. Denn die Cenobiten sind wieder auf ihre Spur gekommen und jetzt gibt sie ihnen ihren Mann und seine Affären...
eine kritik von dicker hund:

Nachdem die "Hellraiser"-Reihe bis Teil 5 immer wieder einen neuen Regisseur bemühte, erhielt Rick Bota ein Abonnement für die Nummern 6 bis 8. Die erste hiervon mit dem Beititel "Hellseeker" ist der Stimmung und den Mixquoten der Genrebestandteile nach dem unmittelbaren Vorgänger "Inferno" recht ähnlich. In der Hauptrolle ist Dean Winters ("Fletchers Visionen", "John Wick") als von der Amnesie gezeichnetes Unfallopfer Trevor zu sehen. Dessen Orientierungslosigkeit nutzt die Inszenierung geschickt, um dem Zuschauer einen satten Mindfuck zu versetzen. Dieser wiederum gibt die Basis für aufdringlichen Horror (7/10), der vor allem über düstere Visionen Einzug hält. In gesteigertem Maße erinnerungsträchtig ist hier vor allem eine Eingebung, die mit Würgereizen zu tun hat. 

"Früher oder später müssen Sie sich Ihrer Vergangenheit stellen."

Natürlich holen der Zauberwürfel und die Zenobiten das emsige Tempo dieser Mysterythrillergeschichte sukzessive ein. Doug Bradley als Pinhead bleibt dem Franchise erhalten, was erfreulich ist. Weniger Jubel löst die Wiederentdeckung von Ashley Laurence als Kirsty aus. Diese spielt zwar engagiert-respektabel, kann aber nicht viel dagegen unternehmen, dass ihre Rolle künstlich aufgestülpt wirkt, wie ein Fremdkörper im Plot. Ebenso fehl gehen diejenigen CGI-Effekte, die mit einer Mutation beziehungsweise einem Federvieh-Auftritt zu tun haben. Glücklicherweise sind die wenigen Momente mit physischer Gewalt (5/10) überzeugender getrickst. Meistens gibt es jedoch nur Kadaver zu sehen, deren Werdegang ein Geheimnis bleibt.

"Alle Probleme sind gelöst."

Vor allem jene, die die MPAA machen könnte. Trever wird gleich von mehreren Frauen umgarnt, so dass er in satanischer Tradition dem Sex (4/10) frönt. In den USA ist die Unterwäsche aber immer wieder gerne mit Sekundenkleber an den Damen befestigt, so dass die Anflüge von Erotik kaum ernst genommen werden können. Erheblich besser gelungen ist der vielseitige Score, der die atmosphärische Dichte spürbar erhöht. Hier wurde ebenso sauber gearbeitet wie bei den Dialogschreibern, die insbesondere die Verhörmethoden der ungleichen Polizeibeamten Givens und Lange sorgfältig durchdacht haben. Michael J. Rogers ("The ABCs of Death") spielt letzteren angemessen rauh, während William S. Taylor ("Die Fliege II") als der "gute Cop" von beiden eine herausstechend einnehmende Art hat.

"Hellraiser - Hellseeker" hat den Glanz seines Erbes aus dem Vorjahr passabel ins neue Jahrtausend gerettet (7/10 Punkten). Dieser setzt weniger auf jugendgefährdende Inhalte, bekam sogar gleich den Blauflatschen. Dafür reizt er das Nervenkostüm des Zuschauers mit Widerlichkeiten wie Vernehmungen oder ärztlichen Eingriffen jenseits der Regeln der Kunst, deren Realitätsgehalt eine teilweise ungelöste Frage bleibt. Zum Schluss gibt es ein par Aha-Erlebnisse zu vermelden, ohne dass dafür gleich der ganz dicke Erklärbär anrücken muss. Am Rande zwinkern Anspielungen auf Genrekollegen wie "Basic Instinct" und "The Hidden" in Richtung Mattscheibe (Humor 2/10). Dank motivierter Darsteller kann man da über den etwas holprig zu den Erstlingen gespannten Bogen hinwegsehen.

7/10
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Kommentare

09.07.2020 09:11 Uhr - Dissection78
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Fabelhaft, dicker Hund! Mit den Filmen nach "Bloodline" konnte ich schon noch was anfangen. Man merkt zwar, dass ihr Ursprung nicht in der "Hellraiser"-Mythologie lag, sondern dass alte Horrorskripte entsprechend umgestaltet wurden, um Parameter des Franchises einzuführen, damit sie in dessem Universum halbwegs bestand haben konnten (bei "Saw II" wurde ja genauso vorgegangen). Herausgekommen ist dann eine in meinen Augen zumindest in nicht unwesentlichen Teilen gelungene Anthologie-Reihe, die Pinhead und die anderen Zenobiten vom Order of the Gash zu Nebenfiguren 'degradiert', wenn auch nicht zu komplett unwichtigen. Die einzelnen Geschichten könnten verkürzt so dementsprechend auch Bestandteil einer "Tales of the Crypt"-Folge sein.

Doch wie gesagt: "Inferno", "Hellseeker" und "Deader" sind für mich persönlich alles andere als schlecht, sondern des Öfteren schön düster, durchaus subtil spannend, unheimlich und im besten Sinne des Wortes 'pulpig' - sowie mit Verweisen zu anderen Mystery-/Horrorstreifen wie "Angel Heart" und "Tanz der toten Seelen" versehen. Klar, an die ersten beiden Werke "Hellraiser" und "Hellbound" reichen sie bei weitem niemals heran, aber bereits die Nummern 3 und 4, "Hell on Earth" und "Bloodline', waren mMn schon nicht das Gelbe vom Ei (was bei letzterem Teil mit Sicherheit vor allem an seiner schwierigen Produktionsgeschichte lag). Der achte Streifen "Deader" ist dann leider - wenn auch recht unterhaltsam - nur höchst durchschnittlich, obwohl bekannte Akteure wie Lance Henriksen, Katheryn Winnick (hrrr!) und Henry Cavill vor der Kamera mitwirkten. "Revelations" ist eher grauenhaft, doch ich kenne in der Tat Fans des Ganzen, die diesem Werk mehr zugetan sind als den vier Filmen zuvor, eben weil er die Zuschauer wieder an das angestammte "Hellraiser"-Gebiet heranführt (leider ohne Doug Bradley). "Judgment" testete ich bislang noch nicht an. Der reizt mich nicht wirklich, obwohl Make-up-Spezi Gary J. Tunnicliffe dort das Regiezepter schwang. Zumindest seine Maskenarbeiten mochte ich immer sehr gerne. Mal sehen, irgendwann vielleicht ;)

09.07.2020 09:32 Uhr - cecil b
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Stimme allen Texten an dieser Stelle zu! Sehr schöne straight to the Point Review! Ich bekomme durch deine Reviews mal wieder Lust auf die Cenobites, die zum Teil doch mein Wohnzimmer zieren. (Bei manchen Besuch verstecken sie sich hin und wieder, Demon to some, Angel to other. ;) )

Bis auf Kleinigkeiten. Den Auftritt von Kirsty fand ich interessant. Deine Sichtweise, dicker Hund, kann ich aber bestens verstehen, ich finde sie eher nachvollziehbar als meine.

Dissection: vollste Zustimmung, aaaaber, "Der achte Streifen "Deader"", du meinst Hellworld. Den fand ich besser als Deader, wobei der auch interessante Ideen hat.

Revelations habe ich bewusst gemieden. HELLRAISER: JUDGMENT werde ich wohl wagen.

09.07.2020 11:21 Uhr - Dissection78
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Ja, danke, cecil! Meinte ich. Bin etwas durcheinander gekommen. "Deader" ist der siebte, "Hellworld" der achte Teil. Ich werde langsam alt :D

09.07.2020 20:22 Uhr - Cabal666
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Und wieder sehr schön zusammengefasst, dicker Hund! :)
Diesmal kann ich dir allerdings nicht ganz zustimmen. Ich finde, ab diesem Teil rutscht die Reihe wirklich ins Beliebige ab. Die weniger brutale, vertrackte Mindfuck-Herangehensweise, welche die "Hellraiser"-Filme ab dem fünften Teil einschlugen, hat zwar durchaus was, aber der Teil ist für mich einfach nur eine weniger gelungene Kopie seines Vorgängers. Er hat zwar ein paar interessante, surreale Szenen und es ist schön, Ashley Laurence wieder als Kirsty zu sehen, aber der Hauptcharakter blieb für mich diesmal ziemlich blass und die Inszenierung ist einfach nicht spannend genug, als dass ich über die gesamte Laufzeit am Ball bleiben konnte. 6 Punkte sind aber immer noch drin.
Stimme Dissection da zu: zumindest bis zu "Deader" kann man sich die "Hellraiser"-Sequels noch geben. Richtig schlecht wird's erst danach.

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