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Wrong Turn 4 - Bloody Beginnings

(Originaltitel: Wrong Turn 4: Bloody Beginnings)
Herstellungsland:USA (2011)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,68 (81 Stimmen) Details
inhalt:
Vor Jahren kam es in einer entlegenen Klinik in Virginia zu schrecklichen Ereignissen. Einige Patienten rebellierten und richteten dort ein unfassbares Blutbad an. Seitdem wagte niemand, je wieder einen Fuß auf das Gelände zu setzen. Keine 20 Jahre später startet eine Gruppe junger Leute zu einem feucht-fröhlichen Skiausflug in die verschneiten Wälder. Als sie von einem heftigen Blizzard überrascht werden, verirren sie sich ausgerechnet in die berüchtigte Klinik. Nicht ahnend, dass sie bereits von Weitem von menschenähnlichen Kreaturen gewittert wurden...
eine kritik von chollo:

Nachdem man diverse Teenager, Mitglieder einer TV Show und Gefängnisinsassen in die Wälder der Kannibalen geschickt hatte, war es den Drehbuchautoren nach wohl an der Zeit die Vorgeschichte zu all den Geschehnissen zu erzählen. Mit dem gleichen mickrigen Budget (3 Mill. USD) und dem gleichen Mann auf dem Regiestuhl (Declan O'Brien) wie bei Teil 3, machte man sich daran dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Was gleich zu Beginn auffällt, ist der Fokus auf nackte Haut. Sind schon die Vorgänger "Wrong Turn 2- Dead End" und "Wrong Turn 3- Left for Dead" nicht gerade zurückhaltend damit umgegangen, wähnt man sich bei "Wrong Turn 4- Bloody Beginnings" mitunter fast schon im Softcore Bereich. Schnell wird aber auch klar warum dieser Aspekt so gehäuft auftritt. Es ist das selbst dem Standart dieses Genres schon unverschämt unterirdische Talent seiner Akteure. Viel erwartet habe ich bei der Reihe nie, aber bei dem Schauspiel von z. B. Victor Zinck Jr. als Kyle oder Kaitlyn Leeb als Bridget hat es mir beinahe schon im Fäustchen gekribbelt. Derartiges Unvermögen lässt einen ratlos zurück, und man fragt sich woher Regisseur O'Brien diese Pappnasen nur herzaubert. Mal abgesehen davon dass ich ausnahmslos jedem der Opfer hier den Tod gewünscht habe, und selbstredend kein Hauch von Empathie verspürte oder gar eine Identifikationsfigur ausmachen konnte.

Was daher notwendig und auch abermals solide in Szene gesetzt ist, sind die dargebotenen Splatter/Gore Effekte. Um im Zuschauer Hoffnung keimen zu lassen, lässt Declan O'Brien schon zu Beginn in der psychiatrischen Einrichtung seine eigentlichen Hauptdarsteller "Saw Tooth"; "One Eye" und "Three Finger" so richtig schalten und walten. Dieses Niveau an Grausamkeiten wird sich erfreulicherweise auch über die gesamte Lauflänge hinweg halten und in der berüchtigten Fondue Szene seinen Höhepunkt finden. Auch CGI wird notgedrungen wieder einmal aufgefahren, wobei mich dessen spartanischer Einsatz bei weitem nicht so gestört hat wie zum Beispiel bei Eintrag Nummer 3.

Welchen Anspruch O'Brien an sein Endprodukt hat, lässt einen dann aber wieder Schmunzeln. So lässt es sich der Gute nicht nehmen ein paar Reminiszenzen an diverse Klassiker ("Shinning") oder größere Vorbilder ( "Hostel 2") mit einzuarbeiten. Das wirkt auf den ersten Blick lächerlich und unbeholfen, auf den zweiten aber beinahe schon unverschämt und dreist. Ich möchte O'Brien hier nicht schlecht Reden, zumal mir sein Handwerk besser gefällt als bei seinem direkten Kontrahenten/Kollegen Joe Lynch aus Teil 2, aber der Herr sollte sich doch bewusst machen, auf welcher Stufe er in seiner Kaste steht. Mag sein dass ich die augenzwinkernde Ironie dahinter nicht vernommen habe, ich empfand es aber als äußerst ärgerlich.

Mal abgesehen von den Bluttaten sind natürlich auch die Masken unserer Schlächter von einem gewißen Interesse. Abnehmende Tendenz muss ich dazu sagen, wobei vor allem die der Jugendlichen Interpretationen unserer Täter schäbig geraten sind. Zumindest machen die Akteure darunter einen ordentlichen Job und bringen das Kasperle Theater solide rüber. Ein befremdlich-abstossender Eindruck wie bei den Gestalten aus "Wrong Turn" bleibt dem Zuschauer aber auch ein drittes Mal verwehrt.

"Wrong Turn 4- Bloody Beginnings" ist eine Schlachtplatte die ihr Augenmerk auf Sex und Gewalt legt. Keine schlechte Sache wenn man weiß was man zu erwarten hat. Für alle anderen die ein bisschen objektiver an die Sache gehen oder wie ich die Einträge dieser Reihe gegenüberstellen ist der 4 Output mit Teil 2 der bisher schlechteste.

4/10
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Kommentare

06.06.2020 20:28 Uhr - Chímaira
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Wieder eine gut nachvollziehbare Kritik. An dieser Stelle möchte ich noch The Blackout City Kids erwähnen, welche die Songs "Wrong Turn" und "Survive" für den Film und drei weitere für den nächsten Teil performten. Insbesondere "Wrong Turn" passte gut zum Film, würde aber auch in einem qualitativ hochwertigerem Horrorfilm gut Einzug finden. Eine Band, die ich durch den vierten Teil glücklicherweise kennengelernt habe ;)

06.06.2020 20:30 Uhr - Kaiser Soze
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Das ist also der vierte Streich. Dem Review würde ich so in etwa zustimmen, bloß dass ich iwie bei Deinen WT-Reviews immer den Eindruck habe, als lesen sich diese nach mehr Punkten, als dann tatsächlich von Dir vergeben wurden... das schmälert aber selbstredend nicht die Qualität Deines Textes! Review ist in gewohnter Schreibe sehr gelungen :)

06.06.2020 22:06 Uhr - cecil b
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Also, auf ein Kribbeln im Fäustchen habe ich eigentlich keine Lust. Reminiszenzen an "Shinning" ? Da kribbelt es schon. ;)

WT4: Stumpfe Ansammlung von Sex und Gewalt? Kann 'Spaß' machen, langweilt mich aber in der Regel eher.

Danke für den gut verfassten Eindruck!

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