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Der Unsichtbare

Originaltitel: The Invisible Man

Herstellungsland:USA (2020)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,07 (14 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Cecilia Kass (Elisabeth Moss) fühlt sich in der von Gewalt geprägten Beziehung mit einem wohlhabenden und genialen Wissenschaftler gefangen. Um sich vor ihrem kontrollsüchtigen Partner zu verstecken, flieht sie mitten in der Nacht, mit Hilfe ihrer Schwester (Harriet Dyer, The InBetween), ihres Kindheitsfreundes (Aldis Hodge, Straight Outta Compton) und seiner Teenager-Tochter (Storm Reid, Euphoria). Als ihr handgreiflicher Ex (Oliver Jackson-Cohen, The Haunting of Hill House) Selbstmord begeht und ihr einen erheblichen Teil seines großen Vermögens hinterlässt, befürchtet Cecilia, er habe seinen Tod inszeniert. Tatsächlich beginnt anschließend eine Serie unheimlicher Zufälle mit tödlichem Ausgang, deren Ziel ihre am meisten geliebten Menschen sind. Verzweifelt versucht Cecilia nun zu beweisen, dass sie von etwas gejagt wird, das niemand sehen kann. Ein Kampf, der sie zunehmend an den Rand des Wahnsinns treibt. (Universal Pictures)

eine kritik von therealash:

Name: Ash, Asher, Nationalität: Dämon, Adresse: Waldhüttenweg 666 in 77666 Necronomiconhausen

Telefon: 0177-666999666, Uhrzeit: 20:00-22:00 Uhr, Ort: KINO!!!

Jetzt war ich über 14 Wochen lang nicht im Kino und als ich gelesen habe, dass eines der in meiner Nähe liegenden Lichtspielhäuser heute endlich wieder die Pforten zur visuellen Kunst öffnet, war es mir ein echtes Anliegen, dem Filmpalast einen ehrenwerten Besuch abzustatten. Die Auswahl war nicht wirklich groß und auch nicht aktuell, aber mit Der Unsichtbare fand ich immerhin einen Horrorfilm, den ich zuvor verpasst hatte und schon ad acta legen wollte, in Hinblick auf die baldige Heimkino-Veröffentlichung.

Solch einen Kinobesuch hatte ich wahrhaftig noch nie. Die Karte musste online gekauft werden, was ich schon öfter gemacht habe, aber dann ging es schon los: Hände desinfizieren, in der Wartereihe zum Popcorntresen bestellen und merken, dass ich bei einem knapp 2 Stunden dauernden Film noch mal auf die Toilette sollte, ohne dabei das Popcorn und mein Cola unters Pissoir zu stellen. Also zuerst auf die Toilette, dann zurück zum Tresen, der mittlerweile etwas frequentierter war, um gesagt zu bekommen, dass ich vorne bestellen müsse. Also an den anderen vorbeigemogelt, versucht den Mindestabstand einzuhalten und brav ans Ende der Reihe im obligatorischen Abstand.

Dann endlich ins Kino, mit dem Hinweis des freundlichen Platzanweisers, dass ich auf dem Weg zu meinem Sitz die Maske auflassen müsse, dann aber der König meiner Domäne wäre und die Maske auflassen dürfe.

"Maske auflassen?"

"Entschuldigung," sagte er dann, "ich meinte natürlich, dass sie an ihrem Sitz die Maske dann abnehmen dürfen."

Gesagt getan, und was soll ich sagen: den Duft von frischem Popcorn gefiltert durch den dicken Baumwollstoff erahnend, das Cola hin- und herschwappend im Riesenbecher, betrat ich den Saal und mein Herz ging auf. Endlich wieder Kino, endlich wieder eine große Leinwand und endlich wieder andere Menschen, die ich nicht kenne und die mit mir die Emotionen der bewegten Bilder miterleben.

Ein französischer Philosoph soll einmal gesagt haben, dass er bei Kino nicht so sehr an Film denke, sondern vielmehr an Saal. Und es stimmt. Ein paar saßen schon da, ein paar kamen hinterher. Ich beobachtete voller Spannung wie sich die Vorhänge öffneten und der Projektor den Lichtstrahl breit auf die Leinwand warf.

Nun aber zum Film, sonst bekomme ich hier nur wieder Ärger. Der Unsichtbare ist wahrlich ein Kino-Mythos, der neben Dracula, Frankenstein, dem Wolfsmensch, der Mumie und noch ein paar anderen Kreaturen aus Lagunen und Opernhäusern zum Kanon der Universal-Horror-Filme gehört, dessen Erfindung wie bei den anderen aber meist in der Literatur liegt und hier immer schon auf der Idee des Romans von H.G. Wells basiert, den man ja als Top-Autor von Krieg der Welten, Die Zeitmaschine oder Die Insel des Dr. Moreau kennt.

Regie führte in diesem Reboot Leigh Whannell, der mir mit seinem schönen Scifi-Cyperpunk-Film Upgrade schon positiv im Gedächtnis war. Und ich muss sagen, er hat hier auch gute Arbeit geleistet, nicht nur was das Handwerk betrifft (breite Kino-Einstellungen, kühle Farben), sondern auch einen gehörigen Schuss Neuinterpretation gewagt. Ich muss gestehen, dass mich die erste Stunde noch nicht ganz zu packen wusste, aber mit angezogenen Nervenschrauben steuerte der Film schließlich auf ein Finale zu, das mit schönen Action-Szenen punkten konnte und mir gerade wieder zeigte, wie gut sowas in einem echten Kino rüberkommt. Ein fieser Plottwist beendet den Film dann noch nicht und lässt den Zuschauer dann noch einmal im Vagen. Mehr sei aber nicht verraten.

Zur Story sei kurz erwähnt, dass es um die weibliche Hauptfigur Cecilia Kass geht, die aus einer manipulativen, psychisch grenzwertigen und wohl auch gewalttätigen Ehe zu fliehen versucht, der dies aber nicht so gut gelingt, da sie ihr Mann verfolgt, auch nach seinem vermeintlichen Ableben. Was das alles mit einem Unsichtbaren zu tun hat und der Schuldfrage, das kann jeder und jede für sich selbst herausfinden.

Schauspieltechnisch kriegt man auf der großen Leinwand auch eine adäquate Leistung, allen voran von Elisabeth Moss, die sich von der Oldie-Werbe-Serie Mad Men mittlerweile deutlich freigespielt hat und wirklich tiefgründig erscheint. Oliver Jackson-Cohen als der Unsichtbare bleibt natürlich zustandsgemäß seltsam blass, fast durchsichtig-undurchsichtig und hatte wohl mehr Spaß als Luke Crane in Spuk in Hill House.

Der Soundtrack ist ebenfalls sehr wertig von Benjamin Wallfisch komponiert, der ja nicht nur mit der aktuellen Verfilmung von Stephen Kings ES ein Händchen für Atmosphäre bewiesen hat.

Gut, soweit, summa summarum hat mir das Reboot zu Der Unsichtbare gut gefallen, mit Luft nach oben, da vor allem die erste Hälfte etwas zäh war, dann aber gut Fahrt aufgenommen hat und mich und das Publikum sehr gut unterhalten hat, mit einem wohligen Grusel am Ende. In der anschließenden Videogruppe konnten wir uns hierzu gut austauschen.

In diesem Sinne war es für mich abseits der sonstigen Beschränkungen eine befriedigende Kinoerfahrung, bei der ich bemerkt habe, wie gut es ist, sich für zwei Stunden vom dunklen Saal des Kinos einnehmen zu lassen und alles andere mal kurzzeitig zu vergessen.

Liebe Grüße

Euer

Ash

8/10
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Kommentare

04.06.2020 23:58 Uhr - cecil b
3x
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"Nun aber zum Film, sonst bekomme ich hier nur wieder Ärger. "

Findest du, dass ich dir schon Ärger gemacht habe? Ich schätze deine Reviews eigentlich sehr. Und das habe ich nicht selten auch so geschrieben.

Ab der 25. Zeile kommst du ja zum Film, das kann man deutlich erkennen. Ist ja auch sinnvoll, bei einer Review. ;)

Lieber Gruß, Cecil. ;)


05.06.2020 06:21 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Welch gar gräßlich gezuckerte Einleitung^^^^^^^^^^^
Du und Velvet K solltet mal eine Kooperation eines Reviews wagen, dann hätte man ein Essay einer Emotion, welches den Titel;
Ode an einen denkwürdigen Moment
oder ähnliches tragen würde, wäre da nicht der eigentliche Filmtitel.

Und nein, es ist nur halb so sarkastisch gemeint wie es klingt, während es gleichzeitig mein Ernst ist und ich auf so ein Kunstwerk von euch warten würde. Achso ja nettes Review zu einem weniger nettem Werk

05.06.2020 10:14 Uhr - Intofilms
2x
Wird jetzt doch auf die Wunschliste gesetzt (nach anfänglichem Zögern). Das Original liebe ich zärtlich. Und hier bin ich nun auch frohen Mutes. Wunderbar geschrieben, danke! ;)

05.06.2020 10:32 Uhr - Lukas
1x
Tolle Kritik inkl. eines spannenden Erlebnisberichtes! Ich fiebere auch schon sehr dem Tag entgegen, an dem ich endlich wieder einen Kinosaal betreten darf!
Den Film werde ich sicher auch bei Gelegenheit sichten, deine Wertung reiht sich ja in den positiven Grundtenor ein.

05.06.2020 15:51 Uhr - Horace Pinker
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Wunderschöne Ode ans Kino Ash! Ich sehne mich auch danach endlich mal wieder ins Kino zu gehen, immerhin konnte ich mir vor einigen Wochen im Autokino Parasite ansehen (war ganz unterhaltsam, nur das alle 30 Minuten das Autoradio ausgegangen ist hat etwas genervt). Auch Der Unsichtbare klingt nicht über, da mir auch das schwarz-weiß Original schon recht gut gefallen hat werden ich dem sicher bei Gelegenheit auch eine Chance geben.

05.06.2020 16:19 Uhr - Chímaira
1x
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Der originale Unsichtbare von 1933 ist mit einer meiner größten Lieblinge des Horrors (9-10 Punkte sind da gesichert). Eine wirklich interessante Kritik, die mein Interesse anregen konnte. Darf ich fragen, welche Cola sie im Kino hatten? ;)
Leider ist der eigentliche Kritikteil etwas kürzer als sonst ausgefallen. Ist aber verständlich, da Du ihn ja im Kino gesehen hast. Ein Pausieren oder Notizenvornehmen ist da etwas schwierig ;D

05.06.2020 22:31 Uhr - TheRealAsh
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Danke für die Rückmeldungen:-)

23.04.2021 00:18 Uhr - Intofilms
1x
Eine sehr weitgehende Neuinterpretation, die mir gerade deshalb so gut gefällt. Ärgerlich, dass ich den Film erst jetzt gesehen habe. Aber die Freude überwiegt natürlich. Mein Resümee: Innovativ, enorm spannend und von Elisabeth Moss wirklich herausragend gespielt. 8 Punkte (mindestens) auch von mir. Leigh Whannell finde ich großartig, gerade auch als Regisseur, sehr fleißig und produktiv, ein erstaunliches Multitalent und sicher einer der wichtigsten Exponenten des heutigen Genre-Kinos. ;)

23.04.2021 19:33 Uhr - TheRealAsh
1x
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Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.380
Danke für die Rückmeldung, Into:-) Ich hab mir letztens auch wieder die tolle Turbine-Box vom Unsichtbaren durchgeschaut und bin ebenfalls großer Fan, die Neuinterpretation gefällt mir immer noch gut und ist doch gut, dass du ihn erst jetzt gesehen hast, endlich mal wieder neue Filme, ist ja grad nicht so dolle mit Neuerscheinungen in der Krise. War tatsächlich der letzte Film, den ich im Kino gesehen habe, mannmann... lang lang ist's her...

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