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Voyeur.com

Herstellungsland:USA (2000)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:BigBrother.com
BigBrother.com the Movie
Horror.com
Bewertung unserer Besucher:
Note: 1,91 (11 Stimmen) Details
inhalt:
Frank und Alex beschließen mit ihrem eigenen kleinen erotischen Live- Reality Projekt ins Internet zu gehen. Sie finden ach tatsächlich einige Mädchen, die bereit sind, sich in dem schnell angemieteten und mit Kameras bestückten Haus recht ungezwungen und freizügig zu bewegen. Doch die Wohngemeinschaft ohne Tabus lockt nicht nur zahlende Voyeure an. Der Schrecken beginnt!
eine kritik von horace pinker:

Nach dem sich Wes Cravens Scream sowie dessen Fortsetzungen zu einem Überraschungserfolg entwickelten folgte eine ganze Flut weiterer Filme die versuchten das erfolgreiche Konzept zu kopieren. Das die Nachahmer dem Original in den meisten Fällen bei weitem nicht das Wasser reichen können und in manchen Fällen kaum einen Unterhaltungswert aufweisen sollte klar sein. In letztere Kategorie kann getrost der 2000 erschienene Voyeur.com (auch als BigBrother.com oder Horror.com bekannt) eingeordnet werden.  Für die Regie zeichnete sich Serge Rodnunsky (Chill, Dead Tides) verantwortlich, der zusätzlich auch das Drehbuch beisteuerte sowie als Produzent und Cutter fungierte. Mit welchen Problemen der Film nun im Einzelnen zu kämpfen hat will ich im Folgenden zu klären versuchen.

Kurz zur Handlung: Zwei junge Männer hoffen viel Geld zu machen, indem sie ein Haus mit Kameras ausstatten, einige Frauen darin wohnen und sich freizügig präsentieren zu lassen und abschließend das Ganze gegen Bezahlung online zu übertragen. Willige Damen sind auch schnell gefunden, blöderweise treibt aber auch schon bald ein Mörder im Haus sein Unwesen. Zuschauer die hier Überraschungen oder gar Innovationen erwarten sind hier an der falschen Adresse. Der Filmbeginn kopiert teils beinahe 1:1 den Anfang des ersten Scream (Mörder telefoniert mit seinem Opfer um es letztlich zu ermorden). Auch die Szenen in dem Haus wissen mehr durch Langeweile als durch Spannung zu bestechen. So vergeht nach den beiden Anfangsmorden eine halbe Ewigkeit bis der Killer das nächste Mal zuschlägt. Gefüllt wird dieser Zeitraum mit Zickenkrieg, sinnbefreiten Dialogen, etwas rumgeflirte und dem quasi immer gleichen Monologen des hiesigen Mauerblümchens. Die praktisch einzige Wendung des Films in Bezug auf die Identität des Täters ist dann auch ziemlich bescheuert. So kommt sie einfach aus dem nichts und eine halbwegs nachvollziehbare Motivation wird auch nicht wirklich ersichtlich. Nicht gerade hilfreich ist zudem, dass keine der Figuren auch nur im Ansatz sympathisch daherkommt. Im besten Fall sind sie dem Zuschauer egal, im schlimmsten Fall gehen sie einem bis zu ihrem Ableben auf die Nerven. Dies dürfte auch auf die nicht vorhandenen darstellerischen Qualitäten der beteiligten, durchweg unbekannten Laiendarsteller zurückzuführen sein, die sich die Zähne daran ausbeißen auch nur eine Emotion glaubwürdig auf den Bildschirm zu bringen. Der letzte Sargnagel  sind dann die Effekte. Während andere Horrorstreifen aus dem Amateursektor immerhin reichlich Gekröse bieten, werden hier einige Kills in den Offscreen verbannt und was dann doch noch zu sehen ist entbehrt gröberen Härten und beschränkt sich stattdessen auf Schnittverletzungen mit moderatem Kunstbluteinsatz (das der Killer hierbei ausschließlich auf ein Messer zurück greift zeugt auch nicht gerade von der Kreativität der Macher). Erschwerend hinzu kommt, dass sich trotz der starken erotischen Komponente der Handlung lediglich zwei der weiblichen Akteure mal kurz hüllenlos präsentieren dürfen, während sonst Unterwäschebeschau das höchste der Gefühle ist.

Voyeur.com erhielt zunächst hierzulande problemlos das 18er Siegel der FSK, landete dann 2007 aber dennoch auf dem Index. Aufgrund des recht geringen Härtgrades recht überraschend folgte 2009 sogar noch eine Beschlagnahme.

Zusammenfassend bleibt nur zu sagen, dass Voyeur.com zum Bodensatz des Horrorgenres gehört ,in praktisch allen relevanten Bereichen enttäuscht und ohne seinen 131er Status sicherlich längst in der Versenkung verschwunden wäre. Dafür vergebe ich 1/10 unkreativen Schlitzern.  

 

1/10
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Kommentare

05.06.2020 16:08 Uhr - dicker Hund
3x
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Über den habe ich noch nie etwas Gutes gelesen. 131 ist manchmal einfach nur eine Dreierkette aus einstelligen Wertungen. Die Warnung klingt jedenfalls unmissverständlich.

05.06.2020 16:10 Uhr - Chímaira
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Der Voyeur, der durchs Schlüsseloch guckt ;)
Die Idee des Filmes hört sich ja erst mal nicht schlecht an, aber die Umsetzung schon. Schlimm, dass die BPjM unterirdische Filme "aufwerten" kann. Danke für die Warnung :)

05.06.2020 16:43 Uhr - Horace Pinker
2x
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Vielen Dank an dicker Hund und Chimaira, freut mich das mein Review euch gefallen hat und ich euch vor der Sichtung dieses Machwerks bewahren konnte.
dicker Hund: Es ist halt nicht immer alles Gold was glänzt bzw. alles sehenswert wo 131er drauf steht. Neben verdienten Genreklassikern findet sich halt auch vieles von der Restmüllrampe auf der bösen Liste..
Chimaira: Eine gute Idee bringt halt auch nichts, wenn sie von Dilettanten umgesetzt wird ;) Zum Glück kann man ja auf viele bessere filmische Alternative zurückgreifen (was das Filmen der Protagonisten + Morde angeht fand ich etwa Motel mit Kate Beckinsale nicht schlecht).

05.06.2020 17:01 Uhr - Cobretti
2x
Einer dieser Filme, wo das Messer neben den Körper gehalten wird mit ein bisschen Farbe... Das kommt dabei heraus wenn man von Beruf Sohn ist, Geld zuviel hat und vielleicht mal scream geguckt hat! Jeder von uns kann mit ein bisschen Teig, Mettwurst und Lebensmittelfarbe tausendmal bessere Effekte in der Küche hinbekommen... Schönes Review, ob mit oder ohne 131er bonus Schrott bleibt Schrott!

05.06.2020 17:08 Uhr - TheMovieStar
2x
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Also bei 1 von 10 taugt der wohl wirklich nichts. Hatte bisher nur schlechtes gehört und dein informatives Review scheint dies zu bestätigen. Saubere Arbeit, weiter so!

05.06.2020 18:01 Uhr - cecil b
2x
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Du lässt ja kein Haar an diesem Film. An deiner Review ist hingegen wieder rein gar nix auszusetzen. So gar nicht.


"So vergeht nach den beiden Anfangsmorden eine halbe Ewigkeit bis der Killer das nächste Mal zuschlägt. Gefüllt wird dieser Zeitraum mit Zickenkrieg, sinnbefreiten Dialogen, etwas rumgeflirte und dem quasi immer gleichen Monologen des hiesigen Mauerblümchens. "

Ohhhhh, das ist ja nicht mal als Trash brauchbar! Danke für die Warnung!

05.06.2020 19:00 Uhr - Horace Pinker
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Erfahrungspunkte von Horace Pinker 9.350
Vielen Dank auch an Cobretti, TheMoviestar und cecil b für euer Lob, auf die Sichtung von Voyeur.com solltet ihr hingegen lieber verzichten.

05.06.2020 20:44 Uhr - sonyericssohn
1x
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Argh ! Na da lass ich wohl alle Finger davon !
*rotealarmleuchterotiertextrem*

05.06.2020 21:01 Uhr - McGuinness
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Eine schön informativ geschriebene Kritik, warum man um dieses " Werk des Grauens " wohl besser einen weiten Bogen machen sollte.
Also mich hast du damit vollkommen überzeugt... Danke für die Lebenszeit, die ich mir dadurch eingespart habe 😁

05.06.2020 22:35 Uhr - TheRealAsh
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Das hört sich ja tatsächlich schrecklich an, Bodensatz??? No way, ich bleib weg;-)

05.06.2020 23:35 Uhr - Horace Pinker
1x
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Thanks sony, McGuiness und Ash, freut mich das mein Review euch gefallen hat und ich euch zudem vor der Sichtung dieses Machwerks bewahren konnte.

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