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Mai-chan's Daily Life: The Movie

(Originaltitel: Mai-chan no nichijô)
Herstellungsland:Japan (2014)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Mai-chan no nichijô: Chiniku no yakata
Mai-Chan's Daily Life: The Movie - Bloody Carnal Residence
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Auf Jobsuche bewirbt sich Miyako für eine Stelle als Hausmädchen. Am neuen Arbeitsplatz warten jedoch einige Überraschungen: Mai, ein weiteres Hausmädchen, besitzt eine geheimnisvolle Fähigkeit, die sie unsterblich macht und jede Art von Verletzung wieder heilen lässt. Als Miyako eines Tages beobachtet wie Mai gequält wird, ist sie tief entsetzt. Doch dann beginnt auch sie Gefühle für Mai und ihren Körper zu entwickeln und kann der Faszination nicht länger widerstehen …
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von the machinist:

Mai-chan's Daily Life: The Movie

Chainsaw Gutsfuck: The Movie?

 

Oh gütiger Gott verzeih, woran bin ich hier nur wieder geraten? Was sich hinter einem vermeintlich harmlos klingenenden Filmtitel wie Mai-chan's Daily Life: The Movie in Wahrheit verbirgt? Etwa eine Liebeskomödie?  Ein Coming of Age-Drama? Weit gefehlt! Es ist die Verfilmung eines Ero-Guro-Hentais von Mangaka Waita Uziga. 2004 ins Leben gerufen, genießt das nur wenige Kapitel umfassende Werk in Fankreisen einen verruchten Kultstatus, und ist verallgemeinert ausgedrückt vielleicht so etwas wie der A Serbian Film der Mangaindustrie. Hier soll es aber natürlich nicht um das Manga gehen, sondern den Live-Action-Film von 2014, mit dem Sade Sato sein Regiedebüt gab. Und, lieber Leser, um es an dieser Stelle direkt hinter mich zu bringen: ''I'm so sorry.''

Miyako (Miyako Akane) ist besessen von Maid-Kostümen und deshalb auf der Suche nach einer Stelle als Hausmädchen. Fündig wird sie auch prompt in der Residenz des nicht näher benannten ''Masters'' (Shogo Maruyama), der ein stattliches Honorar und drei warme Mahlzeiten am Tag verspricht. Das Bewerbungsgespräch mit Kaede (Soako Roman), der herrischen Dame des Hauses, verläuft ganz zu Miyakos Gunsten. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag macht sie auch Bekanntschaft mit der anderern Haushälterin Mai (An Koshi), die stets naiv und freundlich ist. Was Miyako nicht weiß: Mai ist unsterblich und ihr Körper kann jede noch so schwere Verletzung binnen kurzer Zeit regenerieren, weshalb sie jede Nacht zur Belustigung des Hausherrn gequält wird. Zuerst noch angewidert, beginnt Miyako sich mit der Zeit immer mehr zu der jungen Frau hingezogen zu fühlen. Bis der Master Miyako eines Tages auffordert, Mai vor seinen Augen in kleine Stücke zu hacken...   

Anders als man erwartet, ist Mai-chan's Daily Life: The Movie aber keine reine Schlachtplatte. Eher ein gelegentlich blutiges Mystery-Drama, das sich zu einer abgefahrenen Liebesgeschichte, mit ganz klaren Anleihen aus diversen Pinku Eiga-Filmen, wandelt. Das ist zwar selten wirklich spannend, doch wenigstens Miyako Akane und An Koshi liefern solide schauspielerische Leistungen ab, auch wenn man insgesamt gegen schrilles Overacting gefeit sein sollte. Entsprechend des zu erfüllenden Fanservice lässt Koshi auch wiederholt im Film die Hüllen fallen und Satos Kamerateam scheint keinen der weiblichen Reize zu verschmähen, was zumindest für eine japanische Produktion nicht selbstverständlich ist. Etwaiger Fetisch-Kram und lesbische Zungenküsse hat man ebenfalls mit im Repertoire, genauso wie kaum zu übersehende und ad absurdum geführte SM-Referenzen. Derart sexuell abartig wie die Vorlage wird Mai-chan... als Filmadaption jedoch nie, wofür zumindest ich sogar recht dankbar war, setzt sich das Manga nicht nur aus sich immer wiederholenden Vergewaltigungs- und Mordszenen zusammen, sondern thematisiert zu allem Übel auch noch Inzest und Kindesmissbrauch. Fans - sollte es diese geben - könnten außerdem Waitas schamlos morbiden Humor vermissen. Der wurde von Sato nämlich restlos gestrichen.  

An anderen Stellen wiederum hat man sich wohl etwas zu sehr auf den originalen ''Plot'' verlassen, der, mal abgesehen von der originell kranken Prämisse, kaum etwas von Belang zu bieten hat. Denn mit nur einer Stunde Laufzeit geht Mai-chan's Daily Life: The Movie schon zu lange für die Handlung, die man eigentlich erzählen möchte, und ist wiederum zu kurz, um potenziell weiter aus den durchaus interessanten Aspekten des Drehbuchs zu schöpfen. Eine genaue Erläuterung und die Herkunft von Mais Gabe wären zum Beispiel signifikante Anhaltspunkte gewesen, die dem Film vielleicht ein gewisses Alleinstellungsmerkmal beschert hätten. Somit schlägt Sato in dieselbe Sparte wie viele seiner Regie-Kollegen aus den extremen Gefilden des japanischen Underground-Kinos, etwa Koji Shiraishi und sein Grotesque. Denn immer wenn es im Film mal gerade nicht um Torturen geht, dann ist dieser simpel und langweilig, außerdem sind dem Zuschauer die agierenden Charaktere vollkommen egal.

Doch ich will nun mal nicht so sein und auch ein wenig des Lobes aussprechen. Denn zuweilen gerät Mai-chan's Daily Life: The Movie in seiner plumpen Machart unerwartet facettenreich. Sato experimentiert mit Stilbrüchen, macht seinen Film zum Kontrastprogramm, und das gleich auf mehreren Ebenen. Professionelle Aufnahmen der herrenhäuslichen Inneneinrichtung geben sich die Hand mit groben Schwarzweiß-Aufnahmen und im Hintergrund trällert stets klassische Musik, die sich irgendwann mit schmerzverzerrten Hysterieschreien mischt. Unumstößlich darf man das Prädikat von gewagtem Sinneskino attestieren. Davon hat der Film jedoch hinten raus nicht genug zu bieten.

Natürlich kommt es aber irgendwann zum unausweichlichen Ekel-Mix aus erotisch groteskem Nonsens und Sato lässt die vorher so marginal aufgebaute Spannung im Kellerverließ des Masters in einem kostengünstigen Gore-Marathon kulminieren. Dass währenddessen eine überlange Kettensäge mit zum Einsatz kommt, ändert natürlich nichts an Mais Selbstheilungskräften, dementsprechend langgezogen fällt die Ausweidungs-Raveparty dann auch aus. Vom nicht ganz abstreitbaren Unterhaltungsgrad her, befinden sich die letzten zehn Minuten der ganzen Schose also irgendwo zwischen Guinea Pig 2: Flowers of Flesh and Blood und ''50 Shades of Grey made by Olaf Ittenbach''. Wer's mag.

Seitdem wurde es etwas still um Sade Sato, nur mit den Kurzfilmen Bloodrunner Zero 1 & 2 ließ er nochmal von sich hören. Ich hoffe aber inständig, da kommt in absehbarer Zeit noch was (besseres), Leidenschaft scheint der gute Mann auf alle Fälle zu haben. Bleibt abzuwarten ob mögliche Folgewerke dann durchdachter ausfallen als Mai-chan's Daily Life: The Movie. Denn der ist sowohl in Film-, als noch vielmehr in Buchform, ein Machwerk das die Welt nicht zwingend braucht. Aber wie wäre es denn etwa mit Realfilmen zu Boku no Pico, Bible Black und Euphoria. Na, vielleicht doch lieber nicht.

''Ich finde du siehst irgendwie total süß aus, wenn du leidest.''   

 

Fazit: Eine weitestgehend überflüssige Mangaverfilmung. Dies geht im Falle des zweitklassigen Japan-Sicko-Spektakels Mai-chan's Daily Life: The Movie dann aber wohl eher auf die fragwürdige Sinnhaftigkeit des zugrundeliegenden Ausgangsmaterials zurück.   

4/10
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Kommentare

13.06.2020 18:13 Uhr - sonyericssohn
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Mein lieber Schwan, was hast denn da wieder ausgegraben ?
Die Lektüre hab ich genossen, den Film verweigere ich. Nix für mein zartes Gemüt :-D

13.06.2020 20:51 Uhr - dicker Hund
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An so etwas könnte ich eine trashig-abseitige Freude haben. Für die maue Wertung hört sich das gar nicht so schlecht an.

13.06.2020 23:21 Uhr - The Machinist
1x
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@sony: DU machst für dich bestimmt nichts verkehrt, indem du das Teil meidest.
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@dicker Hund: Ist auch nicht soooooooooooo schlecht, deshalb 4 Punkte. Für meine neutralen 5 hat's allerdings nicht mehr gereicht. Hab auch von Leuten gehört die ihn feiern und da ich weiß wie du zu Guinea Pig und Konsorten stehst, könnte der bei dir vielleicht zünden, wobei ich sowas ansonsten auch ganz gern schaue.

Ich hab vorerst genug von der guten Mai-chan, zumal mich die Bilder des Manga; das ich mir zu Recherchezwecken komplett gegeben habe; vermutlich noch die ganze kommende Woche verfolgen werden. ;-)
Sagte ich Woche? Ich meinte mein Leben.

14.06.2020 08:08 Uhr - sonyericssohn
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Hab gestern aus Versehen nen Kommentar gemeldet.....keine Ahnung welchen. Tabletschluderei.

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