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Henry - Portrait of a Serial Killer 2

(Originaltitel: Henry: Portrait of a Serial Killer - Part 2)
Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Henry: Portrait of a Serial Killer 2 - Mask of Sanity
Henry II - Portrait of a Serial Killer
Henry 2: Portrait of a Serial Killer
Henry - Serienkiller Nr. 1
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,36 (11 Stimmen) Details
inhalt:
Der schüchtern wirkende Henry ist im Obdachlosen-Asyl und hasst es. Um sich Geld zu verdienen, nimmt er einen Job als Toilettenhäuschen-Aufsteller an und die Familie nimmt ihn auf, bis er mal eine eigene Wohnung hat. Henry findet heraus, dass sein Boss ein Auftragsbrandstifter ist und wird von ihm als Helfer angestellt. Sie erledigen ein paar Aufträge, doch bei einem Auftrag haben sie plötzlich zwei jugendliche Zeugen, die sie erledigen müssen. Den einen übernimmt Henry, und zu dem Erstauenen seines Bosses tut er dies, ohne mit der Wimper zu zucken. Auch sein Boss überwindet sich. Von da an verstricken sich die zwei in immer größere Schwierigkeiten, die Henry und auch sein Boss mit immer kälterer Gewalt beseitigen, aber Henry übernimmt immer mehr das Kommando und zieht seinen Boss in einen immer tieferen Strudel. Die bei der Familie lebende, sehr schüchterne und etwas merkwürdige Stieftochter Louisa verliebt sich in Henry, doch er entzieht sich ihr...
eine kritik von dicker hund:

Zehn Jahre nach "Henry - Portrait of a Serial Killer" übernahm Chuck Parello die Regie für die Fortsetzung. Mit "Ed Gein" und "The Hillside Strangler" sollte er später noch für zwei weitere TrueCrime-Flicks die Leitung bekommen. Hier bedient er erst einmal die entstandenen Sehgewohnheiten mit einer "Leichenschau" aus neuen, diesmal aber angezogen gebliebenen, leblosen Frauenkörpern. Das wirkt gleich weniger sleazig, was die Befürchtung nährt, dass einen Gewohntes erwartet, welches aber in allen Kategorien qualitativ abgespeckt sein könnte. Dieses Vorurteil bestätigt sich beim Anblick von Hauptdarsteller Neil Giuntoli ("Chucky"), der mit seinem Allerweltsgesicht ohne jede bedrohliche Aura kein Ersatz für den hervorragenden Michael Rooker ist. Seine Interpretation des Henry bewegt sich wieder einmal im randständigen Milieu, das durch eine berufskriminelle Komponente einen Hauch von Innovation erhält. In solcher Gesellschaft herrscht eine vulgär-provokative Sprache, der die bedachten Akzentuierungen fehlen.

"Wir sprechen uns noch, du Schlampe!"

Bloß nachgebetet ist dagegen das geschlechtlich betonte Interesse an dem Serienkiller von Seiten eines Frauchens mit geringem Selbstwertgefühl. Louisa (Carri Levinson) verwickelt ihr love interest in ein zähes Gespräch über die Geschehnisse um die bekannten Namen Otis und Becky, das gerne eine Rückblende mit filigraner Anknüpfung an den bisherigen Plot gewesen wäre. Der Anbandelung fehlt jede erotische Implikation - da funktioniert das deviante Miteinander der Stiefeltern Kai (Rich Komenich) und Cricket (Kate Walsh) schon besser (Sex 3/10). Dieses ist wenigstens halbwegs ansprechend inszeniert, kann allerdings auch nichts dafür, dass man sich in den USA für Fortpflanzungszwecke nicht zu entkleiden braucht, unterschiedslos, ob einvernehmlich oder eben nicht. Nackt ist nur das Niveau, das eine Vermisstenanzeige für den Subtext aufgegeben hat und solange mit merklich simpler gestrickten Botschaften leben muss.

"Pervers musst du sein, wenn du einem Menschen den Kopf abschneidest."

Der Dialogschreiber war kein literarischer da Vinci, so viel steht fest. Allzuviel Talent braucht auch in den Disziplinen des Horrors (5/10) und der Gewaltdarstellungen (6/10) nicht erwartet zu werden. Alles wirkt verlegen zurückgefahren, weniger spektakulär. Gelegentlich sieht eine Tötung mal wie eine Hinrichtung aus, wobei der Score die flüchtige Spannung dann ganz akzeptabel unterstützt. Kunstblut und Konsorten verlassen indes nur selten einmal die Routinen des Genres. Die paar tranigen Effekte sind in der hier genutzten R-Rated um einzelne Frames gekürzt, bieten jedoch genauso dasselbe feil wie die Bilder aus dem Schnittbericht zur Unrated. Eine zusätzliche Einstellung eines Kehlenschnittes von einer Sekunde und solcherlei Einzelheiten machen einen Film nicht wirklich härter, schon gar nicht besser.

Was "Henry II" bleibt, ist nicht viel (4/10 Punkten). Der empathielose Umgang der sämtlich unsympathischen Figuren untereinander ist geblieben, mit ihm ein gewisser Grundstock der boshaften Grundstimmung, der Humorlosigkeit (1/10) und des dreckigen Looks des Vorgängers. Schauwerte, Schauspieler und beiläufige Schlaumeierei verkommen indes zu Schaumschlägern. Die FSK möchte diese vor Jugendlichen schützen, belässt es aber bei ihrem roten Flatschen.

4/10
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Kommentare

26.07.2020 10:28 Uhr - sonyericssohn
2x
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Ja, der weilte einige Zeit bei mir im Schrank nachdem der nur ein einziges Mal lief. Fand ich einfach nur fad und absolut unsinnig. Leider hab ich den Vorgänger noch nie gesehen. Muss ich noch nachholen.

26.07.2020 15:39 Uhr - Lukas
2x
Wusste gar nicht, dass es hier einen zweiten Teil gibt. Scheint aber auch der klassische billig runtergekurbelte Aufguss zu sein, der dem Vorgänger in keiner Weise das Wasser reichen kann. Da verzichte ich nach der gut geschriebenen Kritik dankend auf eine Sichtung.

26.07.2020 18:00 Uhr - McGuinness
2x
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Ob ich tatsächlich auch nur 4 Punkte vergeben würde, kann ich aktuell nicht sagen... Dafür ist die letzte Sichtung einfach schon zu lange her.
Meine aber auch, dass dieser deutlich schwächer ist als sein Vorgänger.

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