SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Ganz böses Zombiespiel aus AT · Hol dir das böse Game ohne Zollprobleme · ab 34,99 € bei gameware Doom Eternal · Das Nonplusultra in Sachen Durchschlagskraft · ab 29,99 € bei gameware

Stung

Herstellungsland:Deutschland, USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Komödie, Liebe/Romantik
Alternativtitel:Benni Diez's Stung
Stung - Sie werden dich stechen!
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,54 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Eine schicke Gartenparty gerät außer Kontrolle, als die High Society von mutierten Riesen-Killer-Wespen attackiert wird! Mrs. Perch veranstaltet ihre alljährliche Garten-Party in ihrer abgelegenen Villa auf dem Land. Eigentlich ist alles wie immer, doch dann läuft der illegal importierte Pflanzendünger aus und eine ansässige Insekten-Spezies verwandelt sich in zwei Meter große Killer-Wespen. Klar, dass diese Mutationen nicht lange vor der Festgesellschaft Halt machen. Nun liegt es an den Catering-Mitarbeitern Paul (Matt O’Leary) und Julia (Jessica Cook) die angreifenden Bestien aufzuhalten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von cabal666:

"Stung" ist das Regiedebüt des noch relativ unbekannten deutschen Filmemachers Benni Diez - sieht man von seinem Kurzfilm "Kingz" von 2007 ab - und stellt eine spaßige Hommage an das Monsterkino der 80er Jahre dar. Es sind hauptsächlich "Aliens" (massenhaft auftauchende, von einer Königin angeführte, Monster, die aus Menschen ausschlüpfen), "Die Fliege" (Insektenherkunft der Viecher, in diesem Fall sind es aber noch viel schlimmere Biester, nämlich Wespen) und "The Thing" (teilweise können die ihren Wirt auch kontrollieren), die hier referenziert werden. Da der Regisseur auch Effektspezialist ist, stellen diese das Herzstück des Films dar und sind löblicherweise größtenteils in Oldschool-Manier handgemacht. Es ist eben eine Tatsache, dass Gesplattere und Monster wesentlich überzeugender rüberkommen, wenn sie plastisch erstellt und nicht digital eingefügt wurden. CGI kommt hier zwar auch zum Einsatz, allerdings nur in ergänzender Funktion und um die Effekte zu bewerkstelligen, die mit Animatronik und Make-Up allein nicht zu verwirklichen wären (beispielsweise bei den fliegenden Viechern).


Die Handlung um ein Gartenfest einer reichen Familie, das von mutierten Riesenwespen überrannt wird, ist für ein Creature-Feature natürlich nicht gerade originell und ohnehin nur Mittel zum Zweck, allerdings nimmt der Film seine Charaktere ernst und verleiht ihnen durchaus Ecken und Kanten. Diese werden zudem von überzeugenden Schauspielern verkörpert. Die, im Gegensatz zum Produktionsteam, vor allem aus Amerika stammende Besetzung, ist der zweite große Pluspunkt des Films.


Den Hauptcharakter, einen genervten, tollpatschigen Catering-Mitarbeiter, der im Kampf gegen die Monster über sich hinauswächst, gibt Matt O'Leary, welcher zumeist eher hassenswerte Charaktere verkörperte, hier als Sympathieträger aber auch eine gute Figur macht. Seine Chefin, in die er verschossen ist, die ihn zu Beginn aber noch abblitzen lässt, spielt die noch völlig unbekannte Jessica Cook, die bisher nur durch Nebenrollen in TV-Serien in Erscheinung trat und hier eine richtig gute, auch emotionale Performance liefert. Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden ist tatsächlich ziemlich gut inszeniert und wirkt glaubhaft.


In einer tollen Nebenrolle hat man dann noch Hollywood-Legende Lance Henriksen (der ja auch im erwähnten "Aliens" dabei war) als versoffenen, zynischen Bürgermeister. Er bringt hier mit den meisten Humor in den Film und auch, wenn er seit Jahren fast nur noch in Billigproduktionen zu sehen ist, kann er für diesen Part doch nur dankbar sein. Außerdem sieht man noch den versierten Nebendarsteller Clifton Collins Jr. in einer ziemlich schrägen Rolle als verschrobenes Muttersöhnchen, das Erinnerungen an Anthony Perkins in "Psycho" und Timothy Balme in "Braindead" wachruft.


Was negativ ins Gewicht fällt, ist, dass "Stung" leider auch altbekannten Klischees des Genres etwas zu sehr verhaftet bleibt. Es gibt hier natürlich wieder die Situation, dass der Held von einem Monster angefallen wird und ein rettender Gegenstand nur knapp außer seiner Reichweite ist, sodass er verzweifelt versucht, da ranzukommen. Oder dass einer der Charaktere infiziert wird, den anderen davon aber nichts sagt. Hat man leider schon viel zu oft gesehen.


Dadurch entsteht auch Unlogik: wieso dauert es bei dem Charakter so lange, bis das Vieh aus ihm rausschlüpft, warum ist es nicht so groß wie die anderen und warum kann es ihn eigentlich kontrollieren? Zudem tauchen die kleinen Wespen, welche die Party zuerst angreifen und dank deren Stichen die menschengroßen Biester erst entstehen, später überhaupt nicht mehr auf. Aber das hätte vermutlich auch zuviel Geld gekostet.


Der Streifen ist somit leider etwas zu vorhersehbar, aber dennoch sehr unterhaltsam. Es gibt witzige Sprüche, skurrile Charaktere, überzeugende Schauspieler, einen guten, sehr düsteren Score und, wie erwähnt, toll gestaltete Monster mit coolem Design und deftige Splattereffekte, bei der die Freigabe ab 16 doch recht großzügig wirkt. Wespenphobiker (wie ich einer bin) können sich hier zudem richtig gruseln. Normalgroße Wespen und Hornissen sind schon unangenehm genug; solchen wie in diesem Film will man wirklich nicht begegnen!


Was den Streifen dann eben noch wirklich besonders macht, ist sein Produktionsland. Die Darsteller sind zwar, wie erwähnt, Amerikaner und der Film spielt auch dort, gedreht wurde er aber in Deutschland. Genauer, in der Gegend um Berlin, und die Filmcrew stammt ebenfalls aus hiesigen Gefilden. Das hier ist ein richtig positives Beispiel für Genrekino, wie wir es in diesem Land sehen wollen! Eine mit viel Herzblut gemachte Horrorkomödie, die von Anfang bis Ende unterhält. Bitte mehr davon!

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Meet
Cabal666
9/10
Bad
Cabal666
8/10
Fist
Cabal666
9/10
Brutal
Cabal666
8/10
die neuesten reviews
Bad
Kaiser Soze
8/10
Applecart
hudeley
7/10
Doc
Horace Pinker
7/10
R100
The Machinist
7/10
Obsessed,
hudeley
5/10

Kommentare

14.06.2020 23:45 Uhr - Romero Morgue
1x
User-Level von Romero Morgue 4
Erfahrungspunkte von Romero Morgue 203
Hab den schon länger bei mir im Regal stehen und werde dank dieser Review diesen jetzt wohl mal vorziehen. Danke für den Tip/Hinweis. Solide besprochen und alles drin. Ich gehe stark davon aus, dass der mir genau so gut gefallen wird.

P.S.: Ich habe gerade gesehen das du SUCKER PUNCH eine 10 gegeben hast. Allein dafür gibt es von mir einen Daumen hoch! 👍🏻 😉

15.06.2020 21:50 Uhr - morkmork
1x
Sehe ich genauso wie Du es in der Review schreibst. Der Film hat einige Schwächen, und wäre es eine US Produktion, wäre er zwar im Regal gelandet da ich gerne gute praktische Effekte damit unterstützen will. Aber als deutsche Produktion für den Weltmarkt steht er nicht als DVD neben MOSQUITO aus den 1990ern, sondern als BluRay neben DOOMSDAY ^^

16.06.2020 16:48 Uhr - Cabal666
User-Level von Cabal666 6
Erfahrungspunkte von Cabal666 572
Da bedanke ich mich doch mal bei euch beiden für das sehr nette Feedback! Freut mich sehr, dass ich eine Empfehlung geben konnte bzw. dass andere es genauso sehen.

@Romero Morgue: Und für den Extra-Daumen bedanke ich mich nochmal gesondert bei dir. Gefällt mir sehr. Schön, dass ich bei dem Film mit meiner Meinung nicht so allein bin. :)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)