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Die Warriors

(Originaltitel: The Warriors)
Herstellungsland:USA (1979)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,42 (26 Stimmen) Details
inhalt:
Die Warriors, eine Gang aus Coney Island, sind auf dem Weg in die Bronx, um dort einem großen Gangtreffen beizuwohnen. Vor Ort wird allerdings Cyrus (Roger Hill) erschossen, der eigentlich die Verbrüderung aller New Yorker Gangs plant. Der Mord wird den Warriors in die Schuhe geschoben, sodass diese nun von den anderen Jugendbanden der Stadt gejagt werden. Unter der Führung von Swan (Michael Beck) versuchen die acht Verblieben nun, ihren Heimatstadtteil heil zu erreichen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von prince akim:

Anfang der 80er Jahre, da war ich noch kurz vor dem Teenageralter, wurde ich am Schaufenster unserer erst vor kurzem eröffneten Videothek in unserem Wohnort das erste mal auf diesen Film aufmerksam, der bis heute zu den Top "5" Filmen gehört, die ich bislang sehen durfte. Verzaubert und voller Ehrfurcht stand ich vor dem Schaufenster , in dem mehrere Filmplakate damaliger Filme hingen, darunter eben auch das Poster, auf dem eine ganze Horde von Sonnenbrillen-, Baseballschlägern-, Hut- und dazu noch Kriegsbemalung im Gesicht tragenden Personen sah, die " Armeen der Nacht " ...

Es sollte lange Zeit dauern, bis ich diesen, mich so beeindruckenden Film , endlich geniessen konnte. Die Ausstrahlung irgendwann Mitte der 90er im ORF wurde wegen etlicher Clubbesuche gerne verpasst. Aber dann kam der Moment des ersten DVD-Players im Sommer 2002 und damit auch der Kauf meiner ersten DVD, eben "Die Warriors" .

Die Rede von Cyrus, dem Anführer der von manch anderen Filmen bekannten Strassengang "Riffs", die mit "Can you dig it ?" startet ( übrigens mal in einem Clubhit gesampelt ),  besticht noch heute durch seine impulsive Aussagekraft. Dieser eine Satz ist Kult ! Leider kommt er in der deutschen Synchro nicht ganz so kultig rüber, aber geschenkt ! Nun also starteten die Warriors, die Krieger, ihre Flucht aus der N.Y. Bronx in das weit entfernte Coney Island, eigentlich die ganze Story und Handlung des Films. Während der Erstsichtung  kam bei mir die Frage auf, warum dieses Meisterwerk eigentlich ab 18 Jahren freigegeben war/ist ? Wohl wegen der Verfolgung von Minderheiten, etwas anderes fiel mir zum damaligen Zeitpunkt nicht ein. Mittlerweile, zig jahre später, kam ja dann doch die Freigabe ab 12 Jahren, was mich wiederum ein wenig verständnislos zurückließ...Aber um das geht´s hier jetzt nicht !

Man ist gute 1 1/2 Stunden mit den Warriors auf der Flucht durch die Nacht. Nun, im wirklichen Leben wollte man irgendeinem von diesen "Kriegern" natürlich nicht Nachts oder am Tage begegnen, trotzdem sind einem die einzelnen Figuren ( Ausnahmen bestätigen die Regel ) irgendwie symphatisch. Die Spannung hält durchwegs die komplette Filmdauer an und man freut sich mit der Gang, daß sie es dann letztendlich in ihre "Homebase" nach Coney Island zum Finale schafft. Die Gruppen- oder Zweikämpfe, in die die Gangmitglieder verwickelt werden, sehen wirklich realistisch aus, als ob man live in einer U-Bahnstation steht und das alles miterleben muss. Dadurch unterscheidet sich "Warriors" aber auch von anderen Filmen aus diesem Genre : Brauchten Filme wie "The Riffs" abgeschlagene Köpfe und ähnliches, kommt dieser Film hier ohne derbe Gewaltspitzen aus, obwohl es bestimmt nicht ohne ist, einen Baseballschläger in die Rippen zu bekommen.

"The Warriors" ist für mich ein Meisterwerk des 70er - Jahre - Kinos und ich war damals, 2002 bei der Erstsichtung an einem Sonntagmorgen, so fasziniert von dem Gesehenen, ärgerte mich aber auch gleichzeitig, warum ich so lange warten musste, um endlich diesen Film, den ich ja nur als knapp 12jähriger Bubi vom Filmposter kannte und der mich so in seinen Bann zog, anzusehen. "Warriors" zeigt ein New York, daß nicht aus teuren Restaurants, edlen Boutiquen, schönen Parks, Wolkenkratzern, ausufernden Bankgebäuden usw. besteht, sondern den Dreck und die Armut, mit denen sich einfach kein schönes und schickes Leben leben lässt. Verdeutlicht wird das durch die Szene, als ein Grüppchen hübsch gekleideter Mädchen & Jungs in der U-Bahn mitfahren. Peinliche Berührtheit eben dieser gegenüber den Mitgliedern der Warriors. Oder aber die Szene, als sie im Morgengrauen aus der U-Bahn steigen, an ihrem Ziel angelangt sind und Swan, der Anführer der Warriors, bemerkt ( nicht wortgetreu ) : "Dafür haben wir jetzt die ganze Nacht gekämpft ! Um hierher zurückzukommen... ? ! "

Neu war für mich die Tatsache ( das habe ich erst nach dem Kauf des MB 2019 und der Sichtung des Booklets erfahren ), daß der Film auf einem Roman beruht. Und dieser Roman wiederum auf dem Epos "Anabasis", das ca. 370 v. Chr. verfasst wurde. Ich will hier nicht mit griechischer Mythologie langweilen, nur soviel : Auch hier wollen Krieger ( damals aber 10000e) aus dem Kriegsgebiet nach Hause !

Hätte ich hier eine Review zu "Phantom Kommando" verfasst, müsste ich eigentlich schreiben, daß ich überrascht war, den Hauptbösewicht aus "Warriors" , David P. Kelly, hier wiederzusehen, da aber als mittlerer Bösewicht. Nun läuft´s aber anders herum, da ich den Arnie-Film schon vorher sah. Ich musste erst ein wenig überlegen, aber dann war ich im Bilde. "Warriors, kommt raus und spielt !"

Einzig ein Film aus dem "Gang"-Genre kann meiner Ansicht nach den Warriors das Wasser reichen, nämlich "The Wanderers", um den es aber hier heute nicht geht und von der Thematik sowieso ein ganz anderer Film ist.  "The Warriors" ist für mich persönlich DER Strassengangfilm überhaupt. Wer nicht in den 70/80er Jahren, also später, aufgewachsen ist, dem wird der Film vermutlich einen Hauch von Nichts begeistern, aber wer weiss...

Einer meiner unvergesslichen Momente hat auch mit den "Warriors" zu tun : Als die Gruppe zum Finale wieder in Coney Island eintrifft, war an jenem Sonntagmorgen 2002 auch im Süden Deutschlands die Sonne aufgegangen... EchtzeitKino sozusagen !

 

10/10
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Kommentare

16.06.2020 16:40 Uhr - Columbo61
1x
In allen Punkten stimme ich dir zu. Ich hatte zur damaligen Zeit Gelegenheit,
den Film im Kino anzuschauen. Von der Dynamik und dem Sound des Film
war ich schwer beeindruckt. Den "Original Motion Soundtrack" habe ich mir
gleich besorgt, später auch die Original- Video-Kassette. Heute ist die DVD in
meiner Film-o-thek (FSK 16).
Auch wurde ich auf die Schauspieler Michael Beck, James Remar u. Deborah van
Valkenburgh aufmerksam, die in weiteren Filmen meine Beachtung erfuhren.

16.06.2020 16:41 Uhr - Chímaira
1x
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Eine wirklich tolle zweite Kritik. Verglichen mit Deiner ersten hast Du einige Punkte optimiert. Deine Faszination für den Film kann ich vollständig teilen. Ich habe mich ebenfalls für das Mediabook (Cover A) entschieden. Leider ist der Director's Cut nicht vorhanden, aber die Extras sind wirklich informativ. Schön, dass Du auch den Konkurrenzfilm "The Wanderers" nennt, welcher ebenfalls ein echt cooler Streifen ist. Eventuell kannst Du, falls noch nicht geschehen, mit "The Outsiders" (1983) etwas anfangen ;)

16.06.2020 17:46 Uhr - cecil b
1x
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Tolle Review, danke dafür! Ich hoffe, da folgen noch welche!

" Nun, im wirklichen Leben wollte man irgendeinem von diesen "Kriegern" natürlich nicht Nachts oder am Tage begegnen, trotzdem sind einem die einzelnen Figuren ( Ausnahmen bestätigen die Regel ) irgendwie symphatisch."

Word! Diese 'besondere' Identifikationsmöglichkeit' macht den Film für mich auch aus. ;)

Ich habe den Spruch "Weißt du was ich vom Leben will......" auf Platte. :)

Hoffe, dass ich diese Woche noch mehr Zeit zum lesen finde.......

16.06.2020 18:55 Uhr - Cinema(rkus)
1x
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Mensch, Prince, jetzt wollte ich Dir zum Debüt gratulieren, dabei sehe ich eben, das hier ist ja schon das "Nachfolgewerk". Hast mir gegenüber praktisch jetzt das 2:3 erzielt. Super ! Ich finde es toll, wenn jetzt ab und zu die "jungen Wilden"...räusper…hust...hust....eine Kritik schreiben und sich so a bisserl zwischen die erfahrene Phalanx der Schreiber mischt.....

Mir persönlich gefällt Dein Stil. Besonders finde ich es cool, dass Du den persönlichen Bezug zu dem Film mit einbaust. Hier am Anfang und am Schluss Deiner Kritik geschehen. Auch Dein etwas zurückhaltender Informationsgehalt gefällt mir, weil ich selbst in einer Kritik nicht 50 Namen lesen muss, wer wie genau an dem Werk beteiligt war. Aber das ist Geschmackssache. Ich finde Dein Nachfolgewerk - und wir wissen, im Filmgeschäft ist nichts schwieriger, als nach einem gelungenen Debüt auch ein niveauvolles zweites Werk hinzubekommen - jedenfalls toll gelungen. Weiter so, wenn ich das als "Novize" so äußern darf ?

Der Film selbst hat mich auch in der Jugend begleitet, fand ihn damals auch sehr stark. Heute würde ich selbst vielleicht 2 Punkte in der "B"-Note abziehen, aber trotzdem noch ein ordentliches Brett. Zu den ganzen "Gang-Filmen" zähle ich übrigens noch "Straßen in Flammen" und irgendwie "Rumble Fish" hinzu, die ich BEIDE heute noch als absolute Meisterwerke empfinde.

Kurzum: tolles, kurzweiliges Review zu einem (immer noch) sehr guten Film.

Noch kurz zu Deinem Debüt:
Hat mir auch gefallen, vor allem gehe ich bei Deiner Wertung voll mit. Für mich ist "Last Blood", nach "First Blood", sogar der 2. Beste Rambo-Film überhaupt. Was Stallone da noch mit 73 für ein Alterswerk hingelegt hat, ist aller Ehre wert. Die teilweise üblen "Verrisse" kann ich in keinster Weise nachvollziehen; hätte er denn nochmals Teil 2, 3 und 4 auflegen sollen ? Ich fand die Idee für Teil 5 super, besonders gefielen mir die RUHIGEN MOMENTE auf seiner Ranch. Machte die ganze Figur "Rambo" für mich sehr menschlich. Toller Abschlussfilm für mich !!

Bis zum nächsten mal; vielleicht erzielst den Ausgleich zum 3:3.....???

16.06.2020 19:02 Uhr - prince akim
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16.06.2020 16:41 Uhr schrieb Chímaira
Eine wirklich tolle zweite Kritik. Verglichen mit Deiner ersten hast Du einige Punkte optimiert. Deine Faszination für den Film kann ich vollständig teilen. Ich habe mich ebenfalls für das Mediabook (Cover A) entschieden. Leider ist der Director's Cut nicht vorhanden, aber die Extras sind wirklich informativ. Schön, dass Du auch den Konkurrenzfilm "The Wanderers" nennt, welcher ebenfalls ein echt cooler Streifen ist. Eventuell kannst Du, falls noch nicht geschehen, mit "The Outsiders" (1983) etwas anfangen ;)


Danke dir für das Lob! Hab´ dir ´ne PN geschrieben zum Thema "Outsiders" ...Würde hier den Rahmen sprengen ;-) Habe natürlich auch das MediaBook Cover A ! Das Filmposter, einfach Kult !

16.06.2020 19:33 Uhr - prince akim
1x
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@ cecil b & Cinema(rkus) :
Danke euch zweien für euer positives Feedback ! ;-)

@ Columbo61 :
Das wäre mal cool, wenn der als "OldieButGoldie" nochmals als Sondervorstellung in einem Kino laufen würde. "Warriors" einmal im Kino erleben zu dürfen, da würde ich mir sogar Urlaub für nehmen ! ;-)

16.06.2020 21:15 Uhr - cecil b
1x
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Prince akim: Outsiders: Würde den Rahmen sprengen? Vielleicht nicht. Die Bandbreite ist eigentlich recht groß. Ich habe Theaterstücke von Buttgereit vorgestellt, das ging auch klar. ;) Schreib mich doch mal an, ob das vielleicht in Frage kommt. :)

16.06.2020 21:46 Uhr - Punisher77
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Ein sehr schönes Review...die Einleitung mit der Videothek und dem Poster finde ich sehr gelungen und ich trauere meiner Stammvideothek heute noch nach.

Meine Erstsichtung fand auf VHS (erworben auf einer Filmbörse) statt und auch wenn ich eher zu einer 9/10 tendiere, finde ich den Film super und schaue ihn mir in regelmäßigen Abständen immer wieder an. Die Stärken des Films hast Du gut auf den Punkt gebracht. Was hat Walter Hill in den Siebzigern und Achtzigern - neben "The Warriors" - für Kracher produziert: "Ein Stahlharter Mann", "Die Letzten Amerikaner", "Nur 48 Stunden", "Red Heat", "Ausgelöscht" ... those were the days.

17.06.2020 12:18 Uhr - JasonXtreme
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Gute Rezi, ich liebe den Film auch - wenngleich ich ihn so bei 8/10 einloten würde - und durchaus thematisch für eine FSK16 halte, und die 12 definitiv zu niedrig ist.

Der DC ist in meinen Augen unnötig, weil die Comicsequenzen schlicht nicht in den 70er Film passen, und sonst ist ja nix anders. Ok durch Texttafel wird er ja schlicht (wie übrigens das Buch auch) in die Zukunft verlegt - also dann eher ala The Riffs, als 70er NYC Gangaction. Anyway - ich mag ihn als Kleinod der dreckigen 70er NYs, und daher mag ich die Kinofassung lieber als den DC

17.06.2020 19:41 Uhr - prince akim
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@JasonXtreme :
In allen 2 Punkten meine volle Zustimmung, finde auch, daß 12 Jahre hier definitiv zu niedrig angesetzt sind. Und der DC : Okay, Geschmäcker sind halt verschieden, wer ihn braucht-soll ihn haben ! Ich bin happy mit meiner Kinoversion im MB ! ;-)

@ Punisher77:
Danke für das positive Feedback! "Ausgelöscht", das war ja auch so ein Hammer, hatte ich auch schon fast vergessen ...

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